Vaude Fahrradbekleidung Herren Test: Ein umfassender Überblick

Regen ist so etwas wie der natürliche Feind der Radfahrer. Wer möchte schon auf einer Radreise stundenlang durchnässt weiter in die Pedale treten oder nach dem Weg zur Arbeit nass im Büro sitzen? Regenjacken für Radfahrer und Radfahrerinnen haben einen anderen Schnitt als entsprechende Jacken für Wanderer. In der Regel sind sie vorne kürzer und lassen ausreichend Raum für die Beine. Am Rücken sind sie oft länger, um auch bei leicht gebückter Haltung auf dem Rad Schutz zu bieten. Sie haben schließbare Bündchen an den Ärmeln, damit der Fahrtwind nicht hineingreift.

Die sportlichen Modelle sitzen eng an und bieten dem Wind so wenig Angriffsfläche - ein nicht zu unterschätzender Aspekt auf längeren Radtouren, aber auch bei Fahrten ins Büro mit Gegenwind. Die von uns getesteten Modelle sind wasserdicht und teils atmungsaktiv. Eine Regenjacke soll ja erstens nicht nach einer halben Stunde durchnässen, und zweitens wollen Sie nicht übermäßig schwitzen. Keine der getesteten Jacken hat uns in diesen beiden Aspekten komplett im Stich gelassen. Unterschiede gibt es dennoch.

Wichtige Eigenschaften von Fahrrad-Regenjacken

Fast alle Jacken in unserem Test haben eine Kapuze. Deren Verstellbarkeit ist wichtig: Einerseits muss sie eng genug sitzen, um vom Gegenwind nicht zurückgeweht zu werden. Andererseits darf sie auch beim Drehen des Kopfes nicht die Sicht behindern. Und falls Sie einen Helm tragen: Wollen Sie die Kapuze über oder unter dem Helm tragen? Nicht bei allen Regenjacken ist beides möglich.

Alle Regenjacken im Test haben Taschen. Ein Smartphone können Sie jedoch nur bei einigen Modellen sicher und zugleich trocken verstauen. Die Smartphonetasche sollte zudem so hoch sitzen, dass Sie beim Treten nicht ständig mit den Beinen dagegenstoßen. Hier ist bei einigen Herstellern noch Luft für künftige Entwicklungen.

Mit Ausnahme der Mäntel von AGU und Elkline schützen alle Jacken nur bis zur Hüfte. Bei dem Mantel von AGU werden die Beine der Radlerin trotz seiner Länge nass. Richtig geschützt sind Sie also nur, wenn Sie zusätzlich auch eine Regenhose parat haben oder aber den Manteloverall wählen. Hier ist die Hose integriert.

Empfehlungen für verschiedene Einsatzzwecke

Wie so oft kommt es auf den Einsatzzweck an: Wollen Sie sportlich unterwegs sein oder auf eine Radreise gehen? Dann sind die Jacken von Gorewear, Endura (GV 500) und GripGrab die richtige Wahl. Alle drei Jacken halten lange trocken und sind atmungsaktiv. Letzteres ist wichtig, denn der beste Regenschutz hilft nichts, wenn die Feuchtigkeit von innen kommt und nicht abtransportiert werden kann. Das ist im Pendlerverkehr zum Arbeitsplatz nicht ganz so wichtig. Hier kann man beruhigt zu den Produkten von Gonso oder AGU greifen.

Detaillierte Tests einzelner Vaude Produkte

Vaude Kuro Air Windjacke

In diesem Artikel dreht sich alles um die Kuro Air vom Öko-Ausrüster Vaude. Die Outdoor-Experten vom Bodensee schneidern die Kuro Windjacke aus recycelten Materialien. Zwar ist die Vaude kein echtes Leichtgewicht mehr, dafür punktet sie mit ein paar stimmigen Details. Breite Stretch-Bündchen umschließen dicht und angenehm die Handgelenke. Der Kragen schließt im Vergleich zu vielen Konkurrenten deutlich höher auf. Zusätzlich zu den winddurchlässigen Bereichen unter den Armen und am oberen Rücken können die Mesh-Schubtaschen als Lüftung fungieren. Drei Taschen bieten reichlich Platz für Zubehör.

Leichten Niesel lässt die Kuro noch gut abperlen. Einen echten Schauer übersteht man mit der Vaude aber nicht trocken. Weil auch die belüfteten Zonen ein gewisses Maß an Windschutz bieten, ist man mit der Kuro auch an sehr windigen Tagen gut unterwegs.

