Rennrad Pedale Klick Systeme im Vergleich: Welches ist das Beste?

Rennradpedale sind ein wichtiger Teil deines Rennrads. Inzwischen fahren jedoch fast alle Rennradfahrer mit Klickpedalen. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Arten und Marken.

Vorteile von Klickpedalen

Bei Klickpedalen klickst du deinen Schuh am Pedal fest. Dadurch kannst du beim Rennradfahren das Pedal sowohl wegdrücken als auch hochziehen. Hierdurch dreht das Pedal viel effizienter und wird die Kraftübersetzung deutlich besser. Auch hast du mehr Kontrolle über dein Rennrad und kannst schneller korrigieren. Schnell wurden die Vorteile dieser Pedale gegenüber den bis dahin üblichen Fußkäfigen deutlich.

Historische Entwicklung

1984 brachte Look das erste Klickpedal für Rennräder auf den Markt. Die Profiteams stiegen also schnell auf Klickpedale um, und viele Amateure schlossen sich ihnen an. Shimano folgte 1990 mit seinen SPD Pedalen. Dieses Klicksystem ähnelt stark dem System, das jetzt bei den MTB-Pedalen zu finden ist. Viele Rennradfahrer bevorzugten nämlich eine größere Pedaloberfläche, wie sie die Pedale von Look bereits aufwiesen. Shimano übernahm dieses Design daher. So entstanden die SPD-SL-Pedale. SL steht für Standard Look, denn anfänglich waren diese Pedale kompatibel mit Look Pedalen. Anfang der 1990er Jahre führte Speedplay aus Kalifornien ein eigenes Klicksystem ein. Dieses Pedal war extrem leicht, ließ sich besser einstellen und ermöglichte auch noch mehr Bewegungsfreiheit als andere Klickpedale. Später kamen dann auch noch die Klickpedale von Time dazu. Diese kopierten die dreieckige Form der Schuhplatten von Look und Shimano. Time verbesserte diese allerdings noch in Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Einstellungsmöglichkeiten.

Preisklassen und Unterschiede

Klickpedale fürs Rennrad gibt es in verschiedenen Preisklassen: von einem Rennradpedal für Anfänger von etwa 40 € bis zu Pedalen, die locker 300 € kosten können. Ist ein teureres Rennradpedal dann auch besser? Ja und Nein. Es hängt ganz davon ab, was du erwartest. Höherpreisige Klickpedale fürs Rennrad haben oft besser abgedichtete Lager, wodurch sie länger halten. Auch wird öfter Carbon oder Komposit verwendet, was diese Pedale etwas leichter und steifer macht.

Überblick über verschiedene Marken und Modelle

Shimano SPD-SL Pedale

Shimanos SPD-SL Pedale haben eine große Kontaktfläche und dadurch eine hervorragende Kraftübertragung. Auch sind diese Pedale besonders benutzerfreundlich und langlebig. Shimano bietet eine breite Auswahl an Pedalen an. So gibt es zum Beispiel die Anfängerpedale R550, in die du sehr einfach einklicken kannst. Aber es gibt auch SPD-SL Pedale auf den Niveaus von 105, Ultegra und Dura Ace. Wie bereits erwähnt, sind die Klickpedale der höheren Preisklasse leichter, steifer und besser abgedichtet. Alle diese Klickpedale lassen sich einfach einklicken und haben eine große Kontaktfläche. Dadurch erfährst du eine gute Unterstützung beim Rennradfahren. Zusätzlich kannst du bei allen Pedalen die Federspannung selbst einstellen. Das heißt, dass du selbst entscheidest, wie viel Kraft dich das Ausklicken kosten soll. Bei allen Shimano-Pedalen sind die Lager gut abgedichtet, sodass diese Rennradpedale lange halten. Auch in den unteren Preisklassen ist das der Fall. Ein Nachteil von Shimano-Pedalen ist das relativ hohe Gewicht. Du musst also mehr Gewicht den Berg hoch radeln als mit anderen Klickpedalen. Insgesamt bieten diese Pedale auch weniger Einstellmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit als Klickpedale von beispielsweise Time oder Speedplay. Dadurch entsteht bei manchen Rennradfahrern eine unnatürliche Kniehaltung. Das kann für Knieprobleme sorgen.

