Ob Ortsschildsprinter oder Bergliebhaber, Klassik-Nerd oder Leichtbau-Fan: Mit unseren Tipps findest Du die für Dich und Dein Rennrad passende Schaltung. Mit der passenden Rennrad-Schaltung findest Du immer den richtigen Gang, ganz egal, ob es bergauf oder bergab geht. Die Übersetzungsbandbreite in Kombination mit einer feinen Abstufung der Gänge ermöglicht es Dir jederzeit mit einer angenehmen Trittfrequenz zu fahren.
Was gehört zur Komplettgruppe?
Komplettgruppen für Rennräder bestehen in der Regel aus Schaltung und Bremsanlage - im Detail heißt das also aus Kette, Kassette, Kurbeln, Schaltwerk, Umwerfer, Schaltbremsgriffen und Bremsen. Die Vorteile der Schaltgruppen gegenüber einzeln ausgewählten Komponenten liegen auf der Hand: die Gruppe ist günstiger und alle Teile passen zueinander - funktional wie optisch. Je nach Ausführung kann der Lieferumfang allerdings abweichen, daher solltest Du die Produktbeschreibung bei uns im Shop genau lesen. Bei Schaltgruppen mit nur einem Kettenblatt ist natürlich kein Umwerfer dabei.
Neben Komplettgruppen findest Du im Shop auch sogenannte Upgrade-Kits. Sie erleichtern es Dir, bestimmte Teile Deines Antriebs aufzurüsten und andere weiterzuverwenden. Wenn Du nur verschlissene Ritzel und eine abgenutzte Kette wechseln möchtest, dann schau Dir ruhig mal die Verschleißsets an!
Die richtige Übersetzung für Dein Rennrad
Die meisten aktuellen Rennradgruppen kommen mit zwei Kettenblättern an der Kurbel und Kassetten aus elf oder zwölf Ritzeln. Alle drei großen Hersteller - Shimano, SRAM und Campagnolo - bieten Gruppen mit Umwerfer an. Der Vorteil an der bewährten Technik mit zwei Kettenblättern: Die Kassette kann fein abgestuft sein und Du hast trotzdem eine ausreichende Übersetzungsbandbreite. SRAM hat außerdem Rennradgruppen mit Einfachkurbel im Programm.
Die Schaltung wird durch den Verzicht auf den Umwerfer leichter und unkomplizierter. Allerdings ist die Abstufung der Gänge nicht so graduell, da die Spreizung zwischen dem kleinsten und größten Ritzel größer ausfällt, um die nötige Übersetzungsbandbreite zu gewährleisten. Du fährst auch mal Feldwege oder mit Bikepacking-Taschen und suchst eine robuste Schaltung mit leichter Übersetzung für Dein All-Road-Bike? Dann lohnt sich auch ein Blick auf unsere Auswahl an Gruppen für Cyclocross- und Gravelbikes. Mit einer 2-fach Kurbel kombinierst Du eine hohe Übersetzungsbandbreite mit einer feinen Abstufung der Gänge.
Was vor einigen Jahren noch hitzig diskutiert wurde, ist mittlerweile einfach eine Frage der individuellen Anforderungen. Felgenbremsen sind eine gute Wahl, wenn Du den klassischen Look magst, aufs letzte Gramm und höchste Aerodynamik achtest. Willst Du maximale Bremsleistung und Kontrolle - egal ob die Sonne scheint oder es regnet? Dann bist Du mit Scheibenbremsen bestens beraten. Natürlich muss Dein Bike die Montage ermöglichen. Für Scheibenbremsen benötigst Du an Gabel und Rahmen entsprechende Aufnahmen. Flatmount ist am Renner mittlerweile am weitesten verbreitet. Da es aber auch fürs Rennrad Postmount-Bremssättel gibt, solltest Du genau darauf achten, die passende Gruppe für Dein Rad auszuwählen.
Adapter können in einigen Fällen zwischen den Systemen vermitteln und den Bremssattel zur Größe der Bremsscheibe ausrichten. Außerdem brauchst Du einen Disc-Laufradsatz, an dem Du die Bremsscheiben verbauen kannst. Auch hier gilt es, die Kompatibilität zu beachten - es gibt Bremsscheiben, die mit sechs Schrauben an der Nabe montiert werden und Center-Lock-Scheiben, die wie die Kassette mit einem zentralen Lockring verschraubt werden. Sechslochscheiben können mit Adaptern an Center-Lock-Naben verbaut werden - andersherum funktioniert das nicht.
