Das Remstal mit dem Fahrrad zu erkunden ist eine fantastische Möglichkeit, die Region kennenzulernen. Der insgesamt 106 km lange Remstal-Radweg bietet sich hierfür ideal an. Im Jahr 2020 erhielt dieser Weg den Status eines „Landesfernradwegs“. Dank dem Bikesharing-Angebot und der Existenz von Bahnhaltestellen an jedem Etappenziel des Remstal-Radwegs ist das Radfahren so einfach wie selten zuvor.
Auf rund 106 km führt die Tour vom neuen Startpunkt in Weinstadt-Endersbach durch die Weinberge bis Remseck am Neckar und dann an der Rems entlang bis nach Aalen. Auf der Reise durch das Remstal geht es vorbei an traditionsreichen Gasthöfen, gemütlichen Besenwirtschaften und Biergärten. Blaue „Remswellen“ als neue Bodenmarkierung ziehen sich als verbindendes Element durch die 16 beteiligten Kommunen in drei Landkreisen, die sich gemeinsam für die Erweiterung und Aufwertung des beliebten Radwegs eingesetzt haben. Koordiniert wurde das Projekt vom Rems-Murr-Kreis.
Im Juni 2019 wurde der Remstal-Radweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) erstmals als Qualitätsradweg mit 4 Sternen ausgezeichnet, eine erfolgreiche Rezertifizierung erfolgte 2022. Die vielfältige Landschaft in Baden-Württemberg lädt zu ausgiebigen Fahrradtouren ein. Meist asphaltiert auf verkehrsarmer, überwiegend flacher Routenführung. Zahlreiche Rast- und Grillplätze sowie naturnahe Spielplätze. Für Familien geeignet.
Etappe 1: Von Weinstadt nach Waiblingen
Die erste Etappe ist die vielleicht schönste des insgesamt 106 km langen Landesfernradweges. Wir fahren durch Remstal-Weinberge, entlang der idyllisch gelegenen Rems und lassen die Etappe im schönen Altstadt-Ambiente Waiblingens ausklingen.
Nachdem wir unser Pedelec am Endersbacher Bahnhof freigeschaltet haben, starten wir die Tour in südlicher Richtung durch das städtische Gebiet. Nach wenigen hundert Metern befinden wir uns zwischen Feldern und Wiesen und steuern, leicht bergauf, die vor uns liegenden Weinberge an. Am Käppele, der Ruine einer mittelalterlichen Wallfahrtskapelle, wird einmal ordentlich durchgeschnauft und ein Blick zurück geworfen. Wir biegen links ab und folgen dem Straßenverlauf entlang der Weinberge auf dem Stockenberg. Das ein oder andere „Wengerterhäusle“ bildet vor allem im Herbst, wenn die Blätter der Rebstöcke ihre jahreszeitlich typischen Farben annehmen, tolle Fotomotive an. „Wengerter“ ist ein in der Region häufig verwendeter Begriff und ist die schwäbische Ausdrucksweise für den Begriff „Weingärtner“.
Für kurze Zeit schenken die lokalen Winzer dann ihre selbstproduzierten Weine aus und bieten kleine Speisen zum Verzehr an. Ursprünglich wurde zu diesem Anlass ein Besen am „Wengerter“ markant platziert um darüber Auskunft zu geben, dass die Wirtschaft geöffnet ist. Der Weg macht einige kleinere Wendungen und dennoch fällt die Orientierung leicht. Es gibt zahlreiche Wegmarkierungen des Remstal-Radwegs. Ferner werden uns die bevorstehenden Kilometer des nächsten Ortes auf diversen Schildern angezeigt. Denn Weinstadt ist auch bekannt für seine vor Ort produzierten Fruchtsäfte.
