Entdecken Sie Deutschlands kontrastreichsten Flussradweg - den Neckartal-Radweg! Vorbei an Schlössern und Burgen, an Wäldern, Wiesen und steilen Weinhängen, Industriedenkmälern und architektonischen Perlen geht es auf 366 Kilometern entlang des 4-Sterne-Radwegs quer durch die historischen Regionen Baden und Württemberg sowie durch ein kleines Stückchen des ehemaligen Hohenzollern-Territoriums.
Streckenverlauf des Neckartal-Radwegs
Der Neckarradweg beginnt an der Neckarquelle, im "Stadtpark Möglinshöhe" in "Schwenningen". Hier entspringt der Neckar im Schwenninger Moos am Rande der wasserreichen Baar. Als schmales, später verdohltes Rinnsaal verlässt er Schwenningen und fließt in Richtung Rottweil.
Der Neckartalradweg wird meist auf gut ausgebauten Feld- und Wirtschaftswegen fern des üblichen Verkehrs geführt. In Notfällen und für die An- und Abreise kann die Bahn, die fast das gesamte Neckartal begleitet, als Transportmedium dienen.
Von Schwenningen bis Rottweil
Als kleines Bächlein führt der Neckar durch die Ausläufer der Baar in Richtung Rottweil. Nach der Erkundung von Villingen mit dem mittelalterlichen Stadtkern geht es auf dem Neckartal-Radweg weiter in die Zwillingsstadt Schwenningen. Hier entspringt im Sumpfgebiet Schwenniger Moos der Neckar. Der früher verdolte (nicht sichtbar geführte) Neckar wurde 2010 wieder freigelegt und seine in Stein gefasste Quelle im Schwenninger Stadtpark markiert heute den Beginn des Neckars.
Durch die Schwäbische Alb
Von "Rottweil" aus kämpft sich der schon kräftigere Neckar durch die Ausläufer der Schwäbischen Alb in Richtung "Oberndorf". Die Strecke führt am westlichen Rand des Mittleren Schwarzwaldes weiter über Deißlingen in die älteste Stadt Baden-Württembergs nach Rottweil. Besonders prägnant ist noch heute der mittelalterliche Stadtkern mit seinen historischen Bürgerhäusern und den geschmiedeten Stechschildern an den Häusern.
Immer am Flüsschen Neckar entlang schlängelt sich der Radweg weiter Richtung Norden. Sie passieren die Fasnet-Hochburg Oberndorf, wo man sich auch außerhalb der Fasnet-Zeit am Narrenbrunnen auf dem Schuhmarktplatz von der närrischen Tradition überzeugen kann, und die alte Salzstadt Sulz.
Talsohle bis Bad Niedernau
Ab "Sulz" wird die Strecke ebener und führt in der Talsohle weiter. Im engen Taltrichter führt der Radweg auf dieser Etappe weiter bis "Bad Niedernau". An Sulz vorbei erreichen Sie Neckarhausen. Hier ist die Pfahljochbrücke etwas abseits der Route ein absolutes Muss. Das Besondere ist ihr Alter: Der Großteil der Brücke stammt aus dem Jahr 1780, ein Teil der Brücke jedoch schon aus dem 13. Jahrhundert. Bei Neckarhausen führt ein Abstecher von rund vier Kilometern nach Glatt mit seinem Wasserschloss Glatt, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten.
Über Rottenburg nach Nürtingen
Weiter geht es auf dem Neckartal-Radweg nach Horb, wo das Dominikanerkloster unbedingt sehenswert ist. Entlang kleiner Orte erreichen Sie die alte Römer-Stadt Rottenburg. Überragt wird die Stadt von seinem Dom, dessen Bau 1424 begonnen wurde. Vor dem Dom findet sich ein weiterer Blickfang - der Marktbrunnen. Diese gotische Brunnensäule gilt als eine der schönsten in Süddeutschland.
"Nürtingen" selbst liegt auf einem Umlaufberg mitten im sonst ebenen, breiten Tal. Nach wenigen Kilometern erreichen Sie die Universitätsstadt Tübingen mit seiner historischen Altstadt. Wie wäre es mit einer Stocherkahn-Fahrt auf dem Neckar? Sie verlassen Tübingen und folgen dem Neckartal-Radweg Richtung Neckartenzlingen, wo an diversen Orten Fossilien gefunden wurden. Wer sich ein paar Exemplare anschauen möchte, kann dies im Fossilien- und Mineralmuseum tun. Sehenswert im weiteren Verlauf Ihrer heutigen Radtour ist auch Nürtingen. Geprägt wird das Stadtbild durch die Stadtkirche St. Laurentius mit ihrem hohen Kirchenturm. Ein Foto mit dem vorbeifließenden Neckar ist hier Pflicht.
