Im Südwesten Deutschlands kommen Radfahrer voll auf ihre Kosten. In Baden-Württemberg wartet ein ausgedehntes Radwegenetz mit einer Fülle an Möglichkeiten auf uns. Das umfangreiche Wegenetz in Baden-Württemberg führt u.a. durch den Schwarzwald, die Schwäbische Alb, durch das Liebliche Taubertal, den Odenwald, um den Bodensee, durch das Heilbronner Land oder am Neckar entlang. Im Bundesland Baden-Württemberg gibt es 21 ausgewiesene Landesradfernwege, welche gemeinsam alle touristisch wichtigen Regionen abdecken. Somit gibt es für jeden Geschmack das passende Angebot, ganz gleich ob gemütliche Tour entlang der Flüsse oder anspruchsvolle Mountainbiketour durch den Schwarzwald.
Zentral im Radsüden Baden-Württemberg gelegen, ist das HeilbronnerLand ein Eldorado für Radfahrer. Mehr als 1.000 km markierte Radwege und 30 beschilderte Radtouren aller Schwierigkeitsgrade - hier findet jeder den passenden Radweg. Egal, ob gemütliches Tourenradeln, ambitioniertes Mountainbiking oder eine Fahrradtour mit der ganzen Familie - hier findet jeder eine Radtour ganz nach seinem Geschmack.
Heute möchten wir dir 2 richtig coole Fernradwege im Freiraum Baden-Württemberg vorstellen und dich virtuell mit auf unsere Reise durch den nördlichen Teil des Bundeslandes nehmen. Auf beiden Touren haben wir unglaublich viel gesehen und zwei völlig verschiedene Regionen erkundet. Bereit für zwei abwechslungsreiche Etappen auf dem Fahrrad?
Unser Tipp: Der Rad-Routenplaner erhält über 40.000 Kilometer an Radroutendaten und eignet sich sehr gut zum Planen einer Tour.
1. Fernradweg "Liebliches Taubertal - Der Klassiker"
Der Fernradweg „Liebliches Taubertal - Der Klassiker“ ist 100 km lang und führt von Rothenburg ob der Tauber über Tauberbischofsheim bis nach Wertheim am Main. Für die gesamte Strecken werden 3 Etappen empfohlen, natürlich kannst du deine Tour auch individuell planen. Der Weg führt dich durch eine sanft-hügelige Landschaft mit schönen Weinorten, historischen Städtchen und vorbei an zahlreichen Burgen, Schlössern und Klöstern aus längst vergangenen Zeiten.
Übrigens: Der Fernradweg wurde bereits mehrfach mit der Höchstnote „5 Sterne“ vom ADFC ausgezeichnet und gehört zu den den ältesten Radwanderwegen in Deutschland. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) füllt beim Prüfverfahren einen Bewertungsbogen mit 40 Kriterien aus und vergibt insgesamt 100 Punkte. Der „Klassiker“ konnte sich schon zum fünften Mal beweisen und die Höchstnote erzielen.
Vor uns lag die 3. Etappe (ca. 30 km) des Fernradweges, welche uns von Tauberbischofsheim nach Wertheim am Main führte. Doch bevor wir uns die Fahrräder schnappten, erkundeten wir erst einmal die wunderschöne Stadt Tauberbischofsheim, welche du dir auch auf keinen Fall entgehen lassen solltest. Die historische Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, den engen Gassen und schönen Plätzen hat uns von Anfang an verzaubert. Sehenswert am zentralen Marktplatz sind u.a. das schöne Rathaus, die Alte Post, das Barockpalais oder auch das Rincker-Haus. Spazierst du weiter die Fußgängerzone entlang, entdeckst du die imposante Stadtkirche St.
Auch der Schlossplatz mit dem Kurmainzisches Schloss und dem Türmersturm solltest du dir nicht entgehen lassen. Wir hatten die Möglichkeit im Rahmen einer privaten Führung den 37 Meter hohen Turm zu erklimmen und die Aussicht über die Stadt zu genießen. Dieser im 13. Jahrhundert errichtete Wehrturm ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Auf diesem idyllisch gelegenen Platz befinden sich außerdem der Schlossplatzbrunnen mit der Riemenschneiderfigur, sowie der Bischemer Krötenbrunnen und Reste der Stadtmauer mit dem Hungerturm. Für einen Sundowner am Abend empfehlen wir dir übrigens die Tauber Terrassen.
Nach unserer Erkundungstour durch Tauberbischofsheim radelten wir gemütlich an der Tauber entlang in Richtung Wertheim. Dabei kamen wir an kleinen Ortschaften, an Waldrändern und Obstwiesen vorbei. Auf dem meist asphaltierten Fernradweg kann man ganz gemütlich radeln, er ist vollständig ausgeschildert und ohne Straßenverkehr zu befahren.
