Ride Concepts Mountainbike Schuhe im Test: Vice und TNT im Fokus

Das Team von Ride Concepts hat sich seit der Firmengründung im Herbst 2018 erfolgreich einen Platz unter den renommierten Herstellern für Mountainbike Schuhe gesichert. Die selbst auferlegte Mission war dabei von Anfang an klar: Kompromisslos auf die Bedürfnisse von uns Bikern einzugehen und die bequemsten, langlebigsten und verlässlichsten Mountainbike Schuhe herzustellen.

Ride Concepts Vice: Retro-Optik trifft auf moderne Technologie

Als ich den neuen Vice das erste Mal auf der Instgram-Seite des noch jungen Unternehmens gesehen habe, musste ich sofort an die Skateschuhe aus den späten 90ern denken, die ich als kleiner Bub immer schon haben wollte. Und ein ähnliches „Habenwill-Gefühl“ stellte sich auch beim Ride Concepts Vice direkt ein.

Als ich den Vice dann zum ersten Mal in der Hand hielt, stellte ich zuerst fest, dass der Schuh in echt noch schöner aussieht, als auf den Bildern im Netz. Noch schicker als auf den Bildern, beschreibt Laurenz den Vice! Das schlichte Ride Concepts Logo schmückt den Fersenberich Zehenschutz im Retro-„Skateschuhstyle“ Die Rubber Kinetics Sohle verspricht guten Grip!

Beim obligatorischen Bieg- und Rubbeltest wurde deutlich, dass die Rubber Kinetics-Sohle zwar unter Spannung steht, jedoch trotzdem biegsam ist, was einen gefühlvollen Sitz auf dem Pedal verspricht. Die Sohle des Ride Concept Vice Wabenprofil…Laurenz war vorerst kritisch…doch das änderte sich schnell!

Getestet habe ich den Ride Concepts Vice, der nicht nur Grip im Downhill sondern vor allem auch maximale Standfestigkeit und ein möglichst direktes Gefühl bei Trick-Jumps vermitteln soll, zwar ausschließlich bei Trail- und Endurofahrten, habe dabei aber sehr darauf geachtet, auch mal unsauber zu fahren, das Pedal häufiger zu verlassen und wie bereits erwähnt mich auch mal an ein paar Tricks zu versuchen.

Bereits bei den ersten Ausfahrten wurde klar, dass ich es hier nicht mit einer wabenförmigen Sohle zu tun habe, die mich in Schwierigkeiten bringt. Der Vice eignet sich perfekt für „Motocross-Action“… …und massive Drifts!

Wie sich die Dämpfung des MTB-Schuhs bei 5-Meter-Drops schlägt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Bei härteren Schlägen durch Wurzel- oder Steinfelder meine ich jedoch sagen zu können, dass die Dämpfung zwar vorhanden ist, jedoch im Vergleich zu meinen DH-Flatpedal-Schuhen etwas mehr durchlässt.

Da ich den Schuh bisher ausschließlich während dieses erneuten, klimatisch äußerst bedenklichen Dürre-Sommers testen konnte, kann ich zum Grip bei Nässe nicht viel sagen, ausser: Mehr Nässe bedeutet in den allermeisten Fällen weniger Grip, dafür aber auch fast immer mehr Spaß. Wenn das mal keine guten Aussichten für den bevorstehenden Herbst und Winter sind!

Der Ride Concepts Vice ist mit seinem erschwinglichen Preispunkt, der freshen Retro-Optik und seiner griffigen wie gefühlsechten Sohle eine klare Kaufempfehlung für alle Fahrer, die’s gerne mal fliegen lassen oder für solche, die es gerne noch werden möchten. Für Erstere kommt er in der auffälligen Camouflage-Version, während Letztere eher die Wahl zwischen schlichtem schwarz mit Tan-Sohle oder grau-schwarzem Gewand haben.

Zur Haltbarkeit kann ich derzeit nur vermuten, dass der insgesamt doch recht schwere, solide und daher auch relativ warme Schuh die eine oder andere Saison durchhalten wird. Sollte sich das anders entwickeln, werdet ihr es hier erfahren.

Der Vice hat Laurenz im Test wirklich überzeugt!

