Der Geiseltalsee ist nicht nur ein Tagebaurestsee, also nach Ende des Bergbaus aufgeschüttet worden, sondern auch der größte See in Sachsen-Anhalt. Er ist der größte künstliche See Deutschlands - doch da immer mehr ehemalige Bergbau-Gebiete geflutet werden, entsteht in Brandenburg derzeit ein größerer. Eine Fahrradtour ist der optimale Weg, den Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt zu erkunden und mehr über die Geschichte der Region zu erfahren. Ein schöner Fahrradweg führt vorbei an Stränden, Häfen und einem Weinanbaugebiet.
Die ideale Route für Ihre Radtour
Wer den Geiseltalsee mit dem Fahrrad umrunden will, sollte das im Uhrzeigersinn tun. Das hat vor allem mit dem Höhenprofil zu tun. Einmal geht es recht steil den Berg hoch, danach geht es mehr oder weniger sachte bergab und es gibt nur noch kleine Höhen zu überwinden. Hier konnte ich auch für fünf Euro pro Tag ein Fahrrad ausleihen - das bot sich auch an, denn den Geiseltalsee kann man in offiziell 28 Kilometern einmal umrunden.
Die Rundfahrt auf Video besteht aus mehreren Teilen. Von Merseburg aus geht es zwischen den Feldern hin zum Geiseltalsee. Dort angekommen, fahre ich gegen den Uhrzeigersinn. Ich fahre absichtlich in diese Richtung und empfehle es gerne. Gegen den Uhrzeigersinn ist die Auffahrt von den Steigungen nicht ganz so gravierend. Die Abfahrt ist steiler, dafür aber auch etwas kürzer. In diese Richtung kommt man den Berg also leichter hinauf. Insgesamt nimmt es sich ansonsten auf der gesamten Tour nicht viel. Wer im Uhrzeigersinn fährt hat eine härtere Steigung.
Sehenswürdigkeiten entlang des Radwegs
Kurz nach dem Start in Mücheln findet sich auch schon die erste Sehenswürdigkeit: Der Hafen von Mücheln, Marina genannt. Das Hafengebiet von Mücheln wurde in den vergangenen Jahren umgebaut und hübsch gestaltet. Hier lässt es sich am Abend nach der Runde um den See auch gut und gemütlich einkehren. Der junge Koch - der immerhin zu den besten in Sachsen-Anhalt gehört, bereitet hier vor allem Fischgerichte zu. Für mich war sowohl das Geiseltal als auch ein Bergbaurestsee Neuland - und genau deshalb auch spannend.
Rund zwei Kilometer hinter der Marina, kurz vor dem ersten Anstieg, erreichen wir den Badestrand am Westufer des Geiseltalsees. Am Strand, der kostenlos zu nutzen ist, gibt es ein Kiosk, in dem Pommes, Würstchen, Bier, Cola und Co verkauft werden, man kann sich sein Picknick aber auch selbst mitbringen. Am Ende des Strandes wächst eine Hecke, noch etwas dahinter findet sich der FKK-Bereich.
Schon direkt nach dem Strand geht es zum ersten Mal etwas steiler nach oben, allerdings nur wenige Meter und das Stück ist mit etwas schwerem Atem gut machbar. Auf rund 400 Metern geht es nun von 130 auf 200 Meter hoch und das ziemlich steil und serpentinenartig. In einer kleinen Halle gibt es ein Infozentrum zum Geiseltalsee - mit der Geschichte, dem Bergbau-Projekt und den Folgen für die Gesellschaft mit der Umsiedlung vieler Menschen. Hinter der Halle steht eine riesige Sonnenuhr - mit Blick auf den Geiseltalsee. Der Ort wurde auch schon zur schönsten Weinaussicht Sachsen-Anhalts gewählt, wie eine Info-Tafel verrät.
Hier in Sachsen-Anhalt, im Gebiet Saale-Unstrut, gibt es auch Weinanbau. Am Geiseltalsee fing eine Familie vor einigen Jahren damit an und wurde belächelt. Noch ein paar Meter weiter und höher (allerdings nicht steil) geht es mit dem Fahrrad weiter, bis das Weinlokal erreicht ist. Es gibt im Weinlokal auch kleinere Speisen wie Wurst, eine Käseplatte, Brezel oder Kuchen. Hier gedeihen heute kräftige Reben. Die südliche Ausrichtung des Hanges, seine 30-prozentige Steigung und die Spiegelung des Sees sind Bedingungen, die in Deutschland wohl keine zweite Mal auftreten.
Der nächste auffällige Punkt war der Strand am Ostufer des Geiseltalsees. Der kündigte sich schon durch einige Menschen in Badekleidung und mit Lufttieren und Luftmatratzen an. Beim offiziellen Strand handelt es sich allerdings um einen, der nicht von der Rettungswacht überwacht wird. Baden erfolgt also auf eigene Gefahr.
Kurz bevor wir Mücheln wieder erreicht haben, kamen wir noch am zweiten Hafengebiet vorbei, an der Seebrücke Braunsbedra. Auch hier gibt es viele Parkplätze (die übrigens nicht gerade günstig sind - 20 Minuten sind kostenfrei, danach kosten 20 Minuten jeweils 50 Cent) und Restaurants. In Braunsbedra befindet sich das Besucherzentrum Geiseltalsee mit einem Museum zur Geschichte des Geiseltals und mit Wechselausstellungen. Von Braunsbedra sind es noch rund drei Kilometer zum Aussichtspunkt "Im Urpferdchen", wo ein kurzer steiler Weg nach oben in den Müchelner Ortsteil Neubiendorf führt.
Weitere Informationen und Tipps
Am Geiseltalsee können Sie ganz entspannt eine Runde mit dem Fahrrad drehen. Ob Sie die 25 km lange Rundtour wählen oder nur einen Abschnitt fahren ist Ihnen überlassen - jede Route ist individuell planbar. Der Rundweg ist 25 Kilometer lang und zeichnet sich durch einen Höhenunterschied von 102 m aus. Der Weinberg ist der höchste Punkt der Tour. Man wird oben nicht nur mit einer leckeren (nicht-)alkoholischen Abkühlung, sondern auch mit einem sensationellen Blick über den Geiseltalsee belohnt.
Das Geiseltal ist ein Naturschutzgebiet, in dem man die wilde Natur beobachten, genießen und erleben kann. Schlendern und genießen Ausgebaute Wander- und Naturwege finden Sie am nördlichen Ende des Sees. Rundwege sind um den Geiseltalsee, den Runstedter See sowie den Großkaynaer See gelegt. Der Weg rund um den Geiseltalsee ist größtenteils geteert, gut geeignet für jeden.
Und alle jene, die nach einem Besuch beim Winzer lieber nicht mehr laufen wollen, steigen in den Geiseltal-Express, der täglich seine Runden um den See dreht. Nähere Informationen zur Kleinwegebahn Geiseltalexpress finden Sie in der Pfännerhall.
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