Rennrad für Gelände geeignet: Das Gravelbike als Alleskönner

Eines für alles - oder: Ein Rad für alle Fälle. Das ist es, was die noch junge Radgattung der Gravelbikes bieten soll. Ob man den direkten Weg sucht, dem Verkehr auf den Straßen ausweichen will, ob im Urlaub in unbekannter Gegend oder bei nicht enden wollenden Bauarbeiten auf dem Arbeitsweg - für all das wurden die geländegängigen Rennräder entwickelt.

Was ist ein Gravelbike?

Ein Gravelbike ist mehr als ein Rennrad mit breiten Reifen. Es lässt sich sehr flexibel einsetzen und bietet durch noch breitere Reifen mehr Komfort als ein Cyclocrosser. So eignet sich ein Gravelbike perfekt zum Bikepacking. Hier geht es darum, mit dem Rad mehrere Tage in der Natur unterwegs zu sein. Die Taschen mit Zelt und Schlafsack werden dabei an Rahmen und Lenker befestigt.

Gravelbike, Cyclocross oder Rennrad?

Noch wird die Radgattung Gravelbike von den Herstellern sehr unterschiedlich interpretiert: Während manche von ihnen lediglich ein Marathon-Rennrad geländetauglich machen, gehen andere bereits viel weiter. Trek und Fuji bieten Räder mit drei Flaschenhalterbohrungen, Wartungshilfen und Rahmenschützern an. Sie lehnen sich damit an die Bedürfnisse des US-amerikanischen Marktes an. Dort erleben die Gravelbikes seit Jahren einen enormen Boom. Dort gibt es Gravelrennen über mehrere hundert Kilometer ohne Verpflegungsstationen. Die Räder müssen bei solchen Veranstaltungen einiges transportieren und aushalten können. Für diese Rennen eignen sich auch die weit ausgestellten Unterlenker: die sogenannten „Flare“-Lenker.

Die Vorteile von Gravelbikes

  • Anpassungsfähig und für unterschiedliche Untergründe geeignet
  • Komfortablere Geometrie im Vergleich zum Rennrad
  • Praktisch für den Transport von Ausrüstung
  • Ideal für Bikepacking und ähnliche Erkundungstouren

Gravelbike vs. Cyclocross

Fakt ist auch, dass nur die allerwenigsten ein Cyclocrossrad für den eigentlichen Einsatzzweck gebrauchen: nämlich 60 Minuten am körperlichen Limit durch tiefschlammige Felder und Wälder zu pflügen. Der Unterschied zum Cyclocrosser ist die entspanntere Sitzposition und die komfortablere Ausrichtung.

Die Ausstattung von Gravelbikes

Ein unumstrittenes Ausstattungsdetail an Gravelbikes sind die Scheibenbremsen. Denn gerade im Gelände, im Stadtverkehr oder mit zusätzlichem Gepäck am Rad gehen Bremskraft und Dosierbarkeit aus Sicherheitsgründen der Gewichtsersparnis vor. Gabel und Hinterbau sind deutlich breiter als bei Rennrädern.

Rahmenmaterial

Als Rahmenmaterial wird bei Gravelbikes, wie auch bei einem Rennrad, auf Carbon und Aluminium gesetzt.

Schaltung

Im Rennrad- und Cyclocross-Bereich sind die 1-fach Schaltgruppen Apex, Rival und Force von SRAM Schaltungen für Gravelbikes im Angebot.

Bremsen

Bei Gravelbikes kommen Scheibenbremsen zum Einsatz.

Fahrverhalten und Performance

Ihre beste Performance konnten wir bei den Rädern des Testfeldes bei schnellen Fahrten auf überwiegend ebenen Schotterpisten feststellen. Mit ihren meist recht langen Radständen fahren sich die Gravel-Racer meist sehr spurtreu. Das Lenkverhalten ist bisweilen träge. Auf unebenem Untergrund ist das eher ein Vorteil. Das Ziel lautet: Laufruhe und Sicherheit.

Für wen ist ein Gravelbike geeignet?

Aufgrund seiner Flexibilität ist es darüber hinaus auch für Radreisen attraktiv. Ein Gravelbike ist ein Fahrrad, dass sich sowohl für ebene Fahrten auf der Straße als auch für Touren durch unebenes Gelände eignet.