Ride Concepts TNT: Der Gravity-Spezialist für Downhill, Big Mountain und Freeride

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 179,- EUR dient der TNT laut der Beschreibung von Ride Concepts frei zusammengefasst als „der“ Schuh für Downhill, Big Mountain und Freeriding, bei dessen Entwicklung Grip, Schutz, Haltbarkeit und Komfort ganz oben auf der Anforderungsliste standen. Bereits beim Auspacken hinterlässt der TNT einen sehr guten Eindruck. Der Schuh wirkt durchweg robust und konsequent auf das Einsatzgebiet „Gravity“ ausgelegt. Das robuste Design und der gebotene Schutz schlagen sich natürlich im Gewicht nieder.

Bei der Sohle setzt Ride Concepts auf den sogenannten DST 4.0 MAX Grip Rubber, was unter allen angebotenen Sohlen von Ride Concepts für die weichste und komfortabelste Gummimischung steht. Die Sohle des TNT besteht durchgehend aus einem Hexagon-Muster, wie es auch bei den übrigen Ride Concepts Schuhen eingesetzt wird. Mit dem Fokus auf Gravity verfügt die Sohle des TNT im direkten Vergleich zu den anderen Modellen jedoch über größere Hexagone mit entsprechend größeren Zwischenräumen.

Der Fokus liegt auf Schutzwirkung und weniger auf Temperaturmanagement. Die Oberseite des Schuhs ist bis auf wenige kleine Löcher vollkommen dicht. Abgesehen von der Schutzwirkung des festen Obermaterials sollte der TNT demnach auch entsprechenden Schutz vor den Elementen bieten.

Wie bei seinen anderen Schuhen, verwendet Ride Concepts auch beim TNT eine Einlegesohle mit D3O Einsätzen im Bereich des Fußballens und der Ferse.

Folglich ist Größe 46 auch beim Ride Concepts TNT für mich die richtige Wahl, denn bereits bei der ersten Anprobe war ich überrascht wie komfortabel sich der doch recht steife Schuhe am Fuß gibt. Die Schuhzunge ist ordentlich gepolstert, sodass sich der Schuh durchaus fester schnüren lässt, ohne dabei Druckstellen zu erzeugen. Der vordere Bereich des TNT bietet viel Platz für den Fußballen und die Zehen. So viel, wie ich es eigentlich nur von sehr bequem sitzenden Sneakern kenne. Dennoch wird der Fuß sehr sicher im Schuh fixiert.

Bereits bei den ersten Pedalumdrehungen fällt auf, dass die Sohle des TNT für einen Flatpedal-Schuh auf der steiferen Seite liegt und etwas weniger Pedalgefühl bietet als „leichtere“ und weniger robust ausgelegte Schuhe. Dies fällt besonders auf, solange man auf dem Sattel sitzt und wenig Last auf die Pedale bringt. Je schneller und härter es auf dem Trail vorgeht, desto mehr weiß man die verstärkte Sohle und die D3O Innensohle zu schätzen.

Für einen Gravitiy Schuh typisch, verfügt der TNT über die weichste Außensohle, die Ride Concepts im Angebot hat. Die mit DST 4.0 bezeichnete Gummimischung ist weich, aber nicht zu weich. Leichte Korrekturen der Schuhposition auf dem Pedal sind mit dem TNT daher ein einfaches Unterfangen und in der Tat etwas einfacher als bei Schuhen mit noch einmal weicheren Gummimischungen. Auch die gepolsterte Innenseite am Knöchel des TNT weiß zu gefallen.

Bezüglich der Haltbarkeit mache ich mir aufgrund der sehr guten Material- und Verarbeitungsqualität keine Sorgen. Der TNT sollte auch langfristig mit allem klarkommen, was man ihm auf dem Trail oder im Bikepark entgegenwirft. Hierzu tragen insbesondere der verstärkte Zehen- und Fersenbereich sowie das unempfindliche Material des Oberschuhs bei.

In erster Linie ist der TNT eine sehr interessante Option für Gravity Piloten, die nicht nur flott, sondern sehr flott unterwegs sind und dabei auch einen Mehrwert aus dem Schutz und Support ziehen können, die der TNT als Downhillschuh bietet.

Mich persönlich hat der TNT in den letzten Monaten auch als Winter- und Schlechtwetter-Schuh für Flatpedals überzeugt. Leichte Minusgrade sind mit diesem Schuh kein Problem, zumal der geräumige Vorderschuh auch ausreichend Platz für dickere Wintersocken bietet. Zudem nimmt der Schuh auch nicht übermäßig viel Wasser in den Polstern auf, sodass man die Schuhe unter normalen Umständen auch bis zum nächsten Tag wieder trocken bekommt.

