Die Region rund um Hannover lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden! Am Maschsee beginnt das Radwegenetz der Fahrradregion Hannover.
Velorouten - Ein Netz für Hannover
Was ist das? Und wo kommt es her?
Die Idee: Zwölf Routen führen aus den Stadtbezirken in die City und münden auf dem City-Radring, sodass man von allen Stellen der Stadt schnell eine Veloroute erreichen kann und auf dieser sicher, schnell und komfortabel in die City kommt.
Dabei sollen die Velorouten alle Menschen zum Radfahren einladen - und müssen dafür auf gesamter Länge so ausgebaut werden, dass sich zehnjährige Kinder, unsichere und schnelle Radfahrerinnen und Radfahrer, neue Radelnde oder ältere Menschen auf ihnen sicher fühlen.
Schon 2015 haben wir diese alte Forderung aufgegriffen - und in Arbeitsgruppen und Workshops Standards und Routen entwickelt.
Diese Idee haben wir 2018 Verwaltung und Rat vorgestellt und so viel Zustimmung bekommen, dass die Ratsfraktionen aktiv geworden sind: Sie haben die Verwaltung zum Haushalt 2019/2020 beauftragt, ein Konzept für Velorouten zu erarbeiten und die Veloroute 03 als Pilotroute auszubauen.
Die Veloroute 02 führt von der Lister Meile, durch die List und Vahrenwald über Vahrenheide nach Langenhagen. Diese Veloroute ist auch die Radschnellweg Hannover-Langenhagen.
Die Veloroute 03 führt von der Innenstadt, durch die Oststadt und am Rand der Eilenriede Richtung Bothfeld.
Die Veloroute 06 führt von der Innenstadt über die Bult nach Bemerode, Kronsberg und Wülferode.
Hohe Standards für Velorouten
Dabei sollen die Velorouten alle Menschen zum Radfahren einladen - und müssen dafür auf gesamter Länge so ausgebaut werden, dass sich zehnjährige Kinder, unsichere und schnelle Radfahrerinnen und Radfahrer, neue Radelnde oder ältere Menschen auf ihnen sicher fühlen.
Wie fährt es sich auf den Velorouten?
Der ADFC hat sich die Velorouten im Detail angesehen und Problemstellen herausgearbeitet.
Standards für die Velorouten
Die folgende Standards wurden vom Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossen und sollen für die Velorouten gelten:
- Führungsformen: Selbständige Wegeverbindungen durch Radwege mit Zweirichtungsverkehr, Straßenbegleitende Radverkehrsanlagen (Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen), Mischverkehr auf Nebenstraßen (Fahrradstraßen mit Vorfahrt)
- Oberfläche: Die Oberfläche soll eine sehr hohe Belagsqualität aufweisen (Asphalt oder Pflaster ohne Fase im „Hannover Standard“).
- Eine Beleuchtung soll im bebauten Bereich durchgehend vorgesehen werden.
- Die Reisezeit für den Radverkehr soll möglichst optimiert werden, beispielsweise durch Vorfahrtregelungen auf der Veloroute in Fahrradstraßen oder besondere Anforderungen an Lichtsignalanlagen.
- Breiten der Radverkehrsanlagen: Orientierung an „H RSV“, Regelbreiten beispielsweise im Einrichtungsverkehr von 2,50 m, im Zweirichtungsverkehr von 3,00 m. Die Mindestmaße für die Velorouten sollen den Regelmaßen der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ (ERA) entsprechen.
- Erkennbarkeit: Die durchgängige Erkennbarkeit der Velorouten soll durch eine einheitliche Kennzeichnung (z.B. durch Markierung oder Beschilderung) gewährleistet sein.
Weitere Qualitätsmerkmale der Velorouten
- Ausreichende Bemessung: Die Routen werden so bemessen, dass sie den angestrebten Radverkehrsanteil von mehr als 25% aufnehmen können. Sie sind für unterschiedliche Radverkehre geeignet. 10-jährige Kinder können dort unterwegs sein ebenso wie schnelle RadfahrerInnen mit 20 - 30km/h.