Hier zweigt der Filstalradweg nach Osten ab. Hier beginnt auf der Hohenzollernradweg, der bis zum Bodensee führt.
Von Nürtingen bis Marbach
Weiter geht es Richtung Wendlingen und Köngen. In Köngen liegt direkt am Neckartal-Radweg eine alte, sehr sehenswerte steinerne Bogenbrücke aus dem Jahr 1602. Ein Stückchen weiter flussabwärts folgt die Stadt Plochingen. Hier treffen Geschichte und Moderne aufeinander. Das Wahrzeichen - die Plochinger Stadtkirche - stammt aus dem Mittelalter und ganz nach dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ finden Sie in Plochingen auch einen modernen Bau der besonders sehenswerten Art: das Hundertwasser-Haus aus den 1990er Jahren. Einige Kilometer weiter erreichen Sie die alte Reichsstadt Esslingen. Hier warten einige der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands auf Ihren Besuch und auch das Rathaus aus dem Jahre um 1430 ist ein Blickfang, den Sie sich nicht entgehen lassen dürfen. Kurz nach Esslingen erreichen Sie Stuttgart. Weinliebhaber können sich im Weinbaumuseum in Stuttgart-Obertürkheim über die mehr als 2000 Jahre alte Weinbaukultur in Baden-Württemberg informieren. Kaum verlässt man das wuselige Stadtzentrum Stuttgarts wird der Neckartal-Radweg von Weinbergen eingerahmt. Schon einige Kilometer weiter erreichen Sie die nächste Stadt - Ludwigsburg. Hier ist Anhalten ein Muss, schließlich warten gleich drei Schlösser auf Ihren Besuch. Die nächste größere Stadt ist Schillers Geburtsstadt Marbach, wo Sie sein Geburtshaus besuchen können. Außerdem begrüßt Sie die Stadt mit einer sehr schönen historischen Altstadt.
Neckarschleifen und Weinlandschaft
Bei Plochingen macht er einen Schwenk nach Westen geht über Bad Cannstatt und Ludwigsburg in die schwäbische Weinlandschaft über. Nach Benningen teilt sich der Neckar in Kanal und Neckaraltarm. Steile Weinlagen beherrschen nun das Landschaftsbild.
Burgen und Schlösser bis Eberbach
Dieser Abschnitt des Neckarradweges beginnt in der ehemaligen staufischen Festungsstadt Bad Wimpfen. Von hier aus beginnt eine herrliche Burgen- und Schlösseretappe. Ihre Radtour führt Sie vorbei am Naturschutzgebiet „Pleidelsheimer Wiesental“, wo man am Altverlauf des Neckars noch Feuchtgebiete und Auwälder findet. Über Groß-Ingersheim, Pleidelsheim und Mundelsheim geht es weiter nach Besigheim - dem schönsten Weinort Deutschlands. In der Altstadt warten viele kleine verwinkelte Gassen und jede Menge Fachwerkhäuser auf Sie. Danach geht es weiter in die Hölderlin-Stadt Lauffen. Im weiteren Verlauf bis Heilbronn führt der Neckartal-Radweg durch das Naturschutzgebiet "Altneckar Horkheim". Die Weinstadt Heilbronn empfängt Sie anschließend mit einem breiten Kultur- und Freizeitangebot wie dem beeindruckenden Gelände der BUGA 2019 direkt am Neckar. Die experimenta Heilbronn - das größte Science Center in Süddeutschland - ist nicht nur für Kinder ein attraktiver Anziehungspunkt. Später erreichen Sie Ihr Etappenziel, die Salzstadt Bad Friedrichshall. Hier lohnt sich insbesondere an heißen Tagen ein Zwischenstopp im Besuchersalzbergwerk. Der Ortsteil Kochendorf hingegen hat einen historischen Ortskern mit drei Schlössern.
