Die Frage, ob ein Reithelm als Fahrradhelm geeignet ist, beschäftigt viele Reiter, die mit dem Fahrrad zum Stall fahren möchten. Umgekehrt ist die Frage leichter zu beantworten: Fahrradhelme sind in der Regel nicht als Reithelme geeignet.
Sicherheitsaspekte und Normen
Es gibt zwar keine gesetzliche Helmpflicht beim Reiten, aber ein Helm ist dennoch wichtig. Seit man bei den Reithelmen immer mehr von den Hartschalenhelmen weggekommen ist, werden die immer stärker den Fahrrad- und Skaterhelmen nachempfunden und in Leichtbauweise konstruiert. Damit überbieten sie immer häufiger weit die Norm für Reithelme EN 1384.
Bei der EN 1078 Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen sind die Standards im Grunde leicht höher als bei Reithelmen. Mittlerweile gibt es daher auch Reithelme, die noch zusätzlich das Zertifikat EN 1078 haben, wie z.B. der Uvex supersonic oder auch der KED Pina, die damit sogar hochoffiziell zertifiziert sowohl als Reithelm, Fahrrad- und Skaterhelm in einem sind.
Am universellsten dürfte wohl der Berghelm Salewa Krypton sein. Der hat sämtliche Normen zertifiziert, also die für Berghelme, Fahrrad- und Skaterhelme und Reithelme. Auch sämtliche Skaterhelme, die EN 1078 zertifiziert sind, sind damit ganz offiziell auch Fahrradhelme und man kann sie im Prinzip auch als Reithelme nutzen. Nur auf Turnieren, sind oft nur Helme, die EN 1384 zertifiziert sind, zugelassen.
Die Leichtbau-Reithelme halten aber in der Regel auch mit den Fahrradhelmen in den sicherheitsrelevanten Parametern locker mit. Man kann die Reithelme aber im Grunde gut und gerne auch als Fahrradhelm nutzen, das Risiko einer Kopfverletzung minimieren sie auch auf dem Fahrrad zuverlässig.
Im Oktober letzten Jahres wurde die Norm für Reithelme EN 1384 in der Fassung von 2012 außer Kraft gesetzt, eine Neufassung ist noch nicht amtlich. Wer mit einem zertifizierten Fahrrad-, Scater-, Snwowboard- oder Berghelm auf dem Pferd unterwegs ist, macht letztendlich in puncto Sicherheit nichts verkehrt, nur auf Turnieren sind sie nicht zugelassen.
Unterschiede in der Konstruktion
Ein Reithelm muss anderen Anforderungen entsprechen als ein Fahrradhelm. Der Hauptunterschied ist, dass man anders fällt. Beim Reiten fällt man eher seitlich, deshalb ist der Helm hier stärker. Generell sind Reithelme fester und robuster, weil sie mehr aushalten müssen. Ein Fahrradhelm hält keinen Tritt aus.
Reithelme sind aus einem anderen Material und sie sind für Stürze aus größeren Höhen gemacht. Ein gut sitzender Reithelm ist beim Reiten das A und O, denn ein Fahrradhelm, kann so einem Sturz nicht stand halten und das hätte fatale Folgen. Vom Rad stürzt man etwa einen Meter zwanzig (?) tief, ein Pferd von 170 Stockmaß schmeißt dich (bzw eher mich 😉) auch mal in eine Höhe , die leicht fast das doppelte betragen kann.
Komfort und Belüftung
Ein wichtiger Unterschied ist die Belüftung. Reithelme sind weniger belüftet, man schwitzt also schneller. Zu viele Belüftungsschlitze sind beim Reiten unpraktisch, gefährlich (und nicht so schön) , aber das schränkt dann wieder die Bequemlichkeit ein. Fahrradhelme haben halt einen deutlich mehr Belüftungsschlitze und sitzen dadurch oft nicht so fest.
