Die Fahrradnabe ist eines der wichtigsten Teile am Fahrrad. Bei einer Fehlfunktion läuft das Hinterrad nicht rund oder blockiert sogar. Die Fahrradnabe sitzt in der Mitte des Laufrads.
Bestandteile der Fahrradnabe
Sie besteht grundsätzlich aus drei Bestandteilen: Hauptteil ist das Nabengehäuse, in dem sich die Achse und das Kugellager befinden. Wenn sich das Rad bewegt, drehen sich die Nabenlager um die Achse. Diese ist fest im sogenannten Ausfallende verankert.
Zusammengefasst ist die Fahrradnabe für die Stabilität des Laufrads verantwortlich. Zudem stellt die Nabe eine Verbindung zwischen dem Rad und dem Rahmen her und sorgt dadurch für den Antrieb. Eine Vorderradnabe lässt sich ganz einfach mit einer Nabenbremse oder einem Nabendynamo aufrüsten. Am Hinterrad befindet sich meist eine Rücktrittbremse.
Die Hinterradnabe sticht jedoch mit weiteren Funktionen hervor. Sie ist nicht nur wesentlich breiter als die Fahrradnabe am Vorderrad, sondern kann auch ein Zahnkranzpaket aufnehmen. In diesem Fall wird eine Kettenschaltungsnabe als Hinterachse eingebaut. Es gibt davon zwei Varianten: die Schraubkranznabe oder die Kassettennabe.
Auf den ersten Blick sehen beide Formen für den Laien sehr ähnlich aus. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch den Unterschied. Entweder ist ein Schraubkranzgewinde oder der Freilaufkörper für den Zahnkranz der Kassette verbaut.
Schraubkranznabe vs. Kassettennabe
Doch nicht nur äußerlich unterscheiden sich Schraubkranznabe und Kassettennabe voneinander. Die erste Variante ist mittlerweile schon ein bisschen aus der Mode gekommen. Bei der Kassettennabe sitzt das Lager der Antriebsachse näher am Ausfallende, weil die Nabe fest am aufgeschraubten Freilaufkörper angebracht ist. Im Gegensatz dazu ist die Schraubkranznabe ein fester Bestandteil des Nabenkörpers. Das Nabenlager wird dadurch nach außen verschoben.
Wartung der Fahrradnabe
Du bist auch bei nassem Wetter mit dem Rad unterwegs. Oder bretterst am Wochenende gerne Offroad Pisten hinab. Regen, schlammiger Untergrund oder Streusalz im Winter setzen deinem Drahtesel ordentlich zu. Die regelmäßige Wartung ist wichtig, damit einzelne Komponenten am Fahrrad oder Ersatzteile nicht gleich wieder verschleißen.
Äußere Einflüsse wie das Wetter greifen naturgemäß das Material an und können daher sogar zu Brüchen führen. Unterschätze also keinesfalls dieses Unfallrisiko. Der zweite Grund für die Pflege des Fahrrads ist die langfristige volle Funktionalität. Verschleiß kann diese nach und nach einschränken.
Die Fahrradnabe zählt zu den sensiblen Komponenten am Rad und benötigt deshalb viel Pflege. Leider wird sie oft bei der Durchsicht vergessen, weil ein Ausbau oder Wechsel der Nabe etwas mühsam ist.
Nasses Wetter begünstigt die Rostbildung im Nabenlager. Das führt zu einem schweren Lauf des Rades oder im schlimmsten Fall zu einer Hinterrad Blockierung. Es ist daher empfehlenswert, durch einen Fachmonteur rechtzeitig die Fahrradnabe wechseln zu lassen oder selbst die Nabe auszutauschen.
Grundsätzlich gilt beim Basteln und Schrauben am Fahrrad immer folgende Regel: Sicherheit geht vor! Falsche Ersatzteile, unpassende Werkzeuge oder der fehlerhafte Umgang damit erhöhen das Unfallrisiko.
Anleitung zum Wechseln der Fahrradnabe
Nachfolgend geben wir dir eine schrittweise Anleitung mit an die Hand, damit du eigenständig deine Fahrradnabe wechseln kannst.
- Zuerst überprüfst du die Nabe und den Leichtlauf des Rads. Hat die Nabe einen Spielraum, läuft schwer oder blockiert sie sogar, musst du die Fahrradachse wechseln.
- Dafür baust du erst einmal das Hinterrad aus und das Zahnkranzpaket ab. Hier nutzt du Spezialwerkzeug. Mit der Kettenpeitsche hältst du das Ritzelpaket fest, damit es sich nicht mehr dreht.
