Bayern-Urlaub mit dem Rad? Gute Idee, das hält fit und ihr kommt weit rum. Gemächlich am Fluss entlang und über sanfte Hügel oder sportlich die Berge rauf und runter. Das landesweite Bayernnetz für Radler umfasst eine Gesamtlänge von rund 9.000 km (Stand 2022).
Um von digitalen Helferleins unabhängig zu bleiben und On Tour auch ohne Navi die Übersicht zu bewahren, leistet die Bayernnetz für Radler Karte wertvolle Orientierungshilfe (Maßstab 1:500.000). Wer sich allein auf sein Smartphone bzw. Navigationsgerät als treuer Begleiter verlässt macht sich notgedrungen von der Technik abhängig. Lässt die Funktionstüchtigkeit zu wünschen übrig (leerer Akku, Funknetzlöcher, schlechte Satelitenverbindung) der befindet sich als Ortsfremder unvermittelt in der Zwickmühle.
Seit 1997 wird das Kartenmaterial kontinuierlich weiterentwickelt und erschließt alle Landesteile Bayerns. Ein besonderes Angebot für familienfreundliches Radfahren in ganz Bayern entstand mit dem „Bayernnetz für Radler“.
Das Bayernnetz für Radler
Das Bayernnetz für Radler ist ein bayernweites Radroutennetz der Staatsregierung mit einheitlichen Qualitätsrichtlinien.Es bietet einen guten Überblick über den Verlauf einzelner Radwege, beinhaltet Informationen zu interessanten Sehenswürdigkeiten und präsentiert passende Übernachtungsmöglichkeiten.
Demnach ist eine verkehrssichere Wegeführung bzw. verkehrssicherer Zustand der Route nach klar definierten Vorgaben, eine einheitliche Beschilderung gemäß dem ‚Faltblatt zur wegweisenden Beschilderung‘ sowie zusätzliche Kennzeichnung mit dem Bayernnetz-für-Radler-Logo („Y“-Logo) Grundvoraussetzung für die Aufnahme einer Radroute im »RadlLand Bayern«.
Des weiteren darf die Route nur über eigenständige Radwege, landwirtschaftliche Wege oder schwach befahrene Straßen führen. Zudem wird auf eine möglichst familienfreundliche Ausstattung als auch Anschlussmöglichkeiten zum öffentlichen Verkehr mit Fahrradmitnahme geachtet. Erfüllt nach sorgfältiger Prüfung eine Radroute - alternativ sind auch abschnittsweise Streckenpassagen möglich - die verbindlich festgelegten Kriterien, dann steht einer Aufnahme ins Bayernnetz für Radler nichts mehr im Wege.
Radverkehr im Alltag, während der Freizeit oder im Urlaub ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilität im Freistaat. Die Bayerische Staatsregierung verfolgt das Ziel den Radanteil am Gesamtverkehr bis zum Jahr 2025 auf 20 % zu steigern, weswegen die Förderung des Radverkehrs ein Schwerpunkt der bayerischen Verkehrspolitik darstellt. Demnach investiert der Freistaat Bayern jährlich rund 40 Mio. Euro in den Radwegebau an Bundes- und Staatsstraßen und fördert sowohl den kommunalen Radwegebau als auch den Bau von Radschnellwegen und Fahrradabstellanlagen an Haltestellen und Bahnhöfen.
Schließlich verspricht mehr Mobilität mit dem Zweirad gleichzeitig auch mehr Lebensqualität in Stadt und auf dem Land. Hieraus ergeben sich eindeutige Vorteile gegenüber dem KFZ, welches die Umwelt vor allem mit Treibhausgasen wie CO2 und Schadstoffen wie Stickoxide und Feinstaub belastet. Abgesehen davon sind mit Pedelecs ohnehin auch größere Entfernungen schnell und bequem selbst für Menschen mit weniger Fitness problemlos zurücklegbar.
Durch die verkehrsarme bzw. verkehrsfreie Streckenführung über Radwege, landwirtschaftliche Wege oder schwach befahrenen (Neben-) Straßen ist die Befahrung auch für Kinder und Senioren weitestgehend gefahrlos möglich. Das Bayernnetz für Radler spricht Radtouristen wie Freizeitradler und Berufspendler gleichermaßen an.