Radfahren mit Reithelm wird aufgrund der mangelnden Belüftung kein Spaß, ich denke dass da ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit eingegangen wurde. Es wird immer ein Kompromiss sein. Die Helme unterscheiden sich ja nicht nur in der Belüftung, sondern auch in der Form.
Versicherungstechnische Aspekte
Erst mal muß man sich klar sein, von welcher Versicherung man überhaupt spricht. Krankenversicherung? Unfallversicherung? Haftpflichtversicherung? Der eigenen? Der eines anderen? Was genau könnte denn überhaupt gekürzt oder gar nicht gezahlt werden? Falle ich mit dem Fahrrad wegen eigener Dummheit auf die Nase, wird die eigene Krankenkasse wohl die "Reparaturkosten" übernehmen. Auch die Unfallversicherung wird, so eine besteht, ihren Pflichten nachkommen. Verursache ich einen Unfall, ist es sinnvoll, eine Privathaftpflichtversicherung zu haben, die den Schaden des anderen übernimmt. Warum sollten die etwas kürzen, nur weil ich keinen Helm getragen habe?
Die Haftpflicht des eventuellen Unfallgegners wird sich da mit meiner Krankenkasse einigen, wer was in welcher Höhe trägt. Wo gekürzt werden kann ist das Schmerzensgeld. Und obwohl das zwar eine nette Beigabe sein mag, ob das jetzt wirklich so viel ausmacht? Zumal es ja noch auf die Art der Verletzung ankommt.
Kombinierte Helme
Nun bin ich auf ein Modell gestoßen namens ride and cycle, also scheint der Sicherheitsaspekt ja doch auch offiziell verknüpfbar zu sein? Da mir leider Garage und Keller fehlen, bin ich über jedes Teil weniger tatsächlich froh. Also wenn die Kombihelme gut und sicher sind, komme ich damit nicht nur günstiger weg, als wenn ich gute Helme für unterschiedliche Sportarten kaufe, ich habe auch weniger Kram.
Empfehlungen
Wenn der Helm für beide Sportarten zugelassen ist, dann wird er wohl auch für beides sicher genug sein. Aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass es eben sicher auch immer ein Kompromiss sein wird. 2 Helme sind sicherlich die bessere (und nicht zwingend teuerere) Lösung. Aber natürlich, dann hat man zwei Helme mehr herumliegen.
Man kann natürlich auch einen Fahrradhelm zum reiten tragen, immer noch besser als gar keinen. Aber empfehlenswert ist es trotzdem nicht. Allerdings ist das Tragen eines Helms immer sicherer als gar keinen aufzusetzen.
Checkliste für den Reithelmkauf
- Passform: Der Helm muss richtig sitzen und den Kopf eng umschließen, ohne zu drücken.
- Sicherheitsnorm: Achten Sie auf das Prüfsiegel DIN EN 1384 (bzw. VG1).
- Tragekomfort: Das Innenpolster sollte herausnehmbar und waschbar sein.
- Belüftung: Ein gutes Belüftungssystem verhindert Wärmestau.
- Design: Wählen Sie ein Modell, das Ihnen gefällt.
MIPS-Technologie
Die MIPS-Technologie (Multi-Directional Impact Protection System) bietet zusätzlichen Schutz bei Stürzen mit Rotationsbewegung. Ein Helm mit MIPS-Schutz enthält eine zusätzliche, bewegliche Schale, die die auf den Schädel wirkenden Kräfte minimiert.
Häufig gestellte Fragen zu Reithelmen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Muss ich meinen Reithelm nach einem Sturz ersetzen? | Ja, um die volle Schutzwirkung zu gewährleisten. |
| Wie oft sollte ein Reithelm ausgetauscht werden? | Spätestens 8 Jahre nach Herstellungsdatum, bei intensiver Nutzung 3-5 Jahre. |
| Besteht in Deutschland Reithelmpflicht? | Nein, aber das Tragen wird dringend empfohlen. |
| Kann ich einen gebrauchten Reithelm kaufen? | Nein, da die Vorgeschichte des Helms unbekannt ist. |
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