Rennradreifen: 25mm vs. 28mm – Welche Breite ist die Richtige?

Die Wahl der richtigen Reifen ist entscheidend für Fahrspaß und Sicherheit beim Rennradfahren. Waren die Rennradreifen früher kaum 20mm breit, sind heute Breiten bis zu 32mm durchaus üblich. Ob diese Entwicklung sinnvoll ist und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben, haben wir für dich hier zusammengefasst.

Allgemeines zum Thema Rennradreifen

Der erste Reifensatz, der bei deinem neuen Rennrad montiert ist, wird meist gefahren, ohne sich weitere Gedanken zu machen. Doch spätestens, wenn die Reifen verschlissen sind und du dich nach Ersatz umschaust, wird die große Auswahl deutlich, die dir der Markt bietet. Dann stellt sich die Frage nach der richtigen Reifenbreite und dem richtigen Modell oder vielleicht hast du mittlerweile auch andere Ansprüche an deine Reifen, weil sich deine Fahrgewohnheiten geändert haben.

Auf keinen Fall unterschätzen sollte man die Fahreigenschaften, deren Unterschiede im direkten Vergleich selbst Rennrad-Neulinge erfahren können. Ob ein Reifen satt auf der Straße liegt oder eher springt, nervös oder gutmütig im Lenkverhalten ist, sich hart anfühlt oder einen dämpfenden Charakter hat, beeinflusst direkt das Fahrverhalten und den Komfort deines Rades. Wie wichtig der Reifen ist, merkt man oft erst, wenn ihm die Luft ausgeht. Plötzlich geht nichts mehr und die Tour oder das Rennen findet ein jähes Ende. Wohl dem, der vorgesorgt hat und sich selber helfen kann.

Gewicht, Rollwiderstand und Pannenschutz sind die drei großen Faktoren, die die Eigenschaften eines Rennradreifens maßgeblich beeinflussen. Darauf folgen persönliche Vorlieben, Erfahrung, Preis, Handhabung und Optik. Waren in den 80er und frühen 90er Jahren noch 19mm breite Drahtreifen mit Schlauch beim Rennrad Standard, findet man heute zunehmend Reifenbreiten bis 32mm in den unterschiedlichsten Varianten. Dabei orientieren sich die Reifenbreiten und -typen hauptsächlich am Einsatzzweck, sowie dem Komfort und dem Pannenschutz.

Vor- und Nachteile verschiedener Reifenbreiten

In den vergangenen Jahren ist der Trend zu breiteren Reifen im Rennrad Segment deutlich erkennbar und er hat durchaus technische Vorteile: Breitere Reifen rollen einfach besser, das haben auch zahlreiche Testreihen ergeben. Die schmalen Reifen verformen sich durch ihre längliche Aufstandsfläche beim Fahren stark, sie walken also mehr als die breiteren Reifen, die dagegen eine breitere und kürzere Aufstandsfläche haben. Zudem bieten breitere Reifen einen höheren Pannenschutz und mehr Komfort durch den geringeren Luftdruck, mit dem sie gefahren werden können.

Doch Vorsicht, breite Reifen haben nicht nur Vorteile. Zum einen sind sie durch den höheren Materialeinsatz etwas schwerer als schmale Reifen und manchem Fahrer sind sie im direkten Vergleich zu träge im Handling und in der Beschleunigung. Auch nicht alle Rennräder bieten ausreichende Reifenfreiheit für breite Reifen, häufig sind hier die Bremsen, die Gabel und der Rahmen die limitierenden Größen. Beim Luftwiderstand schneiden die breiten Reifen ebenfalls schlechter ab als ihre schmalen Pendants.

Der Großteil der Rennradreifen kommt übrigens komplett ohne oder mit minimalistischem Profil ohne echte Funktion aus, da sie für den Einsatz auf der Straße konzipiert sind und den größtmöglichen Kontakt zwischen Reifen und Straße herstellen sollen.

Die gängigen Reifengrößen beim Rennrad sind heute:

  • 23mm - der Reifen für Puristen und Leichtbaufans, die Einbußen beim Komfort für ein geringeres Gewicht gerne in Kauf nehmen und für die ein Rennrad einfach auf schmalen Reifen stehen muss.
  • 25mm - die goldene Mitte zwischen leicht und komfortabel für den Rennradfahrer, der sowohl Radmarathons, als auch gerne mal ein Jedermann-Rennen bestreitet.
  • 28mm - der perfekte Reifen für Tourenfahrer, die bei jedem Wetter und auch auf schlechten Untergründen schnell und komfortabel fahren möchten. Die paar Gramm Mehrgewicht werden für den Zuwachs an Pannenschutz gerne akzeptiert.