- Getrennte Führung für mehr Sicherheit: Um sowohl eine objektive als auch eine subjektive Sicherheit zu schaffen, laufen die Radrouten bei einer allgemeinen Verkehrsgeschwindigkeit von 50 km/h und an allen Kreuzungen als eigene Spuren und sind baulich vom Autoverkehr getrennt. Die Radrouten werden deutlich vom Fußweg getrennt. Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h ist eine bauliche Trennung nicht nötig. Nach Möglichkeit werden die Radrouten als Fahrradstraßen ausgewiesen.
- Mindestbreite 2,50 m pro Richtung: Die Routen haben durchgängig eine ausreichende Breite, die auch die neuen Radverkehre berücksichtigt (Lastenräder, Anhänger). Überholen muss entspannt möglich sein, damit den unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Radverkehre Rechnung getragen wird. Die Mindestbreite beträgt grundsätzlich 2,50 m pro Richtung.
- Hohe Oberflächenqualität: Die Routen haben durchgängig eine hohe Oberflächenqualität gemäß der jeweiligen technischen Möglichkeiten. Dafür wird ein glatter Belag bevorzugt, der sich durch einen geringen Rollwiderstand auszeichnet.
- Sicherheit an Kreuzungen: Kreuzungen sind baulich so zu gestalten, dass der Radverkehr sicher unterwegs ist. Sehr gute Sichtbarkeit des Radverkehrs und eine Entschleunigung des abbiegenden Autoverkehrs bzw. getrennte Ampelschaltungen sind dafür entscheidend. Entlang untergeordneter Straßen sind die Velorouten ohne Niveauwechsel oder Bordsteinkante eben zu führen.
- Vorfahrt und Grüne Welle: Radfahrer*innen sollen Kreuzungen in alle Richtungen innerhalb einer Ampelphase queren können. Der Verkehr auf den Velorouten hat grundsätzlich Vorrang. Bedarfsanforderungen sind für den Radverkehr grundsätzlich zu vermeiden. Grüne Welle ist grundsätzlich für Tempo 20 einzurichten.
- Beleuchtung: Die Routen sind ausreichend beleuchtet (objektive und subjektive Sicherheit).
- Bei jedem Wetter befahrbar: Die Routen werden in erster Priorität gereinigt und von Schnee geräumt.
- Eindeutig erkennbar: Die Routen sind auf der ganzen Länge einheitlich gestaltet und eindeutig als solche erkennbar.
Routenplanung und Navigation
Wer seine Tour in der Region Hannover lieber auf dem heimischen Computer planen möchte, kann die kostenfreie Internetversion der Routenplanung nutzen.
Das Bürgerbüro Stadtentwicklung Hannover e.V. schafft mit der App "izi.Travel" die Möglichkeit Hannovers Stadthistorie und kulturelle Stätten mit dem Rad zu erkunden. Die Hörstationen sind von dem hannoverschen Bauhistoriker Sid Auffahrt eingesprochen wurden. Aktuell stehen 20 Radtouren zur Auswahl.
Bike Citizens App
Eine App mit Navigationsfunktion und weiteren nützlichen Features. Neben einer an die individuellen Vorlieben anpassbaren Navigationsfunktion für das gesamte Regionsgebiet bietet die App weitere Funktionen:
Die fast 1.000 km langen Freizeitrouten der Region Hannover werden zum Nachradeln in der App zur Verfügung gestellt.
Auf Wunsch können alle Fahrten aufgezeichnet werden - dadurch wird eine ständig aktualisierte "Heat-Map" erzeugt, die auf der Karte zeigt, welche Wege oft und welche Wege weniger oft oder gar nicht gefahren werden.
Die Heat-Map kann auch über Social Media-Kanäle und andere Formate geteilt werden.
Der Algorithmus erkennt zudem, wenn die Fahrradfahrt beendet wird.