Ride Concepts bietet mit dem TNT einen Flatpedal-Schuh an, der kompromisslos auf die härtesten Bedingungen des Gravity Sports ausgelegt ist. Wer sich für den Kauf des TNT entscheidet, erhält einen wirklich robusten Schuh mit guter Passform und hoher Schutzfunktion. Wer einen Flatpedal-Schuh für extreme Strecken oder eben die nasskalte Jahreszeit sucht, trifft mit dem TNT eine sehr gute Wahl.

Ride Concepts Hellion Elite: Ein vielversprechender All-Mountain Flatpedalschuh

Der Ride Concepts Hellion Elite ist in der Kategorie All-Mountain einzuordnen und besticht durch ein geringes Gewicht. Die Verarbeitung liegt auf einem sehr hohen Niveau. Der Schuh besteht aus einem wasserabweisenden und abriebfesten Synthetik-Material, wirkt modern und hochwertig.

Dank der Standardschnürung lässt sich der Hellion Elite sehr gut an unsere Fußform anpassen, die Schnürsenkel sind stabil, haben eine gute Länge und gleiten durch Ösen, was die Lebensdauer erhöht. An der Zunge befindet sich ein kleines Gummiband, damit kannst Du die Enden sicher verstauen und brauchst Dir keine Gedanken machen, ob sich Deine Schnürsenkel im Kettenblatt verfangen oder um Dein Pedal wickeln.

Die Ride Concepts Hellion Elite sind eher schmal geschnitten, was uns persönlich sehr zusagt. Der Aufbau des Schuhs verleiht Dir fast 3 cm mehr Körpergröße 😉.

In Sachen Grip hat Ride Concepts im Chemie Unterricht besonders gut aufgepasst und ich bin mir sicher, ihr Rezept wird einmal so viel Wert wie die Coca-Cola Rezeptur 😉 Was die Haltbarkeit angeht, werden wir im Herbst einen Folgebericht schreiben, denn wir haben mit den Ride Concepts die nächsten Monate viel vor, da wir wieder quer durch Europa unterwegs sind, um MTB-Camps zu veranstalten.

Hinter Ride Concepts stecken Mountainbiker die ordentlich Know-How in ihre Schuhe bringen. Der von uns getesteten Hellion Elite wirkt nicht nur am Produktdatenblatt vielversprechend, sondern konnte bei uns sofort mit sehr gutem Grip, hochwertiger Verarbeitung und schönem Design punkten. Er ist ein gelungener All-Mountain Flatpedalschuh der sowohl im Uphill als auch bergab überzeugt.

RC Hellion Elite im Detail

  • Die Schuhe gibt es von Größe 37 bis 49,5
  • in 2 Farbvarianten: in Khaki/Black und im dezenteren Black/Charcoal
  • Alle Elite-Modelle kommen mit der DST 4.0 MaxGrip-Sohle, die die griffigste von RC ist.

Insgesamt ist der RC Hellion Elite ein hochwertiger Allround Flatpedal-Schuh, der nichts falsch macht, mit dem man aber wahrscheinlich keine neue Strava-Bestzeit aufstellen wird. Dafür schafft der Schuh den Spagat aus Langlebigkeit, Grip und Komfort und macht dabei auch im Alltag eine gute Figur. Wer auf der Suche nach einem Paar Schuhe ist, mit dem neben Trail-Erlebnis auch die tägliche Pendelstrecke auf dem Rad bewältigt werden soll, ist mit dem Schuh für 149 € gut beraten.

Weitere Empfehlungen und Tipps für den Kauf von Mountainbike-Schuhen

Auf der Suche nach den besten Mountainbike-Schuhen verliert der ein oder andere sicher gerne einmal den Überblick. Um herauszufinden, welches Paar Schuhe das Richtige ist, muss zunächst festgelegt werden, ob du dich für Flatpedal- oder Clipless-Pedalschuhe entscheidest.

Die besten Flat-Pedal-Schuhe für Mountainbikes haften gut auf den Pedalen und lassen dich gleichzeitig einen Fuß herunternehmen, wenn es mal zu wild wird. Die Schuhe sind robust und für rasante Abfahrten gemacht.

Ein besserer Schutz und eine steife Sohle machen diesen Schuh zu einem der besten Enduro- und Downhill-Schuhe.

