Auf idyllischen Wegen vom Ostseestrand zum Nordseedeich: Mit 130 Kilometern gehört die deutsch-dänische Grenzroute zu den abwechslungsreichsten Radfernwegen im Norden. Die rund 130 Kilometer lange Grenzroute in Schleswig-Holstein lässt Radfahrende in die Kulturhistorie der deutsch-dänischen Grenzregion eintauchen. Die Grenzroute ist Deutschlands nördlichster und Dänemarks südlichster Radweg.
Entlang der Strecke überqueren Radler 13 Mal die Grenze zu unseren nördlichen Nachbarn. Zwischen Nordseedeich und Flensburger Förde kreuzt die Strecke den früheren Grenzverlauf, der 80 Jahre lang den Landstrich prägte. Ein Ausflugstipp.
Streckenverlauf und Landschaft
Idyllische Wege führen Sie heute durch abwechslungsreiche Naturlandschaften der Urlaubsregion. Im Westen genießen Sie die Weite der Marsch, Binnendünen und Heide charakterisieren die Geest, und im Osten durchfahren Sie das eiszeitlich geprägte Hügelland.
Die Wege verlaufen meist eben und können in beide Richtungen ohne größere Steigungen befahren werden. Die insgesamt fast 130 Kilometer lassen sich in vier Etappen von jeweils etwa 30 Kilometern Länge unterteilen. Zügige Radfahrer benötigen für die gesamte Strecke lediglich zwei Tage.
Von Flensburg bis Aventoft: Eine Etappe der Kontraste
Am östlichen Ende beginnt die Grenzroute in Flensburg. Am eindrucksvollen Museumshafen sowie dem Schifffahrts- und Rummuseum vorbei führt der Radweg zeitweise direkt am Ufer der Flensburger Förde und den Stränden Ostseebad und Wasserleben entlang nach Harrislee. Dort treffen Radler auf das Industriemuseum Kupfermühle und das Niehuuser Tunneltal, wo vor etwa 10.000 Jahren ein Gletschertor lag.
Südlich der Grenze führt die Route durch die Gemeinde Handewitt, vorbei am Naturschutzgebiet Stiftungsland Schäferhaus. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in einer ursprünglichen Heidelandschaft leben und grasen Galloway-Rinder und Wildpferde. Interaktive Info-Stationen vermitteln Wissenswertes über Natur und Archäologie.
Kulturelle und Natürliche Sehenswürdigkeiten
Im Museum Frøslevlejren, einem ehemaligen Gefangenenlager der deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark, erfahren Besucher Details über den Einmarsch der deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs. Hinter Fårhus (Faarhuus) geht es durch die ruhige Geest-Landschaft, vorbei an Sofiedal (Sophiental) mit seinen traditionellen Höfen, zum Naturschutzgebiet Frøslev Mose (Fröslev-Jardelunder Moor), einem grenzüberschreitenden Moorgebiet bei Jardelund.
Bei Bögelhuus, einem Stadtteil von Weesby, überqueren Radler erneut die Grenze. Gleich nördlich, bei Lille Jyndevad (Klein Jündewatt), lohnt sich ein Abstecher zur idyllischen Wassermühle von St. Jyndevad mit einem Blick über das Tal der Sønderå. Die Route führt weiter über Rens bis nach Bramstedtlund nach Ladelund. Hier lädt ein idyllisches Naturbad im Sommer zu einer erfrischenden Pause ein.
Marschlandschaft und Binnendünen
Mitten im Landesinneren sind Sanddünen eine Seltenheit. Nördlich von Westre lohnt sich eine Pause auf dem Rastplatz mit Schutzhütte, der einen Blick auf das Naturschutzgebiet Schwarzberger Moor bietet. Der weitere Weg nach Süderlügum kreuzt zweimal die Grenze und passiert einen großen Windpark bei Ellhöft.
Nach einem Waldabschnitt trifft die Route auf das etwa 41 Hektar große Naturschutzgebiet Süderlügumer Binnendünen, durch das ein Wanderweg führt. Vorbei geht es an dem Kirchdorf Ubjerg und weiter nach Tønder (Tondern), einem lebhaften Handelsstädtchen, dessen Wasserturm aus der ansonsten recht flachen Marsch herausragt. Er beherbergt ein Kunstmuseum, das nordische Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert zeigt. Der hübsche Stadtkern mit Christkirche und Alter Apotheke lädt zu einem Bummel ein.
