Erkunden Sie die Insel Reichenau mit dem Fahrrad und lernen Sie die 1.300 Jahre alte Geschichte des Klosters kennen. Vor über 1300 Jahren gründete Wanderbischof Pirmin das Kloster auf der Insel Reichenau, das im frühen Mittelalter zu einem bedeutenden Impulsgeber von Kunst, Kultur und Politik wurde. Über den bestens beschilderten Bodensee-Radweg lässt sich die Klosterinsel, die heute zum UNESCO Welterbe zählt, ideal mit dem Fahrrad besuchen.
Die Route: Von Konstanz zur Insel Reichenau
Wir starten unsere Tour an der Fahrradbrücke in Konstanz. Das ist die mittlere der drei Konstanzer Brücken. Sie ist allein Fußgängern und Radfahrer vorbehalten und Teil des Bodensee-Radwegs.
Der Treffpunkt der Radwege in Konstanz ist die Fahrradbrücke nordwestlich der Altstadt. Wir beginnen unsere Tour an der Südseite der Brücke und fahren am Seerhein entlang, unter der großen, in den 70er Jahren in Autobahn-Dimensionen gebauten Brücke hindurch bis zum kleinen Hafen des Stadtteils Paradies.
Der Weg zur Insel führt auf dem Bodensee-Radweg bis zum Bahnhof Reichenau und ist bestens ausgeschildert. Da er entlang der Bahngleise führt, kann man sich kaum verfahren.
Am Bahnhof führt der Radweg zur Reichenau nach links. Auf der Insel folgt man dem Reichenauer Radrundweg, der in beiden Richtungen ausgeschildert ist. Die Wegweiser bestehen meist aus einem Radsymbol und Pfeilen direkt auf der Straße und sind an beinahe allen Kreuzungen sichtbar.
Zugegeben, der Radweg zur Reichenau ist wenig spektakulär, dafür wirklich einfach zu finden. Der Bodensee-Radweg führt entlang der Bahngleise aus Konstanz heraus. Am Bahnhof Reichenau, der noch auf dem Festland liegt, teilt sich der Bodensee-Radweg. Der Pfeil nach rechts führt Radler über Allensbach nach Radolfzell. Schon befinde ich mich auf dem künstlich aufgeschütteten Inseldamm und unter der berühmten Pappel-Allee! Diese wird in beinahe allen TV-Auftritten von Konstanz in Szene gesetzt, nicht zuletzt im Konstanzer Tatort. Wenige wissen jedoch, dass sie den südlichen Startpunkt der Deutschen Alleenstraße markiert.
Um den Reichenauer Damm erreichen zu können, müssen wir von der Fritz-Arnoldstraße hinauf zum Wollmatinger Bahnhof radeln. Nun folgen wir dem Radweg entlang der Bahnlinie bis Bahnhof Reichenau, wo wir die Straßenseite wechseln und in südlicher Richtung (links) über den Reichenauer Damm zur Insel radeln.
Über den Inseldamm führt dann eine wunderschöner Alleen auf die Insel Reichenau. Vom Radweg aus sehen wir bereits die Kirche St. Georg.
Die Insel Reichenau: UNESCO-Welterbe und Gemüseinsel
Die Insel Reichenau selbst hat eine Fläche von nur etwa 4,5 Quadratkilometern und kann daher bequem mit dem Fahrrad erkundet werden. Es gibt gut ausgebaute Radwege entlang der Küste sowie durch die malerischen Dörfer und Landschaften der Insel. Aufgrund des flachen Geländes eignet sich Reichenau auch hervorragend für gemütliche Familienradtouren.
Die Insel ist heute vor allem als Obst- und Gemüse-Insel bekannt. Aufgrund des besonders milden Klimas inmitten des Sees, versorgt sie beinahe ganz Süddeutschland mit frischem Gemüse. Das merkt man vor allem an den zahlreichen Feldern, die die Insel wie ein Flickenteppich überziehen. Und an den vielen Gemüse-Ständen, an welchen man Obst und Gemüse quasi direkt vom Feld kaufen kann.
In die Liste der UNESCO Welterbe wurde sie aufgrund ihrer Klostervergangenheit aufgenommen. Einst war die überschaubare Insel eines der intellektuellen Zentren Europas.
Sehenswürdigkeiten auf der Insel Reichenau
Eine der schönsten Radtouren auf Reichenau führt entlang des Ufers zum Klosterareal. Das UNESCO-Weltkulturerbe besteht aus drei romanischen Kirchen und einer Klostergärtnerei, die alle besichtigt werden können. Die Tour bietet nicht nur kulturelle Highlights, sondern auch atemberaubende Ausblicke auf den Bodensee.
Anziehungspunkt Nummer eins sind aber die drei romanischen Kirchen St. Georg, St. Maria und Markus sowie St. Peter und Paul.
Auch im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz fand zu diesem Anlass die große Landesausstellung „Welterbe des Mittelalters“ statt, in der fünf der kostbarsten Prachthandschriften aus dem Reichenauer Skriptorium erstmals gemeinsam gezeigt wurden.
Die Kirchen der Reichenau
Die Georgskirche, die zum Weltkulturerbe zählt, ist einen Besuch wert, aber von Mai bis September nur mit öffentölicher Führung zugänglich (12.30 und 16 Uhr). Die kleine Museumseinheit auf dem Parkplatz gegnüber der Kirche ist täglich geöffnet und kostenfrei. Dort gibt es eine Toilettenanlage.
Die ehemalige Stiftskirche St. Georg ist äußerlich recht unscheinbar, aber sie beherbergt die bedeutendsten Wandmalereien der Insel und der ganzen Region.
