E-Bike-Tuning erfreut sich großer Beliebtheit, da viele Fahrer die Leistung und Geschwindigkeit ihrer Räder optimieren möchten. Doch nicht jedes E-Bike ist für Tuning geeignet - die Kompatibilität hängt vom verbauten Motor und der Elektronik ab. In diesem Artikel erfährst du, für welche E-Bike-Marken Tuning-Kits verfügbar sind und welche Systeme unterstützt werden.
Welche E-Bike-Marken sind für Tuning geeignet?
Die meisten Tuning-Kits sind für Motoren großer Hersteller entwickelt worden. Hier sind einige der bekanntesten Marken, die mit Tuning-Modulen kompatibel sind:
- Bosch: Unterstützt Gen2 bis Gen4 Motoren, einschließlich Smart System (BES3).
- Yamaha: Kompatibel mit PW-X, PW-SE, PW-X2, PW-TE und PW-ST.
- Shimano: Unterstützt E8000, E7000, E6100, E6000, E5000, EP8 und EP801.
- Brose: Tuning möglich für Brose Drive S, Drive T und Drive Mag.
- Giant: Für SyncDrive-Motoren, die per App steuerbar sind.
- Bafang: Viele Bafang-Motoren können mit Tuning-Modulen optimiert werden.
- Rocky Mountain: Powerplay-Motoren können mit speziellen Tuning-Tools angepasst werden.
Diese Marken bieten eine breite Palette an E-Bikes, die mit verschiedenen Tuning-Kits kompatibel sind.
TIPP: Weiter unten findet Ihr einen Anbieter, der für fast alle E Bike Marken eine Tuning Lösun parat hat!
Welche Tuning-Kits gibt es?
Es gibt verschiedene Arten von Tuning-Modulen, die je nach Motor und Hersteller eingesetzt werden können:
- RedPed: Fortschrittliches Tuning für Bosch-, Yamaha-, Shimano- und Giant-Motoren.
- SpeedBox: Unterstützt Bosch, Brose, Yamaha und Shimano.
- VOLspeed: Ermöglicht sanfte Geschwindigkeitsanpassung für Bosch und Yamaha.
- PearTune: Kompatibel mit Bosch, Shimano, Yamaha und Brose.
- Badass Box: Eine der meistverkauften Tuning-Lösungen für viele Motoren.
- Splug: Speziell für Bosch Smart System und Shimano EP8 entwickelt.
Diese Tuning-Kits ermöglichen eine Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung, eine individuelle Anpassung der Motorleistung und oft eine korrekte Anzeige der Geschwindigkeit auf dem Display.
RedPed 2: Ein detaillierter Blick
Das RedPed 2 ist ein extrem umfangreiches Tuning Modul, das auch mit der RedPed 2 App kompatibel ist. Dadurch profitiert man von sehr vielfältigen Tuning Optionen - z.B. wird das Speed Limit nicht einfach nur aufgehoben, man kann die Höchstgeschwindigkeit auch auf einen gewünschten Wert einstellen. Außerdem lassen sich ein persönlicher Aktivierungscode, oder die „Sichtbarkeit“ des Moduls in der App festlegen. Ganz neu beim RedPed 2s ist, dass die korrekte aktuelle Geschwindigkeit im E-Bike Display ablesbar bleibt. Weitere nützliche Parameter lassen sich über die App anzeigen. Das Tuning lässt sich nicht nur über die App, sondern auch mit der Licht-Taste ein- und ausschalten. Man muss also nicht zu jeder Fahrt das Smartphone mitnehmen, wenn man das Tuning nutzen möchte.
RedPed 2plus
Ein Tuning Modul mit diversen Einstellungsoptionen, steuerbar über die RedPed App. Die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung wird nicht nur aufgehoben, man kann die Höhe des maximalen Motorsupports auch auf einen gewünschten Wert einstellen (15-45 km/h). Ein individueller Aktivierungscode kann eingestellt werden. Funktionsbedingt werden verschiedene Werte, wie z.B. der Kilometerstand falsch berechnet, aber die korrekten Daten lassen sich jederzeit über die RedPed App einsehen. Nachdem man die Tuning Einstellungen über die App festgelegt hat, lässt sich das Tuning auch über die Licht-Taste am Bike ein- und ausschalten. Kompatibel mit Shimano Steps E5000, E6000, E6100, E7000, E8000 Motoren und mit allen Displays. Auch kompatibel mit Di2.
