Radweg Würzburg: Entlang des Mains durch Weinberge und historische Städte

Eine Radreise durch die idyllische Landschaft des Mains beginnt idealerweise in Bayreuth und verläuft über Bamberg und Aschaffenburg nach Mainz. Die gut ausgeschilderte Route des Main-Radwegs mit seinem flachen Relief, führt zwischen Weinreben und Hopfen hindurch und begeistert Jung und Alt mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Dichte Wälder wechseln sich mit den charakteristischen Weinanbaugebieten ab.

Start in Bayreuth: Bierfranken und Wagnerfestspiele

Die Anreise nach Bayreuth wird am besten individuell mit dem eigenen Fahrzeug oder mit der Bahn geplant. Eine frühzeitige Anreise ist empfehlenswert, um sich in der Stadt noch ein bisschen umzusehen, bevor es mit dem Rad weiter geht. Wer an die Wagnerstadt denkt, dem kommt zuerst das berühmten Festspielhaus, das der Komponist eigens für seine Zwecke erbauen ließ in den Sinn. Auch das Wohnhaus Richard Wagners, die Villa Wahnfried, ist Besuchern der Innenstadt teilweise zugänglich. Bayreuth liegt in Bierfranken - also im bayerischen Teil Frankens und ist somit auch besonders prädestiniert, um den lokalen Gerstensaft in der prachtvollen Innenstadt zu verkosten.

Wer in Bayreuth die Tour auf dem Mainradweg beginnt, fährt zu Beginn Richtung Lichtenfels und kann einen Abstecher nach Kulmbach einlegen. In der oberfränkischen Stadt wird seit über 600 Jahren Bier gebraut - ein Besuch im Bayerisches Brauerei- und Bäckereimuseum lohnt sich also. Über der Stadt thront die Plassenburg.

Bamberg: Weltkulturerbe und fränkische Spezialitäten

Nach einem Frühstück in der Kreisstadt Lichtenfels ist Hallstadt schnell erreicht. Kurz vor den Toren Bambergs liegt Hallstadt. 805 verlegte Karl der Große seinen Königshof samt Hofschar in das unscheinbare Örtchen.

Im beschaulichen Fachwerkstädtchen Bamberg, das seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, gibt es viel zu sehen. Zum Beispiel eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Das historische Gebäude prangt direkt über den seichten Wellen der Regnitz und ist mit seinen gotischen Stilelementen sofort zu erkennen. Die gemütlichen engen Gassen laden zu einem Spaziergang ein. „Klein Venedig“ wird das Wasserviertel der Stadt auch liebevoll genannt. Denn hier haben die kleinen Häuschen im Vorgarten alle direkten Zugang zum Fluss.

Im historischen Brauereiausschank der Stadt kann man das „Schlenkerla“, das berühmte Rauchbier, sowie ein „Schäuferle“, einen zarter Braten aus der Schweinsschulter, probieren und mit diesen oberfränkischen Spezialitäten auch die kulinarische Entdeckungsreise am Main fortsetzen.

Durch das Fränkische Weinland: Burgen, Weinberge und Wallfahrtskirchen

Die dritte Etappe führt durch das zunächst weite Tal des Mains, ehe sich die Hänge des Steigerwaldes und der Haßberge immer mehr dem Fluss nähern. Kurz nachdem Eltmann passiert ist, öffnet sich das Maintal erneut und das Fränkische Weinland breitet sich aus. Da sich im Mittelalter die beiden Mächte der Bistümer Bamberg und Würzburg in den Haßbergen als Rivalen gegenüber standen, ist die Region von allerlei Burgen und Schlössern geprägt, die das jeweilige Territorium sichern sollten.

Mit der fränkischen Leichtigkeit im Rücken führt es die Radfahrer auf der Route an den traumhaft gelegenen Regionen der Weinberge vorbei, wobei es vereinzelt Gelegenheit zu einer Weinprobe gibt. Die Wallfahrtskirche Maria Limbach, kurz hinter der Ortschaft Eltmann, ist ein erstes kulturelles Highlight des Tages. Auf dem weiteren Weg zum Etappenziel radelt man noch durch das malerische Winzerstädtchen Zeil. Auf dem malerischen Marktplatz findet sich im Sommer bestimmt ein schattiges Plätzchen für eine Erfrischung. Sehenswert sind außerdem die gut erhaltenen Teile der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und der markante Stadtturm mit dem ehemaligen Jagdschloss von 1695. In Haßfurt angekommen, empfiehlt sich noch ein Rundgang durch die Altstadt mit der sehenswerten Stadtpfarrkirche St.

