Winterklamotten zu testen, ist in unseren Breiten gar nicht so einfach - zumindest wenn sich der Oktober mit dem Herbstwetter lange Zeit lässt. Sommerliche 27 Grad und selbst nachts noch zweistellige Temperaturen machten eine Beurteilung der Jacken und Hosen nach ihrem ihnen zugedachten Zweck schwierig. Und da eine Testreise in eine Region mit winterlichem Wetter nicht infrage kam, entschloss sich das Testteam kurzerhand, die passenden Bedingungen in Form eines gemieteten Kühl-Lkw zu schaffen, in dem normalerweise Fisch oder Gemüse auf Paletten transportiert werden: Winterwetter indoor, die gewünschten Testbedingungen auf dem Redaktionsparkplatz.
Die Testprodukte im Überblick
Eingeladen haben wir für unseren Test von Winterbekleidung je zwei Garnituren von zwölf Herstellern, bestehend aus Jacke und Hose für Frauen und Männer. Die meisten Hersteller führen identische Modelle im Sortiment, die sich nur durch anatomisch angepasste Schnitte oder in Details unterscheiden. Marken wie Dynamics (Zweirad Stadler) oder Van Rysel (Decathlon), die das nicht tun, konnten alternative Modelle ins Rennen schicken. Bei Assos oder Santini waren Männer-und Frauenhosen nicht gleich, was die unterschiedlichen Noten in der Tabelle erklärt.
Die Bandbreite der Angebote ist groß, vor allem beim Preis. Während Marken wie Van Rysel oder Dynamics Kombis für weniger als 200 Euro offerieren (bei Zweirad Stadler sind die regulären Preise in der Regel immer rabattiert), kosten die Sets von Assos oder Pas Normal Studios 500 bis 600 Euro.
Material und Futter
Beim Material für die Jacken setzen die meisten Hersteller auf bewährte Softshell-Laminate, bestehend aus Futter, Membran und imprägnierter Außenhaut. Die Membran wird bei Winterbekleidung meistens winddicht und lediglich wasserabweisend statt wasserdicht ausgelegt, zugunsten eines besseren Schweißtransports in Form von Wasserdampf weg von der Haut nach außen. Agu und Castelli verwenden als Isoliermaterial eine Art geflockte und besonders leichte Watte, die eine isolierende Luftschicht erzeugt; alle anderen nutzen angerautes Roubaixmaterial, um ein wärmendes Kleinklima in der Klamotte zu erzeugen.Van Rysel stattet seine Herren-Winterjacke mit einer zusätzlichen Reißverschlussweste zum Herausnehmen aus; das ist praktisch bei großen Temperaturunterschieden.
Bei den Hosen reicht das Angebot von Exemplaren ohne Membran (Agu, Sportful) bis zur Expeditionshose mit strategisch günstig platzierten Windstopper-Einlagen gegen den Fahrtwind, wie beispielsweise von Gorewear oder Pas Normal Studios. Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile, je nach Wetterlage und Einsatzzweck. Wer beispielsweise auch bei Kälte intensiv trainieren möchte, ist mit den membranlosen, dafür dampfdurchlässigeren Hosen besser bedient - jedenfalls solange es trocken bleibt. Außen sind alle Probanden ab Werk imprägniert, damit Wassertropfen abperlen und sich der Stoff nicht vollsaugt; Nässe und Fahrtwind auf dem Textil lassen andernfalls leicht frösteln.
