Idealer Reifendruck: Tabelle für Mountainbike und andere Fahrradtypen

Den idealen Reifendruck zu finden, ist entscheidend für Fahrkomfort, Rollwiderstand und Pannenschutz. Grundsätzlich kannst du dich beim idealen Luftdruck an den vom Hersteller empfohlenen Werten orientieren.

Meist liegt der ideale Luftdruck zwischen dem minimal und maximal zulässigen Reifendruck. Dieser Wert ist in der Maßeinheit bar oder psi auf der Seitenwand des Reifens - direkt neben der Reifengröße - angegeben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Richtwerte handelt, da der optimale Reifendruck von der Reifengröße, der Beschaffenheit des Untergrunds und dem Gewicht des Fahrers abhängt.

Wenn du also den richtigen Reifendruck für dein Fahrrad noch nicht kennst, achte während der Fahrt auf Rollwiderstand und Komfort - und variiere gegebenenfalls den Luftdruck. Wichtig: Achte darauf, dass der Reifen nicht zu weich wird, da dies das Pannenrisiko erhöhen kann. Als Faustregel gilt: Je breiter der Reifen, desto weniger Druck braucht er.

So benötigen sehr schmale Rennrad-Reifen einen sehr hohen Luftdruck, um schnell über den Asphalt zu rollen. Da die robusten Mountainbike-Reifen härteren Bedingungen ausgesetzt sind und auch über Stock und Stein fahren, benötigen diese Fahrradreifen weniger Druck.

Fahrradreifen Druck: Tabelle für die verschiedenen Fahrradtypen

Damit du schneller weißt, welchen Druck dein Fahrradreifen braucht, haben wir eine Tabelle mit den empfohlenen Reifendruckwerten für verschiedene Fahrradtypen und deren Einsatzgebiete zusammengestellt.

Fahrradtyp Reifenbreite Reifendruck in bar Reifendruck in psi
Mountainbike 50 mm 3,0 44
Mountainbike 59 mm 2,0 29
Rennrad 25 mm 7,0 100
Rennrad 28 mm 6,0 87
Gravel Bike 35 mm 4,5 65
Trekkingrad 35 mm 4,5 65
Trekkingrad 40 mm 4,0 58
Trekkingrad 50 mm 3,0 44

Wichtig: Die empfohlenen Reifendruckwerte sind Richtwerte, die für eine durchschnittlich schwere Person (70 Kilogramm) und ein durchschnittlich schweres Fahrrad (12 Kilogramm) gelten. Du solltest daher den Luftdruck anhand verschiedener Faktoren an deine persönlichen Vorlieben anpassen. Bist du zum Beispiel schwerer, braucht der Reifen mehr Druck.

Viele Reifenhersteller geben hier die Empfehlung: 1% pro Kilogramm. Bei E-Bikes solltest du wegen des zusätzlichen Gewichts von Motor und Akku ein halbes Bar dazurechnen.

Was ist der richtige Reifendruck beim Mountainbike?

Beim Mountainbiken kann der ideale Reifendruck stark variieren - je nachdem wo du fährst und mit welchem Bike du unterwegs bist. Bist du vor allem auf rauen Trails unterwegs, bietet ein niedrigerer Mountainbike-Reifendruck von etwa 2,0-2,5 bar (30-40 psi) eine bessere Traktion und Dämpfung auf unebenem Untergrund. Auf Asphalt und bei schneller Fahrt empfehlen wir einen Reifendruck von 2,5-3,0 bar (40-45 psi), um den Rollwiderstand zu verringern.

Tipp: Mountainbiker, die besonders sportlich unterwegs sein wollen, sollten auf Tubeless-Systeme umsteigen. Da diese MTB-Reifen ohne Schlauch auskommen, ist die Gefahr eines Plattens geringer und du kannst mit weniger Druck fahren. So bist du nicht nur komfortabler, sondern auch mit mehr Traktion unterwegs.