Schweinfurt und das Zentrum des Fränkischen Weinlandes

Auf halbem Weg nach Schweinfurt bietet sich das Örtchen Theres für eine erste Pause an. Zu den Sehenswürdigkeiten von Theres gehören das Historische Rathaus, das ehemalige Kloster und das Schloss Theres. Gemütlich geht es anschließend bis Schweinfurt, einem wichtigen Industriestandort Frankens. Die Stadt hat erstaunlich viele Gesichter und besitzt Sehenswürdigkeiten vergangener Jahrhunderte, aber auch moderne Industriekultur. In der Altstadt sind das Rathaus, die Heilig-Geist-Kirche und der Pulverturm am östlichen Teil der Stadtmauer von besonderer Bedeutung. Typisch für das Schweinfurter Umland sind die sogenannten “Heckenwirtschaften”.

Heute nähert man sich immer mehr dem Zentrum des Fränkischen Weinlandes und zahlreiche Rebhänge sind ständiger Wegbegleiter. Auf dem Weg liegt das kleine und geschichtsträchtige Wipfeld, das vor allem durch seine berühmte Weinlage Zehntgraf bekannt ist. Hier lohnt sich eine Pause inmitten historischer Gebäude. So stehen rund um den Marktplatz schöne Fachwerkhäuser, das Rathaus und das ehemalige Würzburger Amtshaus.

Nach dem Mittag wird auf dem weiteren Weg nach Volkach zunächst Fahr, die Stadt des Bocksbeutels passiert. Volkach, das heutige Etappenziel, wurde ebenfalls durch seine Weine sehr berühmt und liegt direkt im mainfränkischen Weinanbaugebiet. Im August findet seit mehr als 60 Jahren regelmäßig das Weinfest statt. Auch hier, wie im gesamten Weinland, wartet die eine oder andere Rebensaftprobe auf die Radler, nachdem ein Spaziergang durch die romantische Altstadt innerhalb der gut erhaltenen Stadtmauern unternommen wurde.

Volkach ist besonders bekannt für die Mainschleife, an deren Scheitelpunkt der Ort liegt. Auf dieser Höhe des Mains wurde durch den Bau eines 6 km langen Kanals, die sogenannte Weininsel geschaffen, auf der sich die Orte Sommerrach und Nordheim befinden. “Das Beste, das uns Gott gesandt, ist edler Wein vom Frankenland” - lautet ein Spruch auf einer Mauer in der Nordheimer Innenstadt. Wieviel Wahrheit dieser Spruch verheißt, wird allen Besucher spätestens beim Besuch eines Weinfestes in dieser Region klar.

Dettelbach, Kitzingen und die Mainschleife

Heute führt der Main-Radweg zunächst am Mainkanal entlang, bevor man in Schwarzach wieder auf den Fluss trifft. Der sechs Kilometer lange Kanal wurde in den 1950er Jahren erbaut, um die Mainschleife für die Schifffahrt abzukürzen. Auf Höhe der Schleuse Gerlachshausen vereinigt sich der Kanal wieder mit dem Fluss und die Fahrradreise geht entlang des Mainufers weiter.

Ein erster Höhepunkt des Tages ist, das von einer Stadtmauer umgebene, Dettelbach. Innerhalb der von 30 Türmen und zwei Stadttoren gekrönten Mauer befindet sich das mittelalterliche Zentrum, das zum Verweilen einlädt. Die romantischen Gassen und versteckte Winkel erzählen genauso wie der Pranger an der Kirche die Geschichte(n) längst vergangener Zeiten. Unbedingt sehenswert sind die Stadtpfarrkirche St. Augustinus mit ihren zwei unterschiedlichen Türmen und die europaweit bekannte Wallfahrtskirche Maria im Sand. Sie ist ein beeindruckendes Meisterwerk der Spätgotik und Renaissance.

Anschließend geht es auf ebener Strecke nach Kitzingen. Highlights dieser sehenswerten Stadt sind der historische Marktplatz und Deutschlands ältester Weinkeller. Im Deutschen Fastnachtmuseum dreht sich alles um den Karneval. Neben Kostümen und historischen Dokumenten wird hier lückenlos die Geschichte der deutschen Fastnacht beschrieben. Historisch bedeutend ist außerdem die Alte Mainbrücke in Kitzingen.

