Rennrad Kleidung Winter: Tipps für Radsportler

Als Radsportler gilt es vor allem, sich gegen die Kälte auf dem Fahrrad zu wappnen, aber gleichzeitig nicht zu viel zu schwitzen - denn nasse Kleidung kühlt extrem schnell aus. Nicht zu viel und nicht zu wenig lautet deshalb die Devise. Weil das Kälteempfinden höchst individuell ist, kommt man ums experimentieren kaum herum. Hier die wichtigsten Tipps für ein angenehmes Klima.

Die Basis: Baselayer

Die erste und vermutlich wichtigste Schicht ist die dies „Untendrunter. Also, auch im Winter ist weniger mehr, mir reicht meist ein Sport-BH und Unterhemd. Durch die körperliche Erwärmung entsteht sonst gleich ein „Schwitzzelt„. Also: Baselayer in einer wärmeren Variante wählen, langen Arm wählen, Turtle-Neck oder Rollkragen.

Seit kurzem liegt bei mir im Kleiderschrank die beheizte Unterwäsche von HeatPerformance. Hört sich zunächst komisch an, ist aber genau das. Lange Unterhose und Langarmshirt mit eingewebten Heizfäden und einem kleinen Akkupäckchen in einem Täschchen der Bekleidung. Die beheizten Zonen sind an den Knien, Hüfte und am Oberkörper in Höhe der Nieren/Bauch und Brust. Der Akku ist flach und wird am Ärml bzw. Hosenbund geschaltet.

Es gibt drei Wärmestufen, auf der niedrigsten (immerhin noch 45 Grad!) soll der Akku 5 Stunden halten. Die Unterwäsche lässt sich natürlich auch bei jeder anderen Aktivität draußen nutzen, vom Spazieren gehen bis zu winterlicher Gartenarbeit, ist der Einsatzbereich vermutlich sehr groß! Nur der Tipp mit „nix drunter“ gilt hier nicht.

Baselayer bilden die Grundlage für weitere Schichten und haben feuchtigkeitstransportierende und temperaturregulierende Eigenschaften. Bereits im Spätsommer oder zu Beginn des Herbstes kann es frischer werden.

Beim Biken im Winter eignet sich Unterwäsche mit Merinowolle sehr gut, denn hier kommt es häufig zu großen Temperaturschwankungen. Auf große Hitze bei einem schweißtreibenden Anstieg folgt schneidende Kälte bei der Abfahrt. Merinowolle spielt bei derartigen Bedingungen ihren großen Vorteil gegenüber Synthetikfasern aus: Das Garn speichert die Wärme und kühlt nicht abrupt durch Kälteeinflüsse aus.

Als Alternative zu Merino ist aber auch die Kunstfaser in Funktionsunterwäsche gut für Winterbiker geeignet. Die Fasern kühlen zwar im Fahrtwind im Einzelfall rascher aus. Trägst Du sie als erste Schicht im Zwiebelprinzip, sorgen die guten Trocknungseigenschaften und der rasche Abtransport von Feuchtigkeit jedoch zuverlässig für ein gutes Trageklima.

Die zweite Lage: Wärmeisolierung

Bei der 2. Lage geht es darum möglichst funktionelle Kleidung zu wählen. Ich schätze eine warme Winter-Rad-Hose mit winddichter Vorderseite, egal ob grade Wind weht oder nicht. Hosen mit Trägern sind die bessere Wahl, da so die Möglichkeit besteht, eine möglichst hoch geschlossene Rückseite zu haben, die zusätzlich warm hält.

In Sachen Oberbekleidung lohnt sich die Investition in eine gute Jacke. Besonders wichtig für mich ist auch hier die Winddichte! Bei Jacken, die nicht winddicht sind, friere ich meist schnell, daher ziehe ich diese im Winter fast gar nicht mehr an. Auch sogenannte Thermotrikots sind mir meist zu kalt, da sie oft nicht winddicht sind.

Kürzlich habe ich für den Blog Cycling Claude das Potenza-Trikot von Castelli getestet. Viele Jacken haben mittlerweile Belüftungsmöglichkeiten unter den Armen und an den Unterarmen, falls es doch mal zu warm wird. Ich schätze einen guten Halsabschluss und dichte Bündchen! Nichts ist nerviger, als kalte Luft am Bündchen!

Die zweite Schicht im Zwiebelprinzip ist hauptsächlich für die Wärmeisolierung zuständig. Zusätzlich werden die Stoffe oft innen angeraut, damit sie mehr Wärme speichern können. Natürlich kommt auch dabei ein entsprechender Anteil an Elastan (Spandex) zum Einsatz, um Trikots und Radhosen elastisch genug zu halten.

Durch den Einsatz winddichter Membrane und Softshell-Materialien an den richtigen Stellen, wie etwa Gore-Tex Infinium Windstopper, kann Dir kalter Fahrtwind beim Biken nichts mehr anhaben. Assos bietet seine Trikots ähnlich wie im Wäschebereich für unterschiedliche Temperaturbereiche an. Vom einfachen, leichten Unterziehtrikot bis zum vollwertigen Wintertrikot reicht die Palette.

