Radfahren im Bretagne Urlaub wird immer beliebter, nicht nur wegen der vielen E-Bikes, die den Erholungssuchenden im Zweifelsfall sofort unterstützen, wenn es anstrengend wird. Im Land der Tour de France ist Radfahren ein Volkssport, den man auch im Urlaub gerne ausübt. Deswegen sind die Radwege in der Bretagne in den letzten Jahren erweitert und verbessert worden.
Ein schöner Nebeneffekt: Die zusätzlichen Wege erleichtern oft den Zugang zu den vielen entlegenen Stränden. Vorbei an pittoresken Dörfern und kleinen bretonischen Kapellen, entlang langer Sandstrände und wilden Felsküsten, ist die Bretagne aus vielen Gründen ein beliebtes Ziel für Reisende.
Sind Sie mit dem Fahrrad unterwegs durch den westlichsten Zipfel Frankreichs, können Sie so manch überlaufenen Küstenabschnitt auf ruhigen Wegen umfahren. Entdecken Sie abgelegene Orte der Ruhe und Erholung, die mit dem Auto nicht zugänglich und alternativ nur zu Fuß erreichbar sind. Und durch die Unterstützung eines Elektrofahrrades meistern Sie selbst längere Strecken und lästige Steigungen. Die Möglichkeiten, die Bretagne mit dem Fahrrad zu entdecken sind wirklich groß.
Um nichts zu verpassen, ist eine gute Vorbereitung und Planung sinnvoll.
Arten von Fahrradwegen in der Bretagne
Grundsätzlich gibt es hier zwei Arten von Fahrradwegen, die das Radfahren im Bretagne Urlaub ausmachen. Die Fahrradrouten - Véloroutes, für Langstrecken und die Voies vertes, die grünen Routen, für Gelegenheitsfahrer und Urlauber. Die grünen Routen, oft auch als kurze Tour planbar, führen den Bretagne Reisenden abseits vom lauten Straßenverkehr durch reizvolle Gegenden an der Küste und im Landesinneren.
Grüne Routen - Voies Vertes
Mehr als 1000 km umfasst das Fahrradwegenetz der grünen Routen in der Bretagne. Eine Mischung aus ehemaligen Treidelpfaden, Bahntrassen und kleinen Straßen führen quer durch die bretonische Landschaft. Entlang der Flüsse und Kanäle sowie der Küstenlinie sind die Wegstrecken meist flach und gerade. Ideal für gemütliche Radfahrer und Familien mit Kindern, die den Charme der Bretagne beim Radfahren erleben möchten.
Kartenmaterial und Informationen
Auf einer ausgedehnten Radtour durch die Bretagne ist eine Übersichtskarte unerlässlich. Auf der Karte Voies Vertes Velo et Veloroutes herausgegeben von IGN sind alle Wege zum Radfahren im Bretagne Urlaub eingezeichnet. Infos zu regionalen kleinen Radwegen gibt es in den Office de Tourisme. Dort bekommen Sie meist auch kostenlose Faltkarten mit den Sehenswürdigkeiten der Region.
Beispiele für Radtouren
Von Mont Saint Michel nach Roscoff
Einer der schönsten Fahrrad Strecken der voies vertes führt vom Mont Saint Michel nach Roscoff. Gesamtlänge 423 km gemütlich aufgeteilt in Tagesabschnitte von 20 - 30 km führt der Fahrradweg entlang der Küste durch Städte wie Cancale, Saint Malo, Matignon, vorbei am Cap Frehel in die Bucht von Saint Brieuc. Anschließend von Binic hoch nach Paimpol. Immer wieder mit Abstechern in das küstennahe Hinterland. Wo es im weiteren Verlauf über die Rosagranitküste nach Lannion und in die Bucht von Morlaix geht. Die genauen Etappen dieser Tour finden Sie auf der Seite von francevelotourisme.com.
EuroVelo 4 + 1
Entlang der bretonischen Küste führt neben dem bekannten Weitwanderweg GR34 auch ein Weitwanderfahrradweg - der EuroVelo 4. Der EuroVelo 4 ist ein europäischer Fahrradweg, der durch 7 Länder verläuft. Insgesamt auf über 4 000 km kann man auf ihm von Kiew in der Ukraine bis nach Roscoff in der Bretagne radfahren. Der für uns interessane Teil verläuft durch den Norden Frankreichs bis in die westlichste Bretagne und überschneidet sich teilweise mit den voies vertes. Über die Baie de Somme erreicht der Radweg kurz nach dem Mont-Saint-Michel die Bretagne. Vorbei an den windumtosten Sandsteinklippen des Cap Frehel und der Côte de Granit rose endet die Fahrradroute schließlich nach der Baie de Morlaix bei Roscoff.