Unsere beliebtesten Mountainbike-Reifen

Der richtige Luftdruck für deine Rennrad und Gravel Bike Reifen

Rennräder und Gravel Bikes fährst du hauptsächlich auf der Straße, weshalb sie einen höheren Rennrad-Reifendruck benötigen. Für Rennradreifen liegt der empfohlene Druck bei ca. 6.0-8.0 bar (90-120 psi), um den Rollwiderstand zu minimieren und die Geschwindigkeit zu maximieren.

Gravel Bike-Reifen sind etwas breiter und können mit einem etwas niedrigeren Gravel Bike-Reifendruck von 4.0-6.0 bar (60-90 psi) gefahren werden, um mehr Komfort und Grip auf unbefestigten Straßen zu bieten.

Unsere beliebtesten Rennrad- & Triathlon-Reifen

Reifendruck für City- & Trekkingräder

Für City- und Trekkingräder-Reifen, die hauptsächlich im Stadtverkehr und auf längeren Touren eingesetzt werden, ist ein mittlerer Reifendruck von ca. 3,0-4,0 bar (45-60 psi) geeignet. Bei diesem Reifendruck bietet das Fahrrad sowohl Komfort als auch Effizienz. Für längere Touren und wechselnde Straßenverhältnisse kann auch ein etwas höherer Druck von 4,0-5,0 bar (60-75 psi) sinnvoll sein, um den Rollwiderstand zu minimieren und ein geschmeidiges Fahren zu ermöglichen.

Unsere beliebtesten City-, Cross- & Trekking-Reifen

Reifendruck E-Bike: So viel Bar braucht dein Reifen!

E-Bikes stellen aufgrund ihrer schwereren Rahmen und Motoren spezifische Anforderungen an den Reifendruck. Daher solltest du, bevor du deine Reifen aufpumpst, die Herstellerangaben zum Luftdruck lesen, da der optimale Druck je nach Reifentyp und Gewicht des E-Bikes variieren kann.

Hast du den richtigen Reifendruck für deinen E-Bike-Reifen gefunden, sorgt dieser für einen optimalen Fahrkomfort und eine effiziente Nutzung der Motorunterstützung. Wichtig: Überprüfe den Druck regelmäßig, da ein zu niedriger Druck den Energieverbrauch erhöht und die Reichweite verringern kann.

Unsere beliebtesten E-Bike-Reifen

Reifendruck Fahrrad: Diese bar brauchen die Reifen beim Kinderfahrrad

Auch bei Kinderfahrrädern spielt der richtige Reifendruck eine wichtige Rolle, um ein sicheres und komfortables Radfahren zu ermöglichen. Die folgenden Angaben dienen als grobe Richtwerte für verschiedene Reifengrößen:

  • 12 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
  • 16 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
  • 20 Zoll Kinderfahrrad: 2.5-3.0 bar (40-45 psi)
  • 24 Zoll Kinderfahrrad: 3.0-3.5 bar (45-50 psi)

Tipp Um sicherzustellen, dass dein Fahrrad immer den richtigen Reifendruck hat, empfehlen wir eine regelmäßige Kontrolle. Achte auf möglichen Luftverlust und pumpe die Reifen bei Bedarf auf. Eine Standpumpe mit Manometer ist eine praktische Investition, um den Druck einfach und genau einzustellen.

Während einer Bike-Tour sind die Reifen (hoffentlich) der einzige Kontaktpunkt zwischen uns und dem Boden. Sie beeinflussen das Fahrgefühl also mehr als jedes teure „Must-have“-Zubehör. Aber wie findet man den perfekten Reifendruck am Mountainbike?

Den perfekten Druck, der für alle Situationen und jeden Fahrer passt, gibt es nicht. Das liegt daran, dass wir alle in unterschiedlichem Gelände, auf verschiedenen Bikes und mit ganz eigenen Vorlieben unterwegs sind. Dieser Artikel soll euch helfen, den für euch passenden Reifendruck in eurem MTB zu finden.