In westlicher Richtung fahrend durchqueren wir den Ort Stetten und gelangen nach etwa 12 km in den Stadtkern Fellbachs. Stets in nördlicher Richtung fahrend geht es nun städtisch zu. Viel Straßenverkehr und Ampeln prägen nun das ca. 10 km lange Teilstück bis nach Remseck. Dabei gelangen wir nach den ersten 7,5 km bereits an den Neckar und es geht wieder ruhiger und naturnaher zu. Direkt am Neckar angekommen erzeugt die Stahlskulptur „Landungsbrücke“ für Aufmerksamkeit. Die 24 m lange Skulptur darf betreten und befahren werden. Der Radweg führt nun ca. 2 km rechts am Neckar entlang, dann wird über eine Brücke die Straßenseite gewechselt. Nach weiteren ca. An dieser Stelle lohnt sich ein kleiner Stopp und Aufenthalt. Zur Remstal Gartenschau im Jahr 2019 wurde an dieser Stelle, an welcher die Rems in den Neckar mündet, einiges an Rast- und Aussichtsmöglichkeiten geschaffen. Gegenüberliegend wurde mit derm Neckarstrand ein künstlicher Flussstrand mit Schaukeln und Sitzgelegenheiten geschaffen. Nicht nur Einheimische wissen diesen Ort zu schätzen und verbringen zum Sonnenuntergang ihren Abend an diesem fein herausgeputzten Ort.
Frisch gestärkt geht es dann in südlicher Richtung entlang der Rems zu einem weiteren, sehr schönen Etappenabschnitt. Denn für die nächsten 12 km bis zum Etappenziel Waiblingen geht es idyllisch und naturnah zu. Von nun an hören wir es Plätschern. Ist die Rems eben noch in den Neckar gemündet, so folgen wir ihr nun einige Kilometer in Richtung ihrer 78 km entfernten Quelle auf der Ostalb. Ein erstaunliches Repertoire an Brut- und Zugvögeln ist hier mit ein wenig Glück anzutreffen und zu sehen: Eisvögel, Spechte, Uhus, Falken. Daher gilt das Motto „Den Weg nicht verlassen“. Auch wenn zu unserer linken Seite die steilen Felswände und die Natur zum Entdecken einladen. Kilometer für Kilometer radeln wir entlang des Flusses und erreichen mit der Remsmühle die erste ihrer Art auf unserer Radtour. Seit 1864 wird hier Getreide gemahlen. Waren wir eben noch umgeben von Bäumen, so führt die Strecke nun einige hundert Meter über freie Wiesenflächen entlang.
Hier wurde 2019 eine 24-stufige Fischtreppe eingeweiht. Auch ohne wirklich einen Fisch zu erblicken ist der Anblick der vorbeirauschenden Wassermassen ein echtes visuelles Spektakel und bietet sich für eine kleine Rast an. Abermals nur wenige hundert Meter von den Fischtreppen lädt die Hegnacher Mühle zu einem Besuch ein. Für die 1874 erbaute Mühle wurde ein Mühlkanal teils gegraben, teils aus einem Fels gesprengt. Die Wasserräder kommen auf eine Höhe von 5 Metern. Im Mühlenladen dürfen allerlei gesunde Produkte erworben werden. Unterhalb des Remstalviadukts fahren wir weiter in Richtung Waiblingen. Auf den letzten ca. 4 km Wegstrecke wird es wieder zunehmend städtisch. Ein letztes Mal wird vor den Toren Waiblingens die Rems überquert und es gilt aufzupassen, nicht der weiteren Wegbeschilderung in linker Richtung zu folgen.
Praktisch: Die vor uns liegende Straße „Alter Postplatz“ mündet in die Bahnhofstrasse und somit direkt am Waiblinger Bahnhof. Unsere Empfehlung: Ab in die Altstadt, Fahrrad dort abschließen und die malerische Innenstadt entdecken. Der schönste Platz, um zu Kaffee und Kuchen die Radtour Revue passieren zu lassen, ist sicherlich der Marktplatz. Einige Cafès bieten zahlreiche Sitzplätze zum Verweilen an.
