Rennrad Laufradsatz Shimano Test: Die Suche nach dem optimalen Laufrad

Carbon- und Aerolaufräder sind der Upgrade-Traum vieler Roadies. Es stellt sich jedoch die Frage, was nach Abzug der Marketingversprechen übrig bleibt.

Der Laufrad-Test: Ein umfassender Vergleich

Im Laufrad-Test sind alle großen und wichtigen Hersteller vertreten. Von Carbon-Pionieren wie Lightweight über absolute Klassiker wie Mavic und DT Swiss bis hin zu etablierten Hausmarken der großen Bike-Hersteller und den neuesten Playern in der Laufradwelt.

Treu dem GRAN FONDO Motto haben wir die begehrtesten und vielversprechendsten sowie Mythen-umrankte Laufräder am Start. Bei uns messen sich Weightweenie-Träume mit Performance-Monstern, 60-mm-Aero-Felgen mit Allround-Endurance-Laufrädern und Allrounder mit Spezialisten.

Wir vereinen die begehrtesten und bekanntesten Laufräder mit Performance-Anspruch. Die Compliance der Räder entscheidet viel über den tatsächlichen Einsatzbereich.

Testbedingungen und -methoden

Um die Unterschiede im Handling und Fahrgefühl bestimmen zu können, haben wir unter einer Vielzahl an Bedingungen getestet, waren in Südschweden auf der Suche nach den windigsten Crosswind-Passagen, haben in der Provence den Mont Ventoux erklommen und um unser Office herum den heimischen Schwarzwald unsicher gemacht. Im Back-to-back-Testing haben wir innerhalb kurzer Zeit alle Laufräder mit gleicher Bereifung, auf gleicher Strecke und mit vergleichbaren Wetterbedingungen getestet.

Dabei waren alle Laufräder mit Contis GP5000 S TR in 28C und tubeless ausgestattet. Ein aktuelles Canyon Ultimate CFR dient uns als Benchmark für moderne Racebikes. Alle Laufräder wurden mit Continental GP 5000 S TR Reifen in 28 mm Breite und Schläuchen für einen schnelleren Umbau getestet. Der Reifendruck im Test lag bei 5 bar.

Aerodynamik im Fokus

Wir waren mit den Laufrädern in Deutschlands neuestem radsport-spezifischen Windkanal. THE AEROW aus Bad Wörishofen und die Spezialisten von HYCYS haben sich ganz dem Sport verschrieben und standen uns für den Test zur Seite. Getestet wurden dabei alle Laufräder im Bike bei 45 km/h Windgeschwindigkeit und mit angetriebenen Rädern.

Der Wert der aerodynamischen Belastung, hier angegeben mit Cx*A (aus dem Englischen als CdA-Wert bekannt), gibt an, wie viel Luftwiderstand ein Objekt hat. In unserem Fall bezieht sich dieser Wert auf das Gesamtsystem Fahrrad. Da das Canyon Ultimate CFR, in dem die Laufräder verbaut werden, jedes Mal dasselbe ist, vergleichen wir lediglich die Unterschiede zwischen den Laufrädern.

Beide Werte stellen über die gemessenen Gierwinkel gemittelt eine Vergleichbarkeit zwischen den Laufrädern dar. Außerdem ist der Gierwinkel, aus dem Englischen als Yaw Angle bekannter Anströmwinkel, relevant. Dieser bezeichnet den Winkel, aus dem der Luftstrom auf das zu messende Objekt trifft, in unserem Fall das Bike mit den Testlaufrädern.

Für unseren Test messen wir zwischen +/- 20°, mit Messpunkten alle 2,5°. Dadurch ergibt sich ein Verlauf der Aero-Leistung über die gemessenen Winkel hinweg. Zum Vergleich hatten wir ein Einsteiger-Alu-Laufrad im Windkanal, und im Schnitt lagen die Performance-Laufräder über 12 Watt weiter vorn.

Räder mit geringer Felgentiefe wie Mavic und Lightweight schneiden tendenziell am schlechtesten ab. Roval und Reserve setzen an Front und Heck auf verschieden profilierte Felgen mit unterschiedlicher Tiefe. Dabei ist der Gedanke, die Anfälligkeit für Seitenwind an der sensiblen Front zu minimieren und mit einem tiefen Hinterrad für gesteigerte Effizienz und einen höheren Segeleffekt zu sorgen.

