Radtouren im Oldenburger Münsterland: Natur und Kultur erleben

Die flachen Landschaften des Oldenburger Münsterlandes sind ideal für schöne Radtouren. Hier erwartet begeisterte Radfahrer ein eng verwobenes Streckennetz mit einer Gesamtlänge von beachtlichen 4000 km. Das ca. 4000 km lange Rad-Routennetz in der Region führt euch sicher und bequem durch abwechslungsreiche Landschaften wie die Wildeshauser Geest südlich von Oldenburg oder die Dammer Berge im Süden der Region. Ein so weitläufiges Streckennetz verspricht natürlich abwechslungsreiche Radtouren.

Wer im Oldenburger Münsterland unterwegs ist, erlebt Abenteuer und naturnahe Erholung zugleich. Es gibt keine bessere Art, das Oldenburger Münsterland zu entdecken, als es mit dem Fahrrad zu durchreisen. Ob allein, mit der Familie oder einer Reisegruppe: Radwandern in der Region ist ein grenzenloses Vergnügen.

Vielfältige Routen für jeden Geschmack

Auf den Radwegen lassen sich die Regionen wunderbar erkunden und miteinander verbinden - auf der 339 Kilometer langen Boxenstopp-Route zum Beispiel, der 3-Seen-Route, oder ganz individuell nach dem Knotenpunktsystem. Die Knotenpunkte sind eine Besonderheit, die aus den Niederlanden übernommen wurden. Dort, wo sich ein oder mehrere Radwege kreuzen, liegt ein Knotenpunkt mit einer Nummer zwischen 1 und 99.

Durchnummerierte Knotenpunkte zeigen Ihnen, wo es langgeht. An jedem davon befindet sich eine Übersichtstafel mit den umliegenden Punkten. So kann die nächste Radtour nicht nur individuell geplant, sondern auch beliebig verkürzt oder verlängert werden.

Mit der interaktiven Karte von Fietsknoop lässt sich die Route schnell planen: Einfach auf der Karte die Ziele auswählen und die angezeigten Nummern in richtiger Reihenfolge aufschreiben oder als GPS herunterladen. Eine tolle Planungshilfe ist zudem die Freizeitkarte.

Die Boxenstopp-Route: Genussradeln mit regionalen Highlights

Die Landschaft entlang der Strecke zwischen Saterland und Dümmer See im westlichen Niedersachsen ist geprägt von flachen Mooren und sanften Geesthügeln. 340 Kilometer schlängelt sich die Boxenstopp-Route durchs Oldenburger Münsterland. Seinen Namen verdankt der Fernradweg den zahlreichen Raststationen, die mit Sehenswürdigkeiten, Produkten aus der Region sowie gastronomischen und kulturellen Angeboten locken.

Von Cloppenburg aus führt die Boxenstopp-Route zunächst in nordwestlicher Richtung zur Thülsfelder Talsperre. Das gleichnamige Erholungsgebiet lässt sich auf einem Rundweg erkunden. Mitten drin liegt der Tier- und Freizeitpark Thüle. Weiter geht es in die ehemalige Hansestadt Friesoythe, die einst für ihre Schmiedeprodukte im Norden bekannt war. Sehenswert sind neben der neugotischen Marienkirche und der alten Wassermühle das Alte Amtsgericht sowie das Alte und Neue Amtshaus.

Nächster Stopp auf der Route ist das Erholungsgebiet Barßel-Saterland mit mehr als 60 Kilometern Wasserläufen, Flüssen und Fehnkanälen. Diese Kanäle erschlossen früher die Moorgebiete und verbanden die Siedlungen. Von Barßel aus geht es weiter nach Elisabethfehn. Dort lohnt ein Besuch im Moor- und Fehnmuseum am historischen Elisabethfehnkanal. Es informiert über die Geschichte des Torfabbaus in der Region. Der Elisabethfehnkanal selbst ist der einzige noch voll schiffbare Fehnkanal in Deutschland.

Vorbei am Oster- und Westermoor ändert sich die Landschaft auf dem Weg nach Lindern. Die Geest mit Waldgebieten bestimmt südlich des Saterlands das Bild. Von Lindern geht es ohne jegliche Steigungen durch Felder und Wiesen weiter nach Löningen. Dort verläuft die Strecke an der Hase entlang. Das Hasetal hat sich überregional als Radfahrparadies einen Namen gemacht und bietet vielen seltenen Pflanzen und Tieren wie Eisvogel oder Biber idealen Lebensraum. An ausgewählten Wochenenden verkehrt eine Museumseisenbahn und nimmt auch Radfahrer mit.

Am Zielort in Essen (Oldenburg) gruppieren sich Rathaus, alte Fachwerkhäuser und die Kirche St. Über das Artland, eine einmalige Kulturlandschaft mit mehr als 600 Giebelbauernhöfen, verläuft der Radweg weiter zum Kloster Burg Dinklage, der ältesten Wasserburg im Oldenburger Münsterland. Die Burganlage ist heute eine Benediktinerinnenabtei. Weiter geht es über die Dammer Berge zum Dümmer See.

Auf dem sogenannten Pickerweg, einer ehemalige Handelsstraße, die im Mittelalter die Hansestädte Hamburg und Bremen sowie weitere Ortschaften verband, geht es weiter in Richtung Norden nach Lohne. Attraktion in Vechta, dem nächsten Boxenstopp, ist das Museum im Zeughaus. Die Radtour führt weiter zum Goldenstedter Moor, das zum Gebiet der Diepholzer Moorniederung zählt. Neben seltenen Pflanzen wie Sonnentau oder Wollgras sind dort auch Kraniche und verschiedene Schnepfenarten zu Hause. Ein Naturschutz-Zentrum informiert über Flora und Fauna.

