„Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr“, soll Einstein gesagt haben, als er nach der Relativitätstheorie gefragt wurde. Ob du auch geniale Ideen bekommen möchtest, einen Ausgleich zum hektischen Alltag suchst, oder dich einfach nur sportlich betätigen willst, wir können dir zu deinem Wunsch Rennrad zu fahren nur herzlich gratulieren! Du wirst nicht nur deine Gegend ganz anders kennenlernen, sondern auch neue Bekanntschaften knüpfen, deinen Fitnesszustand erheblich verbessern und ein glücklicherer Mensch werden. Nach den ersten Touren im Sattel wirst du auf deine neue Leidenschaft garantiert nicht mehr verzichten wollen.
Rennradfahren ist klasse, doch der Einstieg kann etwas schwierig sein, wenn man sich nicht auskennt. Als Einsteiger kann der Rennrad Markt ganz schön unübersichtlich sein: große Preisunterschiede bei auf den ersten Blick ähnlichen Rädern, unbekannte Begriffe, unverständliche Bezeichnungen und verheißungsvolle Werbeversprechen - da kann man schnell den Überblick verlieren. Damit du trotzdem an dein Wunschrad kommst und dabei nicht zu viel Geld ausgibst, beantworten wir dir hier die wichtigsten Fragen und geben dir wertvolle Tipps für einen perfekten Start in den Radsport.
Das richtige Rennrad finden
Rennräder gibt es jede Menge! Doch welches ist das richtige für dich? Du kannst aus den Kategorien Aero, Race, Tour und Allroad wählen, je nachdem wie und auf welchem Terrain du dein Rad nutzen willst. Je genauer du den Einsatzbereich definierst, desto besser kannst du ein Rad nach deinen Bedürfnissen wählen. Wenn du dir bei der zukünftigen Verwendung noch nicht sicher sein solltest, empfehlen wir dir einen sportlichen und komfortablen Alleskönner aus dem Touren Segment.
Die verschiedenen Rennrad-Kategorien
- Aero-Rennrad: Optimiert für Aerodynamik, sportliche Sitzposition, geeignet für Zeitfahren, Triathlons und Rennen auf flachem Terrain.
- Race-Rennrad: Bietet eine gute Balance aus Leichtigkeit, Sportlichkeit und Schnelligkeit, geeignet für Trainingsfahrten, Jedermann-Rennen und Radmarathons.
- Touren-Rennrad (Endurance): Bietet Komfort und Alltagstauglichkeit, entspannte Sitzposition, geeignet für Trainingsfahrten, Radmarathons, Pendlerfahrten und Radreisen.
- Allroad-Rennrad (Cyclocross/Gravel): Konzipiert für den Einsatz abseits befestigter Straßen, robust, geeignet für Trainingsfahrten, Offroadfahrten, Pendlerfahrten und Radreisen.
Solltest du dich in keiner Kategorie so richtig wiederfinden oder bist du dir noch unsicher, wie du dein Rennrad nutzen möchtest, empfehlen wir dir ein Rad aus der Touren- bzw. Endurance Kategorie. Diese Rennräder bieten die größte Schnittmenge und sind für einen breiten Einsatzzweck gedacht. Mit einer gemäßigten Sattelüberhöhung, einer komfortablen Sitzposition, hoher Laufruhe und Alltagstauglichkeit bist du auch als Anfänger nicht überfordert und für die meisten Strecken bestens gerüstet.
Die richtige Rahmengröße wählen
Würdest du dir ein zu kleines T-Shirt kaufen? Oder eine zu große Hose? Natürlich nicht…und genauso wichtig ist es auch, dass du die richtige Rahmengröße für dich findest. Damit du auf deinem Rennrad optimal sitzt und deine volle Leistung entfalten kannst, solltest du vor dem Kauf deine Schrittlänge bestimmen, um die richtige Rahmenhöhe wählen zu können. Eine gute Beratung vor Ort bezieht auch deine anderen Körpermaße wie Körper-, Rumpf- und Armlänge mit ein. Verzichte gerade zum Einstieg nicht auf eine fachliche Beratung!