Eine weitere Überraschung ist die sehr gute Performance der Bontrager Aeolus RSL 51 TLR. Vermutlich erkauft sich das Bontrager-Entwicklungsteam durch eine vergleichsweise schmale Felge und eine daraus resultierende kleinere Stirnfläche, also durch schmalere Felgen und Reifen, viel Performance bei niedrigen Gierwinkeln.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Der Laufrad-Testsieger Syncros Capital SL Aero kann auf ganzer Linie überzeugen. Als modernstes Laufrad mit One-Piece-Konstruktion, innovativen Aero-Reifen und 60 mm Felgen erfüllt es sämtliche Punkte auf unserer Wunschliste mit Bravour. Dazu kommen das geringe Gewicht und ein perfekt ausbalanciertes Fahrgefühl.

Die Reserve 52|63-Laufräder sind die unangefochtenen Sieger der Herzen. Mit klassischer behakter Felgenkonstruktion, überraschend starker Aero-Performance und einem vielseitigen Fahrgefühl bestechen die Räder durch verlässliche und ausgewogene Leistung in fast jeder Situation. Auch das Gewicht von 1.455 g ist für Räder mit solch hohen Felgentiefen auf einem sehr guten Niveau.

Dank der extrem steifen und leichten Bauweise machen die Räder besonders am Berg absolut Spaß. Kein anderes Laufrad kann da mithalten. Oder das DT Swiss ERC 1100, ein unglaublich ausgeglichenes Laufrad ohne Zicken oder unerwartetem Verhalten. In jeder Situation machen die Räder exakt was man will und braucht.

Weitere Testberichte und Vergleiche

Im RoadBIKE-Test wurden 9 Rennrad-Laufräder um 600 Euro getestet. RoadBIKE hat 9 Modelle zu Preisen um 600 Euro getestet, um herauszufinden, wie viel Tuningpotenzial in Laufradsätzen der Mittelklasse steckt.

Mittelklasse-Laufräder zu Preisen zwischen 442 und 680 Euro steigern die Performance gerade solcher Rennräder meist spürbar - auf der Waage und, viel wichtiger, auf der Straße.

Gewichtige Messung

Das Gewicht zählt zu den wesentlichen Parametern, über die sich ein Laufrad definiert. Für Allround-Sätze wie die hier getestete Gruppe gilt: Je leichter, desto besser. Geringes Laufradgewicht macht sich bei jedem Antritt aus dem Stand oder beim Beschleunigen aus geringer Geschwindigkeit positiv bemerkbar - beispielsweise in engen Kurven oder an steilen Rampen.

Während Mavics Aksium, ein sehr häufig verbautes Einsteiger-Modell, das auch in hochwertigen Rädern zwischen 2500 und 3000 Euro zu finden ist, rund 1750 Gramm wiegt, kommt das aktuell getestete Mavic Ksyrium Elite S auf 1563 Gramm. Einsparung: satte 186 Gramm. Im Vergleich zu den leichtesten Sätzen im Test, die zwischen 1402 und 1457 Gramm auf die Waage bringen, ergibt sich ein Unterschied von rund 300 bis 350 Gramm zum Einsteiger-Modell.

Wirkungsvoller Widerstand?

Geringes Gewicht ist zwar wichtig, doch die Performance eines Rennrades beeinflusst ein leichtes Laufrad nur dann positiv, wenn auch die Steifigkeiten überzeugen. Gibt ein Hinterrad unter Last, wie etwa im Wiegetritt, seitlich nach, wirkt sich das negativ auf die Kraftübertragung aus und wiegt den Gewichtsvorteil unter Umständen auf. Ist das Vorderrad zu nachgiebig, leidet die Lenkpräzision.

Der RoadBIKE-Test prüft deshalb, wie gut die Laufräder seitlicher Krafteinwirkung widerstehen. Das Ergebnis (in Newtonmeter pro Grad, kurz: Nm/°) sagt aus, wie viel Newtonmeter nötig sind, um das Laufrad um 1 Grad auszulenken. Je höher dieser Wert ausfällt, desto steifer ist das Laufrad - und desto besser seine Performance.

