Rennrad Lenker, Bremshebel und Schaltung Kombination: Ein umfassender Überblick

Die Umrüstung eines Fahrrads auf einen Rennradlenker mit integrierter Schaltung ist ein komplexes Thema, das viele Aspekte berücksichtigt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Optionen und Herausforderungen, die bei einem solchen Umbau auftreten können.

STI-Schaltung: Eine Revolution im Radsport

Das Aufkommen der Bremsschaltkombi war eine wahre Revolution für den Radsport, denn sie verbesserte das Handling auf dem Rennrad ungemein.

STI-Hebel (Shimano Total Integration) sind ein Meilenstein in der Entwicklung des Fahrrades.

Ergonomische Bremshebel für optimalen Grip

Hauptmerkmal der Brems-/Schalthebelkombinationen ist der lange Bremshebel, der eine optimale Kraftübertragung auf die Felgen- oder Scheibenbremse des Rennrads ermöglicht.

Zudem verhindert die ergonomische Krümmung das Abrutschen der Finger auch bei kräftigen Bremsmanövern.

Ergänzt wird der Bremshebel durch einen Schaltmechanismus, der je nach Hersteller und Modell variiert.

Das Angebot reicht dabei von einfachen Modellen, bis hin zu komplexen Shiftern, die sowohl beim Ritzel- respektive Kettenblattwechsel ausschließlich mit den Zeigefingern bedient werden können.

Elektronische Bremsschaltkombis sind darüber hinaus mit programmierbaren Schalt-Funktionen ausgestattet und bieten einen besonders hohen Komfort durch minimale Bedienkräfte.

Brems-/Schalthebel für alle Übersetzungen

Die Bandbreite der verfügbaren Systeme ist breit gestaffelt und bietet Lösungen für alle gängigen Übersetzungstypen, die sich am Rennrad montieren lassen.

Neben den besonders gängigen 11-/2-fach, 10-/2-fach und 9-/2-fach kompatiblen Brems-Schaltkombinationen finden sich auch zahlreiche Lösungen für die vor allem in bergigen Regionen bewährten 3-Fach-Kurbeln.

Die Hersteller Shimano, Campagnolo sowie SRAM setzen dabei auf ergonomisch geformte Schalt-/Bremshebel, die Druckstellen und taube Finger auch auf langen Fahrten der Vergangenheit angehören lassen.

Für Radsportler, die besonders großen Wert auf ein leichtes Rennrad legen, haben alle Hersteller neben Aluminium-Hebeln auch Carbon Brems-/ Schalthebelkombination im Programm.

Kompatibilität von Schaltwerken und Kassetten

Bei Shimano ist bis 9-fach das Rennrad-System mit dem MTB-Schaltsystem kompatibel.

Sprich, du kannst Umwerfer und Schaltwerk mit den STIs ansteuern.

Allerdings bekommst du Probleme mit den Bremsen, wie Treppensteiger schon erklärt hat.

Das kommt drauf an was für ein Schaltwerk du hast und ob es damit kompatible STI shifter gibt.

Dafür ist die Anzahl der Gänge allein nicht aussagekräftig genug.

Der Index wird ja vom shifter vorgegeben, dein Schalthebel muss also beim Gangwechsel dass Kabel um ein ganz präzises Maß ziehen damit das Schaltwerk die Kette auf das richtige Zahnrad wirft.

Und falls dein Schaltwerk gewechselt werden muss kann es auch passieren dass du eine neue Kassette dazu brauchst weil Rennrad Schaltwerke selten mit großen Kassetten zurecht kommen.

Bremsen: Ein Knackpunkt beim Umbau

Allerdings bekommst du Probleme mit den Bremsen.

Unterschiedliche Zugwege.

Du müsstest also Felgenbremsen auftreiben, die mit Rennrad-Bremshebeln kompatibel sind und trotzdem deine Felgen- und Reifenweise aufnehmen können.

Problematisch wird v.a. sein, dass sich Canti-Bremsen nicht so weit aushängen lassen, dass du beim Radaus- und -Einbau einen Reifen durchfädeln kannst, der deutlich breiter ist als die Felge.

Dann! kommt aber noch das Problem dazu, dass die Rennradschalthebel in der Regel mit Bremshebeln eine untrennbare Einheit bilden (Bremsschalthebel), und diese Bremshebel müssen zur Bremse passen.