Auf den ersten Kilometern kamen wir an Hochhausen und an Niklashausen vorbei, zwei kleinen Ortschaften entlang der Tauber. Von Tauberbischofsheim brauchten wir knapp 40 Minuten, ehe wir die kleine Gemeinde Gamburg erreichten, von wo aus wir einen Abstecher zur Burg Gamburg machten. Dazu ging es (zum Glück mit unseren E-Bikes) vom Ortszentrum steil hinauf bis zum Eingang der Burg. Diese über der Tauber thronende Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und zählt heute zu den ältesten Burgen der Region. Seit 1546 ist sie in Privatbesitz und wird auch bewohnt.
Nachdem wir die Burg Gamburg und den Burggarten erkundeten, radelten wir gemütlich weiter zum nächsten Highlight unser Fahrradtour. Nach nur weiteren 5,5 km erreichten wir das sehenswerte Kloster Bronnbach, welches 1151 als ehemalige Zisterzienser-Abtei gegründet wurde. Die gesamte Anlage ist groß und so gibt es vor Ort einiges zu entdecken. Wir schauten uns u.a. die Klosterkirche an, spazierten durch die mittelalterlichen Kreuzgänge und den barocken Abteigarten.
Die letzten 10 Kilometer verliefen entspannt durch das Liebliche Taubertal und führten uns an Reichholzheim vorbei sowie Waldenhausen. Den krönenden Abschluss bildete aber die romantische Stadt Wertheim, welche uns mit tollen Fachwerkhäusern, einem historischen Marktplatz und einer gemütlichen Atmosphäre begrüßte. Wertheim ist die nördlichste Stadt Baden-Württembergs und liegt an der Grenze zu Bayern. Bis nach Frankfurt am Main sind es gerade einmal 70 Kilometer und bis nach Würzburg nur 30.
Das Highlight der Stadt ist sicherlich die Burg Wertheim, welche zu den größten und schönsten Burgruinen Deutschlands zählt. Sie thront oberhalb der Stadt und kann besichtigt werden (alle Infos hier). Nach unserer erfolgreich absolvierten Tagestour und den unzähligen Eindrücken wollten wir in Wertheim aber nur noch eines: EIS ESSEN!
In der Altstadt besorgten wir uns leckeres Eis und kühle Drinks, setzten uns ans Ufer der Tauber und genossen den sommerlichen Nachmittag noch einmal in vollen Zügen.
2. Odenwald-Madonnen-Radweg
Die zweite Tour führte uns in die waldreiche Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Neckartal-Odenwald auf den ca. 180 km langen Radfernweg „Odenwald-Madonnen-Radweg“. Dieser Radfernweg verbindet die Städte Tauberbischofsheim, Buchen, Mosbach und Neckargemünd mit der Domstadt Speyer. Er fürht gemütlich entlang des Neckars, flussabwärts bis nach Heidelberg und weiter nach Speyer. Die knapp 180 Kilometer lassen sich gut in 4 Tagesetappen meistern, welche einzeln rund 40 bis 50 Kilometer lang sind.
So bleibt auch genügend Zeit, um die vielen Highlights ringsherum zu erkunden, wie zum Beispiel die schöne Stadt Tauberbischofsheim, Mosbach, Speyer, Heidelberg oder Wertheim. Die meiste Zeit über geht es über gepflegte Radwege durch die malerische Natur des südlichen Odenwalds.
Wir starteten die 2. Etappe des Odenwald-Madonnen-Radweges in der Stadt Buchen, welche im Neckar-Odenwald-Kreis im Norden Baden-Württembergs liegt. Buchen eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Touren in den Odenwald, dazu aber später mehr. Bevor es auf die Fahrräder ging, spazierten wir durch die Altstadt, welche mit einigen Sehenswürdigkeiten auf uns wartete. Da wären zum Beispiel das aus rotem Sandstein erbaute Alte Rathaus, die Mariensäule in der Nähe des Stadtturms, der Wimpina-Platz mit dem neuen Rathaus oder auch die katholische Stadtkirche St. Oswald.
Die zweite Etappe des Odenwald-Madonnen-Radweges führte uns fortan durch die ländlichen Regionen, vorbei an kleinen Dörfchen, Wiesen und durch den wunderschönen Odenwald. Der Radweg verläuft überwiegend über asphaltierte Wege, teilweise auch mal über unbefestigte Waldwege. Während unserer Fahrradtour merkten wir schnell, dass es an diesem Tag eher um die kleinen Details am Wegesrand ging, statt um imposante Sehenswürdigkeiten und größere Städte. So entdeckten wir auf den ersten Kilometern vor allem Obstbäume, bunte Wiesen, wogenden Getreidefelder und Sonnenblumenfelder.
Zwischen Darmstadt und Heidelberg, Aschaffenburg und Heilbronn liegt die Naturlandschaft des Geo-Nazurparks Bergstraße-Odenwald. Der Odenwald ist ein reizvolles Mittelgebirge in Deutschland und lädt zum Wandern, Radfahren, Klettern, Golfen oder auch Mountainbiken ein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um auf den ausgeschilderten Radwegen die Region zu erkunden. Immer wieder kamen wir an diesem Tag durch den Odenwald und genossen dabei die herrliche Landschaft und Abgeschiedenheit.