Umfangreiche Testreihen, bei denen verschiedene Laborwerte mit den Praxiseindrücken erfahrener Tester abgeglichen wurden, haben ergeben, dass Werte oberhalb von 70 Nm/° auch für Fahrer mit 80 Kilo Körpergewicht und mehr ausreichen. Die gute Nachricht im aktuellen Test: Bis auf eine einzige Ausnahme liegen alle Laufräder im grünen Bereich.

Tolles VerhältnisFazit dieser Messung: Im Gegensatz zum Gewicht, wo sich in höheren Preislagen noch Vorteile erzielen lassen, ist bei den Steifigkeiten bereits in dieser Preisklasse ein Level erreicht, das keinen Anlass zu Kritik bietet.

Aero-Laufräder im Test

Aero-Laufräder machen schneller - dies ist ein Fakt. Letztlich geht es den meisten Radsportlern darum, bei den Laufrädern einen möglichst optimalen Kompromiss aus Aero-Vorteilen und einem in der Relation dazu niedrigen Gewicht und einer geringen Seitenwindanfälligkeit zu finden.

Die „goldene Mitte“ bilden hier in der Regel die Varianten mit Felgenhöhen zwischen 45 und 55 Millimetern. In diesem Aero-Laufräder-Test fokussierten wir uns deshalb auf Modelle mit Felgenhöhen zwischen 55 und 65 Millimetern. Die Preisrange: von 899 bis 2700 Euro. Alle getesteten Laufräder sind mit Carbonfelgen aufgebaut und für Scheibenbremsen ausgelegt.

Die Messungen im Windkanal

Die Aerodynamik-Messungen nahmen wir im GST-Windkanal in Friedrichshafen vor. Die beiden Parameter, die im Mittelpunkt standen: Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit. Deshalb verglichen wir die Test-Modelle auch mit einem „normalen“ Referenzlaufradsatz: den DT Swiss E 1800 Spline mit 23 Millimeter hohen Alufelgen und einem Gewicht von 1697 Gramm.

Diese Laufräder sind häufig in Rennrädern im mittleren Preissegment um 3000 Euro verbaut. Der Fahrer nahm dabei die Position „Unterarme gestreckt im Unterlenker“ ein. Bei allen Windkanal-Tests nutzten wir einen 25 Millimeter breiten Continental-GP-5000-Reifen.

Bei der alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus - das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. Somit ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen, was auch den üblichen Testverfahren entspricht.

Die Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde durchgeführt, wobei die Räder mit der gleichen Geschwindigkeit durch eine Walze angetrieben wurden, um realistische Verhältnisse zu erhalten. Damit auch Seitenwindverhältnisse beurteilt werden können, dreht sich der Prüfstand während der Messung von plus nach minus 20 Grad.

Die 11,5 Watt wurden von dem „Aero-Sieger“-Modell dieses Tests erzielt, den Swiss Side Hadron² Ultimate 625 Disc. Da der Leistungsbedarf in dritter Potenz mit der Geschwindigkeit zunimmt, halbiert sich bei 35 km/h der Leistungsbedarf gegenüber 45 km/h ungefähr.

Seitenwind-Empfindlichkeit

Mit der Höhe der Felgen nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit zu - auch dies kann gemessen werden. Die GST-Auswertung weist hier noch einen „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder aus: Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten.

In der Grafik „Lenkmomentbeiwert“ ist deutlich zu sehen, dass die höheren Felgen empfindlicher auf Seitenwind reagieren. Ein wichtiges Ergebnis: Die 65-Mililimeter-Modelle weisen gegenüber den flacheren Felgen mit 50 bis 55 Millimetern Höhe einen rund doppelt so großen Lenkmomentbeiwert auf, was auf der Straße bei böigem Seitenwind sehr deutlich spürbar und bei Stürmen teils kaum noch beherrschbar ist.

Gewicht und Seitensteifigkeit

Leichte Laufräder beschleunigen besser und haben bei höhenmeterreichen Touren und Radmarathons Vorteile. Das Gewicht aller Laufräder wurde einschließlich der aufgezogenen Felgenbänder ermittelt - dies erklärt teilweise die Differenzen zu den Herstellerangaben.

Testsieger beim Gewicht wurden die Aero-Laufräder von Newmen mit 1429 Gramm - gefolgt von den Engage-, 1487, und den Specialized-Roval-Modellen, 1503 Gramm. Die Lösung ist plausibel und smart zugleich: In beiden Laufrädern befinden sich jeweils 21 Carbon-Speichen. Newmen spricht in diesem Zusammenhang von 140 Gramm Gewichtsersparnis.