Die Sohlen dieses Schuhs sind ein ernstzunehmender Konkurrent für die führenden Five Ten’s. Diese flachen Schuhe vereinen ein Obermaterial zum Schnüren mit der besten DST 4.0-Sohle von Ride Concepts. Tatsächlich fühlen sich die Hellion Elites am Fuß und auf dem Rad ähnlich an wie die Freerider Pro, mit einem großartigen Mix aus Unterstützung und Halt sowie genug Flexibilität in der Zwischensohle, um die Pedale und das Rad genau zu spüren. Traktion, Dämpfung und Pedalanbindung sind hervorragend.

Wie jedoch bei allen Flat-Pedal-Schuhen ist die Qualität des Obermaterials nur zweitrangig, wenn die Sohle nicht super griffig ist. Hier punktet der SlipNot 2.0-Gummi von Specialized, welcher beeindruckend griffig ist.

Man erhält eine Menge Feedback von den Pedalen, sodass man genau spürt, was mit dem Fahrrad passiert.

Flat-Pedal-Schuhe sind in der Regel für Trail-, Enduro- und Downhill-Fahrer gedacht, für die das Gefühl und der Grip auf den Pedalen, aber ebenso der Schutz wichtig sind.

Ganz gleich, für welchen Schuhtyp du dich entscheidest, wenn der Schuh nicht richtig sitzt, ist er unbequem und bietet nicht die bestmögliche Leistung. Wir empfehlen dir, den Schuh vor dem Kauf anzuprobieren, denn jeder Fuß ist anders und die Hersteller verwenden unterschiedliche Größenangaben für ihre Schuhe. Achte darauf, dass deine Zehen genügend Spielraum haben und deine Ferse einen guten Halt hat, um Komfort und Kraftübertragung zu gewährleisten.

XC-Fahrer wollen eine steife Sohle, die die komplette Kraft auf die Pedale überträgt. Eine steife Sohle hilft auch, wenn der Schuh auf einem kleinen Klickpedal steht. Teurere Schuhe profitieren von einer leichten und steifen Carbonsohle, während billigere Schuhe Kunststoff verwenden, der schwerer und flexibler ist.

Trail- und Enduro-Fahrer tendieren zu einem von zwei Wegen: entweder zu einem XC-Schuh mit mehr Schutz und einem aggressiveren Profil oder zu einem Gravity-orientierten Schuh mit einer flexibleren, komfortableren Sohle und einer Konstruktion, die besser mit Klickpedalen mit Plattform funktioniert.

Wer Rad fährt, tut sich oft schwer, den passenden Schuh zu finden. Der spartanische Rennschuh ist für den Alltag zu steif, auffällig und nicht fürs Gehen ausgelegt. Ein klassischer Alltagsschuh ist in der Sohle zu weich, passt nicht zu hochwertigen Klick- oder Flatpedalen und ist vom Aufbau her oft nicht robust genug. Hier schlägt die Stunde von legeren Mountainbike-Schuhen in Sneaker-Optik, denn sie bedienen beide Welten. Je nach Design passen sie zu sportiven Rädern, machen aber im Café, beim Einkaufen, Sightseeing oder in der Arbeit eine gute Figur.

Je nach Pedalausführung unterscheiden sich die Fahrradschuhe vor allem bei Sohlenaufbau und Sohle, da diese speziell an die Pedalvorgaben abgestimmt sind, um perfekt damit zu agieren.

Für Klickpedale spricht die deutlich effizientere Kraftübertragung, weil der eingeklickte Schuh nicht nur drücken, sondern auch ziehen kann. Zudem ist der Fuß immer mittig über dem Pedal positioniert, kann während der Tretbewegung ergonomisch zu beiden Seiten ausweichen und rutscht bei ruppigem Untergrund nicht vom Pedal. Zum Ausklicken wird der Fuß um das Pedal gedreht.

Wer sich am Ende nicht entscheiden kann, greift zum breitbandig nutzbaren Kombipedal und bekommt das Beste aus beiden Welten.

Den idealen Schuh für alle gibt es nicht, denn jeder Fuß ist anders. Am Ende hilft nur Ausprobieren, damit die Größe passt und später keine Probleme wie Druckstellen entstehen. Einige Hersteller bieten halbe oder zweidrittel Größen.

Wie die jeweiligen Modelle ausfallen, haben wir in den Technikästen angegeben.

Die Hersteller legen sich ordentlich ins Zeug, damit die Fahrradschuhe auch nach langen Tourentagen noch angenehm sitzen. Für ein gutes Fußklima bei warmen Temperaturen ist luftiges Obermaterial vorteilhaft. Wasserdichte Membranen sucht man deshalb vergeblich. Meist bestehen die Materialien aus Kunststoff. Aber auch traditionelle Materialien wie Baumwolle, Hanf und Leder haben nicht ausgedient.

