Rennradpedale mit oder ohne Klick: Eine Entscheidungshilfe

Die Wahl der richtigen Pedale für dein Rennrad kann einen großen Einfluss auf deine Leistung und dein Fahrgefühl haben. Grundsätzlich stehen dir zwei Optionen zur Verfügung: Klickpedale und Flatpedale. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden genauer beleuchten werden.

Was sind Klickpedale?

Klickpedale sind ein Bindungssystem, das deine Rennradschuhe fest mit den Pedalen verbindet. Um Klickpedale nutzen zu können, benötigst du kompatible Fahrradschuhe und Schuhplatten, sogenannte Cleats. Die Cleats sind das Verbindungsstück zwischen Pedal und Schuh und werden an der Sohle der Fahrradschuhe befestigt.

Die Fahrradschuhe müssen über Bohrungen in der Sohle verfügen, an denen die Schuhplatten dauerhaft befestigt werden. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Montagesysteme:

  • Fahrradschuhe mit drei im Dreieck angeordneten Bohrungen: Eignen sich für Schuhplatten und Pedale mit Drei-Loch-Standard, d.h. Rennrad-Pedalsysteme.
  • Fahrradschuhe mit zwei parallel angeordneten Bohrungen: Eignen sich für Schuhplatten und Pedale mit Zwei-Loch-Standard.

Wie funktionieren Klickpedale?

Die Verbindung zwischen Schuh und Pedal wird durch die Schuhplatte (Cleat) hergestellt. Durch das Eintreten mit einer bestimmten Bewegung wird der Schuh fest mit dem Pedal verbunden. Das Ausklicken erfordert ein seitliches Drehen der Ferse nach außen. Die dafür benötigte Kraft kannst du in der Regel am Pedal einstellen.

Vorteile von Klickpedalen

  • Optimale Kraftübertragung: Durch die feste Verbindung kannst du über die gesamte Kurbelumdrehung hinweg Kraft ausüben, sowohl beim Herunterdrücken als auch beim Hochziehen des Pedals.
  • Ergonomische Fußposition: Sind die Cleats einmal korrekt montiert, stehst du immer in der für dich optimalen Position auf dem Pedal. Ergonomisch richtig steht der Fuß, wenn der Fußballen über der Pedalachse steht. Zum Einstellen des optimalen Winkels gibt es praktische Helfer.
  • Sicherer Halt: Klickpedale bieten einen sicheren Halt, auch bei hoher Trittfrequenz und im Sprint.

Nachteile von Klickpedalen

  • Eingeschränkte Bewegungsfreiheit: Deine Füße sind fest mit den Pedalen verbunden, was die Bewegungsfreiheit einschränkt.
  • Sturzgefahr: In Gefahrensituationen musst du dich erst aus den Pedalen ausklicken, was Zeit kosten kann. Selbst ein geübter Klickpedalfahrer ist nicht so schnell vom Pedal weg wie ein Plattformpedalfahrer.
  • Unbequeme Schuhe: Viele Klickschuhe sind unbequem zum Gehen und können zu kalten Füßen führen.

Was sind Flatpedale?

Flatpedale, auch Plattformpedale genannt, sind Pedale ohne Klickmechanismus. Sie bieten eine große Auflagefläche für deine Füße und ermöglichen es dir, jeden Schuh - auch mit Straßenschuhen - zu nutzen. Allerdings solltest du auf die vorgeschriebenen Pedalreflektoren achten.

Vorteile von Flatpedalen

  • Flexibilität: Du bist nicht auf spezielle Schuhe angewiesen und kannst jeden Schuh verwenden.
  • Bewegungsfreiheit: Du kannst die Position deines Fußes auf dem Pedal problemlos verändern.
  • Sicherheit: In Gefahrensituationen kannst du deinen Fuß schnell und einfach vom Pedal nehmen.

Nachteile von Flatpedalen

  • Weniger Kraftübertragung: Die Kraftübertragung ist weniger effizient als bei Klickpedalen, da du nicht am Pedal ziehen kannst.
  • Rutschgefahr: Bei schlechten Wetterbedingungen oder ungeeignetem Schuhwerk kann es zu Rutschgefahr kommen.
  • Weniger Kontrolle: Du hast weniger Kontrolle über das Fahrrad, da deine Füße nicht fest mit den Pedalen verbunden sind.

Hybridpedale: Die goldene Mitte?

