Beim Radfahren in Ostbelgien kommen couragierte Radsportler und leidenschaftliche Genussradler gleichermaßen auf ihre Kosten. Das flächendeckende Radwegenetz hält wahre Glücksmomente für alle bereit. Die Ardennen sind ein ausgedehntes Gebirge, das sich größtenteils über den Südosten der belgischen Region Wallonie, teilweise bis nach Luxemburg und Frankreich erstreckt.
Beliebte Radwege in den Ardennen
Besonders beliebt sind Radtouren auf stillgelegten Bahntrassen wie der Vennbahn oder den weit vernetzten Ravel-Radwegen. Der Vennbahn-Radweg ist einer der längsten grenzüberschreitenden Bahntrassen-Radwege Europas und führt auf einer überwiegend flachen Route von Deutschland über Ostbelgien nach Luxemburg.
RAVeL-Radwege
Die sogenannten Ravel-Radwege in der Wallonie befinden sich meistens auf Bahntrassen. RAVeL bedeutet „Réseau Autonome de Voies Lentes“ (autonomes Netz für den Langsamverkehr). Ähnliche Konzepte sind aus Frankreich und Spanien erkennbar (Voie Verte, Vias Verdes). Die Wallonie verfügt über das sogenannte RAVeL-Netz mit "langsamen Wegen" für nicht motorisierten Verkehr, etwa auf ehemaligen Eisenbahnlinien und Treidelpfaden entlang von Flüssen. Ein wunderbares Beispiel dafür ist der RAVeL L38, der zwischen Aachen und Lüttich durch das malerische Herver Land führt.
Es gibt auch Pré-RAVeL, und sie sind auch entsprechend beschildert. Die Abschnitte sind mit Knotenpunkten (z.B. 1, 45, 51) beschildert. Auf den Karten sind die entsprechenden Knotenpunkte verzeichnet. Das RAVeL-Radwegenetz präsentiert sich in charmanter Industrieatmosphäre. Hier am Fluss Sambre in Charleroi.
Knotenpunktsystem
Weitere Möglichkeiten zum entspannten Radeln verspricht das Knotenpunkt-Radwegenetz.
Mountainbike-Touren
Mountainbiker finden in Ostbelgien ebenfalls ideale Bedingungen und ein beschildertes Streckennetz von mehr als 480 km vor. Die wilden Landschaften um die Ufer der Amel, Our und Warche im Süden sowie Weser und Hill im Norden sind für Mountainbike-Touren besonders geeignet.
Planung Ihrer Radtour
Für die Planung der Radtouren steht den Nutzern ein Online-Tourenplaner mit App zur Verfügung. Das gesamte Streckennetz ist vorbildlich ausgebaut und bietet fahrradfreundliche Unterkünfte (bed+bike), Fahrrad- und E-Bike-Verleih sowie Rad-Shuttles und Reparaturservice. In den ländlichen Gebieten der Wallonie findet man recht viele B&Bs, also Gästezimmer, teilweise auch ohne eigenes Bad, mit Frühstück. Auch Hostels gibt es hier und da, die ich persönlich auf Rad- und auch Wandertouren immer besonders praktisch finde.
Eine tolle Sache ist außerdem das Netzwerk Vrienden op de Fiets („Freunde auf dem Fahrrad“), das ursprünglich aus den Niederlanden kommt, aber auch in Belgien recht zahlreich vertreten ist. Hier findet man fahrradfreundliche Gastgeber, die für pauschal 25 Euro ein Bett und auch Frühstück zur Verfügung stellen. Die Jahresgebühr für die Nutzung der Plattform beträgt zusätzlich 10 Euro. Auch Campingplätze gibt es zahlreich in der Wallonie, ein bisschen vorab recherchieren sollte man aber natürlich - und vor allem in den Sommermonaten ggf. auch zumindest wenige Tage im Voraus buchen, wenn man sichergehen möchte, dass es noch ein Plätzchen gibt.
Radfahren entlang der Maas
Die Wallonie bietet mit dem Maas-Radweg "La Meuse à vélo" eine Route, die einem der schönsten Flusstäler Europas folgt. Die knapp 150 Kilometer lange Tour könnte auch als Route der Zitadellen bezeichnet werden, denn sie führt durch Festungsstädte wie Dinant, Namur, Huy und Lüttich. Die Strecke von Dinant nach Visé ist Teil des insgesamt 1.152 Kilometer langen EuroVelo 19, der der Maas von ihrer Quelle in Frankreich bis zu ihrer Mündung in der Nordsee in den Niederlanden folgt.