Wem das noch nicht reicht kann in Roscoff vom EuroVelo 4 direkt auf den EuroVelo 1 abbiegen. Der EuroVelo 1 Radweg, der sich von Skandinavien bis zu Algarve entlang der Atlantikküste zieht, erschließt die Strecke Roscoff - Nantes für Bike Fans. Außerdem streift der EuroVelo 1 in der Bretagne neben dem dem EuroVelo 4 auch den 6er, der vom Elsass über das Loire Tal nach Nantes führt. Die Tour von Roscoff gen Süden wird auch Vélodyssée genannt.
Tour de Manche
Eine ähnliche Route nimmt die „Petit Tour de Manche“. Diese Tour verbindet die Bretagne, die Normandie und Südengland. Auf etwa 450 km über das normannische Contentin und den Mont Saint Michel führt diese Radstrecke nach Saint Malo. Anschließend geht es mit der Fähre nach Südengland, wo Sie von Poole bis nach Weymouth entlang der Felsküste radeln. Von hier können Sie auf die französisch-englische Insel Jersey übersetzen und dann mit dem Schiff wieder zurück nach Saint-Malo gelangen.
Die Tour de Manche gibt es auch größer. 1200 km entlang der bretonischen Nordküste, vorbei an Rosagranitküste und Cap Frehel in die Normandie und mit der Fähre nach England, genauer gesagt Cornwell, dort durch Dorset und Devon mit ihren beeindruckenden Küsten- und Moorlandschaften.
Radfahren im bretonischen Landesinneren
Nicht nur entlang der wunderschönen Küsten führen die Fahrradwege in der Bretagne, wie die EuroVelo Routen zeigen. Doch es gibt noch mehr! Durch das kulturelle Landesinnere verzweigt sich das Netz aus Radwegen und verbindet den Norden mit dem Süden. Hierauf gelangen Sie hinein in die bretonische Kunst und Geschichte. Fachwerk, alte Stadtkerne mit engen Gassen umgeben von einer Stadtmauer, Burgen, Schlösser, Kathedralen.
In Orten wie Josselin, Malestroit, Dinan, Ploërmel oder Questembert aber auch Rennes lassen sich Kunst und Kultur des Landes hautnah erleben. Zum Beispiel auf der Radtour von Roscoff nach Ponitvy auf 167 km oder von Saint Malo auf die Presqu’île de Rhuys - 200 km. Eine Übersicht der Radwege durch das Landesinnere der Bretagne finden Sie direkt bei francevelotourism.
Planung und Vorbereitung
Zu einer gelungenen Planung einer Radfahrreise gehört die Erstellung der Etappen genauso wie die Übernachtung und die Anreise, möglicherweise mit Bus, Bahn oder Auto.
Kommen Sie mit dem eigenen Fahrrad oder mieten Sie sich einfach ein Bike vor Ort. In der Bretagne gibt es in jeder größeren Ortschaft ein Fahrradverleih. So können Sie kurzfristig für einen oder mehrere Tage ein Fahrrad bekommen und haben sogar die Wahl, mit oder ohne Elektromotor.
Extra Tipp: Die bretonischen Inseln lassen sich viel schöner und einfacher mit dem Fahrrad entdecken. Ganz abgesehen davon, dass auf einigen Inseln sowieso Autoverbot ist!
Tipps für Ihre Radtour
Wie Sie sehen, gibt es auch für Fahrradfahrer in der Bretagne viele viele Möglichkeiten Land und Leute kennenzulernen. Sei es mit dem Pedelec, dem Elektrofahrrad, oder einem konventionellen Drahtesel.
Sie unternehmen zum ersten Mal eine Radwanderung? Etappen von 30 bis 40 km pro Tag sind für Menschen mit normaler Kondition geeignet. Es ist wichtig, sich Zeit zum Genießen der Strecke, zum Flanieren und Besichtigen zu nehmen!