Aus diesem Grund sind die Scheiben bei den meisten Schaltgruppen nicht dabei und müssen separat bestellt werden. Bei Felgenbremsen gilt es, zwischen klassischen Seitenzugbremsen und Direct-Mount zu unterscheiden. Auch hier sind die Montagepunkte an Deinem Rahmenset entscheidend. Die Systeme sind nicht untereinander kompatibel. Egal, welche Art von Bremsen Du verbaust - wir empfehlen Dir in jedem Fall, direkt ein oder zwei Paar Ersatzbremsbeläge mitzubestellen.
Campagnolo und SRAM haben ebenfalls beide Systeme im Angebot. Mit einer feinen Abstufung der Gänge kannst Du immer die passende Trittfrequenz fahren. Unsere Hinweise und Tipps helfen Dir, die geeignete Schaltung für Deine Vorlieben beim Rennradfahren zu finden. Aktuelle Schaltgruppen fürs Rennrad vereinen präzises und geschmeidiges Schalten mit kraftvollen Bremsen und einer großen Auswahl bei der Übersetzung. Ganz gleich, ob Du jeden Ortsschildsprint mitnimmst oder es Dich mit Deinem Rennrad eher in die Berge zieht.
Campagnolo-Gruppen
Auch bei Campagnolo gibt es verschiedene Gruppen zur Auswahl, die sich durch Gewicht, Materialwahl, Verarbeitung und Preis unterscheiden. Ganz oben im Regal findest Du das Aushängeschild Super Record - wahlweise mechanisch oder elektronisch (EPS) angesteuert. Die Record ist günstiger zu haben, unterscheidet sich aber nur in Feinheiten. Chorus und Centaur runden das Sortiment mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ab.
Hier spiegeln ebenso die Preisunterschiede die verbauten Materialien, Herstellungstechnologien und die daraus resultierenden Gewichte wider. Dabei hast Du die Wahl zwischen Schaltungen mit oder ohne Umwerfer und Ansteuerung per Bowdenzug oder Funktechnologie (AXS).
Die elektronischen Campa-Gruppen
Mit der Super Record EPS und der Record EPS produzieren die Italiener zum Beispiel zwei elektronische Gruppen auf höchstem Niveau. Die technischen Differenzen sind gering und wenn, dann nur für Materialfetischisten erkennbar. Deshalb finden sich auch beide Gruppen nahezu gleich verteilt an den Top-Rädern der Hersteller. Die Carbon-Motorengehäuse werten jedes Rahmenset optisch noch einmal auf. Die Schalteigenschaften sind campalike. Schnell, klar gerastert, mit einem knackigen Sound. An der Sache gibt es nur einen Haken. Kauft man sich ein Rad mit der Campagnolo Super Record EPS oder der Record EPS ist das gleichbedeutend mit: Geldbeutel leer.
Deshalb wurde im letzten Jahr auch eine preisliche Alternative vorgestellt, die Athena EPS. Sie ist etwas günstiger und konkurriert so mit der Ultegra Di2. Die Schaltung der Athena EPS hat einen klaren Druckpunkt, wodurch sie sich sehr präzise steuern lässt. Das gefällt sogar besser als bei Shimano. Die Gänge wechseln geschmeidig. Die Athena EPS steht der Ultegra Di2 in nichts nach. Nur der Umwerfer ist im Vergleich etwas lauter. Schwierig ist es derzeit noch, an ein Rad mit dem Italo-Pendant zur Ultegra Di2 ranzukommen. Die dritte elektronische Campa-Gruppe wird noch selten serienmäßig an den Rädern verbaut.
Die mechanischen Campa-Gruppen
Das obere Ende der mechanischen Campagnolo-Produktreihe besetzt ebenfalls die Super Record und die Record - nur eben ohne EPS. Die Super Record wurde 2009 wieder eingeführt und war damals die erste Elffach-Gruppe überhaupt. Heute haben bis auf die Centaur und die Veloce alle Campa-Gruppen elf Ritzel. Die Sprünge zwischen den Ritzeln sind geringer, und man hat eine größere Gangauswahl an Bord - was vor allem für längere Bergetappen sehr angenehm ist.
Vom Preis-/Leistungsverhältnis sind im Campa-Elffach-Bereich die Chorus und dieAthena am interessantesten. Die Chorus-Gruppe liegt in der Shimano-Welt etwas über der Ultegra, aber noch unter der Dura Ace. Die Athena ist in der Campagnolo-Gruppen-Hirarchie die erste mit Elffach-Schaltung. Bei ihr bekommt man optional hochwertige Carbongriffe oder eine Carbon-Kurbelgarnitur. Die Kassette sowie Kette werden von der größeren Schwester Chorus beigesteuert, was das Gesamtpaket noch einmal aufwertet.
