Vaude ist bekannt für seine umweltfreundliche und funktionelle Fahrradbekleidung. In diesem Artikel werden verschiedene Produkte für Herren getestet, darunter die Minaki Jacke III, die Minaki Shorts III, die Kuro Air Windjacke sowie die Moab Regenjacke und Regenhose. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Vor- und Nachteile dieser Bekleidungsstücke zu geben.
Vaude Minaki Serie: Jacke III und Shorts III
Die Minaki Serie von Vaude wurde speziell für Ganzjahres-Radpendler entwickelt. Die Kombination aus Jacke und Shorts soll das Radfahren bei kalten Bedingungen angenehmer gestalten. Hierbei spielt Bodymapping eine wesentliche Rolle, wobei atmungsaktive Zonen gezielt an den Stellen platziert sind, an denen man stärker schwitzt.
Material und Design
Bei der Minaki Serie fällt als erstes der Materialmix auf. Es wurde darauf geachtet, dass sowohl eine gute Isolation als auch eine gute Belüftung und Bewegungsfreiheit gewährleistet werden. So sind bei der Jacke die Rückenpartie und die Rückseiten der Unterarme mit einem wasserabweisenden Stretchmaterial versehen, das die Bewegungsfreiheit und Belüftung an diesen Stellen erhöht. Während die Frontpartie und der Schultergürtel von der PrimaLoft Fütterung gegen Umwelteinflüsse geschützt werden.
Zudem besteht die Außenhaut aus einem zu 80% winddichten Material, das den starken Wind draußen hält aber dennoch für ein angenehmes Klima sorgt. Die Minaki Serie ist wasserabweisend, so dass es nur bei Fahrten im stärkeren Regen nötig ist eine wasserdichte Jacke oder Regenhose darüber zu tragen. Bei der Jacke wird dieses Wärmerückhaltevermögen auch noch durch die breiten, engen Armbündchen und den Rückensaum mit Silikonband erhöht, wodurch die Jacke nur wenig rutscht und nur wenig Raum für den Eintritt kalter Luft gibt.
Funktionalität und Komfort
Zusätzlich verfügt die Jacke noch über 2 kleine Taschen an der Brust, die auch zur Lüftung genutzt werden können. Unter der Jacke habe ich bisher nur ein Funktionsunterhemd und ein Trikot getragen. Durch die PrimaLoft Fütterung ist dies bei der Minaki Serie nicht der Fall, da das Material über ein sehr gutes Wärmerückhaltevermögen verfügt und die wärmende Schicht auch bei Pausen bestehen bleibt.
Darüber hinaus verfügt die Shorts an den Beinaußenseiten über 2-Wege Reißverschlüsse. Damit lässt sich auch bei etwas höheren Temperaturen die Lüftung sehr gut kontrollieren. Zudem bieten die Reißverschlüsse die Möglichkeit, die Shorts auch an- bzw. auszuziehen, während man schon Schuhe oder Protektoren trägt. Für die Feinjustierung der Bundweite wird bei der Shorts ein Klettverschlusssystem genutzt, mit dem man die Weite stufenlos anpassen kann. Falls man nicht mit Knieprotektoren unterwegs ist, kann man die Shorts sehr gut mit Beinlingen oder einer langen Radhose kombinieren, um so auch für warme Knie und Unterschenkel zu sorgen.
Der Tragekomfort ist sowohl bei der Shorts als auch bei der Jacke sehr hoch, da genau an den richtigen Stellen Stretchmaterial genutzt wurde und das Material so entsprechend bei den Bewegungen mitgehen kann. Selbst bei schnelleren Abfahrten, auf denen man sonst gerne mal auskühlt, hat mich diese Kombination zuverlässig warm gehalten, ohne dabei zu einer „Stauhitze“ oder zu übermäßigem Schwitzen zu führen. Besonders aufgefallen ist mir der Stretchstoff auf der Rückseite der Jacke, der auch beim Tragen eines Rucksacks sehr atmungsaktiv ist, weswegen sich keine Staunässe zwischen Rucksack und Rücken bildet.