Schloss Schackenborg und die Wiedau-Schleuse
Die Grenzroute führt nun nach Møgeltønder (Mögeltondern), vorbei am Schloss Schackenborg auf der Schlossstraße, die als "Dänemarks schönste Dorfstraße" ausgezeichnet wurde. Weiter geht es durch die Tønder Marsch. Die Aussicht über den Rudbøl-See (Ruttebüller See) lässt erahnen, warum der Maler Emil Nolde diese Landschaft geliebt hat.
Direkt an der Grenze entlang geht es weiter nach Rodenäs zum nächsten Grenzübergang in Siltoft, von dort sind es nur noch wenige Minuten bis zur Nordsee, wo ein Stein den nördlichsten Punkt auf dem deutschen Festland markiert. Vom Grenzübergang Siltoft führt die Grenzroute noch neun Kilometer durch Dänemark bis zu ihrem westlichen Endpunkt - der Vidå Sluse (Wiedau-Schleuse) in Højer (Hoyer).
Besondere Erlebnisse entlang der Strecke
Zahlreiche Informationspunkte erzählen Ihnen entlang des Radfernweges kuriose, unterhaltsame und ortsbezogene Geschichten vom besonderen Leben an der Grenze. Ein unvergessliches Erlebnis entlang der Grenzroute ist ein Rundflug mit dem Segelflugzeug vom Flugplatz in Aventoft. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihr Reisegebiet einmal von oben zu betrachten.
Süderlügum ist stark vom Grenzhandel geprägt und lädt Sie zu einem Bummel durch die Geschäfte ein. Wenn Sie sich eher nach Ruhe und Entspannung sehnen, spazieren Sie durch das Naturschutzgebiet der Süderlügumer Binnendünen. Von der Aussichtsplattform haben Sie einen wunderschönen Blick über die Landschaft der Urlaubsregion. Zwischen Handewitt und Harrislee erleben Sie im „Naturerlebnisraum Stiftungsland Schäferhaus“ Natur und Archäologie hautnah.
Flensburg: Ein Markanter Endpunkt
Markanter Endpunkt der Grenzroute ist die wunderschöne Hafenspitze in Flensburg. Das besondere Flair dieser traditionsreichen Seehandelsstadt mit ihren steilen Fördehängen und den historischen Bauwerken ist bereits aus einiger Entfernung erkennbar. Neben einer maritimen Einkaufsstraße erwarten Sie eine bunte Fülle an Ausflugszielen, wie das Schifffahrtsmuseum oder das Experimentiermuseum „Phänomenta“.
Praktische Informationen für Radfahrer
Die Grenzroute ist in Deutschland und Dänemark durchgehend, allerdings nicht einheitlich beschildert. Das Routenlogo kennzeichnet die deutschen und die dänischen Schilder.
Rast und Übernachtung
An der Grenzroute erwarten Sie zahlreiche Rastplätze sowie Wetterschutzhütten. Teilweise sind entlang der Strecke öffentliche Toiletten vorhanden. Zum Übernachten bieten sich Hotels und Gasthöfe, Jugendherbergen, Camping- und Naturlagerplätze an. Klassifizierte Bett+Bike-Betriebe gibt es auf deutscher und dänischer Seite.
Listen der Unterkunftsbetriebe finden Sie unter www.bettundbike.de.
Qualitätsverbesserungen
Durch die Radstrategie Schleswig-Holstein 2030 werden die Radfernwege stets optimiert. So auch die Grenzroute. Aufgrund der Qualitätsverbesserung und damit verbundenen Maßnahmen können die genannten Kilometerangaben leicht schwanken.
Kombinationsmöglichkeiten
Wer die Grenzroute nicht zurückfahren möchte, kann auf dem wesentlich kürzeren Nord-Ostsee-Radweg ohne Schleifen und Umwege nach Flensburg zurückkehren. Die Grenzroute lässt sich prima mit dem Nord-Ostsee-Radweg kombinieren. Diese südlich der Grenze verlaufende Radwanderroute bietet zahlreiche Abkürzungs- und Rundwegmöglichkeiten.
Am Wegesrand liegen mehrere Rastplätze mit Wetterschutzhütten, Tafeln mit Übersichtskarten und Informationen zur Umgebung. Wer möchte, kann die Strecke durch Abschnitte aus dem Nord-Ostsee-Radweg und den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Ochsenweg individuell variieren, ergänzen oder abkürzen.
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