Auch wenn Vaude den Schnitt der Kuro Air Windjacke als Slim Fit bezeichnet, könnte vor allem am Bauch noch Material eingespart werden. Das Heck dagegen dürfte ruhig länger ausfallen. So fühlt sich die Jacke eher auf Trailrunden als beim Marathonstart zu Hause. Das wenig raschlige Material trägt sich äußerst angenehm und wird auch bei aktivem Fahrstil nicht zu schwitzig. Allerdings fehlt dem Hauptmaterial jeglicher Stretch, was die Beweglichkeit an Brust und Schultern etwas einschränkt. Die zahlreichen Lüftungsoptionen machen sich im Uphill positiv bemerkbar. Top, der hohe Kragen schließt sauber aber nicht zu eng ab.

Die Kuro lässt sich zwar locker in die Brusttasche knüllen, ein echter Transportbeutel ist das allerdings nicht. Dafür fehlt der doppelseitige Reißverschluss. Schade, denn so wäre die Jacke im Rucksack noch besser aufgeräumt. Die Zipper laufen schön leichtgängig und lassen sich auch während der Fahrt mit einer Hand öffnen.

Fazit zur Vaude Kuro Air Windjacke

Tolle Bündchen, hochabschließender Kragen und angenehmes, kaum raschelndes Material - vor allem Tourenbiker dürften sich in der Kuro wohlfühlen. Zahlreiche Lüftungszonen sorgen für gutes Klima. Mit etwas Stretch würde die Vaude noch körperbetonter sitzen - vor allem am Bauch ist der Schnitt sehr weit.

Vaude Moab Regenjacke

Die Vaude Moab Regenjacke bietet nachhaltigen Wetterschutz mit recyceltem Material. Die Außenschicht der 2,5-Lagen-Jacke fühlt sich angenehm weich an und ist gleichzeitig robust genug, um Trailfahrten und Stürze unbeschadet zu überstehen. Auf der Innenseite sorgt eine Polyurethan-Beschichtung für Wasserdichtigkeit. Die Nähte sind versiegelt und die gesamte Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck.

Der lockere Schnitt bietet Platz für Isolationsschichten oder Protektoren, mit verlängertem Rücken und bikerspezifisch geformten Armen. Die Ärmelbündchen sind durch elastische Bündchen und Klettverschlüsse verstellbar. Die Kapuze kann bei Bedarf eingerollt und fixiert werden, Belüftungsöffnungen unter den Armen sorgen für zusätzliche Luftzirkulation.

Die Moab Jacke bietet hervorragenden Schutz beim Radfahren, vor allem durch den hohen Kragen, der das Tragen eines Schals überflüssig macht. Bei intensiver Aktivität kann es innen schnell warm werden, aber die Belüftungsöffnungen ermöglichen eine gute Regulierung. Die Reißverschlüsse lassen sich auch mit Handschuhen gut bedienen. Ein kleines Manko ist die Kapuze, die ohne Helm gut sitzt, aber mit Helm den Kragen nach oben zieht, so dass die Jacke geöffnet werden muss.

Beim Duschtest erwies sich die Jacke als wasserabweisend, wobei das Obermaterial das Wasser abperlen ließ und die darunter liegende Ceplex Active Membran auch bei längerem Regen trocken hielt.

Fazit zur Vaude Moab Regenjacke

Mit einer Gesamtwertung von 83% und einem Preis-Leistungs-Verhältnis von ebenfalls 83% ist die Vaude Moab Regenjacke eine hervorragende Wahl für ganzjährige Outdoor-Aktivitäten. Sie überzeugt durch angenehmen Tragekomfort, effektive Belüftung und Umweltfreundlichkeit.

Vaude Minaki Jacket III und Minaki Shorts III

Vaude hat mit der Minaki Jacket III und der Minaki Shorts III die Antwort. Bodymapping - also die gezielte Positionierung luftdurchlässiger Zonen an Bereichen, an denen man stärker schwitzt - spielt bei der Minaki-Serie eine wichtige Rolle. So verfügt die Jacke am Rücken über dampfdurchlässigeres Material, an Brust und im Außenarm-Bereich ist sie hingegen mit wärmender Primaloft-Fütterung versehen, die für mehr Wärme sorgt. Zudem ist die Jacke an exponierten Stellen winddicht, was besonders im Winter wichtig ist, da kalter Fahrtwind - wie bereits gesagt -maßgeblich zum Auskühlen beiträgt. Doch damit nicht genug - Vaude denkt auch an die für Radfahrer so wichtigen Details. Die Armabschlüsse fallen recht eng aus, sie sind zudem stretchig und lang geschnitten. Auf diese Weise wird garantiert, dass beim Tragen von Handschuhen kein Luftzug entsteht und keine Wärme verloren geht. Gegend den kalten Fahrtwind von vorne, hat die Isolationsjacke an der Brust eine wärmende Primaloft-Fütterung.