Vor- und Nachteile im Überblick:

Reifen 23 - 25 mm Reifen größer als 25 mm
Vorteile
  • Geringes Gewicht
  • Agileres Handling
  • Leichtes Abrollverhalten
  • Besserer Luftwiderstand
  • Praktisch auf allen Rennrädern zu montieren
  • Erhöhter Pannenschutz
  • Höherer Komfort durch mehr Volumen und weniger Druck
Nachteile
  • Etwas schlechterer Pannenschutz
  • Geringer Komfort durch kleines Volumen und hohen Druck
  • Höheres Gewicht
  • Schweres Abrollverhalten
  • Trägeres Handling
  • Schlechter Luftwiderstand
  • Nicht auf allen Rädern zu montieren

Der richtige Reifendruck

Der richtige Reifendruck beim Rennrad hängt von der Belastung (Körpergewicht), der Reifenbreite, dem Untergrund und natürlich deinen persönlichen Vorlieben ab.

Die folgende Tabelle zeigt dir, wie viel bar je nach Reifenbreite und Körpergewicht für deine Reifen geeignet sind. Natürlich sind dies nur Richtwerte und der für dich ideale Rennrad Reifendruck kann immer höher oder niedriger sein. Fährst du mit schlauchlosen Reifen? Dann brauchst du einen weniger hohen Reifendruck. Benutze die nachstehende Tabelle und zieh für tubeless etwa 1 bar ab.

Wir empfehlen auch, dir eine Fahrradpumpe mit Manometer anzuschaffen, so hast du den aktuellen Druck deiner Reifen immer genau im Auge.

Rennradreifen werden immer breiter. Warum eigentlich?

Wenige Teile am Rennrad beeinflussen Fahrspaß und Sicherheit so unmittelbar wie die Reifen. Als einzige Kontaktfläche zum Asphalt entscheiden sie darüber, wie schnell ein Rennrad rollt, wie leichtfüßig es sich beschleunigen lässt und wie verlässlich es in Kurven oder auf nassen Straßen am Boden "klebt". Auch in Sachen Aerodynamik spielen Reifen eine wichtige Rolle. Da sie als Verschleißteile ohnehin regelmäßig getauscht werden müssen, bieten sie die Chance auf effektives Tuning für recht wenig Geld.

Rennradreifen werden immer breiter, "die" Standard-Reifenbreite gibt es heute nicht mehr. Wer noch auf 23 oder gar 20 Millimeter breiten Pneus angefangen hat, reibt sich heute schon mal verwundert die Augen: 25 Millimeter breite Reifen markieren inzwischen eher das untere Ende der Skala, selbst auf Aero-Rennrädern montieren die Radhersteller mittlerweile mitunter serienmäßig 28 Millimeter breite Pneus, an Endurance-Rennern sind 30 oder 32 Millimeter keine Seltenheit mehr.

Sind breitere Reifen besser?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn es kommt drauf an, wie und wo Sie fahren. Fakt ist: Breite Reifenermöglichen es, den Luftdruck zu reduzieren, was Komfort, Grip und damit auch die Bremsperformance verbessert, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen. Denn breite Pneus liegen satter auf der Straße und übertragen dank ihrer größeren Aufstandsfläche und der besseren Verzahnung mehr Bremskraft.

Richtig ist aber auch: Breite Reifen sind schwerer und bieten mehr Luftwiderstand. Die Wahl der "richtigen" Reifenbreite hängt somit von persönlichen Vorlieben, dem schwerpunktmäßigen Einsatzzweck und von der Beschaffenheit des Untergrunds ab, auf dem (häufig) gefahren wird. Umso sinnvoller ist es, die für das eigene Nutzungsverhalten mehrheitlich beste Lösung zu finden.

Wie beeinflusst der Reifendruck die Performance?

Die Bedeutung des Reifendrucks ist kaum zu überschätzen, denn außer dem Gewicht hängen nahezu alle Aspekte - Breite, Höhe, Komfort, Handling, Aerodynamik und Pannenschutz - mit vom Luftdruck ab.

