Die südliche Pfalz, an der Grenze zu Frankreich, vereint bizarre Felsformationen und dichte Wälder mit idyllischen Weinbergen und malerischen Fachwerkhäusern. Eine ansprechende Radtour verbindet diese Gegensätze und führt vorbei an Burgen, Felsen, Weinbergen und bietet sogar einen Abstecher nach Frankreich.
Sanfter Einstieg in Dahn
Das Städtchen Dahn im Herzen des Felsenlands ist ein idealer Startort, um die Umgebung auf kleineren Touren zu erkunden. Dahn wird in südlicher Richtung auf dem Wieslautertal-Radweg verlassen. Der gut ausgeschilderte Radweg führt über Wissembourg (Weißenburg) bis zum Rhein. Kurz hinter Dahn fällt der Blick auf die Reihe von freistehenden, gelb-rot gebänderten Buntsandsteinfelsen, den typischen Kennzeichen des Dahner Felsenlands.
Durch das Rumbachtal nach Fischbach
Kurz vor Bundenthal zweigt ein Radweg nach Ludwigswinkel ab. Durchs schöne Rumbachtal führt die in einiger Entfernung zur Landstraße extra angelegte Route, Steigungen sind keine zu bewältigen. Erst nach Fischbach geht es bergan: Durch Fischbach fährt man zunächst auf der Hauptstraße, später Dahner Straße und dann ins Naturschutzgebiet Wolfsägertal. Der befestigte Wirtschaftsweg wird ab dem Zeltplatz am Ende des Tals unbefestigt. Immer geradeaus geht es jetzt durch das Fischbrunner Tal steil hinauf zum Großen Mückenkopf.
Am Ende der Welt: Großer Mückenkopf und Moosbachtal
Am Großen Mückenkopf (485 Höhenmeter) kreuzt der Weg eine kleine Straße. Die Route führt über diese hinweg hinunter ins Naturschutzgebiet Moosbachtal. Hier war früher US-militärisches Sperrgebiet, jetzt wird hauptsächlich gewandert. Beim Neudahner Weiher stößt man wieder auf den Wieslautertal-Radweg und erreicht nach kurzer Fahrt Dahn.
Oberhalb des Neudahner Weihers thront die Burgruine Neudahn, zu erreichen nach einem ca. 15-minütigen Aufstieg. Morgens ist man im Moosbachtal garantiert allein, und sobald man nach der ersten Wegbiegung den (ohnehin nicht sehr starken) Verkehrslärm der Landstraße (427) hinter sich gelassen hat, kann man sich als einzigen Menschen auf der ganzen Welt fühlen, so abgeschieden ist es hier dann.
Noch ein Tipp: In Fischbach ist das Biosphärenhaus einen Besuch wert. Im Innen- und Außengelände des Informationszentrums gibt es jede Menge zu sehen, zu lernen und zu erfahren.
Von Dahn nach Wissembourg
Diesmal geht es den Wieslautertal-Radweg bis Wissembourg. Mal führt er durchs offene Gelände, mal mitten durch dichten Wald - und zu Beginn fast immer fern der Landstraße. Kurz nach Überqueren der Grenze bei St. Germanshof ist das elsässische Wissembourg erreicht. Zeit für eine gemütliche Kaffee-Pause und Besichtigung der sehenswerten Altstadt.
Deutsche Weinstraße und kulinarische Genüsse
Ab Wissembourg fährt man auf der Deutschen Weinstraße Richtung Norden. Ihr Beginn wird in Schweigen durch das 1936 erbaute Deutsche Weintor markiert. Das Tor ist 18 m hoch und wird von zwei kupfernen Mohnkapseln gekrönt, die ewigen Wohlstand der Winzer an der Weinstraße symbolisieren sollen. Im Tor befindet sich eine Galerie, neben dem Tor eine Gaststädte, in der diverse Weine der Deutschen Weinstraße angeboten werden.
Die Deutsche Weinstraße selbst war im Jahr zuvor ins Leben gerufen worden, um den Verkauf des Pfälzer Weins anzukurbeln und die Region wirtschaftlich zu stärken. Durch Bad Bergzabern und Klingenmünster fährt man mal auf Radwegen, mal auf Straßen. Beide Ortschaften bieten sich als Stopp zur Einkehr oder Übernachtung an. Auf jeden Fall sollte man sich ein leckeres Mahl mit Elsässer Flammkuchen und Pfälzer Riesling nicht entgehen lassen.
Ein Rundgang durch den schönen mittelalterlichen Stadtkern des Thermal- und Kneippheilbads Bergzabern lohnt sich. Das Wahrzeichen von Klingenmünster ist die Burgruine Landeck. Sie thront in ca. 300 m Höhe über dem Städtchen. Vom Bergfried der Burg bietet sich eine tolle Aussicht übers Rheintal; man erreicht sie über eine Fahrstraße.