Besonders im Sommer kann viel Betrieb herrschen. Nicht nur Ihre Sicherheit steht auf dem Spiel, die anderer ebenfalls. Fußgänger haben auf Voies vertes Vorrang, machen Sie sich bemerkbar. Vermitteln Sie Ihren Kindern die grundlegenden Sicherheitsregeln und setzen Sie Ihnen den obligatorischen Helm auf.
Halten Sie sich an die Verkehrsregeln: Fahren Sie auf der rechten Seite, blicken Sie stets nach vorne und halten Sie an, bevor Sie eine Straße überqueren. Kontrollieren Sie stets Ihre Geschwindigkeit. Geben Sie Fußgängern, Wanderern und Reitern Vorrang. Die Parole lautet Freundlichkeit!
Ihr Fahrrad muss in gutem Zustand und gut ausgestattet sein. Sanft und naturnah, mit minimalem CO2-Fußabdruck, begrenzen Fahrradferien die Auswirkungen auf die Umwelt. Genießen Sie bevorzugte Augenblicke, Augenblicke der Gemeinsamkeit, des Respekts und der persönlichen Bereicherung. Sie werden ein unvergessliches Erlebnis genießen!
Schützen Sie die Tier- und Pflanzenwelt, der Sie begegnen. Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Strecken, um die Vegetation nicht zu zerstören. Nutzen Sie die entlang der Strecke zur Verfügung stehenden Abfalleimer für Ihre Abfälle.
Die Traversée Bretonne
Die Traversée Bretonne ist eine malerische und gut ausgebaute Radstrecke, die auf fast 500 Kilometern von der Hafenstadt Nantes bis zum legendären Klosterberg Mont-Saint-Michel führt. Du radelst hier also vom Atlantik durch einige der schönsten Landschaften der Bretagne bis zum Ärmelkanal. Da der gesamte Fahrradweg hauptsächlich flach ist und so gut wie keine Höhenmeter aufweist, ist die Traversée Bretonne nicht nur für erfahrene Radler, sondern auch für Familien geeignet. Highlights auf der Strecke sind historische Städte wie Nantes, Rennes, Dinan und Saint-Malo.
Der offizielle Etappenvorschlag für die Traversée Bretonne umfasst 6 Etappen mit einer Länge von etwa 60 bis 100 Kilometern.
Nantes
Bienvenue en France! Unsere Tour auf der Traversée Bretonne startet direkt am Bahnhof von Nantes, einer Stadt, die nicht frischer, lebendiger und kreativer sein könnte. Die Insel von Nantes wurde in den letzten Jahren vom alten Hafengebiet zum kreativen Viertel umgestaltet. Überall gibt es coole Streetart-Spots, alternative Bars, Foodtrucks, futuristische Gebäude und moderne Architektur. Mein persönliches Highlight ist allerdings ohne Frage die unglaubliche „Galerie des Machines“, ein Kunstprojekt, das auf dem außergewöhnlichem Gelände der ehemaligen Schiffswerften von Nantes entstanden ist.
Die Stadt liegt direkt am Atlantik, an der Mündung der Loire, und atmet Industriegeschichte - vor allem Schiffbau! Hier werden bis heute einige der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt gebaut. Besonders spannend ist die Besichtigung des interaktiven Museums Escal’ Atlantic, das dich auf die Spuren der großen Ozeandampfer bringt - wie ein kleines Abenteuer auf einem fiktiven Luxusschiff. Das ist richtig gut gemacht, denn du weißt praktisch nie, was sich hinter der nächsten Biegung oder im nächsten Raum erwartet. Nicht nur für Kinder ist dieser Museumsbesuch ein großartiges Erlebnis!
Guérande
Das erste Highlight unserer Tour ist zweifelsohne Guérande, die alte und charmante Salzstadt, die von ziemlich wuchtigen Stadtmauern - den Remparts - umschlossen ist. Natürlich halten wir an, stellen unsere Räder ab und erkunden erstmal die mittelalterliche Altstadt mit ihren malerischen Gassen. Wir haben Glück - Mittwoch und Samstag sind Markttage - und so schlendern wir an all den farbenfrohen Marktständen vorbei, bis uns der Magen knurrt. Die Entscheidung fällt auf Kouignettes, die Miniaturversion der typischen bretonischen Kouign Amann-Kuchen.