Bei der Wahl des Reifendrucks sollten Sie - ebenso wie bei der Wahl der Reifenbreite - den Untergrund berücksichtigen, auf dem Sie vorzugsweise unterwegs sind, denn hoher Druck ist nicht überall die beste - oder gar die schnellste - Lösung. Auf sehr glattem Untergrund macht mehr Druck tatsächlich schneller, auf durchschnittlicher oder schlechter Asphaltqualität "springen" hart aufgepumpte Reifen - der Fahrer wird durchgeschüttelt, die Muskulatur am ganzen Körper muss stärker arbeiten, in Kurven droht früheres Wegrutschen. Deshalb gilt dort in Sachen Reifendruck: Weniger ist mehr.

Welche Reifenbreite und welcher Luftdruck wann und für wen?

Die einzelnen Faktoren im Detail:

1. Gewicht

Breitere Reifen bestehen aus mehr Material und sind dementsprechend schwerer. Da sich das Mehrgewicht auf die rotierende Masse verteilt und weit außen sitzt, wirkt es sich natürlich auch auf das Handling und Fahrverhalten aus (Stichwort: Kreiselkräfte). Wer nicht alle paar Hundert Meter hart antritt, wird das Mehrgewicht allerdings kaum wahrnehmen.

2. Pannenschutz

Verbessern breitere Reifen auch den Pannenschutz? Jein. Denn was Schnitte oder Stiche durch Lauffläche oder Seitenwand angeht, macht es keinen Unterschied, ob ein 25 oder 32 Millimeter breiter Reifen montiert ist. Anders sieht es beim Durchschlagsschutz aus: Hier bedeutet größere Breite tatsächlich größere Widerstandskraft gegen Defekte, allein wegen seines größeren Volumens steckt der Reifen es besser weg, wenn er an Bordsteinen oder Schlaglöchern gequetscht wird. Und das gilt auch bei geringerem Luftdruck.

3. Rollwiderstand

Breite Reifen rollen bei identischem Luftdruck leichter, weil sie aufgrund der größeren Aufstandsfläche weniger walken als schmalere Pneus. Da man den Luftdruck bei breiteren Reifen aber sinnvollerweise reduziert, um Dämpfung und Grip zu verbessern, bleibt der Vorteil im realen Betrieb marginal. Positiv formuliert: Breitere Reifen bieten bessere Dämpfung und mehr Haftung - ohne sich spürbar nachteilig auf den Rollwiderstand auszuwirken.

4. Aerodynamik

Die Aerodynamik eines Reifens hängt von zwei Aspekten ab: erstens vom Luftwiderstand, der durch die Frontalfläche des Reifens erzeugt wird, zweitens von dessen Profil. Nicht zuletzt müssen Reifen und Felge (auch deren Breite) harmonieren und zusammenpassen, damit ein aerodynamisch günstiger Übergang entsteht. Wölbt sich der Pneu dagegen ballonartig über eine deutlich schmalere Felge, ist dies aus aerodynamischer Sicht nachteilig.

Gelten die Erkenntnisse zur Reifenbreite auch für Tubeless- und Schlauchreifen?

Grundsätzlich ja. Da Tubeless-Reifen "schneller" rollen, also weniger Rollwiderstand bieten, können Sie den Luftdruck Ihrer Reifen übrigens je nach Geschmack um bis zu ein Bar senken. Das verbessert noch einmal Komfort und Grip - ohne die Durchschlagsgefahr zu erhöhen, da ohnehin kein Schlauch montiert ist.

Die Rolle der Felge für Rennradreifen

Reifen und Felge sind Partner. Der eine kann ohne die andere nichts. Die Beziehung hat sich stürmisch entwickelt: Felgen haben enorm an Breite zugelegt. Das wirkt sich auch auf die Form der Reifen aus.

Die breitere Felge macht den Reifen voluminöser und seitensteifer; die breiter stehenden Reifenflanken stützen den Reifen besser. Die effektive Breite des Reifens auf einer Felge hängt davon ab, wie weit der Reifen geschnitten ist. Neuere Produkte sind bereits auf die breiteren Felgen abgestimmt und erreichen etwa bei 22 Millimeter Innenweite ihre aufgedruckte Breite.

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