Viele Radfahrer stehen vor der Frage, ob ihr Rennrad für Fahrten auf Schotterwegen geeignet ist. Dieser Artikel untersucht, wie man ein Rennrad für solche Bedingungen anpassen kann, wobei Reifenwahl, Gepäcktransport und Fahrkomfort im Vordergrund stehen.
Die Herausforderung: Rennrad auf Schotter
Rennräder sind primär für asphaltierte Strecken konzipiert und optimiert, um auf hartem, ebenem Untergrund den geringsten Rollwiderstand zu erzeugen. Auf schwierigem Untergrund mit Ästen, Schotter und Steinen kann es jedoch leichter zu Reifenpannen kommen. Zudem bieten Rennradreifen auf solchem Terrain nicht immer das gleiche Maß an Kontrolle über das Fahrrad.
Reifenwahl: Der Schlüssel zur Anpassung
Die breitesten Reifen, die du auf ein Rennrad montieren kannst, sind oft 28 mm-Reifen. Es ist möglich ohne große Einschränkungen mit einem modernen Rennrad mit Felgenbremsen über diese Art von Schotter Radwege zu fahren. Es geht um diese Art von Untergrund die bei ehemaligenEisenbahntrassen, die auf Radwege umgebaut sind verwendet werden. Es ist Natur Boden, fest und darauf sind so eine Art feine Schottersteine. Doch über den Druck geht es.
Ja, du fährst dann halt mit nur 5 bar vorn und 6 hinten auf 25 mm. Ja, dann müsste es an sich gehen, laut dem Foto.
Gravel-Reifen sind in der Regel breiter und haben ein ausgeprägteres Profil als herkömmliche Rennradreifen. Daher können sie nach der Montage den Rahmen berühren, was sie natürlich unbrauchbar macht. Die maximalen Reifendimensionen werden vom Fahrradhersteller festgelegt. Sie sollten daher in den technischen Daten Ihres Fahrrads nachsehen, welche Breite und Höhe es maximal zulässt.
Der MICHELIN POWER GRAVEL Reifen wird zum Glück in verschiedenen Größen angeboten und passt auf viele unterschiedliche Rennradräder. Darüber hinaus weisen seine Noppen darauf hin, dass Grip, Leistung und Handling sowohl auf der Straße als auch im Gelände leichter zu erhalten sind. Das liegt daran, dass sein Profil mit kleinen Blöcken für einen geringen Rollwiderstand sorgt und dennoch eine hervorragende Traktion auf unterschiedlichem Terrain bietet.
Cyclocross-Reifen als Alternative
Cyclocross-Reifen sind widerstandsfähiger gegen Reifenpannen. Wenn Sie mit Ihrem Rennrad im Stadtverkehr zur Arbeit fahren, können Sie manchmal auf Hindernisse stoßen, die zu Reifenpannen führen. Wenn andere Verkehrsteilnehmer in der Nähe sind, kann es schwierig sein, Glasscherben, spitze Äste und sogar Schlaglöcher auf der Fahrbahn zu erkennen.
Ein weiterer Vorteil von Cyclocross-Reifen auf einem Rennrad ist, dass diese Reifen widerstandsfähiger gegen Pannen sind als herkömmliche Reifen. Dies kann sowohl auf der Straße als auch auf Wegen und Pfaden nützlich sein.
Noch besser ist, dass sie sowohl unter nassen als auch unter trockenen Bedingungen gut funktionieren. Das Einzige, was Sie bedenken sollten, ist, dass Cyclocross-Reifen, genau wie Gravel-Reifen, etwas schwerer sind als typische Rennradreifen und sich schneller abnutzen, wenn Sie nur auf der Straße fahren.
Gepäcktransport: Eine Herausforderung
Ein Rennrad hat normalerweise keinen Gepäckträger und keine entsprechenden Ansätze am Rahmen. Es gibt Gepäckträger, die mit Schnellspannern funktionieren und angeblich bis zu 100 kg aushalten. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Gepäckträger den Lack des Rads beschädigen und ob sie wirklich so belastungsfähig und stabil sind.
