Eine Sonnenbrille gehört für die meisten Radfahrer zur Grundausstattung. Sie schützt vor Sonne, Fahrtwind und herumfliegenden Objekten. Aktuelle Shield-Modelle mit großen Scheiben sind besonders beliebt, da sie zusätzlichen Style bieten.
Übersicht der getesteten Brillen
Im Test wurden folgende Modelle berücksichtigt:
- 100% S2
- Alpina S-Way QVM+
- BBB Fullview PH
- Bollé Lightshifter
- Evil Eye Vizor Pro
- Julbo Rush
- Oakley Flight Jacket
- Rockrider XC Race
- Rose PS 07 Photocromic
- Rudy Project Cutline
- Scott Shield LS
- Smith Attack Mag MTB
- Sweet Protection Ronin
- Uvex Sportstyle 804 V
Selbsttönende Brillen: Der optimale Kompromiss
Die meisten Filter der Schutzklassen zwei und drei sind nur für helle Lichtverhältnisse geeignet. Selbsttönende Brillen passen sich automatisch an die jeweiligen Lichtverhältnisse an und bieten so einen optimalen Kompromiss. Um einen möglichst breiten Einsatzbereich abzudecken, sollte die Anfangstönung der Brille möglichst klar sein. Die meisten Modelle im Test wechseln ihre Tönung zwischen den Filterklassen zwei und drei. Wirklich nachttaugliche Kandidaten beginnen dabei bei einer kaum wahrnehmbaren Abdunklung von 20 bis 25 Prozent.
Die Evil Eye Vizor Pro bietet mitunter den breitesten Tönungsbereich. Der reicht von fast völlig klar bis zur Filterkategorie 3. Die Abdunklung reicht selbst für prallsten Sonnenschein.
Die dunkelste im Test gemessene Scheibe filtert bis zu 88 Prozent des Lichts. Dunkler ist also nicht unbedingt besser.
Für Fahrten im Auto sind selbsttönende Brillen in der Regel nicht geeignet. Der UV-Schutz hingegen bleibt auch bei nicht getönter Scheibe in vollem Umfang erhalten.
Filterklassen von Sonnenbrillen im Überblick
Von völlig klar bis ziemlich dunkel - diese Filterkategorien gibt es bei Sonnenbrillen:
| Filterkategorie | Geeignet für | Blendschutz |
|---|---|---|
| 0 | Bewölkte Tage und Dämmerung | Bis 20 % des Lichts werden absorbiert |
| 1 | Bedeckte Tage | Bis 57 % des Lichts werden absorbiert |
| 2 | Sommertage in Mitteleuropa | Bis 82 % des Lichts werden absorbiert |
| 3 | Aufenthalte im Schnee, in den Bergen und am Meer in Südeuropa | Bis 92 % des Lichts werden absorbiert |
| 4 | Aufenthalte im Hochgebirge oder auf Gletschern - zum Autofahren ungeeignet! | Bis 97 % des Lichts werden absorbiert |
Details & Bewertung: Ergebnisse der 14 Brillen im Test
100% S2
Die stylische S2 sitzt sicher und angenehm gummiert auf mittelbreiten Gesichtern. Wegen der fehlenden Verstellung muss sie aber gut passen. Anfangs sehr hell und gut für trübe Tage geeignet, reagiert sie schnell auf Lichtwechsel. Guter Kratzschutz, super Sichtfeld, leichter Beschlag auf der Scheibe löst sich schnell wieder auf.
BIKE-Urteil: sehr gut - 51 Punkte
Alpina S-Way QVM+
Die kurzen, kantigen Bügel und der raue Nasensteg tragen sich trotz umfangreicher Verstellbarkeit wenig komfortabel. Die S-Way liegt sehr nahe am Gesicht, schützt gut vor Zug, schränkt aber das Sichtfeld etwas ein. Sehr dunkle und etwas unpassend blaue Starttönung. Gute Tönungsgeschwindigkeit, leicht verkratzende Gläser.
BIKE-Urteil: gut - 44 Punkte
BBB Fullview PH
Die BBB schlägt sich insgesamt gut, doch dafür muss sie passen. Die Bügel liegen gut an, packen aber nur bei breiten Gesichtern ausreichend zu. Der Nasensteg ist bequem und breit verstellbar, das Sichtfeld ist top. An der Stirn kann die Fullview anstoßen, die Gläser verkratzen relativ schnell. Großer Tönungsbereich.
