Die Sonne scheint und Sie haben einen Tag Zeit? Perfekt, dann schwingen Sie sich auf Ihr Fahrrad und machen Sie eine Tagestour durch das Münsterland. Seit vielen Jahren zählt das Münsterland zu den führenden Radwandergebieten. Ob allein, zu zweit oder mit der Familie: für jeden Geschmack findet sich hier die optimale Tour.
Entdecken Sie die Vielfalt des Münsterlandes mit dem Fahrrad
Ob Natur pur, imposante Burgen, herrliche Wasserschlösser oder Felder und Wiesen - das Münsterland bietet für jeden Anspruch und jeden Geschmack eine Tagestour im Fahrradsattel, die Sie glücklich machen wird. Wir haben für Sie Radtouren-Tipps zusammengestellt mit Tages-Touren von 22 bis ca. 60 Kilometern. Ob eine kleine Runde oder eine größere Tour auf der 100-Schlösser-Route - Sie haben die Auswahl. Nutzen Sie die Gelegenheit und lernen Sie Ihre Region an einem Tag von einer neuen Seite kennen!
Bei mehr als 4500 Kilometern Radwegen fällt die Auswahl für die nächste Radtour manchmal schwer. Damit Sie kein Schloss verpassen, an keiner Naturschönheit vorbeifahren und immer den richtigen Weg finden, führen ausgesuchte Themenrouten durch das Münsterland. Die ausgeschilderten Radwege verbinden nicht nur die charmanten Orte der Region, sondern erzählen Ihnen spannende Geschichten. Folgen Sie Flüssen und Bächen bei ihrem Verlauf durch die Parklandschaft, entdecken Sie kleine Naturwunder und unternehmen Sie Radtouren auf den Spuren der Geschichte.
"Pättkes": Einzigartige Pfade im Münsterland
„Pättkes!“ „Häh? Balla balla?“ „Nein, Pättkes-Tour“. Als Familienvater Klaus Zupin als Student zum ersten Mal mit dem Rad im Münsterland unterwegs war, glaubte er nicht richtig gehört zu haben. Pättkes ist Platt und bedeutet auf Hochdeutsch Pfade. Es sind die alten Wirtschaftswege jenseits der Hauptstraßen, die häufig durch bewaldete Gebiete führen und meistens asphaltiert sind. Pättkes ist ein Schlagwort, das Radfahrern durch das ganze Münsterland begleitet.
Die 100-Schlösser-Route: Eine Reise durch die Geschichte
Wer die 100-Schlösser-Route befährt, der bewegt sich mit dem Rad durch die Geschichte des Münsterlandes. Die Strecke führt vorbei an mehr als hundert Schlössern, Burgen, Herrensitze und Gräftenhöfe. Radler können hier die Region auf ruhigen Wegen entdecken und zwischen Wiesen und Weiden fahren. Wegen ihrer Länge ist die Route unterteilt in vier Teilstrecken: den sogenannten Nord-, Ost-, Süd- und Westkurs. Dabei ist der Südkurs der kürzeste und führt südlich von Münster an Schlössern und Burgen vorbei, die teilweise nur wenige Kilometer auseinander liegen. Auf dem Weg liegt beispielsweise das berühmte Schloss Nordkirchen, das größte und bekannteste Schloss der Region. Es wird auch das "Versailles Westfalens" genannt.
Service rund um Ihre Fahrradtour
Sie haben kein Fahrrad oder keine Möglichkeit, Ihr eigenes mitzubringen? Kein Problem - schauen Sie in unsere Übersicht zu Vermietstationen für Fahrräder im Münsterland. Dort haben wir regionsweit Anbieter zusammengestellt, die Sie auch nach Kategorien wie "E-Bikes" oder "Kinderräder" filtern können.
Auch zeigen wir Ihnen, wo Sie Ihr E-Bike an Ladestationen aufladen können.
Wenn Ihnen ein Tag zu wenig für eine Radtour ist und Sie gerne etwas länger bleiben möchten, können Sie auf der 100-Schlösser-Route auf jeden Fall auch wunderschöne mehrtägige Touren unternehmen.
