Das ultimative Rennrad-Reparaturset: Was Sie für unterwegs wirklich brauchen

Wohl kaum etwas ist so ärgerlich, wie der Anruf zu Hause, um sich irgendwo in der Pampa mit dem Auto einsammeln zu lassen, weil das Rennrad streikt und man es nicht aus eigener Kraft wieder flott bekommt. Damit Ihnen das nicht passiert, hat ROADBIKE die wichtigsten Tipps für die Unterwegs-Werkstatt zusammengestellt. Eine Fahrradpanne während der Radtour ist ärgerlich und beendet schnell das Vergnügen. Das richtige Werkzeug im Pannenset vereinfacht die schnelle Reparatur an Ort und Stelle.

Die absolute Basis-Ausstattung für jede Tour

  • Ersatzschlauch (ggfs. mit Ventilverlängerung)
  • Minipumpe/evtl. CO2-Kartusche mit Patrone
  • Reifenheber
  • Mini-Tool (idealerweise mit Kettennieter wie das SKS TOM 18 oder das Crankbrothers Multi 19)

Diese Minimalausstattung sollten Sie auf jeder Tour dabei haben.

Zur Erklärung: Der mit weitem Abstand häufigste Defekt unterwegs ist ein Platten - also sollten Sie unbedingt darauf vorbereitet sein, einen defekten Reifen unterwegs reparieren zu können. Das heißt: Ersatzschlauch, Reifenheber und Minipumpe sind die wichtigsten Helfer überhaupt und unverzichtbar.

Ganz wichtig: Achten Sie bei der Auswahl des Ersatzschlauchs auf die passende Ventillänge, besonders natürlich, wenn Sie auf Hochprofil-Felgen unterwegs sind. Hilfreich sind hierbei auch Ventil-Verlängerungen zum Aufschrauben - und sie nehmen nicht viel Platz weg. Achten Sie auch darauf, dass der Schlauch auch zur Breite Ihrer Rennrad-Reifen passt.

Das Minitool hilft dabei, lockere Verschraubungen wieder anzuziehen, falls beispielsweise die Sattelstütze rutscht oder sich ein Cleat am Schuh gelöst hat.

Die wichtigsten Handgriffe wie Reifen von der Felge runter- und wieder draufhebeln sollten Sie ebenfalls mal geübt haben (oder die Übung kommt dann unterwegs). Wenn es mit dem Aufpumpen mal schneller gehen muss, beispielsweise bei einem Event, leisten CO2-Kartuschen gute Dienste. Damit ist ein Reifen in sekundenschnelle wieder prall - allerdings haben Sie auch nur einen Schuss - auch dies sollten Sie zumindest vorher mal geübt haben.

Zur Sicherheit sollten Sie aber dennoch nicht auf die Minipumpe verzichten, denn die Erfahrung lehrt: Oft hat man monate- oder gar jahrelang keinen Platten, dann aber auf einer Ausfahrt gleich zwei oder drei. Denn ein Platten kommt selten allein.

Die erweiterte Basis-Ausstattung für längere Touren

Deshalb folgende Ergänzug zur obigen Packliste:

  • Flickzeug/zweiter Schlauch
  • Kettenschloss oder Kettenniet

Haben Sie den ersten Platten, ist es oftmals einfacher und schneller, den Ersatzschlauch zu montieren und nicht aufwendig auf Loch-Suche zu gehen, um den kaputten Schlauch unterwegs zu reparieren. Das sparen Sie sich besser für zu Hause auf.

Das birgt natürlich den Nachteil, dass Sie nach dem ersten Defekt gewissermaßen blank unterwegs sind und nichts mehr kommen darf. Blöd, wenn der erste Defekt gleich am Anfang der Tour passiert ist. Deshalb empfehlen wir, ein kleines Flickset einzustecken - vor allem, wenn Sie auf eine längere (Tages-)Tour gehen. Praktische Kits gibts beispielsweise von Lezyne. Damit können Sie zwar nicht unbegrenzt, aber doch sehr viele Platten reparieren. Die Schwierigkeit unterwegs liegt natürlich darin, ein kleines Loch in einem schwarzen Schlauch zu finden.

Ein Tipp aus der ROADBIKE-Redaktion: Montieren Sie den Ersatzschlauch und stecken Sie den kaputten Schlauch ein. Wenn Sie dann in einem Ort mit Brunnen (o.ä.) vorbeikommen, nutzen Sie die Gelegenheit, dort das Loch zu finden und zu reparieren. EInfach kaputten Schlauch etwas aufpumpen und unter Wasser halten. Die aufsteigenden Blasen zeigen das Loch im Schlauch an. Haben Sie den Reifen geflickt, haben Sie wieder einen verwendbaren Ersatzschlauch an Bord!

Stichwort Kettenniet/Kettenschloss: Spontane Kettenrisse sind eine extrem seltene Panne, vor allem bei regelmäßig gepflegten und auf Verschleiß geprüften Ketten. Aber wenn Sie denn vorkommen, ist ein Vorankommen aus eigener Kraft natürlich nicht mehr möglich. Und weil viele Minitools einen Kettennieter integriert haben (z.B. das SKS TOM 18) und ein Kettenniet bzw. ein Kettenschloss wenig wiegt und wenig Platz mitnimmt, sollten Sie nicht darauf verzichten, sie einzustecken.

Wir in der ROADBIKE-Redaktion würden auch ein Kettenschloss empfehlen. Damit muss die Kette unterwegs nicht genietet werden, sondern Sie müssen nur das defekte Kettenglied entfernen und können die beiden Enden dann mit dem Kettenschloss neu zusammenfügen. Ein einzelner Niet geht überdies sehr leicht verloren und ist insbesondere im Gras oder auf grauem Asphalt fast nicht mehr wiederzufinden.

Transportmöglichkeiten für Ihr Werkzeug

Generell gibt es drei verbreitete Varianten, das Werkzeug für unterwegs mitzunehmen: 1) die Satteltasche, 2) die Trikottasche, 3) eine Werkzeug-Flasche im