Die richtige Rennradbekleidung: Lange Hosen und Temperatur

Besonders im Übergang vom Sommer in den Herbst stellt sich oft die Frage, in welchem Temperaturbereich man lange Hosen beim Rennradfahren nutzen kann. Die Temperatur hat einen hohen Einfluss auf die Wahl der Hose und die Nutzung von Accessoires wie Knielingen, Beinlingen oder Überhosen.

Einflussfaktoren auf die Wahl der Radhose

Neben der Temperatur ist auch die Feuchtigkeit ein entscheidender Faktor. So fährt es sich bei trockenem Wetter und 10 Grad entspannt, wogegen 10 Grad bei Dauerregen schon nach kurzer Zeit unangenehm werden können. Der Grund hierfür ist, dass herkömmliche Bekleidungssysteme zur Wärmeregulierung, die nicht einen expliziten Nässeschutz aufweisen, aufgrund der Feuchtigkeit nahezu komplett versagen.

Windchill und Intensität

Der Klassiker ist Windchill - die gefühlte Temperatur in Relation zur Geschwindigkeit. Es macht einen Unterschied zwischen Rennrad- und MTB-Ausfahrten, da die Durchschnittsgeschwindigkeiten unterschiedlich sind. Auch die Intensität, mit der man unterwegs ist, spielt eine Rolle. Bei gemütlichem Tempo erzeugt man wenig Wärme, wogegen bei schnellem Tempo jede Kühlung willkommen ist.

Gleichzeitig gibt es auch Situationen, in denen selbst Straßenprofis im Rennen mit langen Hosen und Beinlingen unterwegs sind. Nämlich dann, wenn es sehr kalt ist und das Tempo nicht Spitzenniveau hat, z.B. bei einer Überführungsetappe bei einem Mehrtagesrennen im Frühjahr. In solchen Fällen wollen die Profis Energie für die „Körperheizung“ sparen.

Persönliches Kälteempfinden

Zuletzt ist natürlich auch noch das persönliche Kälteempfinden ein Faktor. Auf das sollte man unbedingt hören, da es ein klarer Indikator für das Wärmemanagement des Körpers ist.

All diese „Bekleidungsmaßnahmen“ dienen dazu, die Körpertemperatur im richtigen Bereich zu halten. Das heißt bei kälteren Bedingungen Unterkühlung/ erhöhten Energieverbrauch zu vermeiden und wenn es heiß wird oder mit hoher Intensität gefahren wird Überhitzung zu vermeiden/ einzudämmen, wo es geht.

Aufgrund der Vielzahl an Einflussfaktoren hat eine pauschale Aussage keinen Sinn. Darum sind hier einige Tipps für die verschiedenen Jahreszeiten.

Fahrradbekleidung im Frühling/Herbst

Nieselregen, Nebelbänke, Nachtfrost - das Wetter kann einem als Radfahrer gehörig einen Strich durch die Rechnung machen. Umso wichtiger ist es, dass man sich durch wetterangepasste Kleidung von den Auswirkungen extremer Temperaturen und unangenehmer Nässe unabhängig macht. Es gibt einige grundlegende Regeln, die man beachten sollte.

Ebenfalls obligatorisch sind das lange Funktionsunterhemd, Armlinge und Beinlinge. Diese können je nach Bedarf (Stichwort Temperaturschwankungen) an- und ausgezogen bzw. runtergeschoben werden. Davon abgesehen greift gerade in den Monaten April, Mai, Oktober und November das sogenannte Zwiebel- oder 3-Lagen-Prinzip.

Indem man mehrere Lagen („Zwiebelschichten“) übereinander anzieht, kann man im Bedarfsfall flexibel auf Wetterereignisse reagieren. Außerdem tritt durch die übereinander liegenden Kleidungsstücke ein synergistischer Effekt ein: Aufgrund automatisch auftretender Luftpolster wärmt die Fahrradbekleidung im Winter mehr, als dies eigentlich zu erwarten wäre.

Folgende drei Lagen definieren das Zwiebelprinzip:

  1. Lage 1 besteht aus eng anliegender Funktions-Unterwäsche.
  2. Lage 2 dient der Isolierung und dem Feuchtigkeitstransport nach außen. Typischerweise wählt man ein Radtrikot.
  3. Lage 3 ist die äußere Schicht. Sie soll ebenfalls warm halten, Schweiß nach außen leiten und vor Nässe sowie Wind schützen.