Mechanisch "brauchen" diese Rennrad-Kombihebel die Canti-Mittelzugbremsen (oder eben Rennrad-Bremsen), für V-Brakes passen die nicht, bei V-Brakes wird wesentlich mehr Bowdenzug vom Weg her, gezogen, dafür mit weniger Kraft.

Die Canti-Mittelzugbremse benötigt aber wiederum einen Gegenhalter für die Bowdenzughülle mittig, irgendwo über der Bremse.

Wenn bereits Scheibenbremsen montiert sind, könnte es passen, wenn die mechanisch ist - da liegt dann wieder das Canti-Verhältnis vor.

Es gibt keinen dieser Hebel, den ich bisher nicht bis Anschlag mit wenig Kraft meiner Hände durchziehen konnte.

Das Gefühl von null Druckpunkt behagt mir auf Abfahrten im Mittelgebirge überhaupt nicht.

Das Seilzugsytem ist mir schlicht zu weich und im Falle der STIs mag ich das teigige Gefühl im Bremshebel durch die Seitenbeweglichkeit auch nicht.

Alternativen zu STI-Hebeln

Alternativ kann man bei Stahlrahmen (dünner Rohrdurchmesser) mit zusätzlicher Schelle, Rahmenschalthebel befestigen, die gibt es (aber auch nicht zu billig) auch bis 10-fach.

Aber ob das dein Plan war?

Damit ist das Bremsenproblem aber noch nicht gelöst, nur sind einzelne Rennradbremshebel ohne Schaltfunktion oft billiger als die Bremsschalthebel.

Es gibt aber noch zwei andere Alternativen für Rennräder (aber nicht nur für diese) wie sie noch bis in die 80er Jahre üblich waren:

  • Schalthebel für die Befestigung am Schrägrohr des Rahmens (mit oder ohne Anlötsockel)
  • Schalthebel für die Befestigung am Lenkervorbau (wurden hauptsächlich von Reiseradlern verwendet)

Beide gab es in der indexierten (Schalstufen rasten ein) und nicht-indexierten Ausführung.

Nachteil war natürlich, daß man beim Schaltvorgang die Hand vom Lenker nehmen mußte, was am Berg mitunter störend sein konnte, wenn man nicht rechtzeitg schaltete.

alten Suntour Command Shiftern...die wären für mich persönlich auf jeden Fall erste Wahl für ein Reiserad.

Sie sitzen dort, wo Schalthebel hingehören und sind ähnlich unkaputtbar wie Daumenschalthebel oder Unterrohrschalter.

Lenkerendschalthebel: Eine robuste Option

nehme ich zum rennlenker lenkerendschalthebel (preiswerter und angeblich robuster, aber angeblich störend für die knie beim wiegetritt)oder die kombihebel (teurer und angeblich empfindlicher, aber bequemer beim schalten).

Für mich ist ausschlaggebend, daß ich auf meine Magura HS 66 nicht mehr verzichten möchte und es da eben keine Schalt-/Bremskombination gibt (Edco unterschlage ich jetzt mal).

Wichtig finde ich außerdem noch, daß man im Falle eines Falles von Indexierung auf Friktion umstellen kann und dann ggfs.

Vorteile von Lenkerendschalthebeln

  • Umstellung auf Friktion
  • wenig empfindlich bei Sturz
  • kostenguenstiger

Nachteile von Lenkerendschalthebeln

Als einzigen Nachteil sehe ich, dass man ab und an mit den Knien anstøsst.

Ist aber eher selten.

Die Lenkerendhebel sind halt da, wo man normal nie greift, so daß für jedes Schalten Umgreifen angesagt ist.

Geometrie und Ergonomie

Außerdem sollte dir bewusst sein, dass ein Rennradlenker die Griffposition deutlich weiter nach vorne-unten verlegt.

Rahmen, die für die Verwendung eines Rennlenkers konzipiert sind, sind von vornherein viel kürzer als Rahmen, die für die Verwendung von geraden Lenkern konzipiert sind.

Wahrscheinlichkeit zu gestreckt, wenn dir der Rahmen bisher passt.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Option Vorteile Nachteile
STI-Hebel Verbessertes Handling, ergonomische Bedienung, programmierbare Funktionen (elektronisch) Potenzielle Inkompatibilität mit Bremsen, teurer, möglicherweise empfindlicher
Lenkerendschalthebel Preiswerter, robuster, Umstellung auf Friktion möglich Umgreifen zum Schalten erforderlich, mögliche Knieberührung
Rahmen- oder Vorbauschalthebel Klassische Option, einfache Montage Hand muss zum Schalten vom Lenker genommen werden

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