In der DDR-Zeit gab es diverse Hersteller von Mopedanhängern für Simsonfahrzeuge. Einer der bekanntesten Hersteller war der VEB Metallkombinat Heldrungen.
VEB Metallkombinat Heldrungen (MKH) Mopedanhänger
Besonders häufig sind die im VEB Metallkombinat Heldrungen (= MKH) (später: Metallwaren Heldrungen = MWH) gefertigten Mopedanhänger für Simson-Fahrzeuge. Die MKH-Modelle zeichneten sich durch robuste Bauweise und eine hohe Belastbarkeit aus. Sie bestehen aus einem vollverzinkten und somit rostfreien Aufbau. Auf dem Fahrgestell ist eine Stahlwanne fest verschweißt und bietet einen großen Stauraum für die zu transportierenden Güter.
Gerade auch wegen der robusten Bauweise der MKH-Mopedanhänger sind die selten gewordenen Anhänger aus Heldrungen sehr begehrt, was wiederum zu einer hohen Nachfrage und einer enormen Wertsteigerung in den letzten Jahren geführt hat.
Die MKH-Anhänger gab es in verschiedenen Ausführungen. Die einzelnen Ausstattungsvarianten der Mopedanhänger orientierten sich an der Leistungsfähigkeit der elektrischen Anlage des jeweiligen Zugfahrzeugs (z.B. MKH/M3-Version für S50 und 51 mit Zusatzblinkern am Heck des Mopedanhängers).
Zum Betreiben der elektrischen Anlage benötigen Sie an Ihrer Simson eine entsprechende Steckdose, die über einen Abschaltkontakt für das Rücklicht am Zugfahrzeug verfügt. Aufgrund der geringen Leistungsfähigkeit der originalen Lichtmaschine des Zugfahrzeugs genügt die Leistung nicht aus, um zwei Rücklichter zu betreiben.
Ohne eine entsprechende Steckdose mit Abschaltkontakt zum Betrieb der elektrischen Anlage des Anhängers dürfen Zugfahrzeuge die Mopedanhänger im Öffentlichen Straßenverkehr nicht bewegt werden. Leider sind die originalen Steckkontakte mit diesem Abschaltkontakt für das Rücklicht des Zugfahrzeugs sehr selten geworden, wodurch sich viele Simsonfahrer eine eigene Schaltung erstellen.
Strittig ist allerdings, ob eine derartige Schaltung als Eigenkonstruktion für den Betrieb im Öffentlichen Straßenverkehr ohne Abnahme beim TÜV zulässig ist. Darüber hinaus wird eine Anhängerkupplung mit entsprechender Kugelkopfkupplung (MKH-M Reihe = Kugelkopfdurchmesser 18mm | MKH/RB = Kugelkopfdurchmesser 25mm) benötigt.
MKH/F Fahrradanhänger
Der MKH/F, ein Modell der MKH-Serie aus Heldrungen, ist ein reiner Fahrradanhänger. Einziges Unterscheidungsmerkmal der Fahrrad-Variante zu denen zur Nutzung am Moped zugelassenen MKH-Anhängertypen ist die elektrische Anlage.
Oftmals wird in diversen Foren, aber auch auf Simsontreffen und Teilemärkten zu einem Umbau geraten, d.h. die Nachrüstung der elektrischen Anlage (Bremslicht / Rücklicht), die auch bei den MKH/Mopedvarianten verbaut ist.
Ein Umbau ist zwar rein technisch gesehen völlig problemlos möglich, jedoch handelt es sich nach vor um ein MKH/F-Modell, also einen reinen Fahrradanhänger, wodurch die Nutzung am Moped und im Öffentlichen Straßenverkehr unzulässig ist.
Für diese Modelle gibt es keine Betriebserlaubnis, die es jedoch bei den MKH/Mopedvarianten gibt. Auch, wenn sich der MKH/F von den technischen Daten her im Vergleich zu den MKH/Mopedvarianten nicht unterscheidet (mit Ausnahme der elektrischen Anlage), ist ein Umbau nicht zulässig, da Fahrradanhänger gleich Fahrradanhänger bleibt.
Genau aus diesem Grunde sind MKH/F Anhänger etwas günstiger in der Anschaffung. Übrigens, zu erkennen ist das F-Modell an der Rahmennummer, sofern überhaupt eine Rahmennummer angebracht worden ist.
Wenn eine Rahmennummer an der vorderen Querstrebe in Fahrtrichtung rechts angebracht worden ist, kann der Fahrradanhänger an dem Buchstaben "F" zu Beginn oder am Ende der Fahrgestellnummer identifiziert werden.
MKH/M1 Mopedanhänger
Bei dem MKH/M1 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M1 wurde vorrangig zur Nutzung am SR2 entwickelt und entsprechend von der elektrischen Anlage angepasst (alte Ausführung - eckiges Rücklicht).