Fahrradbekleidung im Sommer

Im Sommer sollte man bei der Rennrad- oder Mountainbike-Kleidung zwei Faktoren im Auge haben: den Wind und die UV-Strahlung. Der Fahrtwind sorgt dafür, dass ein leichter Helm mit vielen Belüftungsöffnungen, ein ärmelloses Radtrikot mit vorderem Reißverschluss sowie eine dünne Radhose völlig ausreichend sind, um sich wohl zu fühlen.

Moderne Rennrad-Kleidung für Winter, Übergangszeit und Sommer besteht in der Regel aus funktionellen Materialmixen. Die Hersteller verwenden bevorzugt Polyamid, Polyester und Polypropylen in Verbindung mit einem niedrigen Anteil an Elasthan. Das Resultat ist ein elastisches und zugleich schweißtransportierendes Kleidungsstück.

Anschmiegsame Armlinge und Beinlinge sind ein essenzieller Bestandteil der Rennrad- / MTB-Winterbekleidung und -Herbstbekleidung. Sogar spezielle Sommer-Beinlinge zum Schutz vor schädlicher UV-Strahlung sind erhältlich. Wichtig ist in jedem Fall, dass man ein Modell mit Reißverschluss wählt. Dadurch lassen sich die Beinlinge on tour schnell an- und wieder ausziehen.

Fahrradbekleidung im Winter

Bei der Auswahl der geeigneten Winter-Fahrradbekleidung sollte man sich an ein simples physikalisches Gesetz erinnern: Der Körper verliert über die Enden der Extremitäten den größten Teil seiner Wärme. Die Enden der Extremitäten - das sind Kopf, Hände und Füße. Beim Radfahren kommt zudem der Fahrtwind hinzu, weshalb auch die Brust besonders warm eingepackt werden sollte.

Zur richtigen Fahrrad-Winterbekleidung gehört neben dem Helm grundsätzlich eine warme Helmmütze. Beim Kauf eines neuen Helms sollte man daran denken, dass die Mütze den Kopf ein Stück weit „größer macht“ - der Helm muss also ebenfalls etwas breiter sein. Eventuell kommt auch eine klassische Sturmhaube in Betracht. Diese bedeckt den Kopf großflächiger als eine Mütze.

Sie gehen im Dschungel der Produkte oft unter, sind aber unentbehrlich, wenn man die perfekte Fahrradkleidung für den Winter zusammenstellen möchte: Funktionsschals und Überschuhe (Gamaschen).

Die richtige Kleidung für jede Temperatur

Wenn die Temperaturen gegen 15 °C gehen, sieht man immer mehr Rennradfahrer und Mountainbiker mit langen Fahrradshirts und langen Fahrradhosen. Für den Fall, dass man die Temperatur doch falsch eingeschätzt hat und merkt, dass einem viel zu warm ist, sind Armlinge und Beinlinge ideal! Mit Beinlingen und Armlingen verwandelt man einfach seine kurze Radhose in eine lange Radhose und sein kurzärmliges Radshirt in ein langärmliges Radshirt.

Ein Fahrradtrikot mit langen Ärmeln sorgt dafür, dass deine Arme bedeckt sind und du es etwas wärmer hast als in einem kurzen Fahrradtrikot.

Fahrradjacken für den Herbst haben oft eine wasserabweisende Schicht. Diese schützt dich vor leichtem Regen bei typisch wechselhaftem Herbstwetter. Ein weiteres Merkmal von Fahrradjacken für Temperaturen von 10 bis 15 °C ist, dass sie oft aus einem windabweisendem Material gemacht sind.

Lange Fahrradhosen für den Herbst halten deine Beine schön warm, aber nur eingeschränkt. Die Winterjacke hast du schon längst aus dem Schrank geholt und auch deine Handschuhe kommen jetzt immer häufiger zum Einsatz.

Fahrradjacken für den Winter sind darum auch meistens wind- und wasserdicht. Eine gute Fahrradhose für den Winter ist mindestens ebenso wichtig wie eine Winterjacke. Mit Winterfahrradhosen für Temperaturen zwischen 0 und 10 °C bist du gut geschützt gegen Regen, nassen Schnee und Spritzwasser von der Fahrbahn.