Weniger Reifendruck ermöglicht im Allgemeinen mehr Grip, da sich der Reifen um Wurzeln und Steine herum verformen kann, anstatt zu verspringen. Das verbessert die Traktion und den Komfort, sowohl bergauf als auch beim Downhill!

Weniger Druck kann auch zu einem geringeren Rollwiderstand im Gelände führen. Denn Reifen mit niedrigerem Druck benötigen weniger Energie, um sich um ein Hindernis herum zu verformen, als Reifen mit höherem Druck, die das Bike und das Gewicht des Fahrers über das Hindernis drüber heben müssen.

Der perfekte Reifendruck hängt von eurem Fahrstil und euren Vorlieben ab. Das Fahrergewicht ist für den Reifendruck genauso ausschlaggebend wie für das Setup des Fahrwerks. Leichtere Fahrer können etwas weniger Reifendruck fahren, wohingegen schwerere Fahrer mehr Druck benötigen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.

Das Terrain, in dem ihr euch bewegt, hat einen großen Einfluss auf den Reifendruck, den ihr wählen solltet. Wenn ihr hauptsächlich auf harten Flow-Trails unterwegs seid, könnt ihr weniger Reifendruck fahren, solange der Reifen in Kurven nicht wegknickt. Der Fahrstil spielt natürlich auch eine Rolle. Wenn ihr immer auf der Straightline durch Steinfelder fliegt, kann ein höherer Reifendruck die Komponenten schützen.

Die Wahl der Reifen und Felgen ist ausschlaggebend für das Einstellen des Reifendrucks am Mountainbike. Auch ob der Reifen mit oder ohne Schlauch (tubeless) montiert ist, macht einen Unterschied. Ein Tubeless-Reifen kann im Allgemeinen mit weniger Druck gefahren werden. Durch den fehlenden Schlauch muss man keine Angst vor einem Snakebite haben.

Die Felgenbreite ist ein weiterer Faktor: Breitere Felgen geben dem Reifen mehr Support, was einen niedrigeren Druck ohne Kompromisse erlaubt. Schlauchlose Reifen können ganz ohne Snakebite-Gefahr mit niedrigerem Druck gefahren werden - der perfekte Reifendruck für einen Tubeless-Reifen variiert allerdings je nach Fahrstil und Gelände.

Das Geheimnis des perfekten MTB-Reifendrucks? Die Balance zwischen Grip und Stabilität.

  • Zu hoch: Ein hoher Reifendruck unterstützt die Seitenwand des Reifens und bietet so mehr Stabilität und besseren Schutz für die Felgen. Doch wenn ihr zu weit nach oben geht, reduziert ihr die Traktion, weil die Kontaktfläche reduziert wird.
  • Zu niedrig: Ein niedriger Druck erhöht dank der größeren Kontaktfläche den Grip und verbessert die Traktion in Kurven, da sich der Reifen dem Trail besser anpassen kann. Wenn ihr allerdings mit zu wenig Druck fahrt, erhöht sich das Risiko eines Felgenschadens bei starken Schlägen. Außerdem reduziert der geringere Druck die natürliche Dämpfung des Reifens, was bei höheren Geschwindigkeiten ein instabiles Fahrgefühl erzeugen kann.

Nicht alle Luftdruckmessgeräte sind gleich und die Messungen können variieren. Am besten verwendet ihr immer dasselbe Messgerät. Schafft euch einen hochwertigen Luftdruckmesser an und passt darauf auf.