Bei einer ersten Testfahrt trage ich die Jacke während einer abendlichen Hütten-Auffahrt mit rund 900 Höhenmetern - und gebe ordentlich Gas. Das Minaki Jacket III kommt mit dem „Atmen“ kaum hinterher. Trotzdem bleibt es angenehm warm - Fütterung und Atmungsaktivität überzeugen. Zwar trocknet die Jacke nicht gerade in Windeseile - das wäre bei so einer extrem schweißtreibenden Auffahrt mit dem MTB an einem kalten Novemberabend aber auch zu viel verlangt.

Wenige Tage später probiere ich die dazugehörige Minaki III-Hose das erste Mal aus. Die vorne ebenfalls Primaloft-wattierte, oberschenkellange Hose funktioniert beim Radfahren wie eine Sitzheizung! Ich will sie gar nicht mehr ausziehen, so angenehm warm wird es am Hintern und den Oberschenkeln. Wird es einmal etwas wärmer, sorgen seitliche Reißverschlüsse für eine regulierbare Luftzufuhr, der über zwei geschlaufte Klettbänder regulierbare Hüftbund bietet einen ausgezeichneten Tragekomfort.

Vaude schafft den zugegebenermaßen schwierigen Spagat zwischen guten Isolationseigenschaften bis etwa zur Nullgradgrenze (bei niedrigeren Temperaturen hängt der Komfort vom eigenen Kälteempfinden ab), einem ausgezeichneten Windschutz und tollen Atmungseigenschaften.

Als erstes fällt bei der Hose und der Jacke das Material auf, hier wurde auf einen Materialmix geachtet, der sowohl eine gute Isolation als auch eine gute Belüftung und Bewegungsfreiheit ermöglichen soll. So sind bei der Jacke die Rückenpartie und die Rückseiten der Unterarme mit einem wasserabweisenden Stretchmaterial versehen, das die Bewegungsfreiheit und Belüftung an diesen Stellen erhöht. Während die Frontpartie und der Schultergürtel von der PrimaLoft Fütterung gegen Umwelteinflüsse geschützt werden. Zusätzlich verfügt die Jacke noch über 2 kleine Taschen an der Brust, die auch zur Lüftung genutzt werden können. Zudem besteht die Außenhaut aus einem zu 80% winddichten Material, das den starken Wind draußen hält aber dennoch für ein angenehmes Klima sorgt.

Darüber hinaus verfügt die Shorts an den Beinaußenseiten über 2-Wege Reißverschlüsse. Damit lässt sich auch bei etwas höheren Temperaturen die Lüftung sehr gut kontrollieren. Zudem bieten die Reißverschlüsse die Möglichkeit, die Shorts auch an- bzw. auszuziehen, während man schon Schuhe oder Protektoren trägt. Für die Feinjustierung der Bundweite wird bei der Shorts ein Klettverschlusssystem genutzt, mit dem man die Weite stufenlos anpassen kann. Falls man nicht mit Knieprotektoren unterwegs ist, kann man die Shorts sehr gut mit Beinlingen oder einer langen Radhose kombinieren, um so auch für warme Knie und Unterschenkel zu sorgen.

Der Tragekomfort ist sowohl bei der Shorts als auch bei der Jacke sehr hoch, da genau an den richtigen Stellen Stretchmaterial genutzt wurde und das Material so entsprechend bei den Bewegungen mitgehen kann. Selbst bei schnelleren Abfahrten, auf denen man sonst gerne mal auskühlt, hat mich diese Kombination zuverlässig warm gehalten, ohne dabei zu einer „Stauhitze“ oder zu übermäßigem Schwitzen zu führen.

Unter der Jacke habe ich bisher nur ein Funktionsunterhemd und ein Trikot getragen. Durch die PrimaLoft Fütterung ist dies bei der Minaki Serie nicht der Fall, da das Material über ein sehr gutes Wärmerückhaltevermögen verfügt und die wärmende Schicht auch bei Pausen bestehen bleibt. Bei der Jacke wird dieses Wärmerückhaltevermögen auch noch durch die breiten, engen Armbündchen und den Rückensaum mit Silikonband erhöht, wodurch die Jacke nur wenig rutscht und nur wenig Raum für den Eintritt kalter Luft gibt.