Hybridpedale sind eine Kombination aus Klickpedal und Flatpedal. Sie haben auf der einen Seite einen Klickmechanismus und auf der anderen Seite eine Plattform. Damit bieten sie eine gewisse Flexibilität und sind besonders für alle geeignet, die einmal in die Welt der Klickpedale eintauchen wollen oder die Vorteile beider Systeme nutzen möchten.

Es gibt zwar keine Duopedale speziell für Rennradfahrer, aber auch Duopedale können mit Straßenschuhen gefahren werden. Allerdings benötigen deine Fahrradschuhe zwei parallel angeordnete Bohrungen in der Sohle, in denen die Schuhplatte fest montiert wird. Die Schuhplatte kannst du individuell so an der Sohle befestigen, dass deine Füße die für dich optimale Position auf dem Pedal einnehmen.

Kaufkriterien für Pedale

Pedale werden sehr stark beansprucht, daher sollten sie stabil und langlebig gelagert sein. Die Lager sollten lange halten, aber auch unempfindlich gegen Stöße und Schläge sein. Das Gleiche gilt für die Oberflächenbehandlung der Pedale. Es ist ärgerlich, wenn man sich ein neues Pedal farblich passend zu seinem Bike kauft und nach der ersten Ausfahrt schon Macken im Pedal hat.

Bei aller Stabilität und Langlebigkeit sollte das Gewicht aber nicht aus den Augen verloren werden. Auch die Größe der Standfläche spielt eine Rolle. Größer ist aber nicht immer besser, es gibt auch Hersteller, die ihre Plattformpedale in verschiedenen Größen anbieten. Also guckt einfach, welches Pedal am besten zu euch und euren Füßen passt.

Nicht nur die Größe der Standfläche, sondern auch die Länge, Form und Beschaffenheit der Pins haben einen großen Anteil am Grip des Pedals. Es gibt Pedale mit Madenschrauben als Pins, andere Pins sind im wirksamen Bereich abgedreht und wieder andere schrauben fast normale Schrauben durch die Stege. Bei guten Pedalen lassen sich die Pins aber immer tauschen. Die Länge der Pins variiert von 6-13 mm, wobei der wirksame Bereich zwischen 4-6 mm liegt. Der wirksame Bereich ist das Stück der Pins, das oben aus dem Pedal rauskommt, also der Teil, der sich in deinen Schuh bohrt.

Verschiedene Klickpedal-Systeme

Im Großen und Ganzen kann man zwischen 4 Systemen unterscheiden:

  • SPD (Shimano Pedal Dynamics)
  • SPD-SL
  • Look Keo
  • ATAC System

Wobei der Aufbau und die Funktion des Look Keo und SPD-SL Systems die gleichen sind. Kompatibel sind sie aber nicht miteinander. Natürlich gibt es auch noch weitere Systeme, da diese aber nicht so verbreitet sind, gehen wir hier nur auf die 3 gängigsten Systeme ein.

Das SPD System wird meistens für MTBs und das SPD-SL bei Rennrädern eingesetzt. Das ATAC System ist in beiden Bereichen zu finden. Das ATAC System ist vom Cleat her sehr ähnlich zu SPD. Der Unterschied liegt in der Klemmung des Cleats. Beim ATAC System wird das Cleat zwischen 2 offen sichtbaren Federdrähten gehalten. Das SPD System erzeugt die Spannung zum Klemmen zwar auch über Federn, sie sind aber im Pedal versteckt. Das SPD-SL System klemmt auch über Federspannung. Hier ist das Cleat aber wesentlich größer und wird mit 3 anstatt 2 Schrauben mit dem Schuh verschraubt.

Fazit: Was ist das richtige Pedal für dich?

Die Wahl zwischen Klickpedalen und Flatpedalen hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Wenn du Wert auf maximale Kraftübertragung und Effizienz legst, sind Klickpedale die richtige Wahl. Wenn du mehr Flexibilität und Sicherheit suchst, sind Flatpedale die bessere Option. Hybridpedale können eine gute Alternative sein, wenn du die Vorteile beider Systeme kombinieren möchtest.

Letztendlich solltest du verschiedene Systeme ausprobieren, um herauszufinden, welches Pedal am besten zu dir und deinem Fahrstil passt. Lass dich von erfahrenen Radfahrern beraten und scheue dich nicht, verschiedene Optionen zu testen.

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