Details, die den Unterschied machen
Abgesehen vom eigenen Kälteempfinden und der Anforderung an Schnitt und Passform entscheiden Details darüber, welche Jacke oder Hose das Zeug zum neuen Lieblingsteil hat. Die meisten Rennradler mögen es, wenn der Kragen hoch schließt und flauschig weich am Hals anliegt, um Zugluft fernzuhalten. Gleichzeitig muss sich der Reißverschluss leichtgängig und einhändig öffnen und schließen lassen, um die Temperatur zu regulieren. Die Ärmelbündchen müssen die Handgelenke genügend lang bedecken; die Rückenpartie sollte so weit herunterreichen (ohne wieder hochzurutschen), dass der Po vor Spritzwasser geschützt bleibt. Einig waren sich alle Tester, dass auch Winterjacken Rückentaschen brauchen, am besten so, wie sie auch an Trikots Beifall finden: mindestens zwei, besser drei Taschen, und so geschnitten, dass man gut hineingreifen kann. Einzelne große Taschen, womöglich mit schwergängigen Reißverschlüssen, sind unpraktisch bzw. mit Handschuhen während der Fahrt fast nicht zu öffnen.
Passform und Komfort
Die jeweils beste Passform attestierten die Tester den Herrenjacken von Gorewear, Santini und Sportful. Die Testerinnen fühlten sich in den Jacken von Alé, Sportful und Van Rysel besonders gut geschützt vor Kälte und Nässe. Die Sets von Löffler und Vaude tragen sich sehr bequem, Assos und Pas Normal Studios markieren das betont sportlich Ende der Passform-Skala. Gerade bei den Marken mit einer klaren Ausrichtung ist eine Anprobe unbedingt empfehlenswert; an den Komfortklamotten stören den einen oder die andere möglicherweise die Falten des üppig geschneiderten Materials vor Brust und Bauch, während Freunde des engen, rennbetonten Stils zumindest prüfen sollten, ob die Jacke den Rücken weit genug bedeckt.
Am komfortabelsten tragen sich die Hosen von Agu und Sportful, sie schmiegen sich flexibel um Beine jeder Form und folgen der Tretbewegung ohne Zwicken. Weniger entspannt pedaliert man in den Trägerhosen von Pas Normal Studios, was vor allem an den vielen Nähten liegt, die auf Dauer an den Beinen zu spüren sind. Relativ locker und komfortabel sitzen die Frauen-Bundhosen von Dynamics und Vaude. Viele Frauen mögen die trägerlose Variante lieber als die mit Trägern, weil diese an der Brust drücken können; unsere Testerinnen bevorzugen unisono die Trägervariante, weil diese der Hose mehr Halt gibt und das Sitzpolster besser in Position bleibt. Insgesamt isolieren die Hosen weniger als die Jacken, was aufgrund der statischen Haltung des Oberkörpers auf dem Rennrad sinnvoll ist; zugleich produzieren die Beinmuskeln mehr Wärme und der Schweiß würde sich unter dem dicken Stoff stauen.
Kurz & knapp: Testfazit
Bei den zwölf Winter-Sets für Frauen und Männer ist für jeden Geldbeutel und Einsatzzweck etwas dabei. Die günstigste Kombi von Van Rysel kostet 305 Euro, was dem Preis der getesteten Hose von Pas Normal Studios entspricht. Sehr günstig ist der Einkauf auch bei Zweirad Stadler mit der Eigenmarke Dynamics, zumal die regulären Preise fast immer auch noch rabattiert sind. Bei Wetterschutz und Isolation liegt Vaude vorne, weniger wärmen die relativ dünnen und leichten Sets von Assos oder Löffler.
Details im Fokus
Die Infrarotaufnahmen haben wir im Kühl-Lkw bei minus fünf Grad gemacht.
Die Aufnahmen mit der Infrarotkamera machen es sichtbar: Je weniger gelbe und rote Bereiche auf der Aufnahme zu sehen sind, desto wärmer sind die Klamotten. Obwohl alle Hersteller ihre Sets für den Wintereinsatz anpreisen, sind die Isolationseigenschaften von Modell zu Modell sehr unterschiedlich. Die Gründe dafür sind unterschiedliche Futterdicken und Materialien, sowie die unterschiedliche Verteilung von winddichtem Membranmaterial. Die Ergebnisse sind übertragbar auf die technisch identischen Frauenmodelle der Hersteller, wobei Schnitt und Größe einen Einfluss darauf haben, wie gut Jacke und Hose wärmen. Merke: Das selbe Modell wärmt eine Nummer größer wesentlich besser als mit knapp gewähltem Race-Schnitt.