Tourenvorschlag: Rund um Münster
Die im Folgenden vorgestellte Tour beginnt in Münster und führt fast einmal um Münster herum, um dann wieder in der Stadtmitte zu enden. Der Vorteil liegt auf der Hand. Diese Streckenführung kann individuell variiert, verkürzt oder ergänzt werden. Man kann auch nur Teilstrecken von unserem Tourenvorschlag abfahren. Der Ausgangspunkt Münster ist immer wieder schnell erreicht. Dies ist insbesondere beim Radurlaub mit Kindern ein unschätzbarer Vorteil. Wird jemand unterwegs krank, ist man schnell wieder mitten in einer Großstadt. Auch einer plötzlichen schlechten Wetterlage sieht man gelassen entgegen. Wenn das Wetter auf Dauer nicht mitspielt, kann die Reise schnell abgebrochen werden. Auch ist die zentrale Lage der Stadt Münster ein großer Pluspunkt. Sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn ist die Westfalenstadt bequem und problemlos zu erreichen. Das alles sind Gründe, die auf einen stressfreien Radurlaub schließen lassen.
Kaum Steigungen, ideale Bedingungen
Hinzu kommt natürlich, dass das Münsterland wie für Radfahrer geschaffen scheint. Es gibt hier kaum Steigungen und die Landschaft ist in großen Teilen naturbelassen. Die Radwege sind Tausende Kilometer lang und oftmals bestens ausgeschildert. Die Marketing-Strategen haben sich etwas einfallen lassen und den „Radelpark Münsterland“ ausgerufen. Vorteile hier sind eindeutig gekennzeichnete Fahrradwege mit mehr als 3.000 Pfeilwegweisern und 15.000 Zwischenwegweisern.
Gastfreundschaft für Radfahrer
Die Tourismusindustrie hat sich schon seit langem auf Radwanderer eingestellt. In vielen Gaststätten und Hotels heißt es: „Hier sind Radfahrer willkommen“. In Hotels ist man auch für nur eine Nacht gern gesehener Gast, und viele Häuser haben abschließbare Stellplätze. Auf Kinder ist man im Münsterland fast überall eingestellt.
Etappen der Tour
Los geht unsere Tour in Münster am Hauptbahnhof. Hier sollte man sich von dem Bahnhofsambiente nicht abschrecken lassen. Erst einmal führt es uns durch die Stadt und dann hinaus in Richtung Süden. Die Gemeinde Ascheberg ist unser erstes Etappenziel. Man hält sich anfangs kurz in Richtung Hiltrup, um dann noch in Münster Richtung Amelsbüren rechts abzubiegen. Über das Dörflein Davensberg fährt man direkt nach Ascheberg ins Zentrum.
In Ascheberg gibt es 4 gemütliche Hotels und viele Privatunterkünfte. Wer seinen ersten Tag in Ruhe angehen will, ist bestens beraten in Ascheberg zu übernachten. Das Ziel der nächsten Teilstrecke ist Warendorf. Der ca. 35.000 Einwohner zählende Ort ist bundesweit in erster Linie als Sportstadt bekannt. Zu einem ist hier die Sportschule der Bundeswehr mit vielen bekannten Leistungssportlern stationiert, zum anderen ist Warendorf, neben dem niedersächsischen Verden, sicherlich die führende Pferdestadt.
Die Strecke von Ascheberg nach Warendorf ist ca. 62 km lang und führt über Rinkerode, Sendenhorst und Freckenhorst.
Von Warendorf geht es weiter nach Telgte (17.000 Einwohner). Entlang des Weges dorthin (R41 und R1) trifft man auf viele alte westfälische Bauernhöfe. Spätestens seit Günter Grass’ „Treffen in Telgte“ ist dieser Ort in der ganzen Republik bekannt. Und auch, wenn Sie die mittelalterlichen Dichter und Verleger, die Grass hier zusammenfinden ließ, nicht treffen werden, sollten Sie doch auf einen Stop in Telgte nicht verzichten. Nach einem Bummel durch die reizvolle Innenstadt lohnt auch ein Abstecher hinunter zur Ems und ein Blick auf das Christoph-Bernsmeier-Haus. In der einstigen Mühle pflegen heute Franziskanerinnen Kranke.
Ca. 20 km entfernt liegt der nächste Ort unserer Etappe: Ostbevern. Warendorf verlassen Sie über die Dreibrückenallee und Dr.-Rau-Straße. In Ostbevern fahren Sie direkt auf die Kirche zu. Hier befindet sich die Fußgängerzone (Hauptstraße), die zu einem kurzen Bummel zu Fuß einlädt. Mehrere Gaststätten laden dort zu einer Mahlzeit ein. Da es in Ostbevern nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten gibt, empfiehlt sich in der Hauptsaison eine rechtzeitige Reservierung.