Das Bikesharing-Angebot von RegioRad Stuttgart macht es möglich: An über 250 Stationen in mehr als 50 Städten und Gemeinden der Region Stuttgart warten rund 1.000 Fahrräder darauf, ausgeliehen zu werden. Per Handy-App wird das Rad freigeschaltet. Wer zwischendurch ein wenig Flanieren, Einkehren oder Pause machen möchte, kann sein Rad auch abschließen und die Tour nach einer Rast fortsetzen.
Die Etappe 1 vom Remstal-Radweg hat eine Länge von ca. 33 km. Dabei werden vergleichsweise moderate 170 Höhenmeter zurückgelegt. Die Strecke ist für sportliche Biker in 2,5 Stunden zu erradeln. Gelegenheitsfahrer sollten die ein oder andere Pause zur Einkehr, Erkunden und Genießen einplanen. Die Höhenmeter verteilen sich vor allem auf zwei kleinere Anstiege, bevor der Weg ausschließlich sanft bergab führt. Startpunkt der attraktiven Wegstrecke ist der Bahnhof in Weinstadt-Endersbach.
Weitere Routen im Rems-Murr-Kreis
Neben dem Remstal-Radweg gibt es noch weitere attraktive Radtouren im Rems-Murr-Kreis:
- Wein- und Kelter-Route: 30,1 Kilometer, überwiegend flach (190 Höhenmeter), Start in Fellbach.
- Höhenroute: 27 Kilometer, 320 Höhenmeter, Start in Winterbach.
- Korber-Kopf-Route: 20,8 Kilometer, mittelschwere Strecke, Start in Winnenden.
- Winterbach - Mühlwiesen-Runde von Waiblingen: Knapp 54 Kilometer, 360 Höhenmeter, Start in Waiblingen.
Aktuelle Einschränkungen und Umleitungen
WICHTIGE INFORMATION: Aufgrund der Hochwasser- und Starkregen-Ereignisse im Jahr 2024 ist der Remstal-Radweg zwischen Remseck-Neckarrems und Waiblingen-Hegnach dauerhaft gesperrt und wird auch zukünftig so leider nicht mehr befahrbar sein. Zudem ist aufgrund von Baumaßnahmen die Kreisstraße zwischen Urbach und Plüderhausen während den Sommerferien gesperrt.
Der seit dem Sommer-Hochwasser 2024 gesperrte Remstalradweg bleibt zwischen Hegnach/Hohenacker und der Grenze zum Kreis Ludwigsburg zu - und zwar für immer. Er wird nicht mehr geöffnet, stattdessen arbeitet Waiblingen an einer Umfahrung inklusiver neuer Brücke. Grund sind laut der Stadt: Unterspülungen, Naturschutzhürden für eine Reparatur und - wieder - kranke Eschen.
Die Stadt ist gerade dabei, die Planung einer Alternativroute voranzutreiben. Dazu sind „sehr viele Absprachen“ nötig, etwa mit dem Regierungspräsidium, sagt der Infrastruktur-Verantwortliche Oliver Strauß. Man suche eine Trasse, um Radfahrern und Wanderern künftig wieder ein „schönes Angebot“ machen zu können. Der Prozess werde aber längere Zeit dauern. Also Jahre. Der gesperrte Teil des Wegs rechts der Rems soll „der Natur zurückgegeben“ werden. Wahrscheinlich wird die Umfahrung auf der anderen, linken Flussseite an der Kläranlage Hegnach vorbeiführen. Kurz vor der Grenze zu Remseck und dem Kreis Ludwigsburg soll eine neue Brücke über die Rems gebaut werden. Dort wäre dann der Anschluss an den bestehenden Remstalradweg.
Dass der künftige Alternativ-Remstalradweg ab der Vogelmühle/Remsmühle ein Stück bergauf geht, dass man dort auch entlang der von Autos befahrenen Straße radelt statt idyllisch am Remsufer, das müsse man leider in Kauf nehmen, so die Verwaltung. Wie die Verkehrsströme eventuell getrennt werden können, muss noch untersucht werden.