Auf unserem weiteren Weg zeigt sich, wofür die Gegend rund um Guérande noch berühmt ist: Das edle Fleur de Sel, das in den Salinen ringsherum gewonnen wird. Wir radeln an endlos scheinenden Salzfeldern vorbei, die in der Sonne magisch glitzern. Die Marais Salants de Guérande sind wie ein Mosaik aus Formen und Farben und außerdem ein wertvoller Lebensraum für Vögel aller Art. Wir entdecken Seidenreiher, Säbelschnäbler und Löffler, die in den schlammigen Sümpfen auf Nahrungssuche sind.
Rennes
Rennes solltest du natürlich keineswegs links liegen lassen, die Stadt ist unglaublich spannend und voller Kontraste. Die Hauptstadt der Bretagne ist nicht nur bekannt für die unzähligen mittelalterlichen Fachwerkhäuser und ihre prächtige Kathedrale.
Rennes hat mir wirklich unglaublich gut gefallen, vor allem, weil die verwinkelten Plätze und gekrümmten Gassen oft nur wenige Schritte von ganz symmetrischen Straßenzügen mit imposanten Steinfassaden und prächtigen Mosaiken entfernt liegen.
Canal d’Ille-et-Rance
Auf unserer heutigen Strecke ist Verfahren praktisch unmöglich, wir folgen den ganzen Tag dem Canal d’Ille-et-Rance, der die Städte Rennes und Saint-Malo miteinander verbindet. Kaum sind wir aus der Stadt heraus, wird es auch schon herrlich grün, und wir atmen durch. Die Vögel zwitschern, die Sonne gibt alles, und so wundern wir uns nicht, dass an der alten Wassermühle und Schleuse von St. Grégoire richtiges Sommer-Feeling herrscht. Entlang des Wassers radeln wir ganz flach auf feinsten Gravelwegen und bewundern die wunderschönen Gärten der in regelmäßigen Abständen auftauchenden Schleusenhäuschen, die ich so richtig in mein Herz schließe.
Weitere Radrouten in der Bretagne
Für Radwanderer gibt es eine neue Strecke, die von Royère-de-Vassivière im Département Creuse bis nach Saint-Nazaire an den Atlantik führt. Diese Radroute durchquert vier regionale Naturparks und steht ganz unter dem Zeichen der Natur und der Artenvielfalt. Die Vélidéale schlängelt sich durch naturbelassene Gebiete, in denen Wasser allgegenwärtig ist, und die viel Geschichte und Kulturerbe vorzeigen können.
Dieser Fernwanderweg per Rad ist mehr als nur eine Straße, es ist die Einladung, wenig bekannte Landschaften und Initiativen für die Umwelt und die Artenvielfalt zu entdecken.
La Loire à Vélo
Wußten Sie schon, dass Saint-Nazaire Tor zur berühmten Radroute La Loire à Vélo ist ? Hier kann man im Bahnhof mit den Rädern ankommen (oder wieder abfahren), die schönsten Ecken der Stadt und des Hafens per Rad erkunden, bevor man sich auf die lange Fahrt entlang Frankreichs schönsten Flusses begibt.
Dazu muss man dann die Loire überqueren, denn der Radweg führt am südlichen Loireufer entlang. Die Brücke über die Loiremündung ist sehr verkehrsreich und bietet nur einen schmalen Streifen für Radfahrer. Es wird empfohlen, sie per Taxi oder per Bus zu befahren : die Taxiunternehmen in Saint-Nazaire (+33 2 40 66 02 62) und die in Saint-Brevin am Südufer (+33 2 40 27 23 07) haben spezielle Angebote für Radfahrer.
Vier Städte im Westen Frankreichs - Nantes, Saint-Nazaire, Rennes und Saint-Malo - laden Sie ein, das Erbe der Region Bretagne auf ganz besondere Weise zu entdecken. Der Radweg „Moderne Reise durch ein altes Land“ verbindet Nantes mit dem Mont-Saint-Michel. Er ist in fünf Etappen eingeteilt, die aber auch individuell geplant werden können. Diese Fahrradroute ist gut für Familien, Kultur- und Naturbegeisterte sowie für Genuss- und Tourenradler geeignet. Also satteln Sie Ihr Rad, treten Sie in die Pedale und erleben Sie ein einzigartiges Abenteuer.
Wo sind Sie am liebsten unterwegs: am Meer, an der Loire oder mitten in der Natur?
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