BIKE-Urteil: sehr gut - 49 Punkte
Bollé Lightshifter
Die Lightshifter gefällt mit festem, angenehnem Sitz, Bügel und Nasensteg liegen flächig auf. Die Glasform schützt gut vor Zugluft und beschlägt kaum. Ihr breiter Rahmen baut etwas hoch, ihre Gläser verkratzen etwas schnell. Für den Geländeeinsatz dunkelt die Bollé sehr stark ab und braucht extrem lange zum Aufhellen.
BIKE-Urteil: gut - 45 Punkte
Evil Eye Vizor Pro
Die Vizor Pro besitzt eine hochwertige, schnell und stark reagierende Scheibe. Zu Beginn ist sie absolut klar. Winkelverstellbare Bügel und Nasen-Pads machen sie für viele passend, ihr abnehmbarer Schweißschutz hält Fahrtwind an der Stirn ab, unten kann es aber ziehen. Kritikpunkt: Die rutschigen Bügel lösen sich leicht von selbst.
BIKE-Urteil: sehr gut - 49 Punkte
Julbo Rush
Die solide und hochwertige Konstruktion, Sitz und Windschutz der Julbo überzeugen. Eine der wenigen Brillen mit kontraststeigernden Gläsern im Test, wird auch im Wald nicht zu dunkel, reagiert aber sehr zögerlich auf Lichtwechsel. Die schwere Rush sitzt bequem, hält aber hauptsächlich über die Bügel.
BIKE-Urteil: sehr gut - 47 Punkte
Oakley Flight Jacket
Der untere Rahmen sieht speziell aus und stört die sonst sehr gute Sicht. Trotz fehlender Anpassung sitzt die Oakley fest und komfortabel. Das Glas hat die beste Reaktionszeit im Test, beschlägt und verkratzt aber auch leicht. Für bessere Belüftung lässt sich der Nasensteg abklappen. Insgesamt nicht ganz auf dem Niveau anderer Oakley-Modelle.
BIKE-Urteil: sehr gut - 48 Punkte
Rockrider XC Race
Die Brille von Decathlon macht einen guten ersten Eindruck. Das Glas ist kratzfest und reagiert passabel auf Lichtwechsel, beschlägt aber schnell. Nasensteg und Bügel sind etwas kantig und drücken bei längerem Tragen. Die Brille knarzt, beim Verdrehen löst sich das Glas aus der Fassung. Leider bietet die Rockrider keinerlei Verstelloption.
BIKE-Urteil: gut - 41 Punkte
Rose PS 07 Photocromic
Klassisch geschnittene Radbrille mit schmalem Glas und toller Passform. Beim Glas hat der Zulieferer vieles richtig gemacht. Ausgangshelligkeit und Reaktionstempo sind sehr gut. Im Wald bleibt die PS 07 angenehm hell. An den Wangen wird es etwas zugig. Unauffällig funktionale Brille zum unschlagbaren Preis.
BIKE-Urteil: sehr gut - 50 Punkte
Rudy Project Cutline
Abgesehen von der mäßigen Reaktionszeit, bietet die Cutline das perfekte Glas für wechselnde Lichtverhältnisse: kontrastreiche Tönung und nicht zu dunkel. Anpassbarkeit und Komfort sind top, jedoch nur auf breiten Köpfen. Die Lüftungsschlitze funktionieren sehr gut, der Beschlagschutz ist dennoch mäßig. Gute Option für schmalere Gesichter: die Rudy Project Defender.
BIKE-Urteil: sehr gut - 48 Punkte
Scott Shield LS
Trotz riesiger Scheibe hat man den geteilten Rahmen im Blick. Die Shield steht weit vom Gesicht ab und schützt nur mäßig vor Fahrtwind. Die laschen Bügel halten nur auf breiten Gesichtern gut, schmale Nasen liegen auf dem Rahmen auf. Die Tönungsgeschwindigkeit ist mäßig, die Scheibe verkratzt leicht. Mehr Styler als funktionale Sportbrille.
BIKE-Urteil: gut - 42 Punkte
Smith Attack MAG MTB
Die stark gekrümmte Scheibe der Smith bietet perfekte Sicht, top Schutz und lässt sich per Clip-System wechseln. Kratz- und Beschlagschutz sind sehr gut, die Reaktionsgeschwindigkeit noch in Ordnung. Die schmalen Bügelenden können auf Dauer etwas drücken. Anfangs sehr hell, dunkelt die Attack über einen weiten Bereich ab.
BIKE-Urteil: sehr gut - 53 Punkte
Sweet Protection Ronin
Die Sweet Protection Ronin ist geeignet für mittelbreite, runde Gesichter und mittlere bis breite Nasen.
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