Radtouren im Ruhrgebiet: Eine Entdeckungsreise

Das Ruhrgebiet, mit seinen etwa fünf Millionen Einwohnern, gilt als größtes Ballungszentrum Deutschlands und hat sich durch umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen zu einer der reichsten Kulturlandschaften entwickelt.

Das Ruhrgebiet ist ein außergewöhnliches Ziel für einen Radurlaub in Deutschland. Ein dichtes Radwegenetz von über 1.200 Kilometern dient als Grundgerüst für das radrevier.ruhr, das vom ADFC als erste urbane RadReiseRegion Deutschlands zertifiziert wurde! Hier radelt Ihr fernab des Straßenverkehrs auf stillgelegten Bahntrassen, entlang landschaftlich schöner Kanaluferwege, beeindruckender Industriedenkmäler und Halden. Ein neues Knotenpunktsystem, 17 thematische RevierRouten und unser digitaler Radtourenplaner helfen Euch bei der Orientierung beim Radfahren im Ruhrgebiet.

Unter dieser Dachmarke positionieren die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) und der Regionalverband Ruhr (RVR) das Ruhrgebiet mit seinen 1.200 Kilometern Radwegen als eine der führenden Radreiseregionen in Deutschland.

Das radrevier.ruhr und der RuhrtalRadweg sind Aushängeschilder für den Tourismus in der Region: Die Radreiseregion und der Fernradweg sind erneut unter den Top fünf der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2019. Das ergab eine Befragung durch den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V.

Der RuhrtalRadweg

Kein anderer Fluss in Deutschland verbindet (Industrie-)Kultur und Natur auf so engem Raum wie der RuhrtalRadweg. Der RuhrtalRadweg gehört zu den schönsten Flussradwegen Deutschlands!

Die Strecke vom Ruhhradweg führt von der Quelle bei Winterberg in ihrer ersten Hälfte durch die wunderschöne Naturlandschaft des Sauerlandes. Entdecken Sie auf dem Radweg die vielen Naturschutzgebiete, Naturparks und Hochheiden.

Die Landschaft wirkt dabei unberührt durch die unendliche Weite der Berge und Wälder. Der Flusslauf der Ruhr erreicht nach ca. 120 km das Ruhrgebiet mit seinen herrlichen Stauseen. Entdecken Sie die Schönheiten des Reviers.

Der Ruhr-Radweg bringt Sie zu zahlreichen stillgelegten Zechen, Kokereien, zu interessanten Industrie- und Technikmuseen und zu industriegeschichtliche Stätten, in denen sich heute oftmals eine rege Kulturszene etabliert hat.

Die Qualität der Radwege ist gut bis sehr gut. Die Radrouten verlaufen auf gut befahrbaren Radwegen und kleinen Straßen, Verkehrsbelastungen treten nur auf kurzen Teilstrecken auf.

Wer lieber auf den Naturgenuss im Sauerland verzichten möchte und stattdessen noch mehr vom Ruhrgebiet erleben möchte, folgt den gut angelegten Radwegen auf einer interessanten Rundtour ab Essen und entdeckt Duisburg am Rhein, Oberhausen, Bottrop und Bochum.

Der RuhrtalRadweg verläuft entlang der südlichen Grenze des Ruhrgebiets und erfreut sich großer Beliebtheit.

Hinweise zu geänderter Routenführung am Ende des RuhrtalRadwegs in Duisburg: Zwei langfristige Sperrungen des ursprünglichen Verlaufs des RuhrtalRadwegs an der Karl-Lehr-Brücke (Punkt 1) und am Ruhrwehr (Punkt 2) erfordern eine derzeit alternative Routenführung bis in den Duisburger Innenhafen (Punkt 3). Bitte wählt den (mit Logo ausgeschilderten) GRÜNEN Verlauf (ab Punkt 4) und fahrt bei Bedarf ab dem Innenhafen die (NICHT mit Logo ausgeschilderte) BLAUEN Routen weiter zur Rheinorange (Punkt 5).

Radwege auf ehemaligen Bahntrassen

Auf ehemaligen Bahntrassen ins Grüne: Im Ruhrgebiet ist das möglich. Nach mehr als 150 Jahren Bergbau schloss im Jahr 2018 die letzte Zeche. Ganze Städte und Regionen sind geprägt von der Industrialisierung.

Die Bahntrassen im Umfeld der Zechen stehen heute als Sinnbild der Transformation des Ruhrgebietes. Heute bieten die Trassen Radfahrenden ruhige, schnelle und sichere Alternativen zum Pendeln abseits der Hauptrouten des Autoverkehrs.

Gut ausgebaut führt die Allee des Wandels von der Halde Hoheward in Herten in einem großen Bogen nach Westerholt. Vorbei an ausrangierten Grubenbahnen und den Zechengeländen König-Ludwig I/II und IV/V führt die knapp neun Kilometer lange Radtrasse.

Dort erklären Infotafeln die Geschichte des Hafens. Ausgefallene Brücken und erlebbare Geschichte, das bietet die Erzbahntrasse. Infotafeln und Überbleibsel aus ehemaligen Zeiten erklären die Geschichte der rund zehn Kilometer langen Strecke von Bochum nach Gelsenkirchen.

Eine Alternative zum hektischen Stadtverkehr bietet die 2,4 Kilometer lange Veltenbahn in Essen. Von Steele aus führt der asphaltierte Weg durch ein Wäldchen hoch nach Freisenbruch.

