Radweg am Rhein-Herne-Kanal: Verlauf und Sehenswürdigkeiten

Der Rhein-Herne-Kanal ist eine zentrale Wasserstraße mit wichtiger Bedeutung als Transportweg für Güter, die vom Rhein ins zentrale Ruhrgebiet oder darüber hinaus sogar noch weiter nach Osten geschifft werden. Der Rhein-Herne-Kanal wird über weite Teile von einem Radweg begleitet, der jedoch nicht explizit ausgeschildert ist und dementsprechend auch keinen eindeutigen Routenverlauf hat.

Verlauf des Radwegs

Wer den gesamten Kanal am Stück erradeln möchte, begibt sich auf eine knapp über 50 Kilometer lange Radtour. Die Wegebeschaffenheit ist dabei sehr unterschiedlich. Der Kanaluferweg führt Euch von der Schleuse am Duisburger Hafen zunächst nach Oberhausen.

Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke

Als touristische Sehenswürdigkeiten liegen der Gasometer, das Centro, die LUDWIGGALERIE sowie die markante Brücke Slinky Springs to Fame direkt am Kanal. Im Essener Norden trifft die Route wieder auf den Kanal und führt an der Schurenbachhalde vorbei durch den Nordsternpark nach Gelsenkirchen.

Ab der ZOOM Erlebniswelt wechselt der Radweg immer wieder die Kanalseite. Dabei radelt Ihr u.a. über die beeindruckende Grimberger Sichel. Am Herner Meer wird der Kanal plötzlich wie ein kleiner See, unerwartet breit. In Henrichenburg verlässt die Route nochmal den Kanal, bevor es auf den letzten Kilometern bis zum Schiffshebewerk Henrichenburg wieder am östlichen Kanalufer entlang geht.

Anbindung an weitere Radwege

In Henrichenburg trifft der Dortmund-Ems-Kanal auf den Rhein-Herne-Kanal. Am Grimberger Hafen in Gelsenkirchen schließt die Erzbahn an den Emscherpark-Radweg an. Hier ergibt sich ein Anschluss an den Kanal und den Fluss begleitende Radwege wie den Emscherweg sowie die Möglichkeit zum Erreichen des nahe gelegene Landschaftspark Hoheward mit den großen Bergehalden Hoheward und Hoppenbruch.

Erzbahntrasse: Eine beliebte Alternative

Einst wurden über die Erzbahntrasse die Hochöfen von Schalker und Bochumer Verein mit Eisenerz versorgt. Heute zählt die Trasse zu den bekanntesten touristischen Radwegen in der Metropole Ruhr. Als Bahntrassenradweg ist er sehr steigungsarm und nahezu kreuzungsfrei und daher auch für ungeübte Radler und Familien mit kleinen Fahranfängern gut geeignet.

Streckenverlauf und Besonderheiten

An der Jahrhunderthalle im Westpark Bochum beginnt die Erzbahntrasse und endet nach einer sanften Abwärtsfahrt rund zehn Kilometer später am Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen. Unterwegs sind zahlreiche Abstecher möglich, allesamt gut ausgeschildert.

  • Nach Westen zweigt die Kray-Wanner-Bahn ab. Sie führt zum Zollvereinweg, der am Welterbe Zollverein in Essen endet.
  • Unterwegs ist ein Schlenker zur Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen möglich.
  • Die Zeche Hannover in Bochum und die Halde Pluto in Herne sind lohnenswerte Abstecher in östlicher Richtung.

Spektakuläre Brückenkonstruktionen

Die Erzbahntrasse beginnt und endet mit spektakulären Brückenkonstruktionen. Die 130 Meter lange, S-förmige Erzbahnschwinge markiert den Einstieg in den Radweg. Am anderen Ende windet sich die Grimberger Sichel schwungvoll über den Rhein-Herne-Kanal. Ihre Spannweite von 150 Metern wird von einem einzigen, 48 Meter hohen Stahlpylon gehalten.

Die Grimberger Sichel

Seit 2008 überquert eine äußerst interessante Brückenkonstruktion den Kanal. Der Halbkreis gibt dem Objekt, das offiziell wegen der Nähe zur Erlebniswelt Zoom-Brücke heißt, den schönen Namen Grimberger Sichel. Viel aufregender ist die Tatsache, dass diese weite Sichel nur durch Stahlseile getragen wird, die auf einen weit von der Brücke abseitsstehenden Pylon zulaufen und wie bei der Erzbahnschwinge allen physikalischen Gesetzen zu trotzen scheinen. Die Fahrbahn ist 150 m lang, der geneigte Pylon am Nordufer misst ca. 48 m Höhe.

Radfernweg Dortmund-Ems-Kanal

Der Dortmund-Ems-Kanal verbindet als künstliche Wasserstraße zusammen mit schiffbaren Abschnitten der Ems die Nordsee mit dem Ruhrgebiet. Auf rund 350 Kilometern Länge wurde zum 100. Geburtstag des Kanals 1999 ein Radfernweg eröffnet, der vom Kanal begleitet von Dortmund bis nach Norden-Norddeich führt.