- Ein Zahnkranzabnehmer und ein Gabelschlüssel sind nötig, um den Verschlussring gegen den Uhrzeigersinn zu lösen. Mit der Kettenpeitsche drückst du gleichzeitig in die entgegengesetzte Richtung. Das Zahnkranzpaket legst du für einige Zeit in ein Lösungsmittelbad und befreist es so von Verkrustungen.
- Im zweiten Schritt löst du die Bremsscheibe mit einem 25er Torx-Schlüssel. Fahrradnaben von Shimano haben oft ein sogenanntes Centerlock. Das ist ein Verschlussring, der Nabe und Bremsscheibe miteinander verbindet. Zum Öffnen am Hinterrad nimmst du am besten ein Kassetten-Werkzeug. Für eine Vorderachse mit Centerlock-System eignet sich dagegen ein Tretlagerschlüssel.
- Im dritten Schritt baust du den Freilauf aus. Auch hierfür greifst du auf den 25er Torx-Schlüssel oder einen Inbusschlüssel zurück. Gehe bei der Demontage sehr behutsam vor, denn je nach System können Teile herausfallen. Auch der Freilauf sollte nicht auf dem Boden aufschlagen.
- Anschließend nimmst du die Nabenachse heraus. Dabei kommt es darauf an, welche Art von Fahrradachse an deinem Rad verbaut ist.
- Hast du bis hierhin alle Einzelteile ausgebaut, reinigst du das Nabengehäuse mit einem Lappen. Zum Schutz vor erneuten Wettereinflüssen schmierst du es mit einem speziellen Fett ein.
- Bei einem Wechsel der Fahrradachse tauscht du auch das Nabengehäuse aus. Das klappt bei den meisten Fahrradnaben mit einem Meißel. Diesen setzt du von innen auf den Nabenkörper und schlägst vorsichtig mit einem kleinen Hammer dagegen. Meist fällt das Gehäuse schon nach wenigen Schlägen aus der Fahrradachse.
- Die neue Fahrradnabe kannst du nun direkt wieder einsetzen.
Dinge, die vor dem Neukauf zu beachten sind
Wenn du dir zutraust, allein die Fahrradnabe zu tauschen, beachte vor dem Neukauf ein paar Dinge. Erkundige dich zuerst über die Einbaubreite. Sie unterscheidet sich davon, ob die Nabe am Vorderrad oder Hinterrad sitzt. Auch deine Gangschaltung spielt eine Rolle. Die Fahrradnabe ist ebenso abhängig vom Fahrradtyp. Ein Downhill Mountainbike hat beispielsweise breitere Fahrradachsen als ein Rennrad. Das erkennst du auch an der Reifenbreite.
Austausch von Rillenkugellagern
Manche Komponenten überleben sogar ganze Fahrradupgrades: meine 3T Discus Team 35 Carbon-Laufräder sind ein Beispiel dafür. Sie haben sofort nach dem Kauf meines Cannondale SuperSix dessen Aluminium-Laufräder ersetzt. Das funktionierte dank der Entkappen-Lösung ohne größere Probleme.
Beim Umbau der Endkappen checkt man beinahe schon automatisch den Leichtlauf der Rillenkugellager in der Nabe. Leider musste ich feststellen, dass am Vorderrad einseitig das Lager rau läuft und somit ersetzt werden sollte. Es galt also das entsprechende Ersatzlager aufzutreiben.
Mein erster Gedanke dabei war, den 3T Support anzuschreiben bzw. deren Webshop zu durchsuchen. Nach rund 10 Tage bekam ich auch Antwort - und zwar, dass der Lagersatz 99,- kosten würde. Ich beschloss meinen Messchieber zu aktivieren und die eingebauten Lager zu vermessen: 18x30x7 mm mit doppelseitigen Dichtungen. 18307 2RS steht auf der Dichtung als Kennzeichnung.
Und siehe da: solche Kugellager gibt es ab 5,- im Netz zu kaufen. Klar kann man da noch was drauflegen für hohe Präzision der Kugeln (ABEC 1 bis ABEC 11) oder Kugeln aus Si3N4 Silizium-Nitrid (Keramik). Dann ist allerdings immer noch mit rund 15,- Euro zu rechnen und kaum mehr.
Die Montage geht einfach von der Hand, vor allem wenn man ein Lager-Einpresswerkzeug besitzt. Ich habe das Tretlagerwerkzeug mit dem 30 mm Ansatz verwendet, um den Außenring richtig anzusetzen und einzupressen. Die alten Lager werden einfach mit einer langen Welle, Schraube oder Schlüssel ausgeschlagen.