Bei der Anprobe sollte auf potenzielle Druckstellen in der Zehenbox, am Zungenende, Spann und im Bereich des Groß- und Kleinzehengrundgelenks geachtet werden.

Oft unterschätzt: Ein gutes Fußbett! Hier glänzen Shimano und Specialized durch vorgeformte Innensohlen, die das Längs- und Quergewölbe unterstützen. Hochwertige Einlegesohlen von Ortholite finden sich indes bei Endura, FiveTen, Ion, Unparallel und Vaude.

Damit die Kraft beim Radfahren perfekt auf das Pedal übertragen wird, muss der Schuh eine gewisse Steifigkeit aufweisen. Allerdings ist eine gewisse Nachgiebigkeit gar nicht verkehrt, weil dies gerade auf Langstrecken in unseren Augen das Wohlbefinden fördert.

Bei Flatpedalen wird die Kraft über die große Fläche des Pedals übertragen, wodurch die Sohlen generell flexibler ausfallen.

Zur Fixierung finden sich im Test verschiedene Verschlusssysteme: Am weitesten verbreitet ist die klassische Schnürung. Die Bedienung ist umständlicher, aber bei Gewicht, Ersatzteilversorgung und der individuellen Feinjustage kann ihr kein anderes System das Wasser reichen.

Ein oft übersehenes Detail ist der Fersenhalt im Schuh. Wie der Halt ausfällt, kommt dann auf die individuelle Fußform, das Schuhdesign und die verwendeten Materialien an.

Beim Gehen achten wir auf den Abrollkomfort, der vor allem bei Bontrager, Doghammer, Fizik, Jack Wolfskin, Sidi, Specialized und Unparallel begeisterte.

Eine gute Dämpfung ist vor allem bei Bontrager, Endura, Fizik, Leatt, Ride Concepts und Unparallel fühlbar.

Je nach Einsatzbereich spielt auch die Trittsicherheit eine Rolle. Sie wird durch das Design und den Gummi vorgegeben.

Beim Schuhkauf sollten Sie vorrangig auf die Passform und das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Pedalsystem achten. Bei den Flatpedalschuhen holen sich Fizik (Tour), O’Neal (Sport) und Ride Concepts (Allround) je eine Empfehlung. Der Testsieg geht verdient an FiveTen. Im Klickpedalbereich erarbeiten sich Crank Brothers (Allround), Doghammer (Tour) und Northwave (Sport) eine Empfehlung.

Wir waren mit dem RC Hellion Elite Flatpedal-Schuh für euch unterwegs und haben ihn auf Senkel und Sohle für euch getestet. Das Ergebnis nach 8-monatigem Testeinsatz erfahrt ihr hier.

Im Fahreindruck bot die Sohle ausreichend Grip, kommt im Vergleich jedoch nicht ganz an den hohen Grip der Five Ten Stealth-Sohle heran. Fahrern, die häufig ihre Fußstellung auf dem Pedal anpassen, kommt das entgegen. In Sachen Steifigkeit ist der RC ausgewogen und nicht auf pure Effizienz beim Treten getrimmt, so überträgt er die Kraft gut aufs Pedal, lässt sich gleichzeitig aber auch recht komfortabel im Alltag tragen. Die Pins der Pedale verbinden sich gut mit der Sohle, ohne nachhaltige Spuren im Gummi zu hinterlassen: Nach 8 Monaten im Test sieht die Sohle noch aus wie neu, top!

Das Synthetik-Obermaterial der Schuhe ist sehr gut verarbeitet und für eine gute Belüftung durchgehend perforiert. Ebenso wie die D30-Innensohle, die harte Stöße von unten absorbiert und Druckschmerzen durch die Pedale vorbeugt - sehr angenehm!

Die ersten Alpen-Überquerer haben sich noch mit groben Wanderstiefeln über den Hauptkamm geschunden. Mit deren stabilen Sohlen konnte man nicht nur kräftig in die Pedale treten, ihr Profil war auch griffig genug, um die zahlreichen Schiebepassagen auf den elend steilen Pässen zu bezwingen. Außerdem boten sie den Füßen Schutz vor Steinkontakt und Wetterkapriolen. Alles Eigenschaften, die einen guten Touren-MTB-Schuh auch heute noch auszeichnen. Die Optik hat sich über die Jahre aber extrem verändert. Heute gleichen viele Fahrradschuhe eher Skate-Sneakern als Bergstiefeln, was per se nicht schlecht sein muss.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Hersteller wie Crankbrothers, Ride Concepts, Scott oder Vaude schaffen es, ihre Schuhe mit Alpen-tauglich profilierten Sohlen auszustatten. Sie finden einen Weg, gute Kraftübertragung mit angenehmen Laufeigenschaften zu verknüpfen, und ihre Schnürsysteme verankern die Füße bombenfest in den MTB-Schuhen. Dagegen hätten bestimmt auch die ersten Alpen-Überquerer ihre klobig-schweren Wanderstiefel eingetauscht.