Ab Klingenmünster führt der Radweg sehr schön durch die Weingärten. Dabei geht es immer wieder hügelauf und hügelab, doch die Anstiege sind gut zu bewältigen. Am letzten Sonntag im August wird übrigens die Deutsche Weinstraße für den Autoverkehr geschlossen - dieser Tag bietet sich natürlich Radfahrern besonders für einen Besuch an. Allerdings tummeln sich dann auf der insgesamt 85 km langen Strecke 300 bis 400.000 Besucher...
Felsen und Burgen im Pfälzer Wald
In Siebeldingen im Stadtteil Birkweiler kreuzen sich der Radweg Deutsche Weinstraße und der Queichtal-Radweg. Letzterem folgt die Tour entlang dem gleichnamigen Flüsschen bis hinauf zur Quelle bei Hauenstein. Es geht zurück in den Pfälzer Wald, die bizarren Felsformationen empfangen den Radwanderer. Annweiler am Trifels wartet mit schönen Fachwerkhäusern auf. Und mit der alten Reichsveste Trifels, in der Richard Löwenherz auf seiner Rückkehr vom Kreuzzug 1193/94 festgehalten wurde. Von ihr oben kann man eine schöne Rundsicht genießen.
Schließlich erreicht man Wilgartswiesen. Der Ort wird überragt von den Burgruinen Falkenburg und Wigartaburg. Endpunkt des Queichtal-Radwegs ist die Quelle der Queich in Hauenstein. Wer nicht mehr viel Zeit hat, fährt ab hier auf einem ruhigen Radwanderweg durch den Wald bis Hinterweidenthal und von dort weiter bis Dahn. Natürlich nicht ohne bei Hinterweidenthal einen Blick auf den berühmten Teufelstisch, eine imposante Felsformation, geworfen zu haben.
Gipfelsturm zum Weißenberg
Für diejenigen mit mehr Zeit und vor allem Muße für einen ordentlichen Anstieg haben sei die folgende Variante empfohlen. Nach Wilgartswiesen führt die Route unter der Bundesstraße hindurch, überquert diese kurz darauf und führt auf einem ruhigen Sträßchen hoch nach Hermersbergerhof, einem ehemaligen Klostergut. Im Café kann man sich für die Weiterfahrt stärken.
Ab hier ist die Straße hinauf zum Weißenberg für Autofahrer gesperrt und entsprechend ruhig. Am Weißenberg mit dem Luitpoldturm hat man 607 Höhenmeter erklommen. Vom Turm kann man eine herrliche Rundsicht über den Pfälzer Wald bis in die Rheinebene genießen. Später stößt das Sträßchen auf die Landstraße, auf der man sich nach links über Leimen und Merzalben nach Münchweiler wendet. Hier herrscht mehr Verkehr, aber die schöne Abfahrt entschädigt dafür.
Von Münchweiler führt ein idyllischer Radweg entlang einer Eisenbahnlinie nach Hinterweidenthal. Der Radweg ist ausgeschildert, aber nicht unbedingt gut zu finden - am besten nachfragen. Von Hinterweidenthal geht es auf einem Radweg wieder zurück nach Dahn.
Routenvorschläge
- Kennenlern-Runde: Dahn - Rumbach - Fischbach - „Großer Mückenkopf“ (485 hm) - Neudahner Weiher - Dahn (ca. 40 km)
- Wald-Wein-Tour: Dahn - Wieslautertal-Radweg bis Wissembourg (25 km) - Deutsche Weinstraße: Bad Bergzabern - Klingenmünster - Siebeldingen (30 km) - Queichtal-Radweg bis Hauenstein (20 km) - Hinterweidenthal - Dahn (15 km)
- Alternative ab Wilgartswiesen: Weißenkopf (607 Höhenmeter) - Leimen - Merzalben - Münchweiler - Hinterweidenthal - Dahn (55 km)
Gesamtkilometer: ca. 90 bzw. 130 km
Wissenswertes von A-Z
Die beschriebenen Touren lassen sich am besten mit einem Trekking-/Reiserad bewältigen, die Wirtschaftwege sind z. T. nicht befestigt. Kondition ist nötig, besonders für die Alternativ-Tour über den Weißenstein (607 Höhenmeter).
Kartenempfehlungen
- Mountainbiker erhalten bei der Touristik-Information des Dahner Felsenlands eine Extra-Karte mit Routenvorschlägen.
- Deutsche Rad-Tourenkarte (Rad Club Deutschland), Haupka Verlag, Blatt 33 Pfalz, Saarland, Nahe, Hunsrück
- Für grenzüberschreitende Touren nach Frankreich empfehlenswert: Michelin Blatt 278, Oberrhein - Schwarzwald (nördlichster Punkt im Pfälzer Wald: Kaiserslautern)
Radwege-Info
- Wieslautertal-Radweg: Hinterweidenthal - Neuburg am Rhein; Gesamtlänge ca. 52 km
- Radweg Deutsche Weinstraße: Schweigen-Rechtenbach - Bockenheim; Gesamtlänge ca. 85 km
- Queichtal-Radweg: Hauenstein - Germersheim; Gesamtlänge ca. 50 km
Der Wieslautertal-Radweg im Detail
Der „Wieslautertal-Radweg“ ist ein Teil des Pamina Radweges und führt von Hinterweidenthal mit seinem markanten Teufelstisch genannten Felsen immer entlang der Lauter durch die einzigartige Landschaft des Wasgaus über Dahn bis zur charmanten Altstadt von Wissembourg. Auf dem familienfreundlichen Radweg radelt man 33 Kilometer von Hinterweidenthal bis ins französische Wissembourg.