Um den idealen Luftdruck beim MTB zu finden: Sucht nach schönen flachen Kurven, Anliegern, Kompressionen und Wurzeln - idealerweise auf einer Strecke, die dem Gelände entspricht, auf dem ihr normalerweise unterwegs seid. Der Trail sollte nicht zu anspruchsvoll sein, da ihr euch eher auf das Fahrgefühl konzentrieren solltet und nicht darauf, dass ihr keinen Abgang hinlegt. Zu Beginn pumpt eure Reifen stark auf, um zu sehen, wie sich der hohe Druck anfühlt. Fahrt den Trail und lasst es dabei entspannt angehen. Das Bike wird sich durch den hohen Druck anders anfühlen als gewohnt.

Reduziert den Reifendruck um 2 psi vorne und hinten und wiederholt euren Test-Trail. Konzentriert euch dabei wieder auf das Fahrgefühl und darauf, wie viel Grip die Reifen liefern. Wiederholt das Ganze immer wieder und verringert jedes Mal den Druck. Wenn ihr den Reifendruck verringert, bekommt ihr mehr Grip und Traktion. Wenn der Druck zu niedrig wird, fühlen sich die Reifen in Kurven schwammig an und werden instabil bei hohen Geschwindigkeiten.

Versucht, den Punkt zu finden, an dem eine weitere Reduktion des Reifendrucks die Performance nicht mehr verbessert. Normalerweise könnt ihr vorne etwas weniger Druck fahren. Die typische Gewichtsverteilung am Bike beträgt 40 % vorne und 60 % hinten. Versucht den Druck im Vorderreifen um 3 psi (0,2 bar) gegenüber dem Hinterreifen zu senken und überprüft, wie sich das auf den Grip auswirkt.

Es gibt viele Hersteller, die Inserts herstellen, aber im Grunde folgen dabei alle mehr oder weniger dem gleichen Prinzip. Reifen-Inserts sind für zwei Dinge ausgelegt: Erstens fungieren sie als dämpfende Schutzschicht für die Felge und absorbieren alle Schläge von Steinen oder Wurzeln, die den Reifen zerstören könnten. Zweitens sollen die Inserts die Stabilität des Reifens erhöhen, da sie die Seitenwände des Reifens an das Felgenhorn drücken.

Je nach Karkasse, Lauffläche und Seitenwand des Reifens könnt ihr den Druck auch senken und trotzdem eure Komponenten schützen. Heavy-Duty-Karkassen wie MAXXIS Doubledown und Schwalbe Super Gravity erlauben einen niedrigeren Reifendruck als die EXO- und SnakeSkin-Karkassen derselben Hersteller. Egal ob ihr das perfekte Setup finden wollt oder einfach nur unsere Empfehlungen verwendet - ihr werdet schnell merken, dass der Reifendruck die einfachste und günstigste Tuning-Maßnahme für euer Bike ist.

Ein bisschen mehr oder weniger Luft kann beim Fahrradfahren einen großen Unterschied machen. Wie oft aber sollte man den Luftdruck beim Fahrradreifen überprüfen? Und was ist der optimale Reifendruck? Zu beachten ist jeweils die Größe der Reifen, das Gewicht des Radfahrenden und die Beschaffenheit des Untergrunds.

Auf jedem Fahrradreifen ist an der Seite der minimal und maximal zulässige Reifendruck angegeben. Das gilt sowohl für herkömmliche Fahrräder als auch für E-Bikes und Pedelecs. Die Angaben sind als Richtwerte zu verstehen: Der ideale Luftdruck auf einem Fahrradreifen liegt oftmals innerhalb der Spanne zwischen minimalem und maximalem Wert. Angegeben ist der Reifendruck in der Maßeinheit bar oder psi. 1 bar entspricht rund 14,5 psi. Häufig finden sich aber auch beide Angaben auf dem Reifen.

Damit Fahrradpannen mit plattem Reifen ausbleiben, sollten die auf dem Reifen angegebenen Werte möglichst nicht unter- oder überschritten werden. Denn wer unter dem Minimalwert fährt, schadet dem Reifen, dem Schlauch sowie der Felge und kann schwer stürzen. Wer länger mit einem Luftdruck unterwegs ist, der über dem angegebenen maximalen Wert liegt, überfordert die Stabilität des Fahrradreifens, und dieser kann platzen.

