Der Werratal-Radweg ist einer der beliebtesten Radfernwege Deutschlands. Er erstreckt sich in der Mitte Deutschlands, von Thüringen bis nach Hann. Münden. Das Werratal ist mit seinen Panorama-Landschaften kaum zu überbieten. Ausblicke auf die schönsten Wälder, Blumenfelder, Burgen und kleine Orte mit freundlichen Bewohnern erwartet die Urlauber.
Die Werra beginnt ihren Lauf nahe des Rennsteigs auf den Höhen des Thüringer Waldes. Bei Neuhaus am Rennweg im Thüringer Wald stellt sich die junge Werra vor. Auf ihrem Weg nach Hannoversch Münden, wo sie sich mit der Fulda zur Weser vereinigt, werden malerische Landschaften durchquert. Dabei fließt die Werra durch Thüringen, Hessen und Niedersachsen und bringt es auf eine Länge von fast genau 300 Kilometer und ist damit länger als die Fulda.
Der etwa 300 km lange Radweg folgt der Werra von den beiden Quellen bei Siegmundsburg und Fehrenbach in Thüringen, führt dann durch die GrimmHeimat NordHessen und endet am berühmten Fluss-Kuss von Werra und Fulda, die sich im niedersächsischen Hann. Münden in die Weser ergießt. Wenn Sie noch weiterfahren möchten, können Sie die Reise auf dem Weser- oder dem Fulda-Radweg fortsetzen.
Streckenverlauf und Etappen
Ein idealer Ausgangspunkt für eine mehrtägige Radtour auf dem Werra-Radweg ist Meiningen. Die Stadt ist sowohl mit dem eigenen Fahrzeug als auch mit der Bahn hervorragend zu erreichen. Von Meiningen geht es in gemütlicher Fahrt ohne große Steigungen in fünf Tagesetappen bis zur Werramündung in Hann. Münden.
Eine Reise auf dem Werra Radweg ist an Vielfalt kaum zu überbieten. Nachdem der Fluss die bewaldeten Höhenzüge des Thüringer Waldes verlassen hat, schlängelt er sich durch weite Auen mit herrlichen Bergpanoramen, aber auch durch enge Durchbruchstäler mit bizarren Felsformationen. Zunächst sind die markanten Kuppen der Rhön sowie der Thüringer Wald immer in Sichtweite. Später folgt das „Land der weißen Berge“ mit dem schon von weitem sichtbaren „Monte Kali“, jene Abraumhalden der Kalisalzproduktion zwischen Philippsthal und Heringen.
Anschließend begleiten, der für seine Buchenbestände berühmte Hainich, das Hessische Bergland mit Meißner und Kaufunger Wald und kurz vor Hann. Münden der Solling den Fluss. Es sind aber nicht nur die landschaftlichen Reize, die eine Tour an der Werra so interessant und abwechslungsreich machen. Residenzstädte, Kulturstädte, Kurorte und romantische Städtchen mit sehenswerten alten Fachwerkhäusern liegen auf dem Weg und lohnen mehr als nur einen kurzen Stopp. Daneben locken zahlreiche Sehenswürdigkeiten und prächtige Burgen auf den Höhen, die der Radler schon aus der Ferne sehen kann.
Etappen im Detail
- Meiningen: Die Anreise nach Meiningen sollte nicht zu spät erfolgen, denn die Theaterstadt hat eine Fülle von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Bei einem Rundgang durch die Altstadt sind zahlreiche Fachwerk- und Bürgerhäuser zu bewundern, die aus verschiedenen Jahrhunderten stammen. Ein besonders prächtiges Bauwerk ist das Schloss Elisabethenburg, das im Stil des Barock erbaut wurde und neben dem Rathaus verschiedene Museen beherbergt. Weit über die Grenzen Thüringens hinaus hat sich Meiningen einen guten Ruf als Theaterstadt erworben. Von den Quellen folgt die Strecke dem Fluss zum traditionsreichen Meininger Theater, gegründet von „Theaterherzog“ Georg II. im späten 19. Jahrhundert.
