Die Radtour von Bad Tölz zum Tegernsee bietet eine reizvolle Mischung aus Naturerlebnissen, kulturellen Sehenswürdigkeiten und malerischen Landschaften in den bayerischen Voralpen. Die Route führt durch abwechslungsreiches Gelände, von sanften Wiesen bis zu anspruchsvollen Anstiegen, und belohnt Radfahrer mit herrlichen Ausblicken auf die umliegenden Berge und Seen.
Von Bad Tölz nach Marienstein
Wir verlassen Bad Tölz in südlicher Richtung und schwenken nach Nordosten ab. Es folgt eine Fahrt im Zickzackkurs durch ein Filzgebiet. Am Ende des Filzgebietes erwartet uns ein steigungsintensiver Abschnitt durch einen Bergwald bis Marienstein.
Bad Tölz, in der Isarniederung gelegen, ist bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Den besonderen Reiz der Kurstadt macht der Mix aus Kultur und Natur aus, den man bereits am Isarufer erkennt. Wenn wir mit dem Blick dem türkisfarbenen Wasser des Alpenflusses folgen, schauen wir auf die nahen bayerischen Voralpen. Stromabwärts erblicken wir auf dem Kalvarienberg die Heilig-Kreuz-Kirche und links daneben die Leonhardikapelle, die jährlich am 6. November das Ziel der Tölzer Leonhardifahrt ist. Den Zugang zu dem Aussichtshügel, der einen lohnenden Blick über den Kurort hinüber zu den Alpen vermittelt, finden Sie über die Marktstraße, der wir uns nun zuwenden wollen.
Staunend schieben wir unsere Fahrräder zwischen den ansehnlichen, bunt bemalten Bürgerhäusern hindurch, die sogleich mit ihren mächtigen Dachgiebeln imponieren. Das vielleicht schönste Gebäude des Ortes ist das Bürgerbräu (ehemals das Rathaus), in dem das Stadtmuseum anschaulich die einstigen Erwerbszweige der Region dokumentiert. Wir wenden uns nun auf der Höhe des Hotels Klammerbräu der Klammergasse zu, über welche sich die Route fortsetzt.
Der Dom des Isarwinkels
Bevor wir losradeln, lockt linker Hand die steil aufragende, spätgotische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Der »Dom des Isarwinkels«, wie er in Tölz genannt wird, ist das älteste erhaltene Bauwerk der Region. Die Besonderheit des Gotteshauses ist die große Altarkrippe, die auf den Tölzer Bildhauer Anton Fröhlich zurückgeht, der um 1825 die Figuren schnitzte.
Nun wenden wir uns der südlich gelegenen Konradgasse zu, die in die Krankenhausstraße übergeht, auf der wir stets geradeaus fahren. Nach einem guten Stück unterfahren wir die große Brücke einer Bundesstraße und schwenken nach 100 Metern rechts in den Zwieselweg. An der Stelle, an der dieser eine Straßenmündung erreicht, folgt ein Rechts-links-Schwenk, dem nun die Brauneckstraße und die Blombergstraße (rechts) folgen.
Vom bewohnten Isartal zur Naturfahrt
Nachdem das Wohngebiet hinter uns liegt, geht es nach einem kurzen Stück entlang der B13 links (Tölzer Straße) und nach weiteren 600 Metern auf der Straße Kranzer nach Osten. Hier führt die Route über die Schienen, von wo es auf der breiten Ortsstraße von Mühl weitergeht, bis uns ein Wegschild rechts an die Ostfeldstraße verweist. Anschließend verlassen wir das bewohnte Isartal und begeben uns auf eine lange Naturfahrt.
Ein für uns verbindliches Radschild (Greiling) zeigt eine Richtungsänderung nach links an - hier geht die Strecke schlagartig in Schotter über. Am Wegesrand breiten sich nun schöne Wiesenmatten aus, in denen einzeln stehende Baumriesen ihre Wurzeln in die Filzböden krallen. Für weitere angenehme Landschaftsbilder sorgen die umliegenden Bergketten. Allmählich wird der Weg ruppiger und welliger, mitunter kurzzeitig steil. Das gut beschilderte Teilstück folgt nun am nächsten Waldrand (rechts) der Großen Gaißach bergan.
Die nächste Siedlung Marienstein
Der folgende Forstweg beginnt erst leicht, später teils beträchtlich anzusteigen und überquert dabei mehrmals den Waldbach. Nach dem knapp fünf Kilometer langen Waldstück treffen wir mit Marienstein auf die nächste Siedlung.
Ab Marienstein weiterhin nach Osten radeln - erst heftig bergauf, dann schönes Gefälle. Im Ort Siedlung Steinbergstraße rechts und nach mehreren Richtungswechseln ab Holz nach Nordosten bis nach Gmund. In Marienstein, im abgelegenen Holzwiesenthal gelegen, wurden zwischen 1852 und 1962 vier Millionen Tonnen qualitativ hochwertige Pechkohle gefördert, wozu eigens eine Bahntrasse verlegt wurde. Die Schienen sind längst entfernt und es ist wieder Ruhe eingekehrt, sodass uns auf unserer Fahrt durch Marienstein nur noch die langen, schlichten Bergmannshäuser aus dieser Zeit auffallen.
In der Ortsmitte stoßen wir auf ein Wegdreieck, das wir rechts über den Kirchenweg verlassen, der sich extrem steil einen Waldrücken emporwindet.
Verschnaufpause am Golf-Club
Oben angelangt, treffen wir auf den in schöner Aussichtslage gelegenen Golf-Club Margarethenhof. Hier verschnaufen wir kurz, folgen der Ausschilderung um die Gebäude herum und tasten uns vorsichtig den Kopfsteinpflasterweg hinunter, der schnell in ein gutes Teersträßchen übergeht. Nach einer Rollpassage von 1,4 Kilometern erreichen wir die kleine Siedlung Steinbergstraße, um hier zweimal rechts abzubiegen. An den nächsten Wegpunkten erfolgen zwei Linksschwenks (Hainznhöhe Weg) und (Max-Obermayr-Weg) in Richtung Bad Wiessee. So nehmen wir abermals links fahrend die berauschende Abfahrt nach Kaltenbrunn unter die Räder.
Der Tegernsee
Hier überqueren wir die B318 und erreichen drei Rastbänke, von denen man schön den fünften großen See unserer Reise - den Tegernsee - überblickt. Eingebettet in eine wellige Wiesenlandschaft erstreckt sich das knapp neun Quadratkilometer große Gewässer in Nord-Süd- Ausrichtung und wird im Süden von den steil anwachsenden Waldbergen des Mangfallgebirges begrenzt. Namensgebend für die Gebirgsregion ist die Mangfall, die den Tegernsee entwässert und ein wichtiges Grundwasserreservoir für die 1,3 Millionen Einwohner zählende Landeshauptstadt darstellt.
Der Weg zum Etappenende ist nun leicht zu finden.
Das Etappenende
So folgen wir der Route auf dem Begleitradweg der Fernstraße nach Osten und radeln an der großen Ampelkreuzung in Gmund am Tegernsee (Bhf.) rechts über die Mangfall. Hier wurde das Jägerhaus als Heimatmuseum hergerichtet.
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