Wir belasteten die Laufräder seitlich mit einem Gewicht von fünf Kilogramm beziehungsweise 50 Newton, maßen dabei die Nachgiebigkeit ergo Elastizität der Felge und verrechneten dies zur Seitensteifigkeit. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute Werte darüber. Bis 40 Newton pro Millimeter gilt: je mehr, desto besser.

Gravel-Laufräder im Windkanal

Wir haben zehn verschiedene Laufradsätze im Labor und in der Praxis getestet. Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht. Wir wollten wissen: Machen hohe Felgen auch Gravel-Bikes klar schneller?

Es kann sich aus mehreren Gründen lohnen, ein serienmäßig ausgestattetes Gravel-Bike mit einem neuen Laufradsatz auszurüsten und in den meisten Fällen aufzuwerten.

Die Messungen im Detail

Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Bei einer alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus, das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht.

Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt. Während der Messungen dreht sich der Prüfstand von plus nach minus 20 Grad - damit fließen auch Seitenwindverhältnisse, wie sie in der Realität vorkommen, in das Gesamtergebnis ein.

Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt.

Grundsätzlich erzeugen breitere Reifen einen höheren Luftwiderstand, da sie dem Wind eine größere Anströmfläche bieten. Ursprünglich wurde der GST-Windkanal entwickelt, um Flugobjekte und Tragflügel zu messen.

Seitenwind und Dreh-Lenkmoment

Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Die GST-Software kann somit auch einen einheitenfreien „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder ausweisen. Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten.

Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen.

Gewicht und Seitensteifigkeit

Weiter nehmen die Laufräder beim Beschleunigen eine Sonderstellung ein, da sie zwei Mal beschleunigt werden müssen: Erstens in die Vorwärtsbewegung des Systems aus Rennrad und Fahrer. Zweitens als Beschleunigung bei der Drehbewegung des Laufrades selbst.

Wir belasteten die Felgen im Labor je seitlich mit einem Fünf-Kilogramm-Gewicht - dies entspricht rund 50 Newton. Wir nahmen die Nachgiebigkeit beziehungsweise Elastizität mit einer mechanischen Messuhr auf und verrechneten die Werte zur Seitensteifigkeit.

Mit der Anzahl der Speichen und deren Spannung steigt die Seitensteifigkeit. Insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker ist sie von größter Wichtigkeit. Auch das maximal zugelassene Gewicht ist für schwere Fahrer und Bikepacker ein zentraler Punkt.

Günstige Rennrad-Laufräder im Test

Kopfsteinpflaster, kaputter Asphalt, Schotterstraßen, Waldwege: Für viele Rennradfahrerinnen und -fahrer ist es neuerdings eine Wonne, über scheinbar ungeeigneten Untergrund zu poltern.

Breite Felgen als Alleskönner

Wer sich an den Empfehlungen der Reifenhersteller zur passenden Felgenbreite orientiert, landet mit diesem Anspruch bei gut 20 Millimetern Innenmaß. Auch wer am Gravelbike je nach Einsatz oder Saison zwischen Straßen- und Geländereifen wechseln will, findet hierin den idealen Kompromiss.

Denn darauf passen schnelle 28-Millimeter-Straßenreifen ohne Einschränkungen, und auch für einen 50er-Stollenreifen ist das nicht zu schmal. TOUR hat den Markt abgesucht nach passenden und preiswerten Laufrädern um 500 Euro.

Tubeless-taugliche Rennrad-Laufräder

Die Laufräder im Testfeld sind allesamt Tubeless-tauglich und auch fürs Gelände ausgelegt - so zumindest das Versprechen der Hersteller. Die Innenbreite der Felgen liegt mit einer Ausnahme bei 22 Millimetern; nur Fulcrum stellt ein Straßen-Laufrad mit 19 Millimeter Innenmaß, weil das Gravel-Pendant mit 24 Millimeter für unseren Anspruch grenzwertig breit ausfällt.