Look Rennradpedale

Look Rennradpedale sind leicht, benutzerfreundlich und haben eine gute Kraftübertragung. Die Look Kéo Classic Pedale sind ausdrücklich für Rennrad-Neulinge gemacht. In diese Pedale kannst du einfach ein- und ausklicken. Für noch unerfahrene Rennradfahrer ist das natürlich nur gut. Dank der verstellbaren Federspannung kannst du selber bestimmen, wie leicht oder schwer du ausklicken möchtest. Die Look Kéo 2 Max Pedale richten sich an Rennradfahrer, die lange Distanzen fahren und viele Stunden im Sattel sitzen. Diese Klickpedale haben eine größere Kontaktfläche. Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit und haben eine einstellbare Federspannung. Dadurch sind sie auch nach drei Stunden Rad fahren noch komfortabel. Aus gutem Grund sieht man auch regelmäßig Profis mit diesen Pedalen! Die Look Kéo Blade Pedale sind für leistungsorientierte Rennradfahrer und Wettkampf-Rennradfahrer gemacht. In diesen Pedalen bist du noch fester eingeklickt, deine Federspannung wird mit einer Carbonfeder eingestellt. Diese Klickpedale sind aus Carbon und darum sehr leicht, auch die Kraftübertragung ist hier noch besser. Alles an diesen Klickpedalen sorgt dafür, dass du noch schneller Rennrad fahren kannst! Die Look Kéo Blade Pedale sind absolute Spitzenzeiten beim Rennradfahren gemacht! Ein Nachteil von Look-Pedalen ist, dass die Cleats, oder Schuhplatten, relativ schnell verschleißen. Auch sind die Lager weniger gut abgedichtet als bei Shimano Pedalen, wodurch sie anfälliger für Wasser sind. Noch ein Nachteil ist, dass die Federspannung nicht verstellbar ist. Wenn du diese verstellen möchtest, musst du die Feder austauschen. Das kostet natürlich Zeit und ist nicht so einfach, wie mal kurz an einer Schraube drehen. Diese Klickpedale bieten wenig Bewegungsfreiheit, daher musst du sie sehr genau einstellen.

Time Rennradpedale

Time Rennradpedale sind leicht, benutzerfreundlich, haben viele Einstellungsmöglichkeiten und bieten viel Bewegungsfreiheit. Das macht sie sehr geeignet für Rennradfahrer mit Knieproblemen und Radfahrer, die optimal auf ihrem Fahrrad sitzen wollen. Time verwendet das Bioposition-Konzept. Dieses geht davon aus, dass ein Klickpedal ausreichend Bewegungsfreiraum bieten muss, damit dein Knie eine natürliche Haltung annehmen kann. Daher hast du bei diesem Klickpedal, sobald du eingeklickt bist, viel Bewegungsfreiraum. Auch kannst du selber die Position von der Pedaloberfläche einstellen, sodass sie für dich richtig ist. Das Einklicken geht sehr einfach und du kannst die Federspannung mit einer Carbonfeder einstellen. Time Klickpedale bieten viele Einstellungsmöglichkeiten. Ein Nachteil der Klickpedale von Time ist, dass die Schuhplatten relativ schnell verschleißen. Das bedeutet, dass du sie natürlich häufiger ersetzen musst. Außerdem sind die Lager etwas weniger gut abgedichtet als bei den Shimano-Pedalen. Sie sind dadurch empfindlicher für Wasser und Schmutz.

Speedplay Klickpedale

Speedplay Klickpedale sind leicht, an beiden Seiten einklickbar und sind vielfältig auf deine Bedürfnisse anpassbar. Der Klickmechanismus befindet sich bei diesen Pedalen in den Cleats. Diese sind groß, wodurch auch die Kontaktflächen groß sind. Hierdurch ist das Risiko auf taube Füße bei langen Fahrten geringer. Mithilfe des Klickpedals und des Cleats kannst du ganz genau einstellen, wie straff dein Fuß im Pedal festsitzt, und in welchem Winkel du ausklicken kannst. Auch kannst du den Winkel einstellen, in welchem dein Fuß beim Rennradfahren zum Pedal steht. Daher sind diese Klickpedale super für Rennradfahrer mit empfindlichen Knien. Du kannst von beiden Seiten in diese Rennradpedale einklicken. Sehr praktisch, wenn du an der Ampel schnell losfahren möchtest. Der Nachteil von Speedplay Klickpedalen ist, dass die Schuhplatten schnell verschleißen, wenn du sie ohne die schützenden Walkable Cleats benutzt. Praktischerweise kannst du diese Walkable Cleats direkt mitbestellen! Dann musst du nur noch daran denken, sie beim Absteigen vom Rennrad unter deine Schuhe zu machen. Außerdem solltest du die Achse regelmäßig schmieren. Ansonsten wird sie immer schwergängiger und die Lager können schneller verschleißen.

MTB-Pedale am Rennrad?

