Radweg Blaues Wunder Dresden: Informationen und Aktuelles

Das Blaue Wunder, Dresdens bekannteste Elbbrücke, verbindet seit 1893 die Stadtteile Loschwitz und Blasewitz. In kaum einer anderen Großstadt finden Radfahrer eine so schlechte Infrastruktur vor wie in Dresden.

Verkehrsversuch und seine Folgen

Nun haben Fahrradstreifen auf der Brücke Blaues Wunder eine Autospur ersetzt. Ein großangelegter Verkehrsversuch für mehr Radlersicherheit auf dem historischen Blauen Wunder ist Dresden in nach massiven Protesten im Frühjahr abgebrochen worden. Über 22 Jahre geplant, nach einer Woche gescheitert: Einer der beiden Radwege auf dem Blauen Wunder in Dresden. Nach nur einer Woche wurde das Experiment gestoppt.

Die Stadt wollte mit dem Test herausfinden, ob ein Radweg über die Brücke sinnvoll ist. Was Radfahrer freuen dürfte, machte Autofahrer richtig wütend, denn eine Fahrspur Richtung Schillerplatz fehlte nun. Nicht nur in der Hauptverkehrszeit war das ein Problem.

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn muss für sein Rad-Experiment am Blauen Wunder harsche Kritik einstecken. Schon der erste Tag habe gezeigt, dass es nicht funktioniert, wettern zum Beispiel FDP, Linke und Freie Wähler. Sie fordern Kühn auf, das Experiment sofort zu beenden.

Die größte Kritik richtete sich gegen die Staus, auf die sich Fahrgäste des ÖPNV und Autos einstellen sollten. Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass in den Spitzenzeiten mit Verzögerungen bis zu 12 Minuten gerechnet werden muss. Auch die Kosten sorgten für Verdruss: Denn die Markierungen blieben gerade einmal für zwei Monate, wofür die Stadt 70.000 Euro investierte.

Aktuelle Situation und Herausforderungen

Was geblieben ist, sind Fahrradspuren direkt auf der Brücke. Nun hat sich allerdings deren provisorische Markierung aus gelben Klebestreifen, wie sie sonst an Baustellen verwendet werden, gelöst. Die Landeshauptstadt Dresden hat unterdessen angekündigt, dass die lose Markierung bei trockenem Wetter sehr wohl ersetzt werden soll.

Der Verwaltung sei das Ablösen von Teilen der Gelbmarkierung bekannt und die zuständige Absperrfirma bereits informiert worden, so die Pressestelle des Rathauses. Die Regenfälle der vergangenen Tage haben der Farbe zugesetzt. Ein ähnliches Phänomen ist bei den Markierungen am Flügelweg zu beobachten. Hier läuft der Verkehrsversuch noch, aber auch hier machen die Markierungen, was sie wollen.

Die Stadtratsfraktion Freie Wähler/Freie Bürger sieht die Verkehrssicherheit gefährdet und forderte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) zum Handeln auf. Der Zustand sei unhaltbar, die Markierungen müssten unverzüglich entfernt werden, so Torsten Nitzsche, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion.

Das Rathaus teilte auf Anfrage mit: „Der Verwaltung ist das Ablösen von Teilen der Gelbmarkierung bekannt, wir haben das zuständige Unternehmen informiert.“ Eine verkehrsrechtliche Anordnung für das Aufbringen einer neuen Gelbmarkierung sei schon beantragt worden, schließlich müsse für die Arbeiten die Fahrbahn gesperrt werden.

Forderungen und Perspektiven

Dem Fahrradklub ADFC in Dresden reicht das nicht. Geschäftsführer Edwin Seifert sagte, die Markierung sollten schnellstmöglich erneuert werden. Er verwies auf eine Petition, die der ADFC vergangene Woche an Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) übergeben hat. Darin fordern mehr als 3.700 Unterzeichner eine dauerhafte und sichere Lösung für den Radverkehr zwischen Loschwitz und Blasewitz.

"Wichtiger Bestandteil der Petition ist der Vorschlag, die Fahrstreifen am Körnerplatz so anzupassen, dass Fahrräder und Busse ab der Grundstraße auf einer gemeinsamen Spur Richtung Brücke fahren", so Seifert. Aber auch nahe des Schillerplatzes müssen sich aktuell Radler und der motorisierte Stadtverkehr wechselseitig einordnen, weil ein Radweg fehlt. Hier könnte laut ADFC eine sogenannte ampelgeregelte Fahrradschleuse den Radverkehr sicherer machen.

Allerdings gibt es insbesondere auf der Körnerplatz-Seite Verbesserungsbedarf. Denn auf der Loschwitzer Brückenrampe ist in Fahrtrichtung Schillerplatz nicht erkennbar, dass ein Radweg am Brückenkopf kommt. Man muss sich mit dem Rad erst durch den dort noch zweispurigen Autoverkehr kämpfen.

Viel besser wäre hier, und das hatte der ADFC Baubürgermeister Kühn längst vorgeschlagen, eine kombinierte Bus- und Radspur vom Körnerplatz an, wenn nicht sogar mit Beginn an der Grundstraße, in Richtung Brücke. Damit kämen die Busse ein Stück schneller voran und der Radverkehr wäre auf einer Länge von bis zu 200 Metern sicherer geführt.

Die neuen Radwege auf dem Blauen Wunder werden sehr gut angenommen. Das zeigt die Menge an Radverkehr, den der ADFC Dresden am Donnerstag 11. April im Frühverkehr bei einer Zählung erfasst hat: Über 700 Radfahrerinnen und Radfahrer passierten zwischen 6:45 und 8:45 Uhr das historische Brückenbauwerk - was fast einer Verdoppelung des Radverkehrs im Vergleich zu den Vorjahren gleichkommt.

Besonders erfreulich: Nur noch 5,4% aller Radfahrer fuhren auf dem Gehweg vor Café Toscana und den Läden. Damit ist die Gehwegnutzung insgesamt massiv zurückgegangen - eine gute Nachricht für alle Fußgänger.

Hinzu kommt, dass nach Beobachtung des Fahrradclubs gleichzeitig der Autostau beispielsweise auf der Grundstraße seit dem Beginn des Verkehrsversuch deutlich zurückging. Die Zählung zeigt, dass die Radwege sehr gut angenommen werden. Die Menschen freuen sich, dass sie nun endlich deutlich besser über das Blaue Wunder mit Rad fahren können und nutzen die markierten Radwege intensiv.

Zudem: Würden alle 700 Radfahrer das Auto nehmen, ergäbe dies eine Autoschlange von mindestens 5 Kilometern.

In jedem Fall sollen, so fordert der ADFC Dresden, die Radwege auf dem Blauen Wunder zur Dauereinrichtung werden.

Radtour am Blauen Wunder

Die Radtour beginnt am Blauen Wunder - einer Brücke, die ihren Beinamen völlig zurecht verdient. Dann radeln Sie auf einem malerischen Radweg an der Elbe bis zum Neumarkt entlang. Vergessen Sie auf dieser Radtour nicht den Blick fürs Detail, denn auf jedem einzelnen Meter gibt es hier jede Menge zu entdecken.

Entdecken Sie auf Ihrer Radtour:

  • Standseilbahn Dresden
  • Schwebebahn
  • Loschwitzer Dorfkern
  • Körnerhaus
  • 3 Elbschlösser
  • Saloppe
  • Waldschlösschenbrücke
  • Albertbrücke
  • Bogenschütze
  • Carolabrücke
  • Augustusbrücke
  • Schlossplatz
  • Fürstenzug
  • Ziel Neumarkt

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