Daneben steigert eine familienfreundliche Ausstattung wie z.B. Rastmöglichkeiten, überdachte Pavillons, Spielplätze, touristische Sehenswürdigkeiten und natürlich vorrangig ein Routenverlauf durch reizvolle Naturlandschaften das Tourerlebnis ungemein. Der hohe Beliebtheitsgrad und breite Zuspruch in Bayern Rad zu fahren bzw. im Freistaat einen Radurlaub zu verbringen hat viele Gründe. Allen voran die herrliche Naturlandschaft, welche eine ungebrochene Radreiselust in Bayern auslöst. Daneben spielt aber auch der sogenannte Premiumcharakter und der Abwechslungsreichtum vieler Radrouten eine wesentliche Rolle, warum Bayern im Radtourismus die Nase vorn hat. Neben der hervorragenden radtourstischen Infrastruktur zählen weitere Faktoren wie Sehenswürdigkeiten, Geschichte und Kultur sowie eine ausgeprägte Gastfreundlichkeit und nicht zuletzt die bayerische Küche mit all ihren regionaltypischen Facetten zu den Erfolgsgaranten, weshalb Bayern seit Jahren das Radreiseland Nr.
Die Routen des Bayernnetz für Radler lassen sich komfortabel nach mehreren Suchkriterien filtern. Zum einen nach 7 Regierungsbezirke Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken, Schwaben. Zum anderen ist auch eine alphabetische Radwege-Suche ebenso möglich wie eine individuelle Radwege-Suche mittels Eingabefeld.
Mit dem kostenlosen Radroutenplaner Bayern hat der Freistaat eine innovative Anwendung geschaffen, um nachhaltige Radmobilität, Lebensqualität und Tourismus zu fördern. Basierend auf den Daten der Bayerischen Vermessungsverwaltung sowie von OpenStreetMap stellt der Radroutenplaner eine präzise Grundlage für die Navigation durch den Freistaat dar. Von jedem beliebigem Startpunkt kann kann eine individuelle Fahrradroute durch den Freistaat geplant werden. Nach der Eingabe von Start-, Ziel und ggf. Für jede einzelne Routenalternative stellt der Radroutenplaner weitere Informationen für eine detaillierte Routenplanung zur Verfügung.
Alle Routenalternativen werden auf einer Karte dargestellt und können angepasst oder geändert werden. Die fertig geplanten Routen lassen sich aus dem Routenplaner per GPX-Datei, QR-Code oder Link exportieren und auf externen Geräten speichern. Mit der App-Version des Radroutenplaners können Karten und Routen auch offline genutzt werden. Die fertig geplante Route kann als Karte einschließlich detaillierten Fahrtanweisungen für unterwegs heruntergeladen oder ausgedruckt werden. Eine Navigation für unterwegs via Routing-App ist ebenfalls möglich. Die App steht für iPhone, iPad und für Android-Smartphones kostenlos zur Verfügung. Sie ermöglicht auch von unterwegs Zugriff auf alle wichtigen Informationen.
Das Bayernnetz für Radler (BfR) ist ein landesweites Fernradroutennetz mit derzeit etwa 125 Themenrouten und einer Gesamtlänge von ca. 9.000 km in ganz Bayern. Für die Strecken, die zum Bayernnetz für Radler gehören, gelten einheitliche Qualitätskriterien. Eine durchgehende Wegweisung entlang der Strecken und Informationstafeln an zentralen Punkten sorgen für eine gute Orientierung. Radfahrerinnen und Radfahrer können die kostenfreie Fahrradkarte des Bayernnetz für Radler in Papier und online benutzen. Im Internet können alle Routen und viele weitere Informationen wie Höhenprofile, Sehenswürdigkeiten, ÖPNV-Verknüpfungspunkte etc. abgerufen werden. Ergänzt wird das Angebot durch einen Radroutenplaner sowie der zugehörigen Routing-App. Die App ermöglicht auch von unterwegs Zugriff auf alle wichtigen Informationen.
Schließlich windet sich die Donau von Westen nach Osten und wird von ihren Zuflüssen Naab, Regen, Altmühl, Lech, Isar, Iller, Inn und Wörnitz gespeist.
Beschilderung und Wegweisung
Die in Bayern verwendete Wegweisung für Radler kombiniert die zielorientierte und routenorientierte Wegweisung miteinander. Zielorientierte Alltags-Radfahrer bevorzugen überwiegend den kürzesten bzw. schnellsten Weg - das Erreichen des Zieles steht im Vordergrund. Die zielorientierte Wegweisung benennt daher jeweils das nächste Fern- und Nahziel auf der Route und gibt deren Entfernung gemessen vom aktuellen Standort aus an.
Routenorientierte Freizeit-Radfahrer unternehmen ihre Fahrten, um landschaftsbezogene Erholung zu suchen - hier ist der Weg das Ziel. Die routenorientierte Wegweisung kennzeichnet daher mit einem routenspezifischen Symbol unter dem Wegweiser attraktive, touristische Routen, die über diesen Streckenabschnitt verlaufen.