Radsport-Klassiker in den Ardennen
Belgien ist bekanntlich ein nach Radsport verrücktes Land - und im April finden in den Ardennen mit La Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich zwei Klassiker unter den Rennen auf zwei Rädern statt.
La Flèche Wallonne
Die 89. Ausgabe der Flèche Wallonne (Wallonischer Pfeil), startet am 23. April in Ciney und endet nach 205 Kilometern wie immer in dem Ort Huy an der Maas. Die Rennradler müssen drei Mal die berühmt-berüchtigte Mauer von Huy erklettern, den Chemin des Chapelles, auf dessen Höhe das Ziel liegt. Mit einer Steigung von durchschnittlich zehn und maximal 20 Prozent gehört die "Mauer von Huy" zu den härtesten Zielgeraden eines Eintagesrennens.
Lüttich-Bastogne-Lüttich
Der Radrennklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich findet dieses Jahr am 27. April statt. Die Radler starten in Lüttich, fahren über Bastogne 260 Kilometer durch die Ardennen und kommen in Lüttich ins Ziel. Bekannteste Steigungen sind die Côte de Saint-Nicolas, die Côte de la Roche und die Côte de la Redoute. Das Rennen trägt den Beinamen "La Doyenne", die Dienstälteste, weil es das älteste noch ausgetragene Profiradrennen der Welt ist (erstmals ausgetragen 1892).
Eifel-Ardennen-Radweg
Der Eifel-Ardennen-Radweg führt von Prüm bis St.Vith (Ostbelgien). Auf dieser Radtour auf dem Eifel-Ardennen-Radweg durchqueren wir ganz entspannt Landesgrenzen und Zeitepochen. Die deutsch-belgische Grenzregion erlebte in den letzten Jahrhunderten eine wechselhafte geopolitische Geschichte, die man auf der Strecke zwischen dem belgischen St. Vith und dem deutschen Städtchen Prüm hautnah erleben kann. Die Tour führt über eine ehemalige Bahntrasse, die zu Kaiserzeiten gebaut wurde.
Auch konditionell bringt die Tour den Radfahrer nicht an seine Grenzen: Ohne große Anstrengungen lassen sich die 36 km steigungsarm bewältigen. Auf dieser Route wechseln sich Waldpassagen mit freien Flächen und imposanten Ausblicken ab.
Kulinarische E-Bike-Rundreise
Diese kulinarische E-Bike-Rundreise führt Sie von Lüttich aus in die Ardennen - ein begehrtes Ziel bei Radfahrern, Wanderern und Kanuten, und nicht zuletzt bei Feinschmeckern! Auf den sogenannten Ravels, oft ehemaligen Bahntrassen, erkunden Sie mit Ihren Rädern die Flusstäler der Maas, der Molignée, der Lesse und der Ourthe.
Einreisebestimmungen und Währung
Belgien ist Mitglied des Schengenabkommens. Für deutsche Bundesbürger ist ein Personalausweis ausreichend. Die Währung in Belgien ist der Euro (vergleichbar mit Deutschland).
Anreise nach Belgien mit dem Fahrrad
Von Deutschland aus ist die Anreise nach Belgien mit dem Fahrrad leider nicht ganz unkompliziert: unter anderem, weil der Thalys und die meisten anderen internationalen Züge leider keine Fahrräder mitnehmen (bzw. im Fall von Thalys nur mit abmontierten Rädern und in einer flexiblen Hülle). Eine Ausnahme ist der European Sleeper, der von Berlin über Bad Bentheim und Amsterdam nach Brüssel fährt und bei dem man das Fahrrad unkompliziert dazubuchen kann. Ansonsten ist ggf. auch Flixbus eine Alternative, oder eine Zugverbindung über die Niederlande, zum Beispiel über Maastricht.
Hat man es erstmal nach Belgien geschafft, ist die Weiterreise unkompliziert, da so gut wie alle nationalen Züge Fahrräder transportieren. Das Tagesticket fürs Rad kostet 4 Euro (Stand 2023), Reservierungen sind nicht notwendig.
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