Die Wahl der Rahmenhöhe hat Auswirkungen auf den Fahrkomfort, das Handling und die Seitensteifigkeit des Rahmens. Die Rahmenhöhe ist abhängig von Ihrer Körpergrösse bzw. Ihrer Schrittlänge. Beachten Sie bitte, dass alle Angaben zu Rahmenhöhen letztendlich noch keine verbindliche Aussage für ein optimales Fahrgefühl zulassen.
Zusätzlich zur berechneten Rahmenhöhe, empfehlen wir auch immer noch einmal einen Blick in die Größentabelle zu werfen. Alle Angaben sind Durchschnittswerte und damit keine verbindliche Aussage!
Faktoren für die richtige Rahmenhöhe
Die ideale Rahmenhöhe ist abhängig vom Fahrradtyp. Ein etwas kleinerer Rahmen macht das Bike sportlicher und wendiger. Schnelle Richtungsänderungen fallen leichter. Ein etwas größerer Rahmen kommt infrage, wenn Langstreckenkomfort und Laufruhe gefragt sind. Das betrifft beispielsweise Holland-, Touren-, aber auch Rennräder.
Letztlich geht es um Nuancen der Rahmenhöhe, denn den wichtigsten Einfluss haben die Maße desjenigen, der auf dem Fahrrad sitzt. Die entscheidende Größe ist dabei die Schrittlänge.
Eigene Schrittlänge bestimmen
Die Schrittlänge ist die Länge der Beininnenseiten bis zum Boden. Eine fehlerhafte Messung im Zentimeterbereich kann hier schon zum Kauf eines Rads mit unpassender Rahmenhöhe führen. Wer den Wert also möglichst exakt wissen will, sollte die Messung in Unterwäsche und ohne Schuhe vornehmen. Ein Buch hilft beim Messen.
Dazu stellt man sich mit geschlossenen Beinen gerade an die Wand, führt das Buch längs zwischen den Beinen so weit nach oben, dass es im Schritt anschließt, aber kein Druckgefühl erzeugt. Gemessen wird der Abstand von der nach oben zeigenden Kante des Buchs und dem Boden. Nur sollte man darauf achten, dass das Buch waagerecht im Schritt sitzt.
Berechnen der idealen Rahmenhöhe
Die gemessene Schrittlänge wird mit einem Fahrradtyp-spezifischen Faktor multipliziert. Das gilt für die wichtigsten Bike-Arten. Für Rennräder beträgt dieser Faktor 0,665.
Ein Beispiel: Als Schritthöhe wurden 79 Zentimeter ermittelt. Multipliziert mit dem Faktor 0,665 ergibt das einen Wert von 52,53 - also eine Rahmenhöhe von ca. 52,5 Zentimeter.
Liegt der errechnete Wert zwischen zwei Rahmengrößen, gilt als Orientierung: Für ein agileres, sportliches Fahrverhalten wählt man das kleinere Fahrrad. Ist man eher tourenorientiert, könnte die Entscheidung für das größere Modell ausfallen. Nicht berücksichtigt sind hier die persönlichen Vorlieben. Das Fahrempfinden bleibt individuell. Die ermittelte Rahmenhöhe liefert aber eine solide Ausgangsbasis.
Tatsächliche Rahmenhöhe bestimmen
Steht die Rahmenhöhe fest, sollte man noch wissen, dass es verschiedene Messangaben bei den Herstellern für die Rahmenhöhe gibt. Gängiger ist die Center-to-Top-Variante. Hier wird der Abstand zwischen der Mitte des Tretlagers bis zur Oberkante des Sitzrohrs gemessen. Darauf berufen sich die meisten Fahrradhersteller bei ihren Angaben.
Seltener ist die Center-to-Center-Methode. Bei ihr wird von der Mitte des Tretlagers bis zur Kreuzung von Ober- und Sitzrohr gemessen. Damit fällt dieser Wert etwas kleiner aus. Wenn man nicht direkt am Fahrrad den tatsächlichen Wert nachmessen kann, sollte man vor dem Kauf noch mal gezielt nachfragen.
Auf den Internetseiten der Hersteller lässt sich meist in der Geometrie-Zeichnung des Rahmens erkennen, welche Messangabe gewählt wurde.
Sonderfall Sloping
Bekannt sein sollte in dem Zusammenhang, dass nicht alle Fahrräder der klassischen Geometrie mit waagerechtem Oberrohr entsprechen. Das nach vorne ansteigende Oberrohr, Insider sprechen vom sogenannten Sloping, führt zu kleineren Werten für die Rahmenhöhe. Wer sich für ein Fahrrad dieser Machart interessiert, sollte das berücksichtigen und sich genauer informieren.
Hilfreich für die richtige Größenbestimmung ist es dann, eine gedachte waagerechte Linie zwischen vorderem Oberrohr und der Verlängerung des Sitzrohrs zu bilden. Die gedachte Verlängerung kann natürlich keinen exakten Wert liefern. Sie gibt daher nur einen Anhaltspunkt.
Rahmenhöhe über die Körperlänge ermitteln
Wenn die Zeit nicht zum Messen der Schrittlänge reicht, weil es zum Beispiel beim Fahrradverleih schnell gehen muss, lässt sich die Rahmenhöhe auch grob anhand der Körpergröße bestimmen. Allerdings sind diese Zahlen nur als Richtwerte zu verstehen, weil das individuelle Verhältnis von Oberkörper zu Beinlänge von Person zu Person variieren kann.
Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die empfohlenen Rahmenhöhen basierend auf der Körpergröße für Rennräder:
| Körpergröße | Rennrad Rahmenhöhe |
|---|---|
| 155 - 165 cm | 48 - 51 cm |
| 165 - 170 cm | 51 - 53 cm |
| 170 - 175 cm | 53 - 55 cm |
| 175 - 180 cm | 55 - 57 cm |
| 180 - 185 cm | 57 - 60 cm |
| 185 - 190 cm | 60 - 62 cm |
| 190 - 195 cm | 62 - 64 cm |
| 195 - 200 cm | > 64 cm |
Generell gilt, dass Rennmaschinen oft ca. 1-2cm kleiner gewählt werden, um die Seitensteifigkeit zu erhöhen und den Vorbau für eine aerodynamischere Position tiefer stellen zu können.
Am besten bei einer Probefahrt die richtige Rahmenhöhe austesten. Wer ein neues Fahrrad bei einem Händler vor Ort kaufen möchte, sollte vorher die Möglichkeit nutzen. Und beim Onlinekauf? Die Rahmenhöhe lässt sich auch selbst ermitteln, wenn man einige Faktoren berücksichtigt.
Wenn die Rahmengröße nicht passt, wird es unkomfortabel, ungesund und bisweilen sogar gefährlich. So einfach ist es, die richtige Rahmenhöhe für das Fahrrad herauszufinden.
Verwandte Beiträge:
- Rennrad Bekleidung Wetter: Optimaler Schutz bei jedem Wetter
- Manuel Neuer Rennrad: Fakten, Bilder & mehr
- Rennradlenkerformen: Ergonomie, Auswahl & Tipps
- Rennrad Reifendruck 100 kg Fahrergewicht: Der richtige Druck für optimale Leistung
- Shimano Acera Schaltgruppe im Test: Ultimative Performance & Top Preis-Leistung entdecken!
- Motorradtour von Hirtshals nach Kristiansand: Alles zu Preisen & wichtigen Infos!
Kommentar schreiben