Die Wegweisung für den Radverkehr muss verständlich und durchgehend sein, sowohl im Alltags- wie im Freizeitradverkehr. Sie hilft den Radfahrenden bei der Orientierung. Das Beschilderungssystem orientiert sich am ‚Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr‘ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV).
Im Interesse der Erkennbarkeit ist der Größe 1000 x 250 der Vorzug zu geben. Für die Zwischenwegweiser ist eine Größe von 250 x 250 mm ausreichend. Hauptwegweiser stehen an Verzweigungspunkten des Netzes. Pfeilwegweiser stehen im Knoten. Pro Kreuzung ist meist ein Standort ausreichend. Pfeilwegweiser erfor- dern höheren lichten Raum, da sie von allen Richtungen aus sichtbar sein müssen. Tabellenwegweiser finden im Zulauf größerer Knotenpunkte Verwendung. Sie erfordern nur geringen lichten Raum.
Zur Bestätigung der Routenführung auf der Strecke zwischen zwei Hauptwegweisern kommen quadratische Zwischenwegweiser mit Fahrradsymbol und Richtungspfeil zum Einsatz. Zwischenwegweiser geben die Fahrtrichtung an. Sie bestätigen den Wegeverlauf, verdeutlichen eine Verschwenkung der Route und helfen z.B. an Weggabelungen bei der Orientierung. Sie werden auf Augenhöhe und im Blickfeld der Radfahrenden angebracht. Sie sind nur dann sinnvoll, wenn alle Ziele in der angegebenen Richtung erreichbar sind.
Piktogramme werden in den Hauptwegweisern abgebil- det. Zielpiktogramme wie z. B. „Bahnhof“ und „Freibad“ stehen vor, Streckenpiktogramme wie z. B. Eingehängte Zusatzschilder (sog. Einschubplaketten) kennzeichnen bestimmte Routen.
Beliebte Radwege in Bayern
Bayern bietet eine Vielzahl an Radwegen für jeden Geschmack. Hier eine Auswahl beliebter Routen:
- Donau-Radweg: Begleitet die Donau auf circa 420 Kilometern in Bayern.
- Allgäu-Radweg: Eine 475 Kilometer lange Runde durchs Allgäu.
- Main-Radweg: Folgt dem windungsreichen Verlauf des Mains auf knapp 600 Kilometern.
- Tauber-Altmühl-Radweg: Führt fast ohne Steigungen auf beinahe 350 Kilometern entlang von Tauber und Altmühl.
- Regnitz-Radweg: Verbindet Nürnberg mit Bischberg und die Fränkische Schweiz mit dem Steigerwald.
- Aischgrund-Radweg: Verbindet Rothenburg ob der Tauber und Bamberg auf gut 120 Kilometern.
- Oberpfälzer Wald-Radweg: Eine 500 Kilometer lange Route durch den Oberpfälzer Wald.
ADFC-Qualitätsradrouten
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Qualität der Radwege: Rund 2.100 Kilometer, also fast ein Viertel, sind vom ADFC klassifizierte Routen. Mit seinen Gütesiegeln ADFC-Qualitätsradroute und ADFC-RadReiseRegion hat der Verband erfolgreich Standards gesetzt.
Bei Radfernwegen vergibt der ADFC je nach erreichter Punktzahl bis zu fünf Sterne. Radreisende können so erkennen, was sie vor Ort erwartet. Den Regionen wiederum hilft die Klassifizierung, ihre Wege qualitativ weiter zu entwickeln und mit dem Ergebnis zu werben.
Erstmals wurde in der ADFC-Radreiseanalyse 2022 die Zufriedenheit über Radwanderrouten abgefragt, deren Ergebnis für die zehn meistbefahrenen Radfernwege (darunter 8 Fluss-Radwege!) durchweg positiv ausfiel: Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) schneiden der MainRadweg sowie der Fünf-Flüsse-Radweg mit einer Wertung von je 1,5 am besten ab.
Tipps für die Radtour
- Fahrradcheck: Überprüfen Sie Ihr Fahrrad vor der Tour auf Verkehrssicherheit.
- Ausrüstung: Packen SieRegenkleidung, Sonnencreme und ausreichend Wasser ein.
- Navigation: Nutzen Sie die Bayernnetz für Radler Karte oder den Radroutenplaner Bayern.
- Pausen: Planen Sie regelmäßige Pausen in Gasthöfen und Biergärten ein.
ADFC-Mitgliedschaft
Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.
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