Streckenverlauf im Ruhrgebiet

Diese Beschreibung stellt die offizielle Radroute im Bereich des Ruhrgebiets vor, das zwischen Datteln und Olfen verlassen wird. Schwerpunkt ist daher der Stichkanal zwischen dem Dortmunder Hafen und dem Wasserstraßenkreuz. Etwa 18 Kilometer lang ist der Radweg bis zum Schiffshebewerk, weitere zehn Kilometer verläuft er anschließend durch die Stadt Datteln, bis er an der Alten Fahrt Olfen das Ruhrgebiet verlässt und das Münsterland erreicht.

Beschilderung und Untergrund

Beschildert ist die Route durch ein sechseckiges Piktogramm mit einem Logo und Rad-Route-Schriftzug. Zumeist auf wassergebundenem Untergrund zum Teil mit Grüninsel in der Mitte verläuft der Radweg auf dem beschriebenen Abschnitt größtenteils direkt am Ufer entlang.

Startpunkt Dortmund

Am Hauptbahnhof von Dortmund beginnt also die Fahrt. Wer vom Südausgang losfährt, hält sich auf dem Wall rechts und entkommt dem Verkehrsstrom an der nächsten rechts vor dem Harenberg-City-Center in die Bahnhofstraße und danach unter die Brücken hindurch rechts in die Schützenstraße. Vom Nordausgang zur Steinstraße und links darauf abbiegen, woraufhin diese in die Grüne Straße übergeht, nach einigen hundert Metern dann rechts ebenfalls in die Schützenstraße abbiegen.

Sehenswürdigkeiten entlang des Dortmunder Abschnitts

Ein paar Parallelstraßen weiter westlich von der Schützenstraße führt der Sunderweg zum Dortmunder Hafen, dem echten Anfang des Dortmund-Ems-Kanals. Über den Emscherweg ist der Deusenberg erreichbar. Es ist eine renaturierte Mülldeponie, die zu einem Trainingsparcours für Mountainbiker ausgebaut wurde. Neben dem Berg, auf der anderen Seite der Eisenbahn, liegt die ehemalige Großkokerei Hansa, ein eindrucksvolles Industriemuseum über die Verarbeitung von Kohle in einer einmaligen Kulisse.

Bergsenkungen und ihre Auswirkungen

Besonders schön lässt sich an einigen Stellen das Thema Bergsenkung hautnah erleben. Stellenweise ist die Landschaft mehrere Meter tief abgesackt. Der Kanal muss aber zur Wahrung des Wasserstands auf der alten Höhe gehalten werden. Die Folge sind teils hohe Böschungen, die auf unserer Seite abfallen - die früher noch nicht da waren.

Schleusenpark Waltrop

Der Kanal weitet sich auf zu den vier Zufahrten zu den Hebewerken und Schleusen: wir erreichen den Schleusenpark Waltrop. Ganz links befindet sich das Alte Schiffshebewerk. Es ist Teil eines lohnenswerten Museums des Landschaftsverbandes mit Freigelände über die Technik des Hebewerks und die Binnenschifffahrt. Direkt daneben befindet sich die Alte Schleuse. Das Schleusenbecken ist heute ein Rad- und Fußweg, die angrenzenden Schleusenhalbinseln können zum Spazierengehen genutzt werden. Die Neue Schleuse ist in Betrieb und folgt unzugänglich an dritter Stelle.

Weitere Routenempfehlungen

Wer nicht am anderen Kanalufer zurückfahren möchte, kann über die Grüne Acht und den Parkway EmscherRuhr bis Henrichenburg am Rhein-Herne-Kanal fahren und dort auf den Emscherweg Richtung Dortmund umschwenken.

Empfohlene Karten und Reiseführer

In den folgenden gedruckten Rad- und Wanderkarten und Tourenführern ist der Radweg am Dortmund-Ems-Kanal bzw. die Region abgebildet:

  • ADFC Regionalkarte radrevier.ruhr Ost* (1:50.000)
  • Kompass Fahrradkarte Ruhrgebiet / Bergisches Land* (1:70.000)
  • BVA Radwanderkarte Kreis Recklinghausen* (1:50.000)

In diesen Reiseführern oder Büchern ist der Radweg thematisiert: Radfernweg Dortmund-Ems-Kanal* (1:50.000).

Zusammenfassung

Der Radweg am Rhein-Herne-Kanal bietet eine abwechslungsreiche Tour durch das Ruhrgebiet, vorbei an Industriedenkmälern, grünen Landschaften und beeindruckenden Brückenkonstruktionen. Ob auf der Erzbahntrasse oder entlang des Dortmund-Ems-Kanals, hier findet jeder Radfahrer die passende Route.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0