Selbstverständlich ist auch eine Nutzung an anderen Fahrzeugen der Vogelserie zulässig. Diese müssen jedoch entweder mit Fahrtrichtungsanzeigern am Lenker (bei den Schwalbe-Modelle unproblematisch, da gegeben) ausgestattet sein oder dürfen erst gar keine Blinker ab Werk besitzen (z.B. S50 N, S51 N).
Simson-Fahrzeuge, die mit Blinkern an Front und Heck ausgestattet sind, dürfen diesen Anhänger gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen. Die elektrische Anlage des Anhängers umfasst bei diesem Modell ein Brems- und Rücklicht.
MKH/M2 Mopedanhänger
Bei dem MKH/M2 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M2 ist für die Nutzung an allen Simson-Fahrzeugen der Vogelserie konzipiert, die entweder über Fahrtrichtungsanzeiger am Lenker verfügen (z.B. Schwalbe-Modelle) bzw. erst gar keine Fahrtrichtungsanzeiger ab Werk besitzen (S50 N, S51 N).
Simson-Fahrzeuge, die mit Blinkern an Front und Heck ausgestattet sind, dürfen diesen Anhänger gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen. Ausgestattet ist der Anhänger mit einer elektrischen Anlage, die über Brems- und Rücklicht verfügt. Verbaut wurden hier die etwas neueren runden Rückleuchten, die bereits das etwas helle Bremslicht besaßen.
MKH/M3 Mopedanhänger
Bei dem MKH/M3 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M3 ist für die Nutzung an allen Simson-Fahrzeugen der Vogelserie konzipiert, die über Fahrtrichtungsanzeiger an der Front und am Heck verfügen (alle S50 und S51 Modelle, außer N-Modelle).
Simson-Fahrzeuge ohne Blinker oder mit Blinkern am Lenker (darunter auch Schwalben), dürfen diesen Anhänger offiziell gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen, da die Lichtmaschine nicht ohne Modifikationen zum Betrieb der zusätzlichen Fahrtrichtungsanzeiger am Anhänger ausgelegt ist.
Der Anhänger ist mit einer elektrischen Anlage ausgestattet, die über Brems- und Rücklicht und zusätzliche Fahrtrichtungsanzeiger verfügt. Verbaut wurden hier die etwas neueren runden Rückleuchten und die für S50 und S51 üblichen Blinkerleuchten.
MKH/RB Mopedanhänger
Bei dem MKH/RB handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/RB ist für die Nutzung am SR50, dem Nachfolger der Schwalbe, entwickelt worden.
Im Vergleich zu den MKH/M-Modellen besitzt dieser Anhänger andere Maße und eine technisch überarbeitete Kupplung. Dieser Anhänger wird in erster Linie am SR50 und SR80 genutzt, allerdings gab es auch Kupplungen in geringer Stückzahl für die S50, S51 und S70, die jedoch heute kaum noch erhältlich sind.
Für die Schwalbe und andere Simsonfahrzeuge gibt es jedoch keine zugelassenen Anhängerzugvorrichtungen, wodurch der MKH/RB offiziell nicht an der Schwalbe genutzt werden darf. Die elektrische Anlage verfügt über das etwas neuere runde Rücklicht und zusätzliche Fahrtrichtungsanzeiger. Dieses Anhängermodell ist nur in geringen Stückzahlen produziert worden und daher recht selten.
VEB Waggonbau Dessau (WBD) Anhänger
Über den VEB Waggonbau Dessau ist nur wenig bekannt. Das Anhängermodell trägt die Bezeichnung WBD - als Abkürzung für den Herstellerbetrieb "Waggonbau Dresden". Gefertigt wurde dieses Modell von 1960 bis 1965.
Über den Aufbau ist nur noch wenig bekannt. Jedoch besaß dieses Anhängermodell eine max. Gesamtmasse von ca. 130 kg (Eigenmasse ca. 30 kg), wodurch zumindest im Handschubbetrieb Lasten von bis zu 100 kg zugeladen werden durften. Für die Nutzung an Kleinkrafträdern galt eine max. zulässige Last von 50 kg. Die Maße ähnelten dem der MKH-Serie, jedoch war der WBD insgesamt etwas handlicher.
VEB Transportgerätebau Leipzig Anhänger
Anhängermodelle des VEB Transportgerätebau Leipzig tauchen immer wieder mal bei Onlineauktionshäusern und in Kleinanzeigen auf. Offensichtlich wurden von diesen Anhängermodellen eine recht hohe Stückzahl produziert.
Vom Aufbau her bestehen sie aus einem Metallfahrgestell mit Holzverkleidung. Bei dem Anhängermodell FA56 handelt es sich um einen reinen Fahrradanhänger (Abkürzung FA). Die 56 steht lt. verschiedener Quellen für das Entwicklungsjahr bzw. dem Beginn des Produktionszeitraum für dieses Modell.
Das Anhängermodell MA66 war für die Nutzung am Moped vorgesehen. Auch hier steht die Nummer 66 lt. verschiedener Quellen für das Entwicklungsjahr bzw. dem Beginn des Produktionszeitraum für dieses Modell. Die Leermasse für dieses Modell beträgt ca. 30 kg, bei einer max. zulässigen Zuladung von 50 kg. Dieses Modell besaß eine simple elektrische Anlage.