Von Ostbevern nach Ladbergen, dem nächsten Ort unserer Tour, ist es nicht weit. Nur 27 km ist die flache, aber reichlich besiedelte Strecke lang, wenn man den Weg über das kleine Örtchen Kattenvenne wählt. In diesem Dorf kann eine Rast eingelegt werden: drei Gaststätten und ein Imbiss laden zum Verweilen ein. Schneller und noch schöner geht es auf dem gut ausgeschilderten Weg der „100-Schlösser-Route“ nach Ladbergen. Wäre da nicht die „Autobahnausfahrt Ladbergen“, würde wohl kaum einer Kenntnis von der kleinen Ortschaft (6444 Einwohner) nehmen. Dank dieser verkehrsgünstigen Lage ist der Ort aber mittlerweile zum idealen Ausgangspunkt für Radtouren geworden.
Die nächste Strecke führt über den kleinen Ort Saerbeck nach Emsdetten (26 km). Saerbeck hat ca. 5000 Einwohner und nennt sich stolz die „kleinste Gemeinde des Münsterlandes“. Zum ersten Mal 1050 urkundlich erwähnt, erhielt es 1816 das Gemeinderecht. Im Dorfkern gibt es einige alte Fachwerkhäuser zu besichtigen, außerdem gut erhaltene Bauernhäuser in den umliegenden Bauernschaften.
Weiter geht es dann nach Emsdetten. Dieses kleine Städtchen mit ca. 33.000 Einwohnern bietet ein Museum (Wannenmacher- und Heimatmuseum), einen schönen Stadtpark, 350 km befestigte Radwege, ein Hallen- und ein Freibad und Möglichkeiten zum Kanu fahren auf der Ems. Ruhesuchende radeln in das wunderschöne Emsdettener Venn, ein Naturschutzgebiet westlich der Stadt. Es handelt sich um ein typisches Hochmoor, das vor ca. 5000 Jahren entstanden ist und wegen seines Tierreichtums die Besucher anlockt.
Der nächste Ort auf unserer Etappe ist Greven. Er ist nur wenige Kilometer von Emsdetten entfernt und bequem zu erradeln. Die junge Emsstadt Greven (Stadtrechte erst im Jahre 1950) mit etwa 34.000 Einwohnern liegt nur 14 Kilometer südlich von Emsdetten und 15 Kilometer nördlich von Münster entfernt. Ackerbürgerhäuser, die spätgotische Martinuskirche und Villen aus der Gründerzeit prägen den Kern des westfälischen Marktortes. Vielfältige Kultur-, Gastronomie- und Freizeitangebote und die meist von Familien geführten kleinen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sorgen hier wie fast überall im Münsterland dafür, dass man sich wohl fühlen kann.
Von Greven geht es in einem Schlenker westlich nach Coesfeld, der letzten Stadt vor der Rückreise nach Münster. Fahren Sie von der Stadtmitte in westlicher Richtung, bis Sie am Max-Clemens-Kanal auf die ausgeschilderte „100-Schlösser-Route“ stoßen. Auf diesem Routenweg bleiben und durch Nordwalde und Altenberge Richtung Havixbeck fahren. Vor Havixbeck geht rechts der Westfalen-Radweg „R1“ ab, der Sie durch Rosendahl nach Coesfeld führt. „Stadt im Grünen“ nennt sich Coesfeld sicherlich nicht zu Unrecht. Bereits 1197 erhielt Coesfeld die Stadtrechte und ist somit die zweitälteste Stadt des Münsterlandes.
Unsere Münster-Rund-Radelfahrt endet wieder in Münster. 41 km ist die letzte Etappe lang und führt über Nottuln, Börsensell und Albachten am Münsteraner Zoo vorbei wieder in die Innenstadt. Auf dieser Strecke ist Nottuln auf jeden Fall eine Rast wert. Der vorzügliche Ortskern deutet auf eine interessante, lebhafte Geschichte hin. In der Tat ist von diesem Ort bereits im 9. Jahrhundert die Rede.