Würzburg: Residenzstadt mit barockem Flair

Auf dem Weg bis in die alte Universitätsstadt Würzburg passieren die Radfahrer kleine idyllische Orte in Unterfranken. Geprägt ist das fränkische Weinland nicht nur durch den Weinanbau - die Radfahrer passieren auch weitläufige Agrarflächen, auf denen im Frühjahr der Spargel wächst. Es bieten sich immer wieder reizvolle Perspektiven und Aussichten, besonders für Fotoenthusiasten.

Doch bevor das heutige Etappenziel Würzburg erreicht ist, radeln die Urlauber durch Marksteft, Segnitz sowie Randersacker. Die Winzergemeinde Randersacker blickt auf etwa 1200 Jahre Weinbaugeschichte zurück und bietet neben dem Steinhauermuseum auch viele exzellente gastronomische Highlights. Bei der Ankunft in der Residenzstadt Würzburg erblicken die Radfahrer zuerst die Festung Marienburg, die stolz über der Stadt thront und einen wunderbaren Ausblick bietet. Zu Fuß ist man etwa 45 Minuten aus der Altstadt bis zur Festung unterwegs. Eine sportliche Abkürzung über die Treppen spart etwa 15 Minuten.

Mit zahlreichen Museen und Galerien bietet die Stadt Tag für Tag ein anderes Bild. Die imposante Fassade des Kiliansdoms mitten in der Altstadt wirkt nicht nur auf den ersten Blick mächtig. Der Dom ist mit seinem 105 m hohen Doppelturm tatsächlich das viertgrößte Gotteshaus der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem die Vorgänger des heutigen Doms im 8. und 9. Jahrhundert zerstört wurden, wurde der heutige Dom 1075 fertiggestellt. Nach 1945 wurde der Dom grundlegend renoviert und bietet den Besuchern heute einen Stilmix aus modernen, barocken sowie romanischen Elementen. Besucher haben auch im Dom viel zu entdecken. Das harmonische Licht rückt besonders den prachtvolle Altar und die Stuckarbeiten in den Blickpunkt.

Derzeit befindet sich Würzburg auf der Liste der größten Städte Bayerns mit etwa 125.000 Einwohnern an sechster Stelle. Die Würzburger Residenz ist einer der Touristenmagnete der Stadt und zählt zu den wichtigsten Bauten des süddeutschen Barocks. Im Treppenhaus des Versailles von Franken, wie die Residenz auch gerne genannt wird, befindet sich das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt zu bestaunen. Geschaffen von Giovanni Battista Tiepolo, einem der berühmtesten venezianischen Maler.

1945 wurden besonders die Seitenflügel der Residenz bei einem Bombenangriff in weiten Teilen zerstört. Der Wiederaufbau der Residenz nach der Zerstörung im Krieg dauerte über 40 Jahre und wurde 1987 abgeschlossen. Heute sind rund mehr als 40 der insgesamt 320 Räume für die Öffentlichkeit zugänglich. 1981 nahm die UNESCO das Hauptgebäude, den Residenzplatz und alle Nebengebäude in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Weinstuben mit viel Lokalkolorit laden bei einem Spaziergang durch die Innenstadt immer wieder zu einer Pause ein, um die lauschige Atmosphäre der Stadt zu genießen. Hier werden aus den Bocksbeuteln die Schoppen gefüllt und andere kulinarische Genüsse wie die Fränkische Bratwurst oder Knödel serviert. Wer mehr über den fränkischen Rebensaft erfahren möchte, kann sich während eines Rundgangs am „Stein-Wein-Pfad“ an den steilen Hängen über den begehrten Wein informieren und so bestimmt noch viel Wissenswertes über Rotling und Silvaner erfahren. Prominentester Ort für einen stimmungsvollen Sonnenuntergang mit Freunden ist übrigens die alte Mainbrücke.

Veitshöchheim, Karlstadt und Gemünden: Entlang des Mains

Heute betrachtet man zunächst in nördlicher Richtung den Main abwärts. Nach etwa 5km erwartet die Radfahrer die erste Sehenswürdigkeit des heutigen Tages: das Kloster Oberzell. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts lebt die gemeinschaft der Zeller Schwestern in den historischen Mauern des Klosters, das 1126 von Norbert von Xanten gegründet wurde.