Rund zehn Kilometer entfernt weisen bei Visbek imposante Großsteingräber auf die frühe Besiedlung der Region hin. Über den Ort Emstek geht es zurück nach Cloppenburg. Vorher lohnt noch ein Abstecher in den "Urwald Baumweg". Das große Waldgebiet wurde im Mittelalter intensiv als sogenannter Hute-Wald genutzt: Weidetiere nagten an den Bäumen und sorgten so dafür, dass diese klein und verschlungen wuchsen.

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele entlang der Routen

  • Freilichtmuseum Cloppenburg: Zeigt mehr als 50 Gebäude aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.
  • Thülsfelder Talsperre: Erholungsgebiet mit Rundweg und Tier- und Freizeitpark Thüle. Das Erholungsgebiet Thülsfelder Talsperre bietet neben dem architektonischen Meisterwerk auch 11.500 Hektar Wald, den man nach Herzenslust durchstreifen kann. Alternativ gibt der etwa zehn Kilometer lange Informationspfad viel Interessantes und Wissenswertes zur Landschaftsstruktur und der Tier- und Pflanzenwelt preis.
  • Moor- und Fehnmuseum Elisabethfehn: Informiert über die Geschichte des Torfabbaus in der Region.
  • Kloster Burg Dinklage: Älteste Wasserburg im Oldenburger Münsterland, heute eine Benediktinerinnenabtei.
  • Museum im Zeughaus Vechta: Einblicke in die regionale Geschichte.
  • Goldenstedter Moor: Teil der Diepholzer Moorniederung mit seltener Flora und Fauna.
  • Großsteingräber Visbek: Zeugen der frühen Besiedlung.
  • Urwald Baumweg: Ehemaliger Hute-Wald mit verschlungenen Bäumen.
  • Barfußpark Harkebrügge: Ein besonderes Erlebnis für die Sinne.
  • Erzbergwerk Damme: Einblick in die regionale Bergbaugeschichte.

Kulinarische Genüsse: Spargel und Erdbeeren

Das Beste: Bei einer Radtour durch das Oldenburger Münsterland müsst ihr euch um die Verpflegung keine Gedanken machen. In der landwirtschaftlich geprägten Region liegen zahlreiche Hofcafés, Frische- und Erdbeerhöfe, in denen ihr euch schmackhaft und frisch versorgen könnt.

Wer um des Spargels Willen durch das Oldenburger Münsterland radelt, ist auf der Niedersächsischen Spargelstraße gut aufgehoben. Hier könnt ihr nicht nur den vorzüglichen Spargel essen, sondern ihn auch erleben: auf Märkten, Festen oder dem traditionellen Oldenburger Münsterland-Spargelessen. Das wird schon seit über 25 Jahren am Freitag vor Muttertag, dem zweiten Sonntag im Mai, veranstaltet. In normalen Jahren finden sich bis zu 4000 Gäste in den teilnehmenden Frischehöfen und Restaurants zusammen und genießen verschiedene Spargelgerichte.

Wie der Spargel im Oldenburger Münsterland genossen wird? In der klassischen Version mit gerolltem Schinken, Sauce Hollandaise und jungen, in Butter geschwenkten Kartoffeln. Aber auch als Salat, Suppe, mit Spinat und pochiertem Ei ... . Die Spargelgerichte der Region sind so vielfältig wie das Oldenburger Münsterland selbst.

Die Region Oldenburger Münsterland ist Niedersachsens größter Erdbeerproduzent und eines der größten zusammenhängenden Erdbeeranbaugebiete der Republik. Ein Glück gibt es hier zahlreiche Erdbeerhöfe. Auf vielen von ihnen darf man die Früchte selbst ernten. Wer am dritten Juli-Wochenende im Oldenburger Münsterland unterwegs ist, sollte in Langförden vorbeischauen. Dort findet jährlich, zum Höhepunkt der Erdbeersaison, die Wahl des Erdbeerkönigs oder auch der Erdbeerkönigin statt.

Planung und Tipps für Ihre Radtour

Als Oldenburger Münsterland bezeichnet man das Gebiet der Landkreise Vechta und Cloppenburg. 23 Städte und Gemeinden, darunter Vechta und Cloppenburg, bilden das Oldenburger Münsterland. Diese Region übt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten und der abwechslungsreichen Landschaft eine große Faszination auf ihre Besucher aus.

Gäste, die auf beschauliche Weise das Oldenburger Münsterland entdecken möchten, entscheiden sich für das engmaschige Wegenetz, das Freilichtmuseen, Talsperren, Auenlandschaften, Wassermühlen und vieles mehr miteinander verbindet. Einkehren, Kraft tanken und Durchatmen! Land erleben, vorbei an Seen, Flüssen und einer einzigartigen Moor- und Geestlandschaft.

  • Beste Reisezeit: Besucht die Region zwischen April und Juli.
  • Planungshilfe: Nutzt die interaktive Karte von Fietsknoop oder die Freizeitkarte.
  • Verpflegung: Zahlreiche Hofcafés, Frische- und Erdbeerhöfe bieten regionale Produkte an.

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