Da sich die beiden Kleidungsstücke trotz der Primaloft Füllung sehr klein komprimieren lassen, sind diese auch ideal dafür geeignet, sie bei frühen Touren, wenn es noch kalt von der Nacht ist, oder bei Touren, die in die kühlen Abendstunden hineingehen, im Rucksack mitzuführen und bei Bedarf an- bzw. auszuziehen.
Die Robustheit der Shorts konnte ich bei einem Sturz in einem Geröllfeld auch schon testen und habe an der Hose keinen Schaden feststellen können, obwohl ich einige Meter auf dem Hosenboden den Hang runtergerutscht bin. Neben der guten Wärmeleistung und Passform ist auch noch hervorzuheben, dass die Teile nach den VAUDE Green Shape Kriterien zu 90% aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt sind und somit perfekt zu unserem Sport in der Natur passen.
Testerfahrungen
Meine bisherigen Touren mit der Minaki Kombination habe ich im einstelligen Gradbereich absolviert und bin sowohl von der Shorts als auch von der Jacke positiv angetan. Zur Langlebigkeit kann ich im Moment noch nicht viel sagen, aber bisher lässt sich weder im Schulterbereich noch am Bauch feststellen, dass der Rucksack zu Pilling (Knötchenbildung) oder Ähnlichem geführt hätte, was erhoffen lässt, dass es auch so bleibt. Nach meinen bisherigen Touren kann ich für mich festhalten, dass die Minaki Serie die ideale Kombination für kühle und trockene Tage ist.
Vaude Kuro Air Windjacke
Nach nass kommt kalt, vor allem beim Radfahren. In Pausen oder langen Abfahrten friert man im verschwitzten Bike-Trikot schneller. Eine Windjacke schützt uns vor dem Windchill-Effekt. Die Vaude Kuro Air ist eine Windjacke aus Recycling-Material fürs Touren- und Trailbiken.
Material und Ausstattung
Die Outdoor-Experten vom Bodensee schneidern die Kuro Windjacke aus recycelten Materialien. Zwar ist die Vaude kein echtes Leichtgewicht mehr, dafür punktet sie mit ein paar stimmigen Details. Breite Stretch-Bündchen umschließen dicht und angenehm die Handgelenke. Der Kragen schließt im Vergleich zu vielen Konkurrenten deutlich höher auf. Zusätzlich zu den winddurchlässigen Bereichen unter den Armen und am oberen Rücken können die Mesh-Schubtaschen als Lüftung fungieren. Drei Taschen bieten reichlich Platz für Zubehör. Bei der Damen-Version gibt es anstelle der Brusttasche eine kleine RV-Tasche seitlich am unteren Rücken.
Wetterschutz und Tragekomfort
Leichten Niesel lässt die Kuro noch gut abperlen. Einen echten Schauer übersteht man mit der Vaude aber nicht trocken. Weil auch die belüfteten Zonen ein gewisses Maß an Windschutz bieten, ist man mit der Kuro auch an sehr windigen Tagen gut unterwegs. Auch wenn Vaude den Schnitt der Kuro Air Windjacke als Slim Fit bezeichnet, könnte vor allem am Bauch noch Material eingespart werden. Das Heck dagegen dürfte ruhig länger ausfallen. So fühlt sich die Jacke eher auf Trailrunden als beim Marathonstart zu Hause. Das wenig raschlige Material trägt sich äußerst angenehm und wird auch bei aktivem Fahrstil nicht zu schwitzig. Allerdings fehlt dem Hauptmaterial jeglicher Stretch, was die Beweglichkeit an Brust und Schultern etwas einschränkt. Die zahlreichen Lüftungsoptionen machen sich im Uphill positiv bemerkbar. Top, der hohe Kragen schließt sauber aber nicht zu eng ab.
Handling und Preis
Die Kuro lässt sich zwar locker in die Brusttasche knüllen, ein echter Transportbeutel ist das allerdings nicht. Dafür fehlt der doppelseitige Reißverschluss. Schade, denn so wäre die Jacke im Rucksack noch besser aufgeräumt. Die Zipper laufen schön leichtgängig und lassen sich auch während der Fahrt mit einer Hand öffnen. Der Preis liegt bei 120 Euro.