Nachdem die Uferseite gewechselt wurde, sind es nur noch wenige Kilometern bis in das Örtchen Veitshöchheim. Veitshöchheim ist besonders für Karnevalsbegeisterte der Republik ein Begriff. Die Kultsendung “Fastnacht in Franken” wird mittlerweile seit 1987 jedes Jahr live vom Bayerischen Rundfunk aus der Würzburger Nachbargemeinde gesendet. In Veithöchheim lohnt sich ein Abstecher zum Schloss und ein Spaziergang durch den herrlichen Rokokogarten, der nach französischem Vorbild angelegt, auch tatsächlich den Flair Frankreichs versprüht. Im Veitshöchheimer Schloss verbrachten die Würzburger Fürstbischöfe und die Könige von Bayern ihren Sommer. Der prunkvolle Park ist mit etwa 300 Sandsteinfiguren geschmückt und bietet neben der Grottenanlage noch viele weitere herrschaftliche Elemente wie Pavillons, Lauben und verspielte Brunnen. Seit 1990 wird auch der historische Küchengarten wieder gepflegt.

Gegen Mittag gelangt man nach Karlstadt. Die Stadt “Karscht”, wie sie im mainfränkischen Dialekt heißt, beeindruckt mit seinem historischen Stadtbild, zu dem auch zahlreiche Fachwerkhäuser und das historische Rathaus mit Treppengiebel gehört. An der anderen Uferseite, direkt gegenüber der Stadt, entdecken Radfahrer schnell die Ruine der Karlsburg, dessen Entstehung bis in das 8. Jahrhundert verfolgt werden kann. Die Höhenburg wurde im 16. Jahrhundert während des Bauernkriegs zerstört. Nichtsdestotrotz bietet der Platz, auf dem sie einst stand, 90m über dem Main einen herrlichen Ausblick auf das Maintal.

Die fränkische Gastlichkeit wird hier genauso groß geschrieben, wie in anderen Teilen Frankens. Allmählich hat sich auch das Landschaftsbild entlang des Main Radwegs gewandelt. Die lieblichen Weinberge des Fränkischen Weinlandes haben die Radfahrer hinter sich gelassen und nähern sich den bewaldeten Höhenzügen des Spessarts. Schon bald ist nun das Tagesziel in Gemünden erreicht. Die Stadt präsentiert sich als Drei-Flüsse-Stadt. Hier trifft die Sinn auf die Fränkische Saale und anschließend auf den Main.

Vielleicht bleibt noch Zeit für einen Ausflug auf das Huttenschloss Gemünden. Das Schloss wurde Anfang des 18. Jahrhunderts auf den alten Grundmauern des zerstörten Schlosses wieder aufgebaut. In den Mauern des markanten Gebäudes befindet sich heutzutage das Film-Photo-Ton Museum, das von einem privaten Verein unterhalten wird. Bei einem kleinen Rundgang werden die Urlauber auch die Ruine der Scherenburg entdecken. Die Burg wurde seit dem 18. Jahrhundert weder genutzt noch gepflegt. Dennoch haben die alten Mauern mit dem runden Bergfried, der heutzutage ein Zuhause für Fledermäuse bietet, ihren Charme.

Wer noch nicht aus der Puste ist, kann die heutige sechste Etappe auch in dem zehn Kilometer weiter entfernten Lohr ausklingen lassen, das an den östlichen Ausläufern des Spessarts liegt. Auf dem Weg dorthin können die Velotouristen einen Abstecher zur Ruine Schönrain machen. Einst wurde das Gebäude 1080 als Benediktinerkloster gegründet und fiel Anfang des 19. Von der Ruine Schönrain bis nach Lohr am Main sind es noch etwa sieben Kilometer. Die Stadt selbst bezeichnet sich als “Schneewittchenstadt”, ob sie jedoch tatsächlich Heimat der schönen Königstochter aus dem Grimmschen Märchen ist, bleibt offen. Viele Einheimische meinen allerdings Zusammenhänge zum literarischen Idol gefunden zu haben. Wohnsitz der Königsfamilie soll beispielsweise das Lohrer Schloss gewesen sein. Weiterer Anhaltspunkt soll auch der “sprechende Spiegel” der im Spessartmuseum in Lohr am Main zu besichtigen ist. Welche weiteren Indizien für die Herkunft Schneewittchens aus Lohr sprechen, können Radler sprichwörtlich ganz fabelhaft in Lohr herausfinden.

Die Altstadt eignet sich hervorragend für eine kleine Erkundungstour am Abend. Dabei wird den Urlauber auch das kleine verwunschene Schloss auffallen. Ende des 14. Jahrhunderts wurde dieses erstmals urkundlich erwähnt und 1913 ausgiebig renoviert. Die historischen Mauern beherbergen heute das Spessartmuseum mit einer Ausstellungsfläche von ca. 2000m². Interessantes können Besucher auf einer der Löhrer Hörbänke erfahren. Hier erwarten die Besucher vertonte Geschichten und kle...

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