Mit der optionalen Übertragung von (datenschutzkonform anonymisierten) Verkehrsdaten hilft die App der Regionsverwaltung, den Radverkehr im Regionsgebiet besser zu verstehen und Schwachstellen zu identifizieren.
Das Projekt der Region Hannover, bei dem die GPS-Daten aus der Bike Citizens Hannover App genutzt werden sollen, um eine ganzheitliche Radverkehrsstrategie voranzubringen, hat die Jury des deutschen Fahrradpreises in der Kategorie Service überzeugt.
Das Projekt "Digitalisierung nutzen: GPS-Radverkehrsdaten für eine ganzheitliche Radverkehrsstrategie" ist für den Deutschen Fahrradpreis 2021 nominiert - und hat den 1. Platz beim "Deutschen Fahrradpreis 2021" in der Kategorie "Service" belegt!
Damit kann das Radwegenetz in der Region Hannover besser gemacht, Lücken geschlossen und vielbefahrene Strecken perspektivisch ausgebaut werden.
Fahrrad Challenge
Vom 05.05. bis 30.09.2025 werden viele Radfahrten mit der App zusätzlich belohnt.
Im Rahmen der Fahrrad Challenge „Die Region radelt!“ können Aufgaben erfüllt und großartige Preise gewonnen werden.
Im September haben dabei Schulklassen und Arbeitgeber*innen unter dem Motto Bike2Work und Bike2School die Möglichkeit, für das Zurücklegen ihrer Arbeits- bzw.
Weitere Radtouren und Ausflugsziele
Eine Radtour zum Hausberg von Hannover, dem 405 m hohen Deister, lohnt sich genauso wie eine Umrundung des Steinhuder Meers.
Der Deister ist eines der beliebtesten Naherholungsziele in der Region Hannover und zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert.
Aber auch das Umfeld des bis 404 Meter über N.N. hohen Ausläufers des Niedersächsischen Berglandes hat viel zu bieten.
Ob Kurort-Flair oder Klostereinkehr, Rittergüter oder Kornbrennereien: Rund um den Deister lässt sich allerhand erfahren.
Hier verläuft der Deisterkreisel, ein gut 100 Kilometer langer, bestens ausgeschilderter Radrundwanderweg, der die Orte Springe, Wennigsen, Barsinghausen, Bad Nenndorf, Rodenberg und Bad Münder verbindet.
Bei dieser Genusstour umrunden wir das große Steinhuder Meer, dem seine schöne Lage den Beinamen „niedersächsische Riviera“ eingetragen hat.
Um den größten Binnensee Nordwestdeutschlands führen ca. Über 50 Kilometer gut ausgebaute Radwege.
Die gute Anbindung der Radwanderwege an den öffentlichen Personennahverkehr lässt noch weitere Kombinationen zu.
Der Julius-Trip-Ring folgt einem „grünblauen“ Gürtel rund um das Stadtzentrum von Hannover. Seit über zehn Jahren kennzeichnet hier die Farbe Blau den Wegverlauf.
In Bredenbeck geht es auf leichten Wegen von der Leine zum Rittergut Bredenbeck, welches sich seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Familie von Knigge befindet.
Hier finden Sie zahlreiche Radtouren durch die Region Hannover auf einen Blick.
ADFC - Ihr Partner für sicheres Radfahren
Was macht der ADFC?
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.
Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?
Radfahren muss sicherer und komfortabler werden.
Wir nehmen dafür - auch Dank Ihrer Mitgliedschaft - nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein.
Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen.
Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt.
Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben.
Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor.
Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich.
Hier finden Sie alle Fahrradrouten im Überblick auf einer Karte.
Hier können Sie sich die Routen im Detail anschauen.
Sicherheitshinweise für Radfahrer
Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?
Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest.
Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen.
Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen.
Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können.
Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen.
Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.
Worauf sollte ich als Radfahrer achten?
Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern.
Sie haben keine Knautschzone - deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten.
Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.
Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen.
Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen.
Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden.
Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.
Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?
Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes.
Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.
Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter.
Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h.
Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben.
Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten.
Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig.
E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle.
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