Wir empfehlen dir daher eine fachliche Beratung zur Ermittlung deiner Rahmengröße. Eine entscheidende Kenngröße dabei ist deine Innenbeinlänge, oder auch Schrittlänge genannt. Natürlich kannst du auch in einer unserer Filialen vor Ort von unserem Fachpersonal deine Schrittlänge messen lassen.
Mit deiner Schrittlänge kannst du schon ziemlich genau deine Sitzhöhe (Mitte Tretlager bis Oberkante Sattel) bestimmen: Sitzhöhe in cm = 0,885 x Schrittlänge in cm. Diese Sitzhöhe solltest du ohne Probleme an deinem Wunschrad einstellen können, idealerweise im mittleren Bereich der Skala, um noch nach oben und unten variabel zu sein. Mit der Faustformel Rahmenhöhe in cm = 0,69 x Schrittlänge in cm kannst du die Rahmengröße vorauswählen.
Neben der Rahmenhöhe ist die Rahmenlänge eine weitere Kenngröße, die die Sitzposition maßgeblich beeinflusst. Die Rahmenlänge sollte zu deinen Proportionen passen, das heißt, wie das Verhältnis von Körpergröße zu Schrittlänge bei dir ist. Logisch, dass du z.B. mit einem langen Oberkörper auch einen längeren Rahmen benötigst.
Material, Komponenten, Preise
Ein guter Start muss nicht teuer sein. Für den Einstieg in das Rennradfahren reichen moderate 700 Euro, dafür bekommst du einen einfachen Alurahmen, eine mechanische Schaltung und Felgenbremsen. Gut gemachte Mittelklasse Rennräder in der Preisklasse bis 1500 Euro haben einen leichten Alurahmen und eine solide Schaltgruppe, teilweise verfügen sie schon über (hydraulische) Scheibenbremsen. Ab 1500 Euro beginnen gute Carbonrahmen mit mechanischer Schaltung, gebremst wird per Felgenbremse oder Disc. Ähnlich teure Alu-Modelle sind meist besser ausgestattet. In der Preisklasse bis 3000 € hast du bereits zwischen Carbon und Alu, mechanischer und elektronischer Schaltung, Felgenbremse oder Disc die gesamte Bandbreite an Auswahl. Achte zu Beginn lieber auf ein niedriges Gesamtgewicht und eine stimmige Ausstattung - oft lässt sich auch zum Saisonwechsel ein Vorjahresmodell zum Schnäppchenpreis ergattern.
Aluminium, Stahl und Carbon sind die verfügbaren Rahmenmaterialien im Rennradbereich. Im Einsteigerbereich von 600 € bis 1200 € sind Rahmen aus Aluminium üblich. Durch verbesserte und vor allem günstigere Herstellungsprozesse ist Carbon heute neben Aluminium das gängigste Material für Rennräder. Die Kohlenstoff-Fasern lassen sich durch ihren direktionalen Aufbau leicht und sauber verarbeiten und formen, sodass Entwickler mit verschiedenen Rohrdurchmessern experimentieren können und so Stück für Stück die beste Balance aus Steifigkeit, Gewicht und Aerodynamik finden.
Frauenspezifische Aspekte beim Rennradkauf
Braucht eine Frau ein anderes Rennrad als ein Mann? Grundsätzlich: ja. Nur für sehr große Frauen lohnt sich auch ein Rennrad für Männer kaufen. Trotzdem sollten Frauen auf die Geometrie und Ausstattung achten, die insgesamt deutlich kompakter ausfallen als herkömmliche Rennradmodelle.
Frauen sind statistisch betrachtet kleiner und leichter als Männer. Die Schultern fallen schmaler aus und meist haben Frauen weniger Kraft in den Beinen zum Treten. Auch die Hände sind kleiner, was sich auf die Bedienung von Brems- und Schalthebeln auswirkt. Diese Punkte sind es, die den Hauptunterschied beim Kauf eines Rennrads zwischen Männlein und Weiblein ausmachen. Denn nur wer seinen Körperbau beachtet, wird das Rennrad finden, bei dem Kraftübertragung und Sitzkomfort optimal funktionieren - und so dauerhaft Spaß am sportlichen Fahren haben.