Löcher in den Rahmen bohren, um einen Gepäckträger anzubringen, ist keine Option. Diese Gepäckträger zum Anklemmen kannst du probieren; klappt aber längst nicht an jedem Rad. Den Lack kannst du schützen, indem du zwischen Klemme und Rahmen ein Stück Gummi einlegst...
Dir sollte bei der Planung des Gepäcks auch bewusst sein, dass Rennräder normalerweise darauf getrimmt sind, leicht zu sein. Das heißt, sie sind für ein bestimmtes Systemgewicht (Fahrer+Fahrrad+Gepäck) und die Nutzung als Rennrad ausgelegt. Jetzt möchtest du das Rad härter beanspruchen, als wofür es eigentlich gedacht ist, und obendrein ggf. noch das maximale Systemgewicht überschreiten.
Auf dem Rennrad solltest du jegliches Gepäck (max. 10kg) auf dem Rücken transportieren, und bei schlechteren Bedingungen im Stehen fahren.
Fahrkomfort und Fahrgefühl
Die Reifendicke hat halt nicht viel Reserven, um irgendwie groß dämpfen zu können. Da geht nichts kaputt, wenn man genügend aufpumpt >6,5bar, aber es fährt sich eben auch hart. Probier mal solche Wege vorher aus.
Du sitzt in Rennfahrerhaltung auf deinem Rad, willst eine schöne Dauerwattleistung abgeben, aber kannst nicht, weil du sofort alle abgehängt hättest. Ich weiß aus Erfahrung, dass das überhaupt keinen Spaß macht. (Tourenrennräder gibt es auch, die nennt man Randonneur. Ich würde das Rennrad nur im äußersten Notfall nehmen.
Ja, für ein paar Stunden ist dir das egal. Aber nach drei Tagen raubt es dir den letzten Nerv und saugt deinem Körper die Energie aus. Mir macht jedenfalls mein Gravelbike (ähnlich Rennrad, aber Reifen mehr wie Trekkingrad) auf Schotterwegen überhaupt keinen Spaß. Man kann fahren, ja. Aber ich bin heilfroh, wenn es irgendwann wieder Asphalt gibt.
Die Alternative: Gravelbikes
Wenn Rennrad auf Mountainbike trifft, kommt Gravelbike dabei heraus. Die derzeit wohl beliebteste, unmotorisierte Fahrradgattung fühlt sich nicht nur auf Schotter (Gravelbike = Schotter-Rad) wohl, auch in der Stadt sind die sportlichen Räder mit ihren bis zu 50 mm-dicken Reifen anzutreffen. Ebenso bei Fahrten über Land, etwa bei Radreisen sind die sportlichen Bikes in ihrem Element.
IMTEST hat im Jahre 2024 fünf aktuelle Gravelbikes bis 3.200 Euro getestet. Das Liv Devote Advanced 1 M* konnte dabei den Testsieg einfahren, während das vergleichsweise günstige Stevens Prestige Generation 2* Preis-Leistungssieger wurde.
IMTEST-Favoriten unter den Gravelbikes
Wie gut sich fünf aktuelle Gravelbikes auf unterschiedlichem Terrain behaupten, haben die E-Bike- und Fahrrad-Experten von IMTEST auf ausgedehnten Testfahrten in Stadt und Land überprüft und bewertet. Im Labor des akkreditieren Testunternehmen Qima mussten die Gravelbikes dann im wahrsten Sinne des Wortes an ihre Grenzen gehen. Denn dort standen normierte Bremsenprüfungen an.