Weitere Tuning-Optionen für Shimano Motoren
Es gibt eine Vielzahl von Tuning-Chips, die speziell für Shimano-Motoren entwickelt wurden. Hier eine Übersicht:
- sIMPLEk Pro: Hebt die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung komplett auf.
- MBIQ-S: Ein Austauschsensor, der die Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt und kundenseitig programmierbar ist.
- PearTune MSO: Ein Modul, das am Motor angeschlossen wird und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt.
- Badass Box 4: Eine Box, die auf den Sensor gesteckt wird und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt.
- SpeedBox 1.2: Erhältlich in einer normalen und einer App-kompatiblen Version.
E-Bike Tuning Shops und lokale Händler
1. E-Bike Tuning Shop
Der E Bike Tuning Shop bietet die größte Auswahl an Tuning-Produkten für verschiedene Motoren, darunter Bosch, Yamaha, Shimano, Brose und vielen vielen anderen Marken. Zu den beliebtesten Produkten gehören:
- Splug - Ein Smart-Dongle für Bosch Smart System und Shimano EP8.
- RedPed - Ein Tuning-Chip, der per App aktualisiert werden kann.
- SmartChip - Ein günstiger Tuning-Chip für Bosch Smart System.
2. Bikespeed
Bikespeed ist ein Anbieter, der sich auf einzelne Tuning-Lösungen spezialisiert probiert. Bekannt ist das bikespeed-RS, das eine RealSpeed-Tuning-Technologie bietet. Es ist kompatibel mit Bosch-, Yamaha-, Brose-, Panasonic-, TQ-, Sachs- und Pinion-Motoren.
3. Ebike-Tuningparts
E Bike Tuningparts bietet auch Tuning-Produkte für einige Bosch, Yamaha, Shimano, Giant, Brose, Bafang und weitere E-Bike-Motoren an. Hier gibt es eine Auswahl an Tuning-Chips, die die Geschwindigkeitsbegrenzung aufheben oder die Motorleistung optimieren.
4. Lokale Händler
Neben Online-Shops gibt es auch spezialisierte Fachhändler, die Tuning-Produkte anbieten. Dazu gehören:
- SPE Bikes GmbH in Hannover
- e-motion e-Bike Welt Hannover-Südstadt
Diese Händler bieten nicht nur Tuning-Produkte, sondern auch Beratung und Einbau-Service für E-Bike-Tuning.
Rechtliche Aspekte des E-Bike-Tunings
Während Tuning viele Vorteile bietet, gibt es auch rechtliche Einschränkungen. In Deutschland und den meisten EU-Ländern ist es illegal, ein Pedelec zu tunen und auf öffentlichen Straßen zu nutzen. Ein getuntes E-Bike zählt als Kraftfahrzeug und benötigt eine Zulassung sowie eine Versicherung.
Mögliche Konsequenzen bei illegalem Tuning:
- Bußgelder oder Strafanzeigen wegen Fahren ohne Zulassung.
- Haftungsprobleme - Versicherungen zahlen bei Unfällen oft nicht.
- Erlöschen der Betriebserlaubnis - Das Rad darf offiziell nicht mehr genutzt werden.
Wer dennoch ein getuntes E-Bike fahren möchte, sollte dies nur auf privatem Gelände tun oder sich für ein S-Pedelec entscheiden, das bis zu 45 km/h fahren darf und offiziell zugelassen ist.
Risiken und Nachteile von Tuning
E-Bike-Tuning kann mehr Leistung, Geschwindigkeit und Individualisierung ermöglichen, ist aber mit hohen Risiken verbunden - insbesondere rechtlich.
- Rechtswidrigkeit: In vielen Ländern ist das Tuning von Pedelecs illegal und kann hohe Strafen nach sich ziehen. Ein getuntes E-Bike zählt als Kraftfahrzeug und benötigt eine Zulassung sowie eine Versicherung.
- Sicherheitsrisiken: Die Bremsen und andere Komponenten sind oft nicht für die erhöhte Geschwindigkeit ausgelegt, was zu gefährlichen Unfällen führen kann.
- Verlust der Garantie: Eingriffe in die Motorsteuerung führen meist zum Erlöschen der Herstellergarantie.
- Verschleiß und Wartung: Getunte E-Bikes können schneller verschleißen, da Motor, Akku und andere Komponenten stärker belastet werden.
Wie funktioniert E-Bike-Tuning?