Flatpedale vs. Klickpedale

Wer es nicht eilig hat, sollte auf Flat-Schuhe setzen. Sie fördern einen aktiven Fahrstil, weil man für die Verbindung mit dem Bike eine Bogenspannung zwischen Fuß, Beinen, Rumpf und Armen erzeugen muss. So agiert man mehr, als sich mit einem defensiven Fahrstil auf die mechanische Verbindung zu verlassen. An kritischen Stellen kann ich zudem schnell den Fuß absetzen, dadurch bin ich mental offensiver. Schiebepassagen lassen sich ohne Cleats an der Sohle auch besser meistern.

Die wichtigsten Eigenschaften von Touren-Fahrradschuhen

Die Optik von Touren-Fahrradschuhen geht immer mehr von Wander-Boots zu Sneakern. Die Kernkompetenzen bleiben aber gleich: gute Kraftübertragung, Schutz vor Felskontakt, Grip und Komfort auf Schiebepassagen. Die wichtigsten Eigenschaften im Detail.

1 - Schutz

Eine TPU-verstärkte Zehenkappe bieten die meisten Schuhe. Wer mehr Schutz möchte, sollte ein Modell mit innen hochgezogenem Knöchelbereich wählen. Strick- oder Neopren-Gamaschen verhindern, dass Schmutz in den Schuh gelangt und Reibung verursacht.

2 - Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts

Mesh-Einsätze oder Laser-Cuts verbessern die Belüftung an heißen Tagen und verhindern, dass man im eigenen Saft steht. Wer mehr Schutz vor Schlamm und Spritzwasser sucht, sollte auf nahtloses und geschlossenes Obermaterial setzen.

3 - Schnürung von MTB-Schuhen

Erstaunlich viele Hersteller gehen wieder zurück zur klassischen Schnürung. Vorteil: So lässt sich der Bike-Schuh über den kompletten Spann perfekt an den Fuß anpassen. Das gelingt mit den praktischeren Drehverschlüssen nicht immer. Zudem sind Boa und Co schmutz- und defektanfällig und unterwegs kaum zu reparieren. Dafür lassen sie sich auch während der Fahrt feinjustieren. Hochwertige Schnürsenkel sind ein Muss, an den Testschuhen fransen sie teils schon bei Kontakt mit den Klettverschlüssen aus. Tipp: Fädelt man die Schnürsenkel von außen nach innen, verbessert das den Halt erheblich.

4 - Laufsohle

Je steifer die Sohle, desto besser kommt die Kraft aufs Pedal. Umso schlechter rollt der MTB-Schuh in der Regel aber auch ab. Beim Schieben schlüpft dann schon mal die Ferse halb aus dem Schuh. Ein aufgebogener oder weicherer Zehenbereich verhindert Schlupf. Richtig grobes Profil, das auch auf felsigem Grund Halt gibt, bieten nur noch wenige Modelle. Für Alpen-Touren sollte man aber unbedingt ein Modell mit griffigem Gummi und ausreichend Profil wählen.

5 - Montagebereich

Laut Ergonomieexperten sollten die Cleats etwa unter den Zehen-Grundgelenken montiert sein. Je weiter vorne, desto besser ist die Kraftübertragung aufs Pedal. Wer eher bergab unterwegs ist, platziert die Cleats weiter hinten für einen stabileren Stand. Das entlastet auch die Muskulatur in der Abfahrt. Ein möglichst langer und abgeflachter Cleat-Kanal erleichtert den Einstieg ins Pedal und verbessert die Selbstreinigung bei schlammigen Bedingungen.

6 - Die Einlegesohle

Die Einlegesohle ist maßgeblich für den Tragekomfort verantwortlich. Hier sparen viele Hersteller. Gute Sohlen gibt es bei Fox, Scott oder Specialized. Wer mehr Komfort und Effizienz will, greift zu Spezialsohlen wie Currex, Solestar oder SQlab.

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