Oftmals lohnt sich ein wenig Recherche. Natürlich muss ein Hersteller Aufschläge für Ersatzteile verrechnen. Ob die neuen Lager nun dem Standard der alten original verbauten gleichen wird man sehen. Meine Bastlerseele freut sich ohnehin über Aufträge sollte wieder einmal ein Tausch notwendig werden.
Zusätzliche Tipps und Informationen
- Schnellspanner oder Steckachse üben Druck auf die Lager aus und verringern das Lagerspiel. Kontrollieren Sie das Spiel deshalb immer bei montierten Laufrädern, justieren Sie bei Bedarf nach.
- Ein weiches, sauberes Tuch verhindert beim Arbeiten mit Lagern, dass herunterfallende Kleinstteile wie Kugeln verschwinden.
- Rillenkugellager sind nach DIN standardisiert und günstig im Maschinenhandel erhältlich (z.B. von SKF, FAG). Die Bezeichnung steht auf der Dichtung; Sie können die Lager auch ausmessen. Achten Sie auf doppelt gedichtete Lager (Zusatz “2RS”) und gute Qualität: teurere halten meist länger.
Lagerpflege
Nicht nur Kette, Schaltung und Bremsen benötigen beim Fahrrad regelmäßig Pflege, sondern auch die Kugellager in den Laufradnaben, im Tretlager, in den Pedalen und in der Lenkung. Was dabei alles zu beachten ist und wie du beim Zerlegen, Reinigen, Fetten, Montieren und Einstellen vorgehst, beschreiben wir in diesem Artikel.
Konuslager
Konuslager bestehen aus einer äußeren Lagerschale, den Kugeln und einem sogenannten Konus, der per Gewinde von der Drehachse aufgenommen wird und die innere Lauffläche für die Kugeln bereitstellt. Dabei wird das Lagerspiel über das Gewinde eingestellt. Fixiert wird der Konus auf der Achse per Kontermutter.
Je nach verbauter Gruppe (bei Shimano z. B. Alivio, LX, XT, usw.) triffst du auf unterschiedliche Qualität bei den Konuslagern. Bei einer XT-Nabe ist die Lauffläche am Konus geschliffen, bei den Einsteiger-Gruppen dagegen ist die Lauffläche lediglich geschmiedet. Das wirkt sich natürlich auf die Laufeigenschaften und den Rollwiderstand aus. Auch die Gewinde-tragenden Teile können Qualitäts-Unterschiede aufweisen. Und damit wird das Einstellen des Kugellagers mehr oder weniger mühsam.
Industrielager
Genormte Industrielager werden in großen Stückzahlen hergestellt und kommen in allen Bereichen der Industrie, im Maschinenbau, Fahrzeugbau und eben auch beim Fahrrad zum Einsatz. Hier beschränkt sich die Wartung auf Reinigung und Fetten von außen, denn diese Industrielager lassen sich nicht zerlegen. Sind sie verschlissen, werden sie als Ganzes ausgetauscht. Das ist nicht tragisch, denn in der Regel sind diese Lager als Katalogware sehr preiswert (wenige Euro). Dagegen können Aus- und Einbau recht anstrengend werden, denn solche Lager werden nicht selten eingepresst (Presspassung oder Übergangspassung). Es erfordert dann einen passenden Abzieher oder viel Improvisation.
Umgang mit Belastung und Verschleiß
Die meisten Kugellager am Fahrrad sind schlecht oder gar nicht vor den äußeren Einflüssen geschützt. Zudem werden sie mehr oder weniger stark belastet. Die wesentlichen Faktoren auf den Verschleiß:
- Laufleistung und Drehzahl
- Belastung durch Gewicht (Fahrer und Gepäck)
- Untergrundbeschaffenheit (Schläge, Stöße, Vibration)
- Bewitterung (Regen, Kälte, Streusalz, Hitze)
- Schmutz und Staub
- falsches Lagerspiel (zu fest, zu lose)
- Qualität der Dichtungssysteme (Abdeckungen, Labyrinthdichtungen,…)
Konuslager zerlegen, reparieren und austauschen
Konuslager lassen sich mit den passenden Konusschlüsseln zerlegen. Dabei werden aber lediglich auf einer Seite (links oder rechts) Kontermutter und Konus gelöst, denn danach lässt sich die Achse zur anderen Seite aus dem Zusammenbau herausziehen. Du schraubst also nie an beiden Seiten einer Konuslagerung herum.