Ein recht großer Teil der Rennradfahrer entscheidet sich für Klickpedale, die eigentlich für Mountainbikes entwickelt sind. Die Vorteile von MTB-Pedalen sind das einfache Ein-und Ausklicken sowie die insgesamt sehr hohe Benutzerfreundlichkeit. Die Schuhplatten von Mountainbikepedalen sind etwas kleiner als die von Rennradpedalen und sind in die Sohlen der Schuhe integriert. Darum kannst du mit ihnen etwas einfacher laufen, sehr praktisch vor allem während der Pause im Café. Auch nett: falls du sowohl ein MTB als auch ein Rennrad besitzt, brauchst du nur ein paar Schuhe. Rennradfahren mit Mountainbikepedalen hat allerdings auch Nachteile. Der größte Nachteil ist die kleinere Pedaloberfläche. Hierdurch kannst du nämlich schneller Probleme mit Taubheit oder Kribbeln in den Füßen bekommen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du lange Distanzen radelst.Ein weiterer Nachteil ist das einfache Ausklicken. Wenn du ein sehr gleichmäßiges Tempo fährst, ist das wahrscheinlich kein Problem für dich. Bei einem Sprint oder starkem Zug auf den Pedalen kann allerdings dein Fuß ungewollt auslösen. Persönlich würde ich dazu raten, fürs Rennradfahren Rennradpedale zu verwenden. Mountainbikepedale sind doch zum Mountainbiken, Gravelbiken und Cyclocross gedacht. Auch zum Pendeln können MTB-Pedale praktisch sein. Dann fährst du meistens kürzere Strecken und wirst vermutlich auch keine Sprints starten. Außer natürlich, wenn du verschlafen hast!

Zusammenfassung und abschließende Gedanken

Rennrad Klickpedale und deren Systeme sind sehr unterschiedlich. Welche Klickpedale für dich die richtigen sind, musst du selbst herausfinden. Kommt es dir auf den Preis an? Dann kannst du bereits für 50 Euro solide Pedale bekommen. Soll es Leichtbau sein? Dann werden 200 bis 300 Euro durchaus realistisch. Die perfekten Klickpedale sind leicht im eigenen Gewicht und bieten einen komfortablen Ein- und Ausstieg unter allen Bedingungen. Die meisten Rennradfahrer setzen auf Look Keo Pedale. Sie sind robust und sehr gut verarbeitet. Halten viele zehntausend Kilometer und benötigen immer nur regelmäßig frische Schuhplatten. Und diese Platten bekommst du für gut 10 Euro online.

Vergleichstabelle ausgewählter Rennrad-Klickpedale

ModellKlicksystemVerarbeitungsqualitätGewicht (Paar)Float-WinkelVorteileNachteile
Look Kéo 2 MaxLook KéoGut250 g0 | 4,5 | 9 Grad (abhängig von Cleats)Gute Verarbeitung, leichtEtwas kleine Bewegungsfreiheit
Look Kéo 2 Max CarbonLook KéoHervorragend312 g0 | 4,5 | 9 Grad (abhängig von Cleats)Leichtes Carbon-Material, geringes Gewicht, große AuflageflächeEtwas hohes Eigengewicht
Shimano PD-RS500Shimano SPD-SLHervorragend320 g3 GradInkl. Schuhplatten, Auslösehärte einstellbarEtwas kleine Bewegungsfreiheit
Shimano Dura Ace PD-R9100Shimano SPD-SLHervorragend228 g6 GradHervorragende Verarbeitung, leicht, Reflektoren nachrüstbarEtwas lauter Geräuschpegel
SQlab Straße & TriathlonShimano SPD-SLSolide378 g9 GradErhältlich in vier verschiedenen Längen, physiologisch natürlichere FußstellungEtwas hohes Eigengewicht
Look Kéo SprintLook KéoGut280 g0 | 4,5 | 9 Grad (abhängig von Cleats)Gute Verarbeitung, leicht, viel BewegungsfreiheitDurchschnittliche Verarbeitungsqualität
Kootu Fahrradpedale SPD-SLShimano SPD-SLHervorragend399 gKeine HerstellerangabeHervorragende Verarbeitung, geringes GewichtEtwas hohes Eigengewicht
LOOK Cycle - KEO Classic 3Look KéoSolide280 g0 | 4,5 | 9 Grad (abhängig von Cleats)Gut für Anfänger-

Hinweis: Die Tabelle enthält eine Auswahl von Rennrad-Klickpedalen. Die Angaben basieren auf Herstellerangaben und Testergebnissen.

Gute Rennradpedale bieten dir eine große Auflagefläche für deinen Schuh. Besonders im Wiegetritt braucht der Schuh eine glaubwürdige Auftrittsfläche damit du der Technik vertrauen kannst. Auf langen Strecken sorgt die große Fläche für eine gute Kraftverteilung und vermeidet Druckstellen am Fuß.

Du solltest die Rennradpedale nicht zum Gewicht sparen nutzen. Wenn du an die Kosten für dein Rennrad denkst, steht der Preis für richtig leichte Pedale (ab 250 Euro) in keinem sinnvollen Verhältnis. Außerdem sparst du meistens nur 30 bis 50 Gramm im Vergleich zu anderen Klickpedalen die bereits ab 50 Euro erhältlich sind. Hier ist es ratsam das Gewicht anhand der Sattelstütze, Rennradlenker, Kurbel, Schaltgruppe etc. zu reduzieren.

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