Der untypische Trassenverlauf ist charakteristisch für die 14,2 Kilometer lange Strecke. Sie schlängelt sich vom Ahlberg in Haspe bis zum Brauck in Breckerfeld und führt Radfahrende überwiegend über Waldwege mit ungewohnten Höhenmetern.

Bevor hier die Eisenbahn fuhr, galoppierten Pferde auf der 3,5 Kilometer langen Trasse zwischen dem Bochumer Süden und dem Kemnader See.

Weitere Radrouten und Besonderheiten

Mehr als 37 Prozent der Fläche der Metropole Ruhr wird landwirtschaftlich genutzt. Diese oft unterschätzte Facette des Ruhrgebiets können Radfahrerinnen und Radfahrer künftig auf der neuen Route der Agrarkultur erkunden.

Im Norden des radrevier.ruhr bietet die Römer-Lippe-Route spannende Radmomente.

Postkartenidyll, entspannendes Grün und wilde Begleiter: die Hohe Mark RadRoute. Runde über Unna und Opherdicke ins Elsebachtal bei Villigst. Über Kalthof und Menden fahren wir zurück nach Unna-Lünern. Eine anspruchsvolle Tour mit kleinen Steigungen und Fernblicken ins östliche Ruhrgebiet und ins Sauerland.

Diese Radtour führt durch den Norden der Kreisstadt Unna nach Dortmund Kurl und wieder zurück. Rundtour ab Unna Lünern über Fröndenberg, entlang der Hönne bis Menden und zum OT Lendringsen. Von da hinauf nach Oesbern zum Segelfluggelände Barge und hinunter zur Ruhr nach Wickede.

Die Rundtour führt über Feldwege nach Lenningsen, über die alte Bahntrasse bis zum Gut Kump, dann vorbei am Golfplatz Hamm nach Bönen. Hier radeln wir auf dem neuen Radweg entlang des Kuhbaches bis zum Sesekeradweg.

Der Rundweg startet in Unna Lünern und führt über Unna Königsborn, vorbei an der Sportschule Kaiserau und dem Schloß Wenge zum Seepark nach Lünen an den Horstmarer See mit einem der schönsten Strandbäder im Ruhrgebiet. Jede Menge feinster Sand und große Liegewiesen laden zum Sonnenbaden und Schwimmen ein. Über den neuen Sesekeradweg bzw.

Das Knotenpunktsystem

Nachdem das Knotenpunktsystem in den Niederlanden bereits große Erfolge erzielt hat, wird das Radfahren nun auch im Ruhrgebiet durch dieses System erleichtert. Das System funktioniert nach dem Prinzip des "Radelns nach Zahlen". Jeder Knotenpunkt wurde mit einer Nummer zwischen 01 und 99 versehen.

Auch auf den Wegweisern, die in Richtung der nächstgelegenen Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten zeigen, sind die Nummern der Knotenpunkte angebracht. So wisst ihr immer genau, auf welchem Weg ihr zum nächsten Zwischenstopp eurer Tour im radrevier.ruhr gelangt!

Industriekultur und Geschichte

Die ehemaligen Bahntrassen im Ruhrgebiet haben eine lange Geschichte. Einst als Schienenwege das zentrale Rückgrat der Industrialisierung, sind sie heute ein wichtiger Teil des Radwegenetzes im radrevier.ruhr.

Das Ruhrgebiet ist reich an Geschichte und Kultur. Besonders die industrielle Vergangenheit ist allgegenwärtig und lässt sich auf vielen Radtouren erleben.

Eine einzigartige Möglichkeit, die Industriekultur zu entdecken, bietet das Radeln durch stillgelegte Hüttenwerke und Zechen. Die Halden sind unverwechselbare Wahrzeichen der Region und sollten bei keiner Radreise im Ruhrgebiet fehlen.

Um das Leben der Menschen im Ruhrgebiet besser kennenzulernen und das Selbstverständnis der Einwohner:innen zu verstehen, empfiehlt es sich, eine der vielen Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet zu besuchen. Mit dem Fahrrad sind einige dieser Siedlungen sehr gut erreichbar.

Wasserwege

Wasser hat eine besondere Anziehungskraft auf Menschen. Der RuhrtalRadweg, der entlang des Flusses Ruhr verläuft, bietet eine ideale Möglichkeit, das Wasser auf dem Fahrrad zu genießen.

Der Weg führt häufig über ehemalige Treidelpfade, auf denen früher Pferde Frachtschiffe die Ruhr flussaufwärts gezogen haben. Abseits des Straßenverkehrs gibt es auch entlang der künstlichen Schifffahrtskanäle viele Radwege, die sich ideal zum Radeln eignen.

Radfernwege

Im Ruhrgebiet gibt es zahlreiche Radfernwege, die das radrevier.ruhr durchziehen. Drei große regionale Radfernwege bilden das Grundgerüst des Netzes: Die Route Industriekultur per Rad, der RuhrtalRadweg und die Römer-Lippe-Route.

Erreichbarkeit und Übernachtung

Das Ruhrgebiet, gelegen in der Mitte Europas, ist aufgrund seiner zentralen Lage einfach zu erreichen. Ob per Flugzeug, Auto, Bus, Zug oder Fahrrad, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um in das Ruhrgebiet zu gelangen. Große Hauptbahnhöfe wie in Essen, Duisburg oder Dortmund bieten überregionale Verbindungen und Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen der Region.

Entlang des Wegenetztes finden sich zahlreiche ausgewählte und fahrradfreundliche Übernachtungsbetriebe, die zur Erholung und Entspannung einladen und bestens auf Radfahrer und ihre Bedürfnisse eingestellt sind.

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