Unterschiede zwischen Gravelbike und Rennrad im Detail

Um die Unterschiede zwischen einem Gravel Bike und einem Rennrad zu verstehen, ist ein genauer Blick auf die Komponenten unerlässlich.

Reifen

Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem Gravel Bike und einem Rennrad ist die Bereifung. Gravel Bikes sind mit breiteren Reifen ausgestattet, die für verschiedene Untergründe, einschließlich Schotterstraßen und leichtes Gelände, geeignet sind. Rennräder haben dagegen schmalere Reifen, die vor allem für den Einsatz auf glatten Straßen optimiert sind.

Geometrie

Auch die Geometrie der beiden Fahrräder unterscheidet sich. Gravel Bikes haben oft eine entspanntere Geometrie mit einer aufrechteren Sitz- und Lenkerposition. Rennräder hingegen haben eine sportlichere und aerodynamischere Geometrie, die auf Geschwindigkeit und Effizienz ausgelegt ist.

Lenker

Bei Gravel Bikes steht weniger die Aerodynamik und das Gewicht im Vordergrund, sondern das Handling auf unterschiedlichem Terrain. Daher sind die Lenkerenden bei Gravel Bikes weiter nach außen gebogen, was die Kontrolle auf unebenem Untergrund erleichtert.

Übersetzung

Gravel Bikes sind in der Regel mit einer breiteren Gangspanne ausgestattet, um dem Fahrer die Bewältigung unterschiedlicher Geländetypen zu erleichtern. Rennräder haben hingegen oft eine engere Übersetzung für eine effiziente Leistung auf der Straße.

Preisklassen im Vergleich

Gravel vs. Rennrad: Preisklasse bis 1000 €: Rennräder in dieser Preisklasse sind oft mit Felgenbremsen ausgestattet, während Gravel Bikes mechanische Scheibenbremsen verwenden. Gravel Bike oder Rennrad: Preisklasse bis 1500 €: Wenn wir in die Preisklasse bis €1.500.- gehen, haben sowohl Rennräder als auch Gravel Bikes normalerweise Scheibenbremsen.

Ab einem Budget von €1.500.- bis €2.500.- werden die Unterschiede zwischen Rennrädern und Gravel Bikes subtiler. In dieser Preisklasse findest du oft Carbon-Rahmen in beiden Kategorien, die leichter und steifer sind als Aluminiumrahmen.

In der Preisklasse von €2.500.- bis €4.000.- gibt es mehr Auswahlmöglichkeiten bei Rennrädern im Vergleich zu Gravel Bikes. Beide Kategorien verwenden hauptsächlich Carbon-Rahmen, die Gewicht und Steifigkeit optimieren.

Die Qual der Wahl

Die Entscheidung zwischen Rennrad und Gravel Bike hängt letztlich von deinem Fahrstil, deinen persönlichen Vorlieben und den gewünschten Strecken ab. Beide Arten von Fahrrädern bieten einzigartige Erlebnisse und aufregende Abenteuer - es liegt an dir, dasjenige auszuwählen, das am besten zu dir passt.

Typenfrage: Welches Rennrad ist das richtige?

Die Vielfalt an Rennradtypen ist groß - schließlich muss für jede Fahrweise und jedes Terrain ein spezieller Rahmen her. Es gibt Aero-Bikes für flache Strecken, leichtgewichtige Rennräder für hügelige Strecken, Endurance Bikes für die Langstrecke sowie „All-Road“ und Freizeit-/Fitnessbikes, die mehr auf Spaß ausgelegt sind.

Die Grundlagen: Was macht ein Rennrad aus?

Alle Rennräder haben im Vergleich zu anderen Fahrradtypen einen recht leichten Rahmen. Rennradreifen haben typischerweise eine Breite zwischen 23 mm und 25 mm, bei komfortablen Reifen für lange Touren auch mal bei 28 mm. Im Gegensatz zu Mountainbikes verzichten Rennräder in der Regel auf jegliche Federung, da sie den zusätzlichen Komfort angesichts des bevorzugten glatten Untergrunds nicht benötigen.

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