Radtrikots für den Winter bestehen häufig aus einer Kombination von winddichtem Material an der Vorderseite und atmungsaktivem Material an der Rückseite. Bei den Radhosen gibt es ebenfalls auf Kälte ausgelegte Konzepte: Spezielle Gewebe wirken isolierend auf Haut und Gelenke und schützen Deinen Körper zuverlässig vor Wind und Auskühlung.

Die dritte Lage: Schutz vor den Elementen

Als dritte Lage empfehle ich eigentlich nicht zu viel. Zum Abschluss benötige ich immer einen Halswärmer, ein buff-Tuch oder ein anderes Microfaserschlauchtuch (gibt´s bestimmt nur auf Deutsch!). Nunja, wenn nasses Wetter vorhergesagt ist, wird es interessant. Zunächst zum Nass von unten. Kurze Regenhose - Hä? Ja, mag sein, dass die Schienbeine nass werden, aber eine kurze Regenhose schützt den Popo und nasse Sitzpolster sind im Winter echt doof (#Blasenentzündung).

Sollte tatsächlich Regen angesagt sein, gehört die Regenhose im Gepäck sein. Die hält nicht nur warm, sondern schützt auch vor kaltem Regen. Natürlich schwitzt man darunter. Also versuche ich die immer nur dann anzuziehen wenn es wirklich regnet und dann zügig wieder aus oder man lässt sie die ganze Fahrt an. Für den Oberkörper bietet sich eine Regenjacke an. Hier gilt gleiches wie für die Hose. Darunter staut sich die Feuchtigkeit, einmal angezogen, besser an lassen. Ob die Jacke mit Kapuze oder ohne ist, ist Geschmackssache, die Kapuze verhindert auf jeden Fall, dass das Wasser in den Nacken läuft.

Die dritte und oberste Schicht der Fahrradbekleidung ist üblicherweise eine wind- und wasserdichte Fahrradjacke für den klassischen Wetterschutz gegen Regen, Schnee, Sturm sowie eine wasserabweisende Hose.

Handschuhe

Für die Hände haben sich wind- und wasserdichte Handschuhe bewährt. Dabei gibt es die klassischen Fingerhandschuhe, oder aber auch als Fäustlinge, da bleiben die Hände wesentlich wärmer. Oder aber in der Zwitter-Variante mit einem Fach für Zeigefinger und Mittelfinger und einem für Ringfinger und kleinem Finger, so sieht man zwar aus wie Mr. Wahlweise kann man unter die Handschuhe noch dünne Layer-Handschuhe drunter ziehen, welche aus Seide haben sich da bei mir bewährt.

Und falls das alles nicht hilft, habe ich kürzlich die beste Erfindung gefunden: Ein Handschuhüberzieher mit 2 Fächern für Zeige- und Mittelfinger und Ring- und kleiner Finger. Sehr dünn, wind- und wasserdicht. Ein bisschen wie geformte Plastiktüte, aber hilft super über jedem Handschuh.

Wie schon oben berichtet, liegt hier neben der beheizten Unterwäsche auch ein Paar beheizte Handschuhe von HeatPerformance bereit. Die Handschuhe verfügen ebenfalls über ein kleines Akkupäckchen am Handgelenk und einen gut erreichbaren An-/Ausschalter. Die Handschuhe selbst sind wind- und wasserdicht, die Heizfäden verlaufen an den Fingerspitzen und Handrücken. Sie werden super schnell warm und sind selbst auf der niedrigsten Stufe noch richtig warm!

Die Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger sind touchscreenfähig und die Bedienung von Smartphone, Radcomputer etc. Sobald ich die Handschuhe einige Stunden auf dem Rad anhatte, folgt hier ein Testupdate! Offbike sind sie Handschuhe jetzt schon mein absoluter Favorit.

Spätestens ab Oktober, wenn die Temperaturen besonders in den Morgen- und Abendstunden bereits empfindlich kalt sind, brauchen Radler Fahrradhandschuhe. Für die Übergangszeit eignen sich Allwetter-Fahrradhandschuhe, zum Beispiel von Castelli. Diese sorgen für einen optimalen Schutz vor Wind und Wetter, bieten aber gleichzeitig noch ausreichend Gefühl für die Bedienung von Schaltung und Bremse.

Füße

Für die Füße wird es etwas komplizierter. Dicke Socken gehen zwar auch, aber irgendwann ist aufgrund der Schuhgröße ja Schluss, sonst wird es im Schuh etwas eng. Wichtig ist zunächst etwaige Belüftungslöcher zuzukleben, sonst zieht es immer im Schuh. Oder man wählt gleich den Winter-Rad-Schuh. Die Winter-Radschuhe sind oft wasserdicht und winddicht. Über den Schuh ziehe ich winddichte Überschuhe, die halten meine Füße meist ganz gut warm!

Natürlich kann man auch beheizbare Einlegesohlen oder Einmal-Wärmepads verwenden.

Anders als beim Laufen sind die Füße beim Fahrradfahren nicht bzw. weniger in Bewegung. Sie kühlen dadurch sehr schnell aus. Der Fahrtwind verstärkt zusätzlich den Einfluss der Kälte. Winterfeste Fahrradschuhe bzw. -stiefel bieten einen verlängerten Schaft, der auch den Knöchelbereich vor Kälte und Feuchtigkeit schützt.

Überschuhe sind besonders im Radbereich etablierte Ausrüstungsteile, um Dich winterfest zu machen. Bei Bedarf werden sie einfach über die gewohnten Fahrradschuhe gezogen, um diese je nach Konstruktion und Funktionalität vor Feuchtigkeit zu schützen und/oder zu isolieren. Besonders bei langen Winter-Ausfahrten mit dem Fahrrad sind gefütterte Überschuhe ein heißer Tipp, der für warme Füße sorgt.

Oft zieht es bei modernen Rennradschuhen aber noch durch Lüftungsöffnungen an der Sohle rein, bzw. isoliert die dünne Sohle kaum.

Kalte Zehen und Füße mag niemand. Im Winter können die schicken dünnen Radsocken gegen wärmere getauscht werden.

Kopf und Hals

Wenigstens eine einfache Rennkappe sollte bei kalten Temperaturen immer unter den Helm auf dem Fahrrad, sie hält die Kopfhaut trocken und bremst den Fahrtwind. Darüber hinaus gibt es Helmmützen für alle Temperaturbereiche - vom dünnen Funktionsmaterial bis zu dickem Neopren. Wer schnell an den Ohren friert, für den sind Mützen mit Ohrenschutz unverzichtbar.

Nunja, wenn nasses Wetter vorhergesagt ist, wird es interessant. Zum Abschluss benötige ich immer einen Halswärmer, ein buff-Tuch oder ein anderes Microfaserschlauchtuch (gibt´s bestimmt nur auf Deutsch!).

Für den Winter eignen sich helle oder kontrastverstärkende Gläser, die meist gelb oder orange eingefärbt sind.

Wenn der Kragen der Jacke nicht hoch genug reicht, sollte der Hals unbedingt zusätzlich vor Fahrtwind auf dem Fahrrad geschützt werden. Simpel und flexibel sind schlauchartige Multifunktionstücher, auch unter dem Markennamen “Buff” bekannt. Sie sind angenehm zu tragen und stören kaum, außerdem lassen sie sich auch über Mund und Nase ziehen oder zum Stirnband oder zur Mütze umfunktionieren. Für richtig kalte Temperaturen gibt es auch Gesichtsmasken, die nur die Augen frei lassen.

Der Mensch verliert über den Kopf die meiste Wärme. Ein dünnes Stirnband oder eine wärmende Fahrradmütze gehören bei der Fahrradbekleidung im Winter deshalb zur Grundausstattung.

Weitere Tipps

Last-but not least und mein Geheimtipp für den kalten Popo ist ein Angora-Nierenwärmer! Den ziehe ich bei niedrigen Temperaturen über meine Hose und unter die Jacke, sodass die Muskeln und der Rücken gut warm bleiben! Wichtig im Winter ist vor allem, dass die Nieren warm bleiben, die liegen ca.

Auch im Winter verlieren Sie durch Schwitzen und die Atmung Wasser beim Radfahren. Nehmen Sie deshalb zu jeder Ausfahrt mit dem Rennrad ausreichend zu trinken mit.

Rennradfahren im Winter kann stärker an die Energiereserven gehen, da Sie mehr Kraft aufwenden müssen, um zum Beispiel gegen den kalten Wind anzufahren.

Gerade im Winter lautet das Motto: Sicherheit zuerst! Beim Fahren in Kurven auf Eis und Schnee ist vorausschauendes Handeln entscheidend: Reduzieren Sie frühzeitig die Geschwindigkeit, fixieren Sie den Kurvenausgang und behalten Sie eine möglichst entspannte Körperhaltung.

Setzen Sie die Vorderradbremse nur vorsichtig ein und verlagern Sie Ihr Gewicht für mehr Stabilität auf das äußere, tiefe Pedal. Nach dem Scheitelpunkt der Kurve bauen Sie kontrolliert Grip auf, indem Sie das Fahrrad mit Armen und Beinen in den Boden drücken.

Zusammenfassung

Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Kleidung kommen Sie und Ihr Rennrad gut durch den Winter. Mit der richtigen Bekleidung kannst Du auch im Winter mit Deinem Fahrrad fahren. Nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in Deiner Freizeit sind winterliche Mountainbike-Touren oder Ausflüge mit dem Gravelbike ein besonderes Erlebnis - vom Trainingseffekt einmal abgesehen. Lass nicht das Wetter für dich entscheiden! richtige Fahrrad Winterbekleidung trägst. dich auch im Winter dein Training durchziehen und die atemberaubende Natur entdecken.

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