Fazit
Tolle Bündchen, hochabschließender Kragen und angenehmes, kaum raschelndes Material - vor allem Tourenbiker dürften sich in der Kuro wohlfühlen. Zahlreiche Lüftungszonen sorgen für gutes Klima. Mit etwas Stretch würde die Vaude noch körperbetonter sitzen - vor allem am Bauch ist der Schnitt sehr weit.
Vaude Moab Regenbekleidung: Jacke und Hose
Die Vaude Moab Regenjacke und Regenhose sind speziell für den Einsatz bei nassem Wetter konzipiert. Sie bieten zuverlässigen Schutz und sind gleichzeitig umweltfreundlich hergestellt.
Moab Regenjacke
Die Außenschicht der 2,5 lagigen Regenjacke von Vaude fühlt sich angenehm weich an und erweckt zugleich auch das Vertrauen robust genug für wilde Trailrides zu sein bzw. Stürze oder Felskontakt unbeschadet zu überstehen. Im Inneren ist die Jacke mit Polyurethan beschichtet, diese Schicht sorgt für die Wasserdichtheit der Jacke und fühlt sich gummiartig an. Die Nähte sind zusätzlich alle versiegelt, dabei ist hier positiv zu erwähnen, dass die Jacke sehr sauber verarbeitet ist und auch die gewählten Materialien einen hochwertigen Eindruck hinterlassen.
Die Passform ist locker gehalten, sodass eine Isolationsschicht oder Protektoren unter der Jacke problemlos Platz finden. Mit einem Mix aus elastischen Bündchen und Klettverschluss, lassen sich die Armabschlüsse zudem entsprechend einstellen, sodass ein Übergang im oder über dem Handschuhen hergestellt werden kann. Ein tolles Feature ist die Möglichkeit, die angeschnittene Kapuze einzurollen und mittels Lasche zu fixieren. Auch die Belüftungsöffnungen unter den Armen sind absolut Sinnvoll und sehr gut platziert.
Die Jacke lässt sich sehr angenehm tragen und deckt auch auf dem Rad den Rücken gut ab. Kühler Fahrtwind hat bei dieser Jacke keine Chance einzudringen, dank des hochgezogenen Halsabschlusses mit elastischem Gummibund kann hier im Prinzip auf einen Schal verzichtet werden. Im Inneren kann es je nach Intensität schnell warm und feucht werden, hier kann aber mit den Belüftungsöffnungen unter den Armen schnell entgegen gewirkt werden. Abzüge müssen wir bei der Kapuze machen, diese sitzt zwar ohne Helm perfekt auf dem Kopf, aber mit Helm wandert der gesamte Halsabschluss nach oben und die Jacke muss in diesem Bereich geöffnet werden.
Moab Regenhose
Die schlichte schwarze Regenhose ist als Überziehhose gedacht und kann sowohl im Alltag als auch auf dem Mountainbike oder dem Rennrad getragen werden. Geliefert wird sie mit einem kleinen Packsack, in dem sich die Hose platzsparend verstauen lässt. Die Moab Hose lässt sich einfach und schnell, sowohl über eine kurze als auch über eine lange Fahrradhose ziehen. Der Schnitt der Hose ist ziemlich gerade und regulär, dadurch lässt sich die Hose auch einfach und schnell über Schuhe anziehen. Mit je zwei Klettbändern an jedem Bein können diese dann verengt werden. Dies ist beim Fahrradfahren natürlich extrem wichtig, damit kein Stoff in die Kette gerät.
Besonders am Gesäß nutzt sich durch die Reibung am Sattel eine Hose sehr schnell ab. Damit dies hier nicht passiert, wurde an dieser Stelle das Material noch zusätzlich verstärkt. Für schlanke Sportler wie mich, kann der Hosenbund ebenfalls mit Klettbändern in der Weite reguliert werden. Wird es in der Hose doch mal zu warm, können seitlich Reisverschlüsse geöffnet werden und somit die Wärme reguliert werden. Egal ob im Alltag oder beim Mountainbiken, bei Regen kann man problemlos immer mit dem Fahrrad fahren. Wichtig hierbei ist nur eine verlässliche Regenkleidung in Form einer Regenjacke sowie einer wasserundurchlässigen Hose.