Eine Winterjacke für Temperaturen unter 0 °C hat häufig eine Zweilagen-Konstruktion, wodurch sie meistens wasserdicht, gut isoliert und winddicht ist. Lange Fahrradhosen für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haben oft auch eine wasser- und winddichte Vorderseite.

Um deine Körpertemperatur zu halten, musst du deinen Körper mit verschiedenen Kleidungslagen bedecken. Daher empfehlen wir, unter deiner Fahrradjacke gute Thermounterwäsche zu tragen.

Dein Helm wärmt deinen Kopf vielleicht ein bisschen, aber an wirklich kalten Tagen reicht dies nicht aus. Um deinen Kopf vor der Kälte zu schützen, gibt es Fahrradkappen und Mützen. Eine weitere gute Ergänzung deines Outfits im Winter sind spezielle Nackenwärmer. Wenn du die Kombination von losem Nackenwärmer und Mütze beim Fahrradfahren unbequem findest, gibt es sogar eine Kopfbedeckung, die beide vereint: Eine Balaclava.

Um kalten Füßen vorzubeugen sind gute Winterfahrradsocken die Basis. An den kältesten Tagen reichen Winterfahrradsocken alleine noch nicht. Überschuhe sind im Winter unverzichtbar. Du kannst zum Beispiel dünne Überschuhe anschaffen, die deine Fahrradschuhe vor Regen schützen. Es gibt aber auch Überschuhe aus Neopren, die deine Füße auch an bitterkalten Wintertagen noch warm halten.

Das Tüpfelchen auf dem i für deine Winterausrüstung: die richtigen Fahrradhandschuhe! Nichts ist ärgerlicher (und gefährlicher), als wenn man wegen der Kälte nicht richtig lenken, schalten und/oder bremsen kann. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Handschuhe für Kälte und eventuell Regen zu wählen.

Temperaturbereiche und Bekleidungsempfehlungen

Hier ist eine Tabelle mit Temperaturbereichen und entsprechenden Bekleidungsempfehlungen, die als grobe Orientierung dienen soll:

Temperatur Bekleidung
Über 13°C Kurze Trägerhose, Kurzarm-Trikot
9 - 13°C Lange Radhose, Langarm-Trikot
7 - 9°C Lange Thermo-Trägerhose, langes Trikot, lange Funktionsunterwäsche, Wind- oder Regenjacke, Windweste, Thermo-Überschuhe, Handschuhe und Mütze
3 - 7°C Winterradschuhe, Winter- oder Thermojacke, Fleece-Mützen und Halstücher

Frühling! Die richtige Rennrad-Bekleidung im Frühling ist ein Spagat zwischen hart wirken und orthopädisch intelligent denken. Kalte Knie = kaputte Knie?

Unter 20 Grad - niemals ohne Schutz für die Beine! Ausnahmen wären Rennen. Unter 15 Grad: Lange Hose oder Beinlinge. Es muss nicht zwingend die wattierte Variante sein.

Bei nahezu allen Wetterbedingungen können Sie Fahrrad fahren, wenn Sie Ihre Kleidung entsprechend anpassen. Gute Radsportbekleidung besteht häufig aus atmungsaktiven Materialien, was besonders an warmen Tagen angenehm ist. Auf diese Weise können Sie Ihre Radsportbekleidung an die Außentemperatur anpassen.

  • Bei 20 Grad oder mehr ist es ratsam, spezielle Radsportbekleidung zu tragen, die aus atmungsaktiven Materialien besteht, die beispielsweise Schweiß abtransportieren und Ihren Körper kühl halten. Sie können sich für Kleidung mit kurzen Ärmeln und eine kurze Hose entscheiden. Es ist zudem ratsam, hellere Farben zu wählen, da diese das Sonnenlicht reflektieren.
  • Bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad ist es ratsam, sich in mehreren Schichten zu kleiden, da dies die Isolierung verbessert und Ihren Körper warm hält. Außerdem können Sie bei Anstrengung oder Wärme leichter eine Jacke oder einen Pullover ausziehen. Je nach Temperatur können Sie entweder kurzärmelige oder langärmelige Kleidung tragen, kombiniert mit einem dünnen Pullover oder einer leichten Jacke.
  • Unter diesen Umständen ist es am besten, Oberbekleidung mit langen Ärmeln und eine lange Hose zu wählen. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Hände und Füße bei kaltem Wetter gut warm bleiben, indem Sie beispielsweise Handschuhe und warme Socken tragen.

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