Allgemeine Hinweise
Aufgrund der recht hohen Endgeschwindigkeit der Simson-Fahrzeuge mussten die Anhänger entsprechend darauf abgestimmt und ausgelegt sein. Neben den MKH-Anhängern gibt es auch noch zahlreiche weitere Mopedanhängermodelle für die Simsonfahrzeuge.
Allerdings ist zu diesen Modellen nur wenig bekannt - häufig aufgrund geringer Produktionszahlen. Viele Mopedanhänger aus anderen VEB wurden auch mit Holzbordwänden versehen und waren dadurch nicht so langlebig. Dennoch tauchen gerade auf Teilemärkten und in Kleinanzeigen im Internet ab und an auch völlig vermeintlich unbekannte Modelle auf.
Oftmals besteht das Problem, dass über die Jahre die Papiere (Betriebserlaubnis) für den MKH-Anhänger verloren gegangen sind. Das Problem dabei ist jedoch, dass für den Betrieb im Straßenverkehr eine Betriebserlaubnis vorhanden sein muss und diese auf Verlangen (z.B. Allgemeine Verkehrskontrolle durch Polizei) vorgezeigt werden muss.
Meist wird zwar bei Verkehrskontrollen ein Auge zugedrückt, jedoch sollten Sie sich darauf nicht verlassen. Die Kosten betragen ca. 21 Euro (Stand Jan. 2010) und Sie erhalten bereits nach wenigen Tagen eine ganz normale Betriebserlaubnis für die MKH-Anhänger aus. Diese ist vergleichbar mit der ABE, die für Simson Fahrzeuge ausgestellt werden. Damit sind Sie bei einer Verkehrskontrolle auf der sicheren Seite!
Die Kosten für die BE betragen ca. 21 Euro. 40 Km/h Schild / Aufkleber auf der Rückseite der Anhängers - Vmax von 40 Km/h darf im Anhängerfahrbetrieb nicht überschritten werden! Anhänger muss fahrtauglich und in einem ordnungsgemäßen Zustand sein.
Reifeninformationen
Der Name HEIDENAU ist schon immer ein Begriff für Kompetenz und Qualität in Sachen Reifen und Luftschläuche. In diesem Zeitraum wurden im Reifenwerk Heidenau alle Moped- und Motorradreifen der Marke Pneumant für den Bedarf innerhalb der DDR gefertigt.
1994 gründete sich die Reifenwerk Heidenau GmbH & Co. KG, deren Schwerpunkt in der Herstellung von Zweirad-, Kart- und Spezialbereifung liegt. Seitdem erfolgten umfangreiche Investitionen in Technologien und Anlagen, die es ermöglichten, in neue Marktsegmente vorzustoßen und - speziell im Motorradbereich - schnellere und hubraumstärkere Fahrzeuge auszustatten.
Reifen 2 1/4 x 16 (alte Bez. 20x2.25)
Simson Mopedanhänger Reifen 2 1/4 x 16, alte Bez.20x2.25, 26B, Profil M3:
- Profil: M3 Oldtimer - Straßenprofil
- Zulässige Geschwindigkeit J = 100 km/h
- Tragfähigkeit 38 = 132 kg
- Größe neu 2 ¼ x 16
- Größe alt 20 x 2,25
Eigenschaften:
- komfortable Fahreigenschaften
- gutes Handling
- optimales Fahrverhalten
Nützliche Informationen:
- Profiltiefe = Ab einer Profiltiefe von nur 2 mm sollten die Reifen gewechselt werden.
- Besonders die Vorderreifen, da dieser für die Fahrstabilität besonders wichtig ist.
- Generell schreibt der deutsche Gesetzgeber für Motorräder ab 125 ccm eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor.
- Eine Ausnahme bilden hier Klein- und Leichtkrafträder, für welche mindestens 1,0 mm gefordert werden.
Empfehlung:
- Luftdruck mindestens einmal pro Woche prüfen
- beim Autobahneinsatz Luftdruck an beiden Rädern um 0,2 bar erhöhen
- im Soziusbetrieb (Fahrer + Beifahrer) Luftdruck am Hinterrad um 0,2 bar erhöhen
- nach der Kontrolle Ventilkappe wieder aufschrauben
- Reifen sollten kühl, trocken, dunkel und leicht belüftet gelagert werden
- jeder Kontakt mit Chemikalien, Kraft- sowie Schmierstoffen ist zu vermeiden
* = Geschwindigkeitsindex weist die zugelassene Höchstgeschwindigkeit eines Reifens mit Hilfe eines Indizierungsbuchstabens aus. (Speedindex) * * = Der Lastindex gibt die zulässige Tragfähigkeit eines Motorradreifens mit Hilfe einer Indizierungszahl (Codezahl) an. So kann mit Hilfe einer Tabelle die maximale Belastbarkeit des Reifens in kg abgelesen werden. Der Lastindex wird auch als Tragfähigkeitskennzahl bezeichnet. (Loadindex)
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