In Nottuln und Umgebung gibt es mehrere Hotels und Gasthöfe, so dass einer letzten Übernachtung vor Münster hier nichts im Wege steht. Natürlich ist auch ein Aufenthalt direkt in Münster noch zu empfehlen.
Denn Münster ist eine schöne, gemütliche und äußerst lebendige Stadt. Für den Radfahrer präsentiert sich Münster sehr positiv, gilt sie doch als eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands. Überall gibt es gut ausgebaute Radwege, Einbahnstraßen dürfen von Radlern oft in umgekehrter Richtung befahren werden, und es existieren Fahrradparkhäuser. Außerdem gibt es die Promenade, einen 4,5 km langen Grünstreifenring auf Münsters einstigem Festigungswall, den Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen nutzen.
Gemütliches Fahrrad fahren um den Innenstadtkern wird hier gewährleistet. Und Münster hat als große Universitätsstadt ca. 600 gastronomische Einrichtungen. Es gibt jede Menge interessante, gemütliche, schicke oder traditionelle Kneipen und Restaurants. Für Kultur- und Geschichtsinteressierte hat die wechselreiche Geschichte dieser Stadt auch viel zu bieten. So ist sichergestellt, dass man eine erlebnisreiche Radtour mit vielen interessanten Eindrücken abschließen kann.
Vielleicht geht es Ihnen dann auch wie dem Familienvater Klaus Zupin, der selbst zwanzig Jahre nach seinem Studienabschluss in Münster immer wieder ins Münsterland zum Rad fahren zurückkehrt. Mittlerweile mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.
Routendetails
Die Route Münster - Ascheberg, ca. 18 km
Ascheberg - Warendorf, ca. 62 km
Warendorf - Telgte, ca. 16 km
Telgte - Ostbevern, ca. 20 km
Ostbevern - Ladbergen, ca. 27 km
Ladbergen - Emsdetten, ca. 26 km
Emsdetten - Greven, ca. 14 km
Greven - Coesfeld, ca. 42 km
Coesfeld - Nottuln - Münster, ca. 41 km
Gesamt: ca. 266 km
Wissenswertes
Karten
Radwanderkarten zum Radelpark Münsterland, Maßstab 1:50.000, Preis 6,80 EUR, BVA
Radverleih
Radverleih/Reparatur gibt es fast in jedem Ort.
Routen
Alle Strecken sind gut ausgeschildert und bequem zu befahren.
Weitere Radtouren-Tipps
Es war noch nicht der richtige Tipp dabei? Wir haben noch viele weitere Radtouren-Tipps für Sie und es kommen ständig neue Radtouren hinzu. Entdecken Sie die schönsten Radtouren im Münsterland!
Wer gerne die komoot-App nutzt, findet auch hier viele schöne Touren-Tipps im Münsterland.
Nur wenn eine Route ganz besonderen Qualitätsanforderungen entspricht, die in Anlehnung an anerkannte Standards überprüft werden, darf sie sich „Premiumroute im Münsterland“ nennen.
Münster: Fahrradfreundliche Stadt mit Flair
Für den Radfahrer präsentiert sich Münster sehr positiv, gilt sie doch als eine der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands. Überall gibt es gut ausgebaute Radwege, Einbahnstraßen dürfen von Radlern oft in umgekehrter Richtung befahren werden, und es existieren Fahrradparkhäuser. Außerdem gibt es die Promenade, einen 4,5 km langen Grünstreifenring auf Münsters einstigem Festigungswall, den Radfahrer und Fußgänger gleichermaßen nutzen.
Ein Insider Tipp für Essen mit Aussicht ist das hübsche 1648 Café/Lounge. Es befindet sich in der 11. und 12. Etage des Stadthaus 1.
Nur wenige Schritte entfernt liegt die Einkaufsstraße Prinzipalmarkt. Hier findet ihr schöne Kaufmannshäuser mit Arkadengängen. Dort fiel mir zum ersten Mal auf, wie viel sich in Münster im Sommer draußen abspielt. Ein Gebäude am Prinzipalmarkt ist das gotische Rathaus aus dem 14. Jahrhundert. Am Samstagmorgen um 10:15 Uhr war ich mit einer kleinen Gruppe dort und hörte zu. Dabei erfuhr ich, dass in dem Raum Verhandlungen zum Westfälischen Frieden von 1648 stattgefunden haben.
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