Das E-Bike misst die Geschwindigkeit wie jeder andere Fahrrad-Tacho auch - mit einem Magneten in den Speichen und einem Sensor (Reed-Kontakt) am Rahmen, der bei jeder Radumdrehung ein Signal gibt. Aus Radumfang und Drehzahl lässt sich die Geschwindigkeit berechnen. Ist die Geschwindigkeit größer als 25, gibt es keine Unterstützung mehr. Einfache Tuning-Chips für E-Bikes setzen zwischen Magnet, Sensor und Steuerungselektronik an. Kommt nur noch jedes zweite Signal an, denkt das Fahrrad, es wäre nur halb so schnell, und unterstützt entsprechend bis 50 km/h.
Kann man E-Bike-Tuning nachweisen?
Im Zweifel: Ja. In der Praxis kommt es vorwiegend darauf an, wie viel Mühe jemand in die Nachweisbarkeit investiert hat. Vor allem Bosch ist dafür bekannt, genau hinzuschauen und bei den aktuellen Antriebsgenerationen permanent Plausibilitätschecks durchzuführen. Kommt es bei diesen Plausibilitätschecks zu Unregelmäßigkeiten, hinterlegt das Fahrrad die Verdachtsmomente im Computer, um Beweise im Fall von Garantieansprüchen zu haben - oder stellt den Dienst gleich komplett ein, bis es beim Händler zur Wartung war. Unabhängig davon können E-Bikes etwa nach Unfällen oder bei Auffälligkeiten im Straßenverkehr beschlagnahmt und im Labor untersucht werden. Bei dieser klassischen Polizeiarbeit lassen sich geöffnete Schrauben, veränderte Stecker oder ausgetauschte Kabel erkennen.
Strafe bei E-Bike-Tuning
Viele Gerüchte kursieren rund um dieses Thema. Die meisten sind verharmlosend: Es ist eine Ordnungswidrigkeit, was soll schon passieren. In der Praxis ändert sich bei einem E-Bike, das über 25 km/h hinaus unterstützt, rechtlich alles. Es handelt sich um ein Kraftfahrzeug, was zugelassen und versichert sein muss - man kann es aber weder zulassen noch versichern, weil das bei einem Pedelec nicht vorgesehen ist.
Unterm Strich ist das Fahren eines getunten E-Bikes also in etwa vergleichbar mit dem Fahren mit einem nicht versicherten Auto ohne Kennzeichen und TÜV. Die gravierendste Gefahr ist allerdings, dass im Falle eines Unfalls keine Versicherung aufkommt und der Fahrer des Tuningrads mit seinem kompletten Privatvermögen für alles Schäden haftet - das kann zum Ruin führen.
Kosten für E-Bike-Tuning
Große Unterschiede zwischen Tuning-Chips für die verschiedenen Antriebe - ob Bosch, Yamaha, Brose, Panasonic oder Shimano - gibt es nicht. Die einfachsten Modelle ohne große Funktionen - etwa der Simplek für Bosch und Yamaha - kosten als Bausatz ab knapp 70 Euro. Bessere Modelle mit Einfluss auf den Tacho - etwa die Speedbox 2 - kosten ab etwa 140 Euro. Die Top-Modelle mit Bluetooth hören auf Namen wie Speedbox B oder Blueped und kosten, je nach Ausführung, meist über 200 und bis etwa 350 Euro.
Tuning-Chips für verschiedene Motoren
Es gibt eine Vielzahl von Tuning-Chips, die speziell für verschiedene Motoren entwickelt wurden:
- Yamaha-Motoren
- Bosch-Motoren
- Shimano-Motoren
- Panasonic-Motoren
- Brose-Motoren
E-Bike Tuning: Vor- und Nachteile
Hier eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile von E-Bike Tuning zusammenfasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höhere Geschwindigkeiten | Rechtliche Konsequenzen |
| Mehr Leistung | Verlust der Garantie |
| Individuelle Anpassung | Sicherheitsrisiken |
| Erhöhter Verschleiß |
Legale Alternativen: S-Pedelecs
Wer im Alltag öfters schneller unterwegs sein möchte, sollte sich überlegen, ob ein S-Pedelec die eigenen Ansprüche vielleicht besser erfüllt. Dabei handelt es sich um eine andere E-Bike-Klasse, die ganz legal bis 45 km/h unterstützt - aber mit anderen Regeln. So sind ein Versicherungskennzeichen und ein Helm für den Fahrer Pflicht, außerdem darf man mit solchen Rädern nicht über jeden Wald- und Feldweg brettern - aber eben legal schneller pendeln.
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