Bis der neue Weg mit neuer Brücke irgendwann fertig ist, bleibt es bei der bestehenden, längeren Umleitung. Der ADFC und Grünen-Stadträte regen an, die Beschilderung zu verbessern und auch Übersichtskarten anzubringen. Damit Radfahrer gleich sehen, wohin die Umleitung sie führt, wenn sie von Waiblingen nach Remseck oder umgekehrt unterwegs sind. Diesen Wunsch „nehmen wir mit“, so OB Wolf.
Der Neckartal-Radweg
Der Neckartal-Radweg ist ein atemberaubender Fahrradweg entlang des Neckars in Baden-Württemberg. Der Neckar-Radweg führt von Villingen-Schwenningen auf rund 367 Kilometern bis nach Mannheim und bietet atemberaubende Aussichten auf die Landschaft und die Städte entlang des Flusses. Der Radweg entlang des Neckars ist gut ausgebaut, er läßt sich dank vieler Übernachtungsmöglichkeiten in kleineren und größeren Städten, wie Heidelberg, Heilbronn oder Freiberg am Neckar in mehrere Etappen aufteilen. Er eignet sich perfekt für Radtouren aller Schwierigkeitsgrade. Ob alleine, mit Freunden oder der ganzen Familie - der Neckartal Radweg ist ein Erlebnis für jedes Alter, obwohl auch einige kleinere Steigungen vorhanden sind.
Entlang des Neckars gibt es viele Burgen und Schlösser, die sich für einen Besuch anbieten. Burg Hohenzollern, Burg Stettenfels und Burg Guttenberg sind nur einige Beispiele der Burgen am Neckar. Das Höhenprofil des Neckar-Radwegs ist recht problemlos zu bewältigen, wenn man von der Quelle zur Mündung radelt. Auch für ungeübte Radfahrer ist dies keine große Herausforderung.
Die Schwäbische Alb mit dem Rad entdecken
Wer auf den Hochflächen der Schwäbischen Alb unterwegs ist, der erlebt eine Kulturlandschaft, in der Dörfer noch richtige Dörfer sind. Wo Schäfer mit ihren Herden auf Wacholderheiden stehen und wie in alten Zeiten durchs Land ziehen. Im Albvorland geht es etwas ruhiger zu. Die weit verteilten Streuobstwiesen, die mal lieblichen, mal kantig-felsigen Flusstäler haben ihre ganz eigene Wirkung auf die Radfahrer. Eine Landschaft für Menschen, die es lieben, per Rad durch die Welt zu radeln und dabei ein wenig mehr von ihr mitzubekommen.
Für eine Urlaub mit dem Rad haben wir Ihnen acht ADFC zertifizierte Mehrtagestouren zusammengestellt, für die wir eines garantieren: 100% Alb. 100% Grüne Welle.
Empfohlene Ausrüstung für Ihre Radtour
Für eine angenehme Radtour ist die richtige Ausrüstung entscheidend. Hier sind einige Empfehlungen:
- Thermo-/Merinosocken: TK 2 von Falke
- Boxershorts: DANISH ENDURANCE (Herren) oder Hipster Panties (Damen)
- Wasserabweisende Hose: Schöffel Koper 1 Zip Off
- Kamera: Sony Alpha 7 III oder Sony DSC-WV350 Digitalkamera
- GPS-Uhr: Garmin Forerunner 55
- Outdoorjacke: Quechua MH500 (Herren) oder Quechua MH500 (Damen)
- Tagesrucksack: Quechua NH500
Diese Ausrüstung sorgt für Komfort und Funktionalität während Ihrer Radtour.
Zusammenfassung der Touren im Rems-Murr-Kreis
Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Touren im Rems-Murr-Kreis zusammenfasst:
| Tour | Länge | Höhenmeter | Startpunkt |
|---|---|---|---|
| Remstal-Radweg | 106 km | 670 m | Endersbach |
| Wein- und Kelter-Route | 30,1 km | 190 m | Fellbach |
| Höhenroute | 27 km | 320 m | Winterbach |
| Korber-Kopf-Route | 20,8 km | N/A | Winnenden |
| Winterbach - Mühlwiesen-Runde | 54 km | 360 m | Waiblingen |
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