Flache Alu-Felgen und meist 24 klassische Messer-Stahlspeichen prägen das Bild; nur Fulcrum und Leeze kommen mit je drei Speichen weniger aus. So vergleichbar die Konzepte, so ähnlich Gewichte - mit wenigen Ausnahmen. Überraschend leicht ist das Leeze, das etwa 200 Gramm pro Satz gegenüber dem Durchschnitt und gar 400 Gramm gegenüber dem schwersten Modell von Ritchey spart.

Steifigkeit und Stabilität

Schaut man sich die anderen mechanischen Werte an, wird aber klar, dass auch das ein Kompromiss ist; die Laufräder sind nicht sehr seitensteif, für schwere Fahrer daher nicht zu empfehlen. Umgekehrt können die schwersten Laufräder hier punkten: Die relativ schweren Räder von Mavic und Ritchey erweisen sich als die stabilsten.

Den besten Kompromiss aus beiden Disziplinen schafft DT Swiss. Auch die Rundlaufmessung nach dem Überlastversuch zeigt, dass die Schweizer Spezialisten ihr Handwerk verstehen. Es wird damit knapper, aber verdienter Testsieger vor dem ausgewogenen Aerycs und dem robusten Ritchey.

Aero-Rennrad-Laufräder im TOUR-Test

Hohe Carbonfelgen sind so was wie die Segel des Rennrads. Wer im Wettkampf weitere wertvolle Sekunden herausholen will, kommt an Aero-Laufrädern mit hohen Felgen nicht vorbei. Außerdem verändern sie mächtig die Optik des Renners - selbst ein unauffälliger Rahmen wird, derart bereift, zum Hingucker.

Wir wollen jetzt wissen, wie viel schneller die Besten der Besten sind. Eingeladen haben wir sechs Marken, die im zurückliegenden Jahr neue Konstruktionen präsentiert haben. Deren Felgen sind zwischen 55 und 62 Millimeter hoch.

Mehr Komfort und mehr Tempo

Auffällig ist, dass die Felgen im Vergleich zu ihren Vorgängermodellen nochmals breiter geworden sind. Außen messen die Felgenringe nun bis zu 33 Millimeter, die Felgeninnenweiten sind bis auf knapp 24 Millimeter gewachsen (Zipp). Passende Reifen sollten mindestens 25 Millimeter breit sein, aber auch 28 oder 30 Millimeter breite Pneus finden super Anschluss auf diesen Felgen.

Denn die Felge sollte aus aerodynamischen Gründen idealerweise etwas breiter sein als der montierte Reifen. Breitere Felgen erhöhen wiederum den Spielraum, die Reifen mit weniger Druck zu fahren und so die Fahrdynamik zu verbessern.

Breit - und aerodynamisch?

Alle Felgen sind tubeless-ready, mit Dichtmittel also auch ohne Schlauch fahrbar. Da Tubeless-Reifen sich mit niedrigerem Druck fahren lassen und dabei immer noch sehr durchschlagsicher sind, sind sie angesichts der immer breiter werdenden Felgen die logische Wahl.

Was bedeutet die wachsende Felgenbreite nun für den Luftwiderstand des Laufrads? Getestet haben wir die Aerodynamik im GST-Windkanal, wie immer mit unserem tretenden Dummy als Fahrer. Das Ergebnis: Trotz breiterer Felgen messen wir für die neuen Räder einen Tick weniger Luftwiderstand.

DT Swiss landet ganz vorne mit dem Modell ARC 1100 Dicut 62, aber die Spitze ist so dicht beisammen, dass Shimano und Bontrager im Rahmen der Messgenauigkeit gleichauf liegen. Vision und Zipp folgen mit einem guten Watt Abstand und Campagnolo, das „langsamste“ Rad im Test, liegt zwei Watt hinter DT Swiss.

Handling und Seitenwindstabilität

Markanter sind die Fortschritte und Unterschiede im Handling: Die neuen Felgenprofile vereinen Tempo besser mit guter Seitenwindstabilität, Böen zerren weniger am Vorderrad. Am besten gelingt die Abstimmung Bontrager. DT Swiss, Shimano und Zipp haben ihre Profile im Hinblick auf die Windstabilität auch verbessert und liegen im Mittelfeld.

Auch die Besten der hohen Felgen reagieren stärker auf Böen als flache Felgen. Die hohen Felgen bringen erst bei kräftigem Wind ein relevantes Plus.