Streckenverlauf und Sehenswürdigkeiten
Als Ausgangspunkt der Tour dient der Bahnhof in Hinterweidenthal. Direkt vom Bahnhof aus weist eine Beschilderung mit der Beschriftung „Pamina Lauter“ den Weg. Der Radweg unterquert zunächst die B10 und mündet auf die Hauptstraße Hinterweidenthals. Entlang der Wieslauter und vorbei am Heufelsen geht es bis nach Dahn.
Weiter geht es bis nach Bruchweiler-Bärenbach, wo ein moderner Erlebnisspielplatz zum Toben einlädt. Danach führt der Weg nach Bundenthal und Bobenthal. Am Ortsende Bobenthals angekommen, zweigt die Route rechts in die Mühlstraße und an der nächsten Kreuzung links in die Lauterstraße ab. Durch den schattigen Wald geht es etwas abschüssig weiter bis zur deutsch-französischen Grenze.
Wissembourg: Elsässischer Charme und französische Gaumenfreuden
Auf französischem Terrain angekommen, erreicht man zunächst das französische Dorf Weiler. Der Lauter folgend führt die Route ganz bequem bis ins Stadtzentrum Wissembourgs. Die Altstadt ist von gut erhaltenen Fachwerkhäusern, dem Lauterkanal und der eindrucksvollen Abteikirche Saint-Pierre-et-Paul geprägt. Zahlreiche Restaurants und Cafés laden zu kulinarischen Genüssen ein.
Bequeme Rückreise per Bahn
Wer die Tour in Wissembourg beendet, kann die Rückreise ganz bequem per Bahn antreten. Der Bahnhof von Wissembourg bietet regelmäßige Verbindungen nach Deutschland an.
Weitere Radtouren rund um Wissembourg
Die charmante Stadt liegt am Rande des regionalen Naturparks Nordvogesen und ist von unberührter Natur umgeben, die sich hervorragend für Radtouren eignet. Die schönsten Radwege befinden sich vor allem entlang des Rhein-Marne-Kanals und auf dem grenzüberschreitenden Grünen Weg, der Lauterbourg in Frankreich mit Neuburgweier in Deutschland verbindet.
Die Biosphären-Tour
Die Biosphären-Tour umkreist als Rundweg von Dahn aus den südlichen Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald zwischen der Wieslauter im Osten, der Sauer im Süden sowie den kleinen Bächen Fischbach und Moosbach im Westen und Norden. Die Biosphären-Tour nutzt dabei diese vier Bachtäler als bequeme Strecken, muss aber deren Wasserscheiden in zwei Anstiegen überwinden, was auf ruhigen Forst- und Waldwegen ohne jeden Autoverkehr geschieht.
Die Seerosen-Tour
Die Seerosen-Tour führt durch Waldlandschaften wie das Rohrwoogtal oder das Naturschutzgebiet Moosbachtal. Übrigens sollten Sie weitere Sehenswürdigkeiten, die am Weg entlang zu finden sind, nicht vergessen und einen kurzen Abstecher zu dem ein oder anderen interessanten Punkt einplanen.
Der Klingbach-Radweg
Der Klingbach-Radweg führt uns von Dahn-Reichenbach durch den Pfälzerwald und die Rheinebene nach Hördt am Rhein. Die Besonderheit des Ortes liegt vor allem in seiner Nähe zur Dahner Felsenland Region. Hier findet man eine atemberaubende Landschaft mit bizarren Sandsteinformationen und dichten Wäldern.
Radfahren in Dahn: Ein Eldorado für Fahrradliebhaber
Mit seinen beeindruckenden Felsformationen, malerischen Landschaften und gut ausgebauten Radwegen bietet die Region unzählige Möglichkeiten für abenteuerliche Radtouren. Egal ob Anfänger oder Profi - hier findet jeder seine passende Strecke und kann die Natur in vollen Zügen genießen.
Tabelle: Routenvorschläge rund um Dahn und Wissembourg
| Route | Länge | Schwierigkeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Kennenlern-Runde | ca. 40 km | Leicht | Großer Mückenkopf, Neudahner Weiher |
| Wald-Wein-Tour | ca. 90 km | Mittel | Wieslautertal, Deutsche Weinstraße, Queichtal |
| Tour zum Weißenkopf | ca. 130 km | Schwer | Weißenkopf (607 m), anspruchsvolle Anstiege |
| Wieslautertal-Radweg | 33 km (eine Richtung) | Leicht | Familienfreundlich, entlang der Wieslauter |
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