- Bad Salzungen: In gemütlicher Fahrt geht es an der Werra entlang in Richtung Bad Salzungen. Etwa auf halbem Weg ist das Städtchen Wasungen erreicht, das sich für eine Pause und einen Rundgang empfiehlt. In der von den Resten einer mittelalterlichen Wehranlage umgebenen Altstadt stehen prächtige Fachwerkhäuser, die zum Teil bereits im 16. Jahrhundert erbaut wurden. Einige Adelssitze und das historische Rathaus sind ebenfalls sehenswert. Nach der Ankunft in Bad Salzungen ist der Besuch des in Deutschland einmaligen Keltenbades genau das Richtige, um ein wenig zu entspannen. Das Keltenbad besitzt neben einem Solebewegungsbad eine wundervoll gestaltete Saunalandschaft. Zudem gibt es in der Stadt, die eine 1000 jährige Tradition in der Salzgewinnung aufzuweisen hat, ein Gradierwerk. Am Rand des Biosphärenreservats Rhön fließt die Werra zum Jugendstil-Gradierwerk in Bad Salzungen. Es ist Kureinrichtung und Kulturdenkmal in einem und hat zwei 80 Meter lange Gradierwände, die noch heute zum Inhalieren genutzt werden.
- Vacha und Heringen: Heute geht zwischen den Kuppen der Rhön und den bewaldeten Höhen des Thüringer Waldes in Richtung Hessen. Die historische Altstadt von Vacha ist für eine Rast wie geschaffen. Rund um den Marktplatz stehen herrliche Giebelhäuser, die im hessischen Fachwerkstil erbaut wurden. Einen Besuch lohnt zudem die mittelalterliche Burg Wendelstein. Auf der weiteren Fahrt empfiehlt sich der Besuch des Kalibergbau-Museums in Heringen sowie eine Tour auf den weithin sichtbaren „Monte Kali“. Eine große Rolle nimmt die Kalisalzgewinnung an der mittleren Werra bei Heringen ein. Weithin sichtbares Zeichen ist der im Volksmund genannte „Monte Kali“. In Heringen sind Touren auf den 200 Meter hohen „Monte Kali“ buchbar. Das Salz prägt die Region auch in anderer Form: Seit über 100 Jahren wird hier Kali abgebaut.
- Eisenach: Auf einer kurzen Etappe geht es an der windungsreichen Werra entlang nach Eisenach und dabei werden wunderschöne Seen und Naturschutzgebiete passiert. Für die Wartburgstadt bleibt somit genügend Zeit für eine Besichtigung. Ein Muss ist der Besuch des Weltkulturerbes Wartburg, die majestätisch über der Stadt thront und im Mittelalter Sitz der Thüringer Herzöge war. Die Wartburg ist eng mit der Geschichte Deutschlands verbunden und ist eine der eindrucksvollsten Burganlagen des Landes. Eisenach ist auch untrennbar mit Martin Luther und Johann Sebastian Bach verbunden. Weiter geht es nach Eisenach: Hoch über der Stadt thront die mächtige Wartburg. Das UNESCO-Welterbe bietet geballte Historie. Die Heilige Elisabeth, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe - große Namen und große Ereignisse sind mit diesem Ort verbunden.
- Eschwege: In Richtung Eschwege verläuft die Werra windungsreich durch eine malerische Mittelgebirgslandschaft, wo sehenswerte Städtchen wie Creuzburg, Treffurt oder Wanfried zu einem Bummel einladen. In weiten Windungen mäandriert die Werra durch eine reizvolle Mittelgebirgslandschaft mit zum Teil steil aufragenden Felsklippen. Auf der Fahrt Richtung Eschwege werden malerische Dörfer und mittelalterliche Städtchen passiert. Vor allem die denkmalgeschützten Altstädte von Creuzburg und Treffurt lohnen einen Spaziergang. Am Ende der heutigen Etappe beeindruckt Eschwege mit seiner geschlossenen mittelalterlichen Fachwerkbebauung im Zentrum.
- Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen: Skulpturen namhafter Künstler säumen heute im Werra-Meißner-Land den Radweg. In Bad Sooden-Allendorf lohnt es sich, einen Stopp im Grenzmuseum Schifflersgrund oder im Sole-Bewegungsbades einzulegen. Begleitet von Tausenden von Kirschbäumen gelangt man in die Kirschenstadt Witzenhausen. Kurz vor dem Ziel in Hannoversch Münden wird die Kirschenstadt Witzenhausen erreicht. Im Frühjahr erwarten die ersten Radler der Saison Tausende von Kirschbäumen, welche die Region in ein weißes Paradies verwandeln. Im historischen Zentrum sind prachtvolle Fachwerkhäuser zu bestaunen, bevor die letzten Kilometer bis Hann. Münden zurückgelegt werden.
- Hann. Münden: Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel heißt es Abschied nehmen von der Werra. Man kann direkt von Hann. Münden die Heimreise antreten oder nutzt den praktischen Rücktransfer zum Ausgangspunkt nach Meiningen. Theoretisch können Sie an Hann. Münden, der Zielort des Werra-Radweges, beeindruckt seine Gäste mit einer prächtigen mittelalterlichen Kulisse. Die hübsche Innenstadt mit den Fachwerkbauten der Weserrenaissance tröstet über den Abschied hinweg.
Weitere Informationen
Neben einer reizvollen Landschaft mit bunten Wiesen und prächtigen Wäldern sind es auch die zahlreichen romantischen Städtchen und fantastische Sehenswürdigkeiten, die eine Radtour entlang der Werra zu einem besonderen Reiseerlebnis machen. Am Thüringer Werraufer lohnt ein Abstecher in den Nationalpark Hainich, ein Refugium für Wildkatze und Bockkäfer, Grünspecht und Fledermaus. Andere folgen gleich dem Ruf der Werra und erleben märchenhafte Abenteuer im hessischen Geo- Naturpark Frau-Holle-Land. Dort laden Premium-Wanderwege am Werra-Burgen-Steig dazu ein, die Region zu Fuß zu erkunden und sich an der Artenvielfalt sowie an der saisonalen Mohnblüte zu erfreuen.
Im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land führt die gut ausgeschilderte Strecke durch Herleshausen, früherer Grenzort zu Zeiten der innerdeutschen Teilung Wanfried, das Renaissancestädtchen mit dem historischen Werra-Endhafen, der "Schlagd" Eschwege, die tausendjährige Fachwerkstadt und Kreisstadt am Fuße der Leuchtberge am Werratalsee Meinhard, direkt an einer Seenlandschaft gelegen Bad Sooden-Allendorf, der Kur- und Salzsiederstadt mit der WerratalTherme und dem Gradierwerk Witzenhausen, die Universitäts- und Kirschenstadt.
Der Weg wird als leicht bis mittel eingestuft. Wer ihn er-fahren hat, schwärmt von abwechslungsreicher Landschaftsidylle vorwiegend in unmittelbarer Flussnähe, wohltuender Ruhe und der angenehmen Anzahl anderer Radwanderer. Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Verlauf des Werratal-Radweges. Die unten stehenden Etappen sind auch in unserer kostenfreien Geo-Naturpark-App hinterlegt.
Anreise und radfreundliche Unterkünfte
Anreise mit der Bahn: Mit der SüdThüringen-Bahn erreichen Sie im Zwei-Stunden-Takt vom verkehrsgünstig gelegenen Eisenach den Startpunkt des Werratal-Radwegs in Neuhaus am Rennweg (alternativ Eisfeld). Vom Zielort Hann. Münden aus können Sie mit dem Zug via Kassel (oder bis dahin auch auf dem Fulda-Radweg radeln) und von dort mit dem Zug zurück an den Start fahren.
Radfreundliche Unterkünfte mit Bett&Bike-Zertifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs e.V.
Beliebte Anschlussradwege
- Fulda-Radweg (234 km, von Gersfeld/ Rhön bis Bad Karlshafen über Bad Hersfeld, Melsungen und Kassel)
- Weser-Radweg (500 km, von Hann. Münden bis Cuxhaven u.a. über Hameln, Rinteln und Bremen)
- Weser-Harz-Heide-Radweg (400 km, von Hann.
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