Da sich die beiden Kleidungsstücke trotz der Primaloft Füllung sehr klein komprimieren lassen, sind diese auch ideal dafür geeignet, sie bei frühen Touren, wenn es noch kalt von der Nacht ist, oder bei Touren, die in die kühlen Abendstunden hineingehen, im Rucksack mitzuführen und bei Bedarf an- bzw. auszuziehen.

Neben der guten Wärmeleistung und Passform ist auch noch hervorzuheben, dass die Teile nach den VAUDE Green Shape Kriterien zu 90% aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt sind und somit perfekt zu unserem Sport in der Natur passen.

Vaude Moab Regenhose

Die schlichte schwarze Regenhose ist als Überziehhose gedacht und kann sowohl im Alltag als auch auf dem Mountainbike oder dem Rennrad getragen werden. Geliefert wird sie mit einem kleinen Packsack, in dem sich die Hose platzsparend verstauen lässt. Die Moab Hose lässt sich einfach und schnell, sowohl über eine kurze als auch über eine lange Fahrradhose ziehen. Der Schnitt der Hose ist ziemlich gerade und regulär, dadurch lässt sich die Hose auch einfach und schnell über Schuhe anziehen. Mit je zwei Klettbändern an jedem Bein können diese dann verengt werden. Dies ist beim Fahrradfahren natürlich extrem wichtig, damit kein Stoff in die Kette gerät. Besonders am Gesäß nutzt sich durch die Reibung am Sattel eine Hose sehr schnell ab. Damit dies hier nicht passiert, wurde an dieser Stelle das Material noch zusätzlich verstärkt. Für schlanke Sportler wie mich, kann der Hosenbund ebenfalls mit Klettbändern in der Weite reguliert werden. Wird es in der Hose doch mal zu warm, können seitlich Reisverschlüsse geöffnet werden und somit die Wärme reguliert werden.

Egal ob im Alltag oder beim Mountainbiken, bei Regen kann man problemlos immer mit dem Fahrrad fahren. Wichtig hierbei ist nur eine verlässliche Regenkleidung in Form einer Regenjacke sowie einer wasserundurchlässigen Hose.

Bei der Verwendung während Alltagsfahrten kam ich des Öfteren in Regenschauer, denen die Hose problemlos standhielt. Nach dem Tragen genügte es, die Hose einmal kräftig auszuschütteln und sie war wieder befreit von nahezu jeglicher Nässe.

Ebenso wie am Bund der Hose, werden auch die Beine mit jeweils zwei Klettbändern enger gemacht. Im Gegenzug gibt es dafür beim wichtigsten Punkt, nämlich der Wasserundurchlässigkeit, kein Grund zur Kritik.

Egal ob du ein begeisterter Mountainbiker bist, oder das Fahrrad einfach dein Fortbewegungsmittel für den Alltag ist, bei Regen benötigst du eine Regenhose, die dich zuverlässig trocken hält. Diese Aufgabe erfüllt die Moab Regenhose von Vaude zuverlässig mit einigen Extras, wie reflektierenden Details oder der Weitenregulierung am Bund und den Beinen.

Zusammenfassung der getesteten Vaude Fahrradbekleidung

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften und Testergebnisse der verschiedenen Vaude Produkte zusammen:

Produkt Eigenschaften Vorteile Nachteile Empfehlung
Kuro Air Windjacke Recycelte Materialien, Stretch-Bündchen, hoher Kragen, Mesh-Taschen Guter Windschutz, atmungsaktiv, angenehmes Material Schnitt am Bauch etwas weit, wenig Stretch Tourenbiker
Moab Regenjacke Recyceltes Material, wasserdicht, atmungsaktiv, Kapuze Guter Regenschutz, hoher Tragekomfort, umweltfreundlich Kapuze sitzt mit Helm nicht optimal Ganzjährige Outdoor-Aktivitäten
Minaki Jacket III PrimaLoft-Fütterung, winddicht, atmungsaktiv, Bodymapping Hohe Wärmeleistung, guter Windschutz, hohe Atmungsaktivität Nicht explizit genannt. Radpendler im Winter
Minaki Shorts III PrimaLoft-Fütterung, 2-Wege Reißverschlüsse, Klettverschlusssystem Gute Isolation, regulierbare Luftzufuhr Nicht explizit genannt. Radpendler im Winter
Moab Regenhose Wasserundurchlässig, Packsack, Weitenregulierung Zuverlässiger Schutz vor Regen Klettverschluss lockert sich (Bei schlanker Statur) Alltagsfahrer, Mountainbiker

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