Generell gilt: je dünner der Reifen, desto höher der Luftdruck. Empfehlenswert ist ein erhöhter Reifendruck zudem auf ebenen Wegen und asphaltierten Straßen. Ein geringer Luftdruck ist auf weichen Böden wie Wald-, Feld- und Kieswegen sinnvoll. Wer mit einem Fahrradanhänger unterwegs ist, sollte auch da auf den passenden Luftdruck der Reifen achten.

Allerdings gilt auch hier abhängig vom Fahrverhalten und Gewicht: ein zu niedriger Luftdruck kann Reifen und Felgen schnell beschädigen. Das heißt, der MTB-Reifen rollt wesentlich leichter und angenehmer über Schotterwege, Trails oder Wiesen, wenn er nicht so stark aufgepumpt ist.

Die Reifen sind besonders beim Mountainbike als Schnittstelle zum jeweiligen Untergrund das "Tuning-Teil" am Fahrrad. Sie können die Leistungsfähigkeit des Bikes entfalten oder im negativen Fall auch extrem beschränken.

Entscheidend für den richtigen Luftdruck im Reifen ist allerdings das Fahrergewicht, der Fahrstil und der Untergrund.

ADAC Tipp: Der optimal befüllte, nicht zu stark aufgepumpte Reifen filtert die Vibrationen und entlastet damit Hände und Arme. Die Vibrationen vom Untergrund werden nämlich nur in geringem Maße von den Federgabeln kompensiert. Besonders schlauchlose Reifen können generell mit weniger Luftdruck gefahren werden.

In der Regel unterschieden sich die Reifen auf Pedelecs oder E-Bikes nicht von Reifen bei Fahrrädern, die ausschließlich mit Muskelkraft betrieben werden. Auch bei Rädern mit Elektrounterstützung ist der minimal bis maximal zulässige Luftdruck an der Seite des Fahrradreifens abzulesen.

Die Belastung der Reifen ist bei Pedelecs oder E-Bikes allerdings durch ihr größeres Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm - aufgrund von Motor und Akku - höher. Deshalb sind diese Räder oftmals auch mit robusteren und breiteren Reifen ausgestattet.

Für Trekkingfahrräder mit elektrischer Unterstützung gibt es zudem Spezialreifen. Diese haben dann einen verstärkten Aufbau und einen reduzierten Rollwiderstand.

ADAC Tipp: Durch das Mehrgewicht von Akku und Motor bei Pedelecs oder E-Bikes brauchen diese Fahrräder in jedem Fall einen höheren Reifenruck. Auf den jeweiligen Richtwert in der Tabelle oben sollten nochmals rund zehn Prozent addiert werden.

Geschwindigkeitsliebende Rennradfahrende sind mit höherem Luftdruck und damit wenig Rollwiderstand unterwegs. Auch wegen der geringen Reifenbreite empfiehlt sich beim Rennrad in der Regel ein hoher Luftdruck im Reifen.

Auf besonders glattem Asphalt rollen härter aufgepumpte Reifen leichter. Diesen finden Radfahrende jedoch auf den meisten Radwegen und Straßen nicht vor. Auf weniger glattem Untergrund aber federn zu harte Reifen nicht mehr ausreichend. Stattdessen spüren Radfahrende die Vibrationen deutlich, und der Fahrwiderstand kann zunehmen.

Zu beachten ist zudem, dass hoher Druck auf dem Reifen schneller verloren geht als niedriger Druck. Besonders vor längeren Fahrradtouren sollte man genau schauen, ob alles in Ordnung ist. Denn selbst ein dichter Fahrradschlauch verliert pro Monat im Schnitt circa 1 bar an Druck.