- 1. Platz & Testsieger: Liv Devote Advanced 1 M
- 3. Platz & Preis-Leistungssieger: Stevens Prestige Generation 2
- 2. Platz: Canyon Bicycles Grizl CF SL 6 AXS
- 4. Platz: Giant Revolt Advanced 3
- 5. Platz: Rose Bikes Backroad GRX RX 820 1x12
Kurzbeschreibungen der IMTEST-Favoriten
Liv Devote Advanced 1 M: Perfekt geeignet für Radfahrer, die lange Touren mit maximalem Komfort fahren möchten - das ideale Rad für Bikepacking und Langstrecken. Das Liv ermöglicht durch seinen etwas höher gestellten und kompakter nach hinten positionierten Lenker auch sportlich-aufrechtes Biken über unbefestigte Wege. So hat das Devote Advanced beispielsweise solides Abfedern bei Fahrten über Kopfsteinpflaster, sicheres Spurhalten auf Schotterpisten sowie eine angenehme Lenker- und Sitzhaltung im Programm.
Stevens Prestige Generation 2: Optimal für Einsteiger oder Tourenfahrer, die ein robustes und stabiles Gravelbike für lange Strecken oder Bikepacking suchen. Auf ein ausreichendes Maß an Dämpfung muss der Fahrer beim Prestige Generation 2 nicht verzichten, die dicken Schwalbe G-One Bite-Reifen schlucken Unebenheiten gut weg. Das Gravelbike von Stevens bietet eine hohe Laufruhe.
Canyon Bicycles Grizl CF SL 6 AXS: Für sportlich ambitionierte Fahrer, die Wert auf eine präzise Schaltung und hohe Agilität legen. Die Sitzhaltung ist sportlich, aber trotzdem halbwegs aufrecht, der Lenker griffig.
Giant Revolt Advanced 3: Geeignet für Fahrer, die eine bequeme Sitzposition und ein vielseitiges Gravelbike für unterschiedliche Terrains suchen. Das Giant Revolt Advanced 3 bietet neben einer sportlich-aufrechte Sitzposition einen angenehmen, wenn auch etwas harten Sattel und ein leichtes Handling.
Rose Bikes Backroad GRX RX 820 1×12: Sportlich orientierte Fahrer, die schnelle und intensive Fahrten auf Asphalt und Schotter bevorzugen, finden mit dem Rad von Rose einen tollen Begleiter. Wenngleich sich das Backroad auf Asphalt im oberen Bereich des Testfeldes einordnete, ruckelte es gerade auf Kopfsteinpflasterpisten die Fahrenden deutlich durch.
Zusammenfassung der Testergebnisse
Der Testsieger Liv Devote Advanced 1 M wusste in vielen Facetten des Tests zu überzeugen: So konnte es den besten Fahreindruck auf Straßen und im Gelände für sich reklamieren. Dank souveräner und sicherer Kurvenlage, spritzigem Antritt, guter Leistung bei Steigungsfahrten, sehr einfachem Handling sowie sehr angenehmen Sitzkomfort. Die absenkbare Sattelstütze, die man sonst eher aus dem Mountainbike-Bereich kennt, runden die tolle Ausstattung ab. Mit dem 1.200 Euro günstigerem Stevens Prestige Generation 2 bekommen Gravelbike-Einsteiger ein grundsolides Rad für Schotterpisten an Ihre Seite.
Tipps für die Wahl von Fahrradreifen
- Prüfen Sie die Form des Rahmens für das Hinterrad und sehen Sie, wie nah die Vorderradgabel an Ihrem Reifen ist.
- Die maximalen Reifendimensionen werden vom Fahrradhersteller festgelegt.
- Investition in einen weiteren Satz Räder mit einer Felgengröße, die für moderne Cyclocross- oder Gravel-Reifengrößen geeignet ist.
Gravel Bekleidung
Die Bekleidung muss funktionell sein und eine All-Day-Performance ermöglichen. Bequem soll sie auch sein. Gleichzeitig muss sie aber auch robust sein, um vor herumfliegenden Steinchen und herabhängenden Ästen zu schützen. Die Gravel Bekleidung muss also multifunktional sein, besonders wenn man am kühlen Morgen startet und in den warmen Sonnentag hineinfährt und erst bei Dämmerung mit böigem Wind und Nieselregen zurückfährt. Es werden also leistungsfähige Materialien benötigt, die für ein gutes Körperklima sorgen.
