Bei der Wahl der richtigen Motorradreifen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben der Reifengröße und dem Lastindex ist der Geschwindigkeitsindex ein entscheidendes Kriterium. Doch was genau bedeutet dieser Index und warum ist er so wichtig für die Sicherheit und Leistung Ihres Motorrads?
Was ist der Geschwindigkeitsindex?
Der Geschwindigkeitsindex, auch Speedindex genannt, gibt die maximale Geschwindigkeit an, für die ein Reifen zugelassen ist. Bis zu diesem Wert garantiert der Hersteller bei korrektem Reifendruck einen einwandfreien Dauerbetrieb. Bei einem höheren Tempo besteht die Gefahr, dass sich der Reifen zu sehr erhitzt und sich durch die Zentrifugalkraft die Lauffläche von der Karkasse löst.
Die Geschwindigkeitsklasse bzw. der Geschwindigkeitsindex entspricht dieser Höchstgeschwindigkeit. Sie wird durch einen Buchstaben angegeben. Alle Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit, für die die zugelassenen Reifen geeignet sein müssen.
Wie wird der Geschwindigkeitsindex ermittelt?
Der Geschwindigkeitsindex wird im Testlabor überprüft. Dies geschieht auf einem Rollprüfstand, wo die Laufgeschwindigkeit des Reifens im Abstand von zehn Minuten um 10 km/h gesteigert wird, bis der angegebene Höchstwert erreicht ist. Um den Test zu bestehen, muss der Reifen bei verschiedenen simulierten Beladungszuständen eine bestimmte Geschwindigkeit halten können.
Wo finde ich den Geschwindigkeitsindex?
Sie gehören zu den Standardkennzeichnungen auf der Reifenflanke und sind zumeist auch im Fahrzeughandbuch vermerkt (manchmal auch auf dem Luftdruckaufkleber).
Der Geschwindigkeitsindex ist auf der Seitenwand des Reifens angegeben. Er befindet sich am Ende der Reifenkennzeichnung, beispielsweise 180/55 ZR 17 M/C (73W). In diesem Fall ist "W" der Geschwindigkeitsindex.
Geschwindigkeitsindex Tabelle für Motorradreifen
Um herauszufinden, welcher Höchstgeschwindigkeit eine Geschwindigkeitsangabe entspricht, schauen Sie einfach in die nachstehende Tabelle:
| Geschwindigkeitssymbol (GSY) | Zul. Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|
| P | 150 km/h |
| Q | 160 km/h |
| R | 170 km/h |
| S | 180 km/h |
| T | 190 km/h |
| H | 210 km/h |
| V | 240 km/h |
| VR | über 210 km/h |
| W | 270 km/h |
| Y | 300 km/h |
| ZR | über 240 km/h |
| J | 100 km/h |
| K | 110 km/h |
| L | 120 km/h |
| M | 130 km/h |
| N | 140 km/h |
| U | 200 km/h |
In unserem Beispiel entspricht der Index (W) einer Geschwindigkeit von über 270 km/h.
Die Bedeutung des Lastindex
Alle Fahrzeuge verfügen über eine Höchstlast, für die die zugelassenen Reifen geeignet sein müssen. Der Lastindex verweist auf diese maximale Tragfähigkeit. Aus diesem Grund hat der Hinterreifen eine höhere Tragfähigkeit als der Vorderreifen und kann eine höhere Last tragen.
Warum ist der richtige Geschwindigkeitsindex wichtig?
Die Geschwindigkeits- und die Tragfähigkeitswerte stehen im Zusammenhang. Die Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerte stellen sicher, dass ein Motorrad mit den richtigen Reifen für die richtige Geschwindigkeit und Belastung ausgestattet und somit sicher ist.