Heute geht es weiter nach Bad Wimpfen, wo das Kloster Bad Wimpfen im Tal einen Besuch wert ist. Über Gundelsheim mit seiner historischen Altstadt, der Stadtmauer und dem Schloss Hornbeck radeln Sie weiter Richtung Neckarmühlbach mit der Burg Guttenberg und einer Greifenwarte. In Neckarzimmern ist auf der Burg Hornberg das älteste Weingut im Land zu Hause und durch seinen ehemaligen Eigentümer Götz von Berlichingen ist die Burg weit bekannt. Das nächste Ziel, die große Kreisstadt Mosbach, zählt zu einem der schönsten Ausflugsziele im Odenwald. Ihre heutige Etappe führt Sie anschließend in die Festspielgemeinde Zwingenberg, die vor allem für sein Schloss bekannt ist. An Ihrem heutigen Tagesziel - Eberbach - können Sie schließlich den einst höchsten Baum Deutschlands bewundern, eine Douglasie mit 64,77 m Höhe. In der Stauferstadt blieb außerdem bis heute die ursprüngliche Form der Altstadt mit ihren vier Ecktürmen erhalten.
Durch den Odenwald nach Heidelberg
In engen Schlingen hat er sich den Weg durch das Mittelgebirge gebahnt. In großen Schleifen fließt der Neckar tief eingeschnitten immer weiter in den Odenwald. Je höher die Berge werden, desto enger werden die Windungen des Neckars. Freiliegender Buntsandstein, als "Findlinge" oder in Felsabbrüchen erinnern an den Schwarzwald. Wer im Frühjahr fährt, erkennt schnell den Unterschied zum rauen Bruder des Odenwalds: Im Gegensatz zum Schwarzwald blüht und gedeiht hier alles schon früher. Beeindruckende Burgen und Schlösser liegen auf dem Weg nach Mosbach, Eberbach, Neckargemünd bis er in Heidelberg die Rheinebene erreicht.
Heute steht die letzte Etappe Ihrer Reise auf dem Neckartal-Radweg auf dem Programm. Nachdem Sie Eberbach hinter sich gelassen haben, wartet Hirschhorn, die Perle des Neckartals auf Sie, reizvoll an einer engen Neckarschleife gelegen. Sie passieren weiterhin die Vierburgenstadt Neckarsteinach und erreichen schließlich Neckargemünd, auch die "schöne Nachbarin Heidelbergs" genannt. Von hier ist es nicht mehr weit bis Heidelberg, das weltbekannt für seine Schlossruine ist.
Heidelberg mit seiner Altstadt und der Schlossruine ist ein kultureller Höhepunkt dieser Etappe.
Highlights entlang des Neckartal-Radwegs
- Rottweil: Älteste Stadt Baden-Württembergs
- Tübingen: Stocherkahnfahrten
- Ludwigsburg, Heidelberg und Mannheim: Burgenromantik
- Esslingen: Historische Fachwerkhäuser
Praktische Informationen
Die beste Reisezeit für den Neckar-Radweg ist zwischen Mai und September. Die Orte am Neckar-Radweg sind ausgezeichnet mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Sowohl Züge als auch Fernbusse fahren direkt nach Villingen-Schwenningen. Mannheim ist ausgezeichnet an das Netz der Deutschen Bahn angebunden, mit der du wieder nach Hause oder wieterreisen kannst.
Der Neckar-Radweg verläuft großteils mit wenig Steigungen entland des Neckar. Du kannst den Neckar-Radweg mit jeder Art von Fahrrad oder E-Bike fahren, da der Großteil der Wege gut asphaltiert ist.
Etappen des Neckartal-Radwegs
Hier ist ein beispielhafter 9-Tages-Plan für eine Radreise entlang des Neckartal-Radwegs:
| Tag | Etappe | Distanz (ca.) |
|---|---|---|
| 1 | Individuelle Anreise nach Villingen/Schwenningen | - |
| 2 | Villingen-Schwenningen - Sulz/Glatt | 60 km |
| 3 | Sulz/Glatt - Rottenburg | 40 km |
| 4 | Rottenburg - Nürtingen | 45 km |
| 5 | Nürtingen - Marbach | 65 km |
| 6 | Marbach - Bad Friedrichshall | 60 km |
| 7 | Bad Friedrichshall - Eberbach | 50 km |
| 8 | Eberbach - Heidelberg | 35 km |
| 9 | Individuelle Abreise | - |
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