Die nominell untersten Gruppen - die Centaur und die Veloce - sind zwar die günstigsten, bieten aber immer noch ein Preis-/Leistungsverhältnis auf sehr gutem Niveau. Sie sind extrem leichtgängig, und das Bremsverhalten ist bissig, aber gut dosierbar. Die Bremsperformance ist auf Augenhöhe mit Shimano 105 und überzeugender als bei Sram Rival oder Apex. Aus funktionaler Sicht sind die Centaur und die Veloce also top.
Kompatibilität der Kassette zum Freilaufkörper
Beachte die Kompatibilität der Kassette zum Freilaufkörper bei der Wahl Deiner Komplettgruppe. Wenn Du die Artikelbezeichnungen im Shop aufmerksam liest, wirst Du feine Unterschiede feststellen. Direct Mount bezieht sich auf Felgenbremsen. FM und PM sind die unterschiedlichen Scheibenbremssättel - Flatmount und Postmount. Gibt es eine Gruppe mit verschiedenen Kurbelwellen für verschiedene Innenlager, so kann auch das schon in der Artikelbezeichnung auftauchen - etwa GPX oder BB30. Generell empfehlen wir Dir, Dich vorab zu informieren, welche Arten von Innenlager und Kurbeln in Deinem Rahmen verbaut werden können.
Bevor Du Deine neue Gruppe in den Warenkorb legen kannst, stehst Du in den meisten Fällen noch vor der Wahl aus einer Liste an Ausführungen. Hier unterscheiden wir Farbe, Kurbellänge (die Abstufung der Kettenblätter steht an der Stelle auch noch einmal dabei), Größe der Kassette und im Falle von Di2-Gruppen die Art des Verteilers. Umwerfer bei Rennradgruppen werden in der Regel am Anlötsockel montiert. Sollte es bei einer Gruppe auch Umwerfer mit Schelle geben, so findest Du Hinweise dazu in der Produktbeschreibung.
Lieferumfang und Komplettierung von Gruppen
In der Produktbeschreibung findest Du den Lieferumfang detailliert aufgelistet. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen. Zusätzlich hinterlegen wir in vielen Fällen auch Links zu Produkten, die wir zur Komplettierung der Gruppe empfehlen. Das können Innenlager, Bremsscheiben und Adapter zur Montage der Bremsen sein. Bei elektronischen Gruppen sind die Kabel - sofern benötigt - meist nicht dabei.
Der individuelle Rennradantrieb
Wenn Du Deinem Bike eine persönlichere Note geben möchtest oder spezielle Vorstellungen hast, die von den Komplettgruppen nicht abgedeckt werden, dann spricht natürlich nichts dagegen, Dir einen Antrieb aus individuell ausgewählten Teilen zusammenzustellen. Auch andere Hersteller als die großen Drei bieten beispielsweise Kurbeln, Kettenblätter, Ketten und Kassetten an. Wichtig ist dabei aber, die Kompatibilität der Teile untereinander zu beachten. Mitunter funktionieren auch Teile eines Herstellers aus verschiedenen Jahrgängen oder Gruppen nicht miteinander.
Zur Montage benötigst Du einige Werkzeuge, bei denen Du auch die Kompatibilität mit den aktuellen Komponenten beachten solltest. So funktionieren zum Beispiel viele alte Kettennieter nicht mit den schmalen Ketten aktueller Gruppen. Mit dem passenden Kassettenabzieher und einer Kettenpeitsche wechselst Du die Kassette. Eine Kettenschlosszange hilft beim Öffnen von Kettenschlössern. Wenn Du Dich für eine Gruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen entschieden hast, dann lohnt die Anschaffung eines Entlüftungs-Kits, um bei Bedarf Leitungen kürzen und die Bremsanlage warten zu können.
Campagnolo Super Record 13
Die neue Super Record 13 von Campagnolo ist die erste 13-fach Gruppe für die Straße und soll die schnellste auf dem Markt sein. Sie bietet eine größere Auswahl an Übersetzungen, um die optimale Trittfrequenz zu finden. Die Kassetten sind in vier Abstufungen erhältlich: 10-29, 10-33, 11-32 und 11-36. Die Kurbeln gibt es in sieben Abstufungen, von 45/29 bis 55/39. Die Ergopower-Schaltgriffe sollen eine bessere Kontrolle und eine intuitivere Bedienung ermöglichen. Die Daumenhebel sind zurück und besser zu erreichen. Die neue Smart-Taste ist frei belegbar. Die neue Super Record 13 soll ab 4300 Euro zu haben sein.