Am Wegesrand entdeckten wir hübsche Schmetterlinge (vor allem Kaisermantel & Baumweißling), welche vor allem an Waldwegen und offenen Waldrändern zu finden sind. Wir radelten weiter durch die Region und fuhren u.a. durch die Ortschaften Mudau, Laudenberg und Limbach. In Mudau kann man sich eine historische Dampflock anschauen, welche bis Anfang der 1960er Jahre noch im Einsatz war.
Die meterspurige Schmalspurbahn (auch Odenwald-Express genannte) verband von 1905 bis 1973 Mosbach mit Mudau auf einer Streckenlänge von 27,51 km. Von Mudau aus folgten wir der sogenannten „Wanderbahn“ auf der ehemaligen Bahnstrasse, welche teilweise wieder durch den Odenwald führte. Die letzten Kilometer führten uns durch die kleinen Dörfer und Teilorte Fahrenbach und Lohrbach.
Kurz vor Mosbach, unserem Etappenziel, machten wir entlang der Elz am Wegesrand noch einmal eine letzte Pause und leerten unsere Proviantbox. Direkt neben der Sitzbank befindet sich ein kleiner Brunnen mit Wasserrad, welchen man unterwegs gar nicht verfehlen kann. Die letzten 3 Kilometer radelten wir dann ganz entspannt weiter in Richtung Mosbacher Altstadt.
Nach insgesamt 44 Kilometern erreichten wir glücklich und zufrieden unser Tagesziel Mosbach. Bereits in unserem Wanderartikel haben wir über diese Stadt geschwärmt, denn sie ist definitiv ein Highlight auf dieser Rad- und Wanderstrecke. Plane unbedingt genügend Zeit ein, um dir die historische Altstadt mit den wunderschönen Fachwerkhäusern anzuschauen.
Weitere Radwege in Baden-Württemberg
Neben den bereits erwähnten Fernradwegen gibt es in Baden-Württemberg eine Vielzahl weiterer attraktiver Radstrecken. Hier eine kleine Auswahl:
- Radweg Württemberger Weinstraße: Für Genießer der Wein-Wald-Wiesen-Mix in Deutschlands größter Rotweinlandschaft mit schönen WeinRadwegen.
- Kocher-Jagst-Radweg: Diese Rundtour im Herzen Baden-Württembergs trägt den Namen der beiden Flüsse Kocher und Jagst.
- Neckartal-Radweg: Deutschlands kontrastreichster Flussradweg.
- Flussradwege in den Seitentälern: Entlang von Schozach, Zaber oder Sulm sind die Flusslandschaften besonders abwechlungsreich.
- Tour de Murg: Am besten startet ihr die Tour von Freudenstadt. Dann könnt ihr 66 km von den Schwarzwaldhöhen hinunter ins Murgtal fahren.
Tipps für die Radtourenplanung
- RadServiceStationen: Geprüfte Gastgeber, die für kleine Pannen und platte Reifen ebenso gerüstet sind wie für einen Zwischenstopp zum Energie tanken.
- Bett+Bike: Zahlreiche zertifizierte Unterkünfte empfangen radfahrende Gäste auch nur für eine Nacht und sind bestens auf deren Bedürfnisse eingestellt.
ADFC-Qualitätsradrouten
Der ADFC klassifiziert Radfernwege und vergibt für ihre Qualität Sterne. Bis zu fünf Sterne sind möglich, je höher ihre Zahl, desto mehr Qualität wird Radreisenden auf der Strecke geboten. Mehr zu den ADFC-Qualitätsradrouten erfahren Sie hier.
Das RadNETZ Baden-Württemberg
Das RadNETZ Baden-Württemberg ist ein überregionales Hauptradroutennetz. Es verbindet für Radfahrende nicht nur die großen Siedlungen, sondern ist auch Vorbild für die nachgeordneten Radverkehrsnetze.
Hinweis
In den vergangenen Tagen hat es in vielen Teilen Baden-Württembergs stark geregnet. Die Folge sind Hochwasser und Überschwemmungen an vielen (auch kleinen) Flüssen im Land. Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Tour über eventuelle Einschränkungen.
Empfehlungen von Radfahrern für Radfahrer
- Ich kann den fantastischen Radweg durch das Nagold-Tal empfehlen. Wunderbar von Nagold nach Pforzheim: 60 Kilometer, fahre ich regelmäßig mit meinem E-Bike.
- Rupert aus Stuttgart empfiehlt eine Radtour von Nagold nach Straßburg. "Eine tolle Tour durch den Schwarzwald", schwärmt er, "sensationelle Ausblicke, ein Traum!".
- Für alle Weinliebhaber:innen, die gerne mal ein Päuschen einlegen, empfiehlt Hörer Frederik noch den Badischen Weinradweg. Die Route beginnt in Grenzach an der Deutsch-Schweizerischen Grenze und endet nach 460 km in Laudenbach an der Badischen Bergstraße.
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