Wie auch im Rennradsport ist auch beim Gravelbiken das Layering wichtig, um bei Anstrengungen ein angenehmes Körperklima zu erzeugen. Diese sollte für einen schnellen Abtransport von warmer Luft und Feuchtigkeit sorgen und gleichzeitig kühle Luft zum Körper leiten. Gerade in den kalten Monaten lässt sich das Hinterland besonders gut auf dem Gravelbike erkunden - mit traumhaften Ausblicken und atemberaubenden Impressionen!
Ausrüstung für den Winter
Um sich solche Belohnungen „erarbeiten“ zu können, kommt es natürlich auf das richtige, winterliche Equipment an. Denn sich selbst herausfordern, das geht auch in Herbst und Winter - mit dem richtigen Wetterschutz! Gravel-Bekleidung für den Winter muss eine perfekte Balance zwischen Wärme, Luftaustausch und Abtransport von Schweiß finden. Dazu werden hochelastische Winterlycras mit und ohne Feinfleeceinnenseite verarbeitet. Ähnlich zu den langen Radhosen fürs Rennrad. Hierbei ist aber zu bedenken, dass auch mal vom Gravelbike abgestiegen werden muss um es zu tragen. Dabei sollte der Körper nicht zu schnell auskühlen.
Radhandschuhe für Gravel
Auf unebenen Wegen, auf Schotter, auf unbefestigten Feldwegen muss man das Gravelbike stets fest im Griff haben. Daher sind taktile Radhandschuhe ein absolutes Muss für jeden Gravelbiker. Nicht selten werden auch im Sommer Langfingerhandschuhe für Gravel getragen.
Fahrradbrillen für Gravel
Auch an die Fahrradbrillen stellt das Gravelbiken ganz eigene Anforderungen. Die Gläser sollten groß sein, um ein großflächiges Sichtfeld zu ermöglich und die Augen zu schützen. Eine ununterbrochene Sicht ist auf unübersichtlichem Gelände besonders wichtig. Daher werden hier auch viele Einscheibenbrillen genutzt. Der Rahmen soll zusätzlich aerodynamisch, enganliegend sitzen. Zusätzliche Belüftungsöffnung verhindern das Beschlagen der Scheiben. Die Gläser sollten zudem ein gute Kontrastdarstellung haben, um im Gelände nichts zu übersehen. Durch die kontrastverstärkende Wirkung sind die Gläser für sonnige bis bedeckte Lichtverhältnisse sehr gut geeignet.
Transportmöglichkeiten beim Gravelbike
Wer eine längere Tour plant ist auch mit einem Gravelbike auf der sicheren Seite. Die Rahmengeometrie erlaubt es verschieden Transportmöglichkeiten zu nutzen. Dazu gehören Satteltaschen und Rahmentaschen, in verschiedenen Größen. Aber auch Rucksäcke lassen sich bequem Tragen bei gemütlichen Tagestouren. Darin lassen sich ganz einfach die wichtigen Essentials wie Regen- und Windjacken mit kleinem Packmaß verstauen.
Schuhe für Gravel
Am Fuß darf es etwas grober werden - große Stollen an den Schuhen sind unerlässlich, wenn man das Terrain nicht mehr auf dem Sattel bezwingen kann. Einige Hersteller verstärken zusätzlich die exponierten Stellen durch abriebfeste Aufsätze an den Zehenspitzen. Der klassische Gravel-Schuh ist eine Variante von MTB-Schuhen und deswegen hervorragend für das Gelände geeignet. Dabei bietet ein Gravelschuh den gewohnten Schutz und Flexibilität von MTB-Schuhen, aber legt zusätzlich Wert auf den Tragekomfort auf langen Strecken und bietet eine etwas härtere Sohle. Diese wird zur besseren Kraftübertragen benötigt, insbesondere wenn es um ganze Tagestouren oder Reisen auf dem Gravelbike geht. Zudem kann durch das Klicksystem mehr Stabilität in Schuh und Fahrer:in gebracht werden. Ist man bereits ein geübter Klickpedal-Fahrer kann man die Füße zusätzlich zum Lenken nutzen. Ein Vorteil, welcher der Wendigkeit des Gravelbikes zugutekommt.
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