Fazit und Empfehlungen

In Aufbau und Mechanik sind die Unterschiede zwischen den Rädern im Testfeld gering. Beim Gewicht setzt sich Zipp jedoch sehr deutlich vom Rest des Feldes ab: 1.380 Gramm sind eine Ansage bei 55 Millimetern Felgenhöhe.

In der Gesamtwertung setzt sich Bontrager in diesem Test mit sehr gut abgestimmter Aerodynamik knapp durch und holt sich den Testsieg in der 60-Millimeter-Klasse.

Shimano Ultegra C36 Carbon-Laufradsatz im Test

Mit dem Ultegra C36-Laufradsatz folgt Fahrradgigant Shimano dem bewährten Trickle-Down-Prinzip: Produktinnovationen der teureren Dura-Ace-Geschwister zum günstigeren Ultegra-Preis.

Eckdaten und Features

Der Shimano Ultegra C36-Laufradsatz ist ein leichter, aerodynamisch-optimierter Allrounder für Rennräder. Eckdaten zum Laufradsatz: leistungsstarker Allrounder Gewicht: 1.488 g (Satz, VR 12x100 + HR 12x142, Herstellerangabe) Tubeless-kompatibel für Elf- und Zwölffach-Antriebe 21 mm breite (Maulweite) Carbonfelge: Empfohlene Reifendimension 25-622 bis 32-622 36 mm Felgenhöhe, aerodynamisches Profil E-Thru-Steckachse jeweils 24 Straightpull-Speichen, Hinterrad mit 2:1-Einspeichung für gleichmäßigere Speichenspannung für Scheibenbremsen mit Center-Lock-Aufnahme

Dank 36 mm Felgenhöhe bleibt der C36 auch bei dem windigen Wetter auf Mallorca stabil und berechenbar. Die E-Thru-Steckachsen ermöglichen einen einfachen und schnellen Ein- und Ausbau der Laufräder. Beim Hinterrad setzt Shimano auf 2:1-Einspeichung für eine gleichmäßige Speichenspannung. Weiteres Plus: Im Gegensatz zu den Dura-Ace Laufrädern sind die Ultegra Laufräder 11- und 12-fach kompatibel.

Fahreindrücke und Erfahrungen

Mit 36 Millimetern Felgenhöhe durchaus im moderaten Aero-Bereich unterwegs, fährt sich der Laufradsatz bei Seitenwind absolut stabil und berechenbar. Die 30 Millimeter breiten Grand Prix 5000 S Tubeless Ready Reifen von Continental konnte ich am Hinterrad mit nur 3,5 bar Druck fahren.

Durch die breite Felge sitzt der Reifen auch bei geringem Druck sicher auf dem Laufrad. "Viel Druck hilft viel" war gestern. Dank dem Tubelesssystem des C36 kann der Reifendruck ...

Tabellarische Zusammenfassung der getesteten Laufradsätze

Laufradsatz Felgenhöhe (mm) Gewicht (g) Seitensteifigkeit (N/mm) Preis (ca.)
Syncros Capital SL Aero 60 Unbekannt Unbekannt Unbekannt
Reserve 52|63 52/63 1455 Unbekannt Unbekannt
DT Swiss ERC 1100 Unbekannt Unbekannt Unbekannt Unbekannt
Lightweight Obermayer EVO Unbekannt Unbekannt Unbekannt 7.000 €
Newmen Unbekannt 1429 Unbekannt Unbekannt
Mavic Aksium Unbekannt 1750 Unbekannt Unbekannt
Mavic Ksyrium Elite S Unbekannt 1563 Unbekannt Unbekannt

Zusammenfassende Erkenntnisse

  • Aerodynamik: Laufräder mit höheren Felgen bieten Vorteile bei hohen Geschwindigkeiten und seitlichem Wind, können aber auch anfälliger für Seitenwind sein.
  • Gewicht: Leichtere Laufräder verbessern die Beschleunigung und sind vorteilhaft in hügeligem Gelände.
  • Seitensteifigkeit: Höhere Steifigkeit führt zu präziserem Handling und besserer Kraftübertragung, ist aber besonders wichtig für schwere Fahrer und Bikepacker.
  • Tubeless-Kompatibilität: Immer mehr Laufräder sind tubeless-ready, was geringeren Reifendruck, verbesserten Komfort und Pannenschutz ermöglicht.

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