Die neue Super Record 13 leitet eine allgemeine Neudefinition der Markenidentität ein. Sie ist das Ergebnis eines vollständig überarbeiteten Produktionsprozesses, der auf Kostenreduzierung ausgerichtet ist. Man darf gespannt sein, ob die von vielen lange erhofften günstigeren elektronischen Gruppen von Campa endlich auf den Markt kommen.
Die Erfahrung mit der 13-fach-Gravel-Gruppe Ekar habe es Campagnolo ermöglicht, den Abstand und die Dicke der Ritzel zu verringern, um "ein Ritzel mehr" bei gleicher Kassettenbreite unterzubringen zu können; es ist nun möglich, eine komplette Bandbreite mit homogeneren Übersetzungen anzubieten, da die Sprünge sehr nahe beieinander liegen. Da die Kassettenbreite gleich bleibt, ist kein spezieller Freilaufkörper erforderlich, sondern es kann der übliche Standard N3W von Campagnolo verwendet werden.
Die neue Super Record 13: Ergopower und Bremsen
Die Ergopower-Hebel garantieren dem Fahrer die volle Kontrolle über das Fahrrad und einen schnelleren Zugriff auf die Zubehörfunktionen. Bei der neuen Super Record 13 wurde der interne Campagnolo-Schalter überarbeitet und in "Thumb Shifter" oder "Daumenschalter" umbenannt. Das 13. Ritzel erlaubt eine feine Abstufung der Kassette. Im oberen Teil des Bedienelements wurde eine neue Smart-Taste hinzugefügt, die vom Fahrer vollständig personalisiert werden kann. Hinter dem Bremshebel befindet sich das dritte Bedienelement des Super Record, der "Shift Lever".
Das neue Design der Ergopower ermögliche eine bessere Kontrolle der Lenkung und einen besseren Zugang zum Zubehör in den verschiedenen Griffpositionen der Hände am Lenker. Durch die Kontinuität zwischen der Wölbung und der Auflagefläche des Ergopower entstehe eine große, ebene Auflagefläche, die auch nach vielen Stunden im Sattel einen sicheren und komfortablen Griff ermögliche. Besonderes Augenmerk wurde auch auf das neue Design des Bremshebels gelegt, der vollständig aus Carbon besteht und so geformt ist, dass er den Raum unter der Handauflage nicht beeinträchtige.
Der Bremskörper besteht aus geschmiedetem Aluminium und verfügen laut Campagnolo über zwei neue Befestigungsschrauben aus Titan, die das Gesamtgewicht der Komponente um 6 g reduzieren. Die Bremsbeläge sind in zwei Ausführungen erhältlich: organisch und neu gesintert. Die Bremsscheiben sind in den Größen 160 mm (mit sieben Befestigungspunkten am Spider) und 140 mm (mit sechs Befestigungspunkten) erhältlich und verfügen über ein Schnittschutzprofil und ein Temperaturkontrollsystem.
Campagnolo Super Record: Fazit
Mit der kabellosen Super Record ist Campagnolo zumindest hinsichtlich der Hardware ein guter Wurf gelungen. Die Gruppe ist leicht und begeistert - nach anfänglichen Einstellungsproblemen - mit perfekter Funktion bei Schaltung und Bremsen. Doch entscheidend absetzen kann sie sich von den Konkurrenten Shimano Dura-Ace Di2 und SRAM Red AXS, die bereits seit drei beziehungsweise fünf Jahren auf dem Markt sind, damit nicht.
Umso mehr könnte zukünftig die Elektronik der Schaltungen eine Kaufentscheidung beeinflussen: Lassen sich Fahrdaten mit einer Smartphone-App auswerten, die Schaltung per Touchscreen justieren, Leistungsmessung oder Radcomputer einfach einbinden?
Bei diesen Fragen ist die Konkurrenz aus Japan und den USA mindestens einen Schritt voraus. Dass Campagnolo einen äußerst selbstbewussten Preis verlangt, aber keine Zusatzschalter anbieten kann oder die App das Schaltwerk nicht einstellen kann, sind das nicht nur technische Details, sondern für ein anspruchsvolles Klientel eine fast ernsthafte Schwäche.
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