Viele Motorradfahrer kennen das Problem: In der Garage oder im Carport ist wenig Platz zum Rangieren. Eine Rangierhilfe kann hier Abhilfe schaffen. Im Handel sind solche Hilfen oft teuer, daher liegt es nahe, sie selbst zu bauen. Dieser Artikel bietet Ihnen eine detaillierte Anleitung und Inspirationen für den Eigenbau.
Warum eine selbstgebaute Rangierhilfe?
Der Hauptgrund für den Selbstbau einer Rangierhilfe ist oft der Preis. Im Handel sind die Geräte nicht billig, selbst gebraucht kosten sie noch einiges. Hinzu kommt, dass man beim Selbstbau die Möglichkeit hat, die Rangierhilfe genau an die eigenen Bedürfnisse und Platzverhältnisse anzupassen. Es macht auch Spaß zu sehen, wie etwas Eigenes entsteht!
Grundlegende Konstruktionsideen
Es gibt verschiedene Ansätze, um eine Rangierhilfe selbst zu bauen. Hier sind einige grundlegende Ideen:
- Rangierwagen mit Rollen: Eine Plattform mit Rollen, auf die das Motorrad gestellt und dann bewegt werden kann.
- Schienensystem: Das Motorrad wird in eine Art Wippe/Klemmhalter gefahren, der auf Laufschienen sitzt.
- Drehbare Platte: Eine Platte, auf die das Motorrad gefahren und dann gedreht werden kann.
Materialien und Werkzeuge
Was Sie für den Bau einer Rangierhilfe benötigen, hängt natürlich von der gewählten Konstruktion ab. Hier eine allgemeine Liste:
- Riffelblech oder Stahlblech für die Plattform
- Rollen (am besten belastbare Industrierollen oder Inlineskater-Rollen)
- Flachstahl
- Edelstahlblech (optional)
- Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben
- Schweißgerät (optional, je nach Konstruktion)
- Säge, Bohrmaschine, Schraubenschlüssel, etc.
Einige Nutzer haben folgende Materialien verwendet:
- 6 Rollen, 50kg Belastbarkeit oder mehr (á 3,50 Euro aus dem Baumarkt oder Internet)
- 6 x Innensechskant Senkkopfschraube M6 x 16
- 6 x Tensilockmuttern M6
- 24 x Innensechskant Zylinderkopfschraube M4 x 10
- 5mm starker Flachstahl
- 1,5 mm starkes und 2 m langes Edelstahlblech
Anleitung für einen einfachen Rangierwagen
Hier eine einfache Anleitung für den Bau eines Rangierwagens:
- Plattform vorbereiten: Schneiden Sie das Riffelblech oder Stahlblech in der gewünschten Größe zu.
- Rollen montieren: Befestigen Sie die Rollen an den Ecken der Plattform. Achten Sie auf eine stabile Verbindung.
- Optional: Verstärken Sie die Plattform mit Flachstahl.
- Anpassungen: Passen Sie die Rangierhilfe an Ihr Motorrad an. Bringen Sie z.B. eine Halterung für den Seitenständer an.
Tipps und Tricks
- Achten Sie auf eine ausreichende Tragkraft der Rollen.
- Verwenden Sie hochwertige Materialien für eine lange Lebensdauer.
- Planen Sie ausreichend Zeit für den Bau ein.
- Lassen Sie sich von anderen Projekten inspirieren.
Weitere Ideen und Anregungen
Einige Nutzer haben ihre selbstgebauten Rangierhilfen mit zusätzlichen Features ausgestattet:
- Elektrischer Antrieb: Für schwerere Motorräder oder beengte Platzverhältnisse kann ein elektrischer Antrieb hilfreich sein.
- Feststellbremse: Eine Feststellbremse verhindert das Wegrollen der Rangierhilfe.
- Verstellbare Halterungen: Verstellbare Halterungen ermöglichen die Anpassung an verschiedene Motorradmodelle.
Es ist wichtig, die Tragkraft zu beachten, damit man später nicht nur eine 125er Enduro drauf abstellen kann.
Man bekommt es halt leichter überall hin, weil man es nicht immer über die Vorderachse vom Motorrad rangieren muss.
Nur mit dem Rollwagen bringe ich es jetzt leichter dahin.
Ich bau mir sowas aus den übriggebliebenen Standschienen vom Mopedhänger und 4 dicken Gummirollen selber, da brauch ich noch ein bissel Flacheisen, dazu ein bissel sägen und schweissen, und schon ist es fertig.
Gibt auch einen von Bike-Tower.
Der hat noch eine Stufe mehr.
Ist echt super zum rangieren in enger Garage und die Räder sind entlastet während des Winters.
Kostenübersicht
Die Kosten für den Selbstbau einer Rangierhilfe hängen stark von den verwendeten Materialien und der Komplexität der Konstruktion ab. Hier eine grobe Schätzung:
| Material | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Riffelblech/Stahlblech | 20-50 Euro |
| Rollen | 20-50 Euro |
| Flachstahl/Edelstahlblech | 10-30 Euro |
| Schrauben, Muttern, etc. | 5-10 Euro |
| Gesamtkosten | 55-140 Euro |
Im Vergleich zu den Preisen für fertige Rangierhilfen kann man also durchaus Geld sparen.
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