Wichtige Aspekte für Frauenrennräder
- Rahmengröße: Spezielle Damengrößen gibt es von Rahmengröße 47 bis 42. Bei Rennrädern von der Stange betragen die Lenkermaße für Herren normalerweise 42 oder 44 Zentimeter, bei Modellen speziell für Frauen sind es maximal 40, teilweise sogar nur 37 Zentimeter. Grundsätzlich gilt: Schulterbreite gleich Lenkerbreite.
- Lenkerbreite: Wer ein Rennrad für Frauen kauft, erhält mit dem schmaleren Lenker auch bereits den entsprechend geringeren Abstand zu Schalt- und Bremshebeln. Sonst müssen diese noch individuell auf die Handspanne angepasst werden.
- Kurbellänge: Beim Rennrad für Frauen ist hingegen standardmäßig 170 mm Kurbellänge verbaut, teilweise sogar nur 165 mm. Das erhöht zwar die Trittfrequenz, erleichtert aber die Kraftübertragung und damit die Effizienz.
- Sattel: Ihr Steißbein liegt deutlich tiefer als bei Männern. Nutzen sie herkömmliche Herrensattel, kommt es zu Druckbeschwerden. Frauen rutschen beim Fahren deswegen nach hinten und riskieren dadurch wiederum Nackenprobleme und Rückenschmerzen. Dieser anatomische Unterschied kann mit einem Damensattel ausgeglichen werden. Ein Damensattel ist nach vorne hin abgesenkt oder besitzt eine Aussparung in der Mitte.
Weitere wichtige Tipps für den Rennradkauf
- Übersetzung wählen: Für den Hobbysportler ist im Alltag die Kompaktkurbel (50/34) in Verbindung mit einem langen Schaltwerk und einer 11-28er Kassette die beste Wahl.
- Neu oder gebraucht: Lieber ein reduziertes Vorjahresmodell als ein Gebrauchtrad!
- Fahrer-Grundausstattung: Für den Helm und die rennradtypische Kleidung darfst du einen Betrag von mindestens 300 Euro einplanen.
- Zubehör: Für die Satteltasche mit Ersatzschlauch und Minitool, eine Mini- und eine Standpumpe, Trinkflaschen und Fahrradcomputer etc. solltest einen Betrag von gut 100 Euro einplanen.
- Training und Ernährung: Starte mit moderaten Grundlagenfahrten im Bereich von 60-75 % deiner max. Herzfrequenz und weite mit merklicher Konditionssteigerung deine Touren behutsam zeitlich aus. Dabei unterstützt dich idealerweise eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung, sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
- Gruppe oder alleine?: Zu Beginn kann es sinnvoll sein, die ersten Touren alleine zu fahren, um dich mit dem Rennrad vertraut zu machen und dein Körpergefühl unter Belastung zu schulen.
- Waschen, Pflegen, Reparieren: Ein sauberes und gewartetes Rennrad sieht nicht nur besser aus, es fährt auch deutlich besser!
Budgetüberlegungen und Sparmöglichkeiten
Es muss nicht immer das High-End-Carbon-Rad sein: Auch ein günstigeres Rennrad mit Alurahmen kann Dir gute Dienste leisten, wobei es auf dem Markt kaum noch solche Modelle gibt. Übrigens sind bei gleichem Preis für Carbon- und Alurad an letzterem die besseren Radkomponenten (Bremsen, Schlatung etc.) verbaut, falls das ein Kaufargument für Dich sein sollte.
- Am Ende der Saison wirds günstiger: Wenn die alten Modelle raus müssen, damit Platz für neue geschaffen wird, also in der Regel im Herbst und Winter, gibt es immer mal wieder attraktive Rabatte.
- Testräder: Ab und zu werden auch Testräder ausrangiert, die es dann zum Schnäppchenpreis zu kaufen gibt. Sie sind in der Regel gut gewartet und nur minimal benutzt.
- Null-Prozent-Finanzierung: Manche Händler und Marken bieten eine Null-Prozent-Finanzierung an: Damit sparst Du zwar streng genommen nichts, musst aber nicht gleich einen Batzen Geld investieren, sondern kannst wie bei einem Handyvertrag monatlich einen gewissen Betrag abbezahlen.
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