Die Thermografieaufnahme zeigt deutlich, wo die Wärme den Körper verlässt, erkennbar an den gelb-roten Bereichen.
Testkriterien
- Wetterschutz (30 Prozent): Die Teilnote setzt sich zusammen aus den Ergebnissen der beiden Kategorien Winddichtigkeit und Spraytest. Fast alle Jacken und Hosen sind vollständig oder in Teilen mit einer winddichten Membran versehen. Je weniger Zugluft an den Körper kommt, desto besser die Note. Beim Spraytest wird die gespannte Außenhaut mit Regentropfen benetzt und je besser die Tropfen abperlen, desto besser fällt die Note aus. Den Spraytest haben wir nach einem Waschgang durchgeführt, da das Abperlverhalten mit jeder Wäsche erfahrungsgemäß abnimmt.
- Isolation (30 Prozent): Wie gut Jacke und Hose wärmen, haben wir im Praxistest und mit einer professionellen Wärmebildkamera ermittelt (Modell Fluke Ti 480 Pro von ElectroRent). Dabei wurde eine Thermografie-Aufnahme von jedem Set bei idealisierter Klimaumgebung in einem Kühl-Lkw bei minus fünf Grad im 20 km/h-Luftstrom gemacht und anschließend mithilfe der Auswerte-Software SmartView Classic 4.4 die jeweilige Wärmestrahlung analysiert. Die so ermittelten Messdaten haben wir mit dem Kälteempfinden unserer Probanden abgeglichen und in Schulnoten übersetzt. Großen Einfluss haben Materialwahl und -fülle sowie Schnitt und Passform.
- Ausstattung und Handhabung (30 Prozent): Sind Jacke und Hose voll ausgestattet und lassen sich Reißverschlüsse, Rückentaschen und Bünde leichthändig bedienen, gibt es dafür die Note eins. Hakende Reißverschlüsse, (zu) enge Trikottaschen, schwach haftende Bünde oder fehlende Zippergaragen geben Punktabzug.
- Reflexmaterial (10 Prozent): Da es sich bei diesem Test um Radbekleidung handelt, die vor allem während der dunklen Jahreszeit getragen wird, haben wir das Reflexmaterial eigens benotet. Am besten schnitten hier die Kandidaten von Dynamics oder Van Rysel ab, bei denen Reflexmaterial rundherum leuchtet, egal, von welcher Seite es angestrahlt wird. Nicht bewertet haben wir die Farbauswahl von Jacken und Hosen, da dies immer eine individuelle Entscheidung ist.
Die Testergebnisse im Detail
Im Folgenden werden die Testergebnisse für verschiedene Modelle von Agu, Alé Cycling und weiteren Herstellern detailliert aufgeführt. Die Bewertungen umfassen Wetterschutz, Isolation, Ausstattung/Handling und Reflexmaterial, jeweils mit einer entsprechenden Note.
Agu
Modell: Polartec III Thermojacke III Six6 (Damen)
Preis: 230 Euro
Fazit: Die Ärmel bieten kräftigen Armen Platz, der Rücken ist ausreichend lang, Rückentaschen und Reißverschlüsse sind gut zu handhaben.
Modell: Winter-Trägerhose lang III Six6 (Damen)
Preis: 180 Euro
Fazit: Das Polster ist vergleichsweise groß und fühlt sich beim Treten in der elastischen Hose etwas schwammig an; für milde und trockene Tage.
Alé Cycling
Modell: K-Tornado Jacket (Damen)
Preis: 205 Euro
Fazit: Guter Rennradschnitt, Reißverschlüsse und Taschen lassen sich gut bedienen; keine RV-Tasche, mittlere Isolation.
Modell: Blizzard Lady Hose (Damen)
Preis: 154 Euro
Fazit: Das Polster passt gut, hoher Tragekomfort, tolle Träger, Reißverschlüsse unten erleichtern das Anziehen; nicht warm.