Praxiserfahrungen
Bei der Verwendung während Alltagsfahrten kam ich des Öfteren in Regenschauer, denen die Hose problemlos standhielt. Nach dem Tragen genügte es, die Hose einmal kräftig auszuschütteln und sie war wieder befreit von nahezu jeglicher Nässe. Im Gegenzug gibt es dafür beim wichtigsten Punkt, nämlich der Wasserundurchlässigkeit, kein Grund zur Kritik. Zu Beginn hatte ich die Hose stets noch im mitgelieferten Packsack verstaut. Durch diesen ließ sich diese so stark komprimieren, dass sie im Rucksack kaum Platz einnahm. Bei Regen, oder als Schutz der Kleidung auf besonders schlammigen Trails, war sie in kurzer Zeit schnell über meine Schuhe angezogen und der Trailspaß konnte beginnen.
Fazit
Egal ob du ein begeisterter Mountainbiker bist, oder das Fahrrad einfach dein Fortbewegungsmittel für den Alltag ist, bei Regen benötigst du eine Regenhose, die dich zuverlässig trocken hält. Diese Aufgabe erfüllt die Moab Regenhose von Vaude zuverlässig mit einigen Extras, wie reflektierenden Details oder der Weitenregulierung am Bund und den Beinen. Mich hat die Hose überzeugt und aus diesem Grund kann ich sie dir mit gutem Gewissen empfehlen. Mit einer Gesamtwertung von 83% und einem Preis-Leistungs-Verhältnis von ebenfalls 83% ist die Vaude Moab Regenjacke eine hervorragende Wahl für ganzjährige Outdoor-Aktivitäten. Sie überzeugt durch angenehmen Tragekomfort, effektive Belüftung und Umweltfreundlichkeit.
Weitere getestete Produkte: AGU und Elkline
Neben Vaude wurden auch Produkte von AGU und Elkline getestet, insbesondere im Bereich Regenbekleidung. Hier sind einige Highlights:
- AGU Oversized Rain Shirt: Eine ungewöhnliche Designidee, die dennoch einen praktischen Regenschutz bietet. Es ist jedoch recht schwer und lässt sich nicht klein zusammenfalten.
- Elkline 1Dry2 Manteloverall: Mantel und Overall in einem Kleidungsstück. Die Verarbeitung ist durchdacht und sehr hochwertig, aber das Produkt ist schwer und teuer.
Vergleichstabelle
Um die verschiedenen Produkte besser vergleichen zu können, hier eine Tabelle mit den wichtigsten Eigenschaften:
| Produkt | Material | Wetterschutz | Atmungsaktivität | Besonderheiten | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Vaude Minaki Jacke III | PrimaLoft, Stretch | Wasserabweisend, Winddicht | Hoch | Bodymapping, enge Armabschlüsse | - |
| Vaude Minaki Shorts III | PrimaLoft, Stretch | Wasserabweisend | Hoch | 2-Wege Reißverschlüsse, Klettverschluss | - |
| Vaude Kuro Air Windjacke | Recyceltes Material | Winddicht, Wasserabweisend | Mittel | Stretch-Bündchen, hoher Kragen | 120 € |
| Vaude Moab Regenjacke | Ceplex Active Membran | Wasserdicht (10.000mm) | Hoch | Eingerollte Kapuze, Belüftungsöffnungen | - |
| Vaude Moab Regenhose | - | Wasserdicht | - | Klettbänder, verstärktes Gesäß | - |
| AGU Oversized Rain Shirt | - | Wasserdicht | Hoch | Ungewöhnliches Design, viele Taschen | - |
| Elkline 1Dry2 Manteloverall | - | Wasserdicht | - | Mantel und Overall in einem | - |
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