Wer fahrradbegeisterte Kinder hat, sollte ihnen schon früh zeigen, worauf sie beim Luftdruckmessen achten müssen. Allerdings kann man den richtigen Luftdruck nur mit einer Luftpumpe mit integriertem Manometer richtig messen, ideal sind hier Standpumpen.

Wenn der Pumpenkopf der Pumpe auf das Fahrradventil aufgesteckt ist, zeigt die Druckanzeige des Manometers den aktuellen Druck auf dem Fahrradreifen an.

ADAC Tipp: Notieren Sie sich den Fülldruck, zum Beispiel mit einem Folienstift (trocken abwischbar) am Manometer. Experimentieren Sie ruhig mit einem höheren Fülldruck, bis Sie bei einer Testfahrt den besten Kompromiss aus Komfort, Sicherheit und Rollwiderstand gefunden haben.

Den Luftdruck per Daumendruck zu überprüfen, ist nur sehr ungenau. Denn Druckunterschiede sind mit dem Daumen schwer erkennbar - und ab 2 bar aufwärts fühlt sich der Reifen gut gefüllt an.

Ein Mittelwert zwischen dem minimalen und maximalen Druck ist dabei immer ein guter Ausgangspunkt. Hiermit findest du ein gutes Verhältnis zwischen Grip, Geschwindigkeit und Komfort, ohne das Gefühl für den Untergrund und das Fahrwerk zu verlieren.

Wenn Du schneller fahren möchtest und auf Komfort verzichten kannst, zum Beispiel beim XC, Marathon oder auch wenn Du mit einem Allmountain- oder Enduroreifen im Bikepark fahren möchtest, kannst Du den Luftdruck schrittweise um 0,2bar bzw. 3psi erhöhen. Spätestens bei 2,6 bar sollte aber Schluss sein, da du sonst riskierst, dass der Reifen platzt.

Komfortfahrer und Fahrer mit “spielerischem” Fahrstil machen es hingegen umgekehrt und senken den Mittelwert schrittweise um 0,2bar/3psi. Auch wenn immer wieder Fahrer mit Reifen unter 1 bar unterwegs sind - wir raten davon ab und empfehlen, den vom Reifenhersteller empfohlenen Mindestdruck nicht zu unterschreiten.

Tipp: Wer auf sehr unterschiedlichen oder wechselnden Untergründen unterwegs ist, sollte sich ein Luftdruckmessgerät zulegen. Damit kannst du den Luftdruck auch unterwegs individuell an das Terrain anpassen.

Wer mit seinem Mountainbike auf ungewohntem Terrain unterwegs ist, kann und sollte vom üblichen Luftdruck abweichen. Auf Asphalt und gut befestigtem Untergrund kann der Druck schon mal um ein halbes oder sogar ein ganzes Bar erhöht werden. Aber Vorsicht - weniger Rollwiderstand bedeutet zwar höhere Geschwindigkeit, aber auch weniger Traktion.

Weniger Haftung bedeutet wiederum einen längeren Bremsweg, da weniger Lauffläche auf dem Untergrund aufliegt. Umgekehrt verhält es sich bei weichem Untergrund wie Schlamm oder Sand. Hier kann am unteren Ende des Mindestdrucks gefahren werden.

Wer auf Sand fährt und sich sicher ist, dass der Reifen gut auf der Felge sitzt, kann diesen Wert sogar um 0,2 bar unterschreiten.

Wir empfehlen auch hier mit 0,2 bar Unterschied zu beginnen. Wer zum Beispiel im Stadtverkehr fahren muss oder eine intensive Trainingseinheit auf der “Waldautobahn” absolviert, kann bis zu 0,5 bar Unterschied fahren.

Dabei sollte der Vorderreifen weniger Druck haben, um möglichst viel Traktion und damit ausreichend Grip zum Kurvenfahren und Bremsen zu haben, während der Hinterreifen nur dem effizienten Vortrieb dient.