Weitere Testkandidaten und ihre Besonderheiten
Die Testergebnisse weiterer Marken und Modelle werden in ähnlicher Weise präsentiert, wobei auf spezifische Vor- und Nachteile sowie auf die Eignung für bestimmte Wetterbedingungen und Fahrstile eingegangen wird.
Zusätzliche Aspekte beim Kauf von Rennradbekleidung
Neben den spezifischen Testergebnissen werden allgemeine Tipps und Hinweise zum Kauf von Rennradbekleidung gegeben, einschließlich der Bedeutung von Passform, Materialqualität, Atmungsaktivität und Komfort. Auch auf die Wichtigkeit von Details wie Trikottaschen und Reißverschlüssen wird eingegangen.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Nachhaltigkeit
Es wird darauf hingewiesen, dass auch günstigere Sets im Test überzeugen konnten und dass einige Hersteller auf kurze Lieferketten und nachhaltige Produktionsweisen achten. Löffler bietet beispielsweise einen 360-Grad-„Second-Life“-Ansatz an, bei dem eingesandte Artikel repariert oder durch Upcycling wiederverwertet werden.
Fahrradbekleidung Damen Vergleich 2025
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Baleaf Fahrradjacke Damen: Die Baleaf-Damen-Fahrradjacke ist wie ein Schutzschild für Outdoor-Abenteurerinnen. Sie ist ein Bündel aus Zuverlässigkeit, Funktionalität und Stil. Mit ihrer Fähigkeit, Regen zu trotzen und dabei Komfort zu bieten, wird sie zur verlässlichen Begleiterin für jede Expedition.
Gonso 3000272: Bei der Gonso 3000272 unseres Vergleichs von Fahrradbekleidung für Damen handelt es sich um Kleidung für den Frühling, Herbst und Winter. Positiv sind uns hierbei die besonders gute Passform, sehr hohe Elastizität sowie die sehr gute Verarbeitungsqualität aufgefallen.
Gore Wear Damen Thermo Fahrrad-Trikot: Das Gore Wear-Damen-Thermo-Fahrrad-Trikot ist ein wahrer Champion für Radfahrerinnen bei kaltem Wetter. Dieses Trikot vereint Wärme, Atmungsaktivität und Funktionalität in einem.
Inbike WJ802_GN_XS: Die Inbike-Fahrradjacke ist ein wahrer Allrounder für Radfahrer. Diese Jacke verkörpert nicht nur Wärme und Sicherheit, sondern auch Vielseitigkeit.
Zerobike Fahrradtrikot Set: Das Zerobike-Fahrradtrikot-Set ist eines der preiswerteren bei unserem Vergleich. Diese Fahrradbekleidung für Damen gefällt uns, weil sie bequeme Sitzpolster hat. Allerdings fehlt uns ein UV-Schutz.
Mysenlan Damen-Radtrikot: Im oberen Preisbereich unseres Vergleichs liegt die Fahrradbekleidung von Mysenlan. Sie überzeugt mit einem atmungsaktiven, schnelltrocknenden Stoff. Uns gefiel außerdem das 3D-Sitzpolster sowie die gute Passform.
Tabelle: Zusammenfassung der besten Fahrradbekleidungen Damen
| Position | Modell | Preis (ca.) | Passform | Verarbeitungsqualität | Lieferzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Baleaf Fahrradjacke Damen | 48 € | Hervorragend | Hervorragend | Sofort lieferbar |
| 2 | Gonso 3000272 | 81 € | Hervorragend | Hervorragend | Sofort lieferbar |
| 3 | Gore Wear Damen Thermo Fahrrad-Trikot | 74 € | Hervorragend | Hervorragend | Sofort lieferbar |
| 4 | Inbike WJ802_GN_XS | 54 € | Hervorragend | Hervorragend | Sofort lieferbar |
| 5 | Zerobike Fahrradtrikot Set | 43 € | Hervorragend | Gut | Sofort lieferbar |
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