Wenn Sie einen Reifen mit einer niedrigeren Geschwindigkeitsklasse wählen, könnte die Tragfähigkeit für Ihr Motorrad unzureichend sein, was Sie den oben genannten Risiken aussetzt. Die Vorschriften sehen vor, dass die Angaben des Motorradherstellers für die Sicherheit des Fahrers und der Mitfahrer eingehalten werden müssen.
Daher muss Ihr Motorrad mit Reifen ausgestattet sein, die den zugelassenen Maßen entsprechen. Auch wenn Ihr Reifen für Geschwindigkeiten zugelassen ist, die Sie voraussichtlich nie erreichen werden, müssen die Vorgaben unbedingt eingehalten werden.
Was passiert, wenn der Geschwindigkeitsindex nicht stimmt?
Wer mit Reifen unterwegs ist, deren Geschwindigkeitsindex nicht für das betreffende Fahrzeug zugelassen ist, geht ein hohes und leichtsinniges Risiko ein. Im schlimmsten Fall löst sich unter hohem Tempo die Karkasse - gravierende Unfälle sind die Folge.
Es drohen Bußgelder zwischen 50 und 90 Euro, sofern Höchstgeschwindigkeit und Räder nicht aufeinander abgestimmt sind.Einen Punkt in Flensburg gibt es obendrauf.Fahrer verlieren zudem die Betriebserlaubnis. Das Auto oder Motorrad wird unmittelbar stillgelegt.
Wer durch die Wahl der falschen Reifen jemandem im Straßenverkehr gefährdet, für den verfällt der Versicherungsschutz.
Um das Auto oder Motorrad wieder zuzulassen, prüft ein Sachverständiger, ob die korrekten Reifen montiert sind.
Ausnahmen beim Geschwindigkeitsindex
Für Winter- und Ganzjahresreifen, die mit M+S-Symbol (veraltet, nicht mehr unter winterlichen Straßenbedingungen zugelassen, es sei denn, es ist zusätzlich ein Alpine-Symbol angebracht) und/oder dem neuen Alpine-Piktogramm versehen sind, gilt: Ihr Speed-Index darf unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegen.
Allerdings muss dann der Fahrer oder die Fahrerin mittels Aufkleber im Sichtfeld oder in der Displayanzeige über die reduzierte Höchstgeschwindigkeit der Reifen informiert werden. Und diese Höchstgeschwindigkeit muss natürlich auch eingehalten werden.
Besonderheiten bei verstärkten Reifen
Einige Motorradhersteller geben für dieselbe Größe einen normalen Lastindex sowie einen Lastindex für verstärkte Reifen an.
Reifenkennzeichnung verstehen
Die von den Reifenherstellern einzuhaltenden Reifennormen werden von der European Tyre and Rim Technical Organisation (ETRTO) festgelegt. Diese Normen umfassen auch die vorgeschriebenen Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerte.
Motorradhersteller geben die Reifengrößen für jedes ihrer Fahrzeuge an. Dies gilt sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterachse. Diese Angaben beinhalten auch die Werte für Höchstgeschwindigkeit und Tragfähigkeit.
Anschließend führt der Reifenhersteller die vorgeschriebenen Prüfungen durch, um sicherzustellen, dass die Reifen den ETRTO-Normen und den Zulassungen der Motorradhersteller entsprechen.
Ein Motorradreifen wird durch die Angaben Reifenbreite, Verhältnis von Querschnitt und Breite in Prozent, Bauweise, Felgendurchmesser, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex bestimmt. Diese Angaben sind auf jedem Reifen ersichtlich.
Beispiel: 160/60 ZR 17 M/C (69W)
- 160: Reifenbreite in Millimetern
- 60: Verhältnis von Höhe zu Breite in Prozent
- ZR: Reifen mit Radialkarkasse und Zulassung über 240 km/h
- 17: Felgendurchmesser in Zoll
- M/C: Kennzeichnung für Motorradreifen
- 69: Lastindex (maximale Tragfähigkeit)
- W: Geschwindigkeitsindex (zulässige Geschwindigkeit)
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