Auswirkungen des Reifendrucks auf den MTB-Reifen:

  • Niedriger Luftdruck: Geringerer Rollwiderstand im Gelände, Höherer Komfort, Mehr Traktion
  • Hoher Luftdruck: Geringerer Rollwiderstand auf Asphalt, Höherer Durchschlagschutz, Mehr Stabilität des Reifens auf der Felge

TRAKTION Je mehr Bodenkontakt, desto mehr Traktion. Viel Traktion ist die Grundvoraussetzung für Grip, aber viel Traktion bedeutet nicht immer mehr Grip.

Grip Der heilige Gral eines jeden Mountainbikers ist der richtige Grip zur richtigen Zeit. Greift der Reifen in den Untergrund ein und überträgt Lenkbewegung und Verzögerung ohne Übersteuern oder Rutschen, spricht man von Grip. Dies geschieht bei Vorder- und Hinterreifen unterschiedlich.

Wenn man mit einem voll aufgepumpten Reifen über ein Hindernis fährt, wird der Reifen beim Überfahren angehoben. Dies kann auf unebenem Untergrund mehrmals pro Sekunde geschehen. Dadurch geht jedes Mal Traktion und damit Schwung verloren, der Vortrieb verschlechtert sich.

Sinkt jedoch der Reifendruck, sinkt das Hindernis in den Reifen ein, was Traktion und Vortrieb begünstigt. Durch das Nachgeben des Reifens verbessern sich zudem die Dämpfungseigenschaften.

Bei zu niedrigem Reifendruck besteht die Gefahr, dass sich der Mantel in Kurven und beim Driften seitlich über die Flanke biegt oder sogar aus dem Felgenbett rutscht. Ein schwammiges Fahrgefühl ist die Folge von zu viel oder zu wenig Druck. Beides führt nicht selten zu Pannen und Stürzen.

Dass der Reifendruck nicht zu niedrig sein darf, ist auch aus Gründen des Pannenschutzes ratsam. Denn bei einem Durchschlag wird der Reifen durch ein Hindernis so stark komprimiert, dass er schließlich auf die Felge gepresst wird.

Wie sollte der Reifendruck bei Fatbikes sein?

Durch das große Volumen der Reifen ist nur ein geringer Luftdruck nötig, ohne dass es zu Durchschlägen oder einem instabilen Fahrgefühl kommt. So ist ein Luftdruck von unter einem Bar nicht nur möglich, sondern bringt erst das richtige Fatbike-Feeling.

Auch bei den dicken Reifen gibt es eine Herstellerempfehlung auf der Reifenflanke. Diese sollte nicht über- oder unterschritten werden. Schließlich haben sich die Laufrad- und Komponentenhersteller bereits gezielt auf die montierten Reifen eingestellt.

Anschließend solltest du folgende Checks durchführen: Fährst du das richtige Pedal? Passt es zu deiner Schuhgröße und deinem Fahrstil? Stehen Deine Füße auch richtig für Deine Mountainbike-Disziplin? Sitzt Du mittig auf dem Rad? Kannst du dein Gewicht vom Hinterrad auf das Vorderrad verlagern und dabei eine Hand vom Lenker nehmen? Dein Reifen ist grundsätzlich dem Einsatzzweck angepasst und nicht älter als zwei Jahre?

Nun kannst du den Druck vorsichtig in 0,1 bar Schritten erhöhen, bis der Vorderreifen in aggressiven Kurven leicht rutscht. Das passiert kurz bevor er ausbricht. Damit bist du auf der “Speed”-Seite.

Wenn Du nun den Luftdruck schrittweise um 0,1 bar reduzierst, bis das Hinterrad den Minimalwert erreicht, bist Du auf der “Grip-” Seite. Der Unterschied zwischen Vorder- und Hinterreifen sollte nicht mehr als 0,5bar betragen. Dies gilt auch bei unterschiedlichen Reifen.

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