Die meistbesuchte Kirche der Insel ist St. Georg. Zu Berühmtheit gelangte sie durch die ottonischen Wandmalereien aus dem 10. Erst im 14. Jahrhundert ist das bekannte Fresko vom Geschwätz der Weiber entstanden, das auf keine Kuhhaut passt.
Die ehemalige Klosterkirche St. St. Peter und Paul in Niederzell wurde im 12. Jahrhundert fertig gestellt. Ihr Ursprung geht jedoch bis ins 8.
Das Münster St. Maria und Markus stammt in seiner heutigen Form etwa aus dem 11. Jahrhundert, der Chor wurde in spätgotischer Zeit angefügt. Das auffälligste Element ist der nach unten offene Dachstuhl (13. Jh.), der an ein umgekehrtes Schiff erinnert.
Weitere Highlights der Insel
Ein weiteres Highlight ist die Runde um die gesamte Insel, bei der man das ländliche Leben genießen kann. Vorbei an Obstplantagen und traditionellen Bauernhöfen geht es durch kleine Ortschaften wie Oberzell oder Niederzell. Hier lohnt es sich, einen Zwischenstopp einzulegen und lokale Spezialitäten wie frisches Obst oder hausgemachte Marmelade zu probieren.
Kurz nach dem Bahnhof Petershausen zweigt man nach rechts ab und gelangt über die St. Gehbard-Straße und die Spanierstraße zum Hallenbad Konstanz. Nachdem man hier die Straße überquert hat, erreicht man über den Benediktinerplatz das Archäologische Landesmuseum. Wer mag, kann hier weiter in die Geschichte der Region eintauchen. Ansonsten hat man am Sternenplatz die Möglichkeit, einen Abstecher über den Rhein zu machen und die Konstanzer Innenstadt zu besuchen. Andernfalls fährt man durch die Radfahrer- und Fußgängerunterführung auf die von prächtigen Häusern gesäumte Seestraße.
Während der Umrundung der Kloster- und Gemüseinsel laden zahlreiche Cafés und Restaurants - davon viele mit Blick auf den Untersee - zur Rast ein.
Die Seestraße führt uns sehr nah am Ufer entlang. Tipp: Fischbrötchen bei Fischer Riebel! Auffallend sind die vielen blumenübersäten bunten Gärten der sehr gepflegten Häuser - das Engegement der Reichenauer für ihre Insel ist immer spürbar.
Auf der Hochwart, dem höchsten Punkt der Insel, hat man nicht nur eine tolle Rundumsicht auf den Untersee, die Hegauer Vulkane sowie auf das Schweizer Seeufer. Hier serviert an manchen Tagen die Kunsthandwerkerin Kaffee und Kuchen auf der grünen Wiese unter Kirschbäumen.
Der Bodensee-Radweg: Eine umfassende Tour
Auf der Route des Bodensee-Radwegs haben sie die Gelegenheit, einmal komplett den See zu umrunden. Dabei fahren Sie auf größtenteils asphaltierten Wegen durch drei verschiedene Länder und vorbei an zahlreichen Highlights.
259 Kilometer weit können Sie der Beschilderung des Bodensee-Radwegs - dem Radler mit blauem Hinterrad - folgen.
Erleben Sie die schöne Altstadt-Insel Lindaus, die einzigartige Kulisse der Bregenzer Festspielbühne, traumhafte Örtchen mit buntem Fachwerk wie Stein am Rhein in der Schweiz, das Pfahlbauten-Museum und die durch Obst- und Weinbau geprägten Landschaften am nördlichen Bodenseeufer. Immer wieder werden Sie hier den Zeppelin vor dem bezaubernden Alpenpanorama gleiten sehen.
Entscheiden Sie selbst, in welchem Tempo Sie den Bodensee umrunden möchten. Die geläufigste Art ist in fünf Etappen. So hat man pro Tag rund 50 Radkilometer vor sich. Wenn Sie gerne keine der Attraktionen am „Wegesrand“ verpassen wollen, schlagen wir Ihnen aber vor, sich für die gemütlichere Variante mit nur rund 30- 40 Radkilometern am Tag zu entscheiden.
Etappen des Bodensee-Radwegs (Auswahl)
- Etappe 1: von Konstanz nach Stein am Rhein (45km)
- Etappe 2: von Stein am Rhein nach Konstanz (30km)
- Etappe 3: von Konstanz nach Überlingen (45km)
- Etappe 4: von Überlingen nach Friedrichshafen (30km)
- Etappe 5: von Friedrichshafen nach Bregenz (35 km)
- Etappe 6: von Bregenz nach Arbon (35km)
- Etappe 7: von Arbon nach Konstanz (30km)
Tipps für die Radtour
Ein verkehrstaugliches Fahrrad und Radausrüstung sind empfehlenswert. Ein Tagesrucksack oder Satteltaschen sind nützlich.
Die besten Jahreszeiten für Radtouren in Reichenau sind der Frühling und der Sommer, wenn die Temperaturen angenehm mild sind. Im Herbst bietet sich eine Tour durch die herbstlich gefärbte Landschaft an, während im Winter eher weniger Fahrradfahrer unterwegs sind.
Anreise mit dem ÖPNV ist vielerorts möglich, je nach dem, wo man starten möchte. Ist mit dem Auto oder ganz bequem per Bahn möglich.
| Thema | Details |
|---|---|
| Ausrüstung | Verkehrstaugliches Fahrrad, Radausrüstung, Tagesrucksack oder Satteltaschen |
| Beste Reisezeit | Frühling und Sommer für milde Temperaturen, Herbst für herbstliche Landschaft |
| Anreise | ÖPNV (Bahn, Bus), Auto |
| Unterkünfte | Zahlreiche Cafés und Restaurants entlang der Strecke |
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