Konuslager montieren
Für die Montage fettest du auf beiden Seiten die Außenschalen der Kugellager, legst die Kugeln ins Fettbett, fettest auch die Laufflächen auf den Konen (und nur die), steckst die Achse durch die Radnabe und schraubst Konus und Kontermutter wieder auf die Achse. Als Lagerfett empfehlen wir Castrol LMX, nach unserer Einschätzung (und da sind wir nicht alleine) das beste Wälzlagerfett für die Kugellager am Fahrrad.
Konuslager einstellen
Die beste Wartung nützt beim Konuslager nichts, wenn das Lager am Ende nicht perfekt eingestellt wird. Im Idealfall haben die Kugeln im Konuslager kein Spiel, werden aber auch nicht gepresst. Diese Situation herzustellen, ist nicht einfach und erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
Konuslager in den Laufradnaben einstellen
Grob stellst du die Radlager über Konus und Kontermutter an einer Seite der Achse ein. Die Achse zentriert sich dabei selber und sorgt in beiden Lagern (links und rechts) für die gleichen Lauf-Verhältnisse. Halte bei dieser Einstellung ein minimales Spiel vor und ziehe die Kontermutter fest an.
Die Feineinstellung des Lagerspiels erfolgt danach über die Schnellspannachse im eingebauten Zustand. Das Radlager ist perfekt eingestellt, wenn das Laufrad seitlich kein Spiel mehr hat (Test durch Kippeln am Laufrad) und sich nach dem Ausrollen selbständig wieder in die andere Richtung bewegt. Erreichst du diese Einstellung nicht, musst du das Laufrad wieder aus dem Rahmen entnehmen und die Einstellung an Konus und Kontermutter entsprechend verändern.
Konuslager im Steuersatz einstellen
Die Kugellager im Steuersatz werden nicht großartig mit Rotation in hoher Geschwindigkeit beaufschlagt, sondern müssen lediglich die relativ geringen Lenkbewegungen ertragen. Dafür werden beide Lager aber an einer einzigen Stelle extrem intensiv mit Schlägen und stoßartigen Belastungen konfrontiert. Nämlich genau auf Lenkerstellung 0 ° (geradeaus). Das führt im Laufe der Zeit zu einer Art Rattermarke auf der Lauffläche, wenn der Steuersatz nicht perfekt eingestellt ist (weil die Kräfte dann nicht mehr auf alle Kugeln gleichmäßig verteilt werden).
Führe die im Folgenden beschriebene Prüfung also ruhig häufiger durch: Du prüfst durch Vor- und Zurück-Wippen mit quergestelltem Vorderrad, ob die Lager spielfrei fixiert sind (eine Hand fühlt dabei auf der oberen Lagerschale, ob sich im Lager etwas bewegt). Auf zu starke Pressung prüfst du, indem du den Lenker zu beiden Seiten pendeln lässt, während du das Vorderrad in der Luft hältst. Wird der Lenker im Schwung abgebremst, ist der Steuersatz zu stramm eingestellt. Kontrolliere dabei, ob die Drehbewegung nicht versehentlich durch die Bowdenzughüllen abgebremst wird.
Ahead-Steuersatz einstellen
Die Einstellung des Lagerspiels erfolgt über die stirnseitig bedienbare Spannschraube (Inbusschlüssel). Dadurch wird der Gabelschaft axial gegen das Steuerrohr bewegt.
Beide oben beschriebenen Prüfschritte funktionieren nur mit fest fixiertem Vorbau. Doch für Veränderungen am Lagerspiel über die Spannschraube muss die Verbindung zwischen Vorbau und Gabelschaft gelöst werden (die zwei Schrauben oben im Bild). Du musst dich beim Ahead-Steuersatz also in mehreren Schritten an die perfekte Einstellung herantasten: Vorbau lösen, Lager einstellen, Vorbau festziehen, Prüfen und ggf. alles wiederholen.
Gewindesteuersatz einstellen
Für den Gewindesteuersatz benötigst du zwei Gabelschlüssel mit 30, 32, 36 oder 40 mm Schlüsselweite (je nach Variante), die aber beide nicht zu dick sein dürfen, weil Konusmutter und Kontermutter recht flach gehalten sind. Zudem sind diese beiden Schlüssel auch nicht gerade klein (ca. 30 cm Länge), weil das erforderliche Drehmoment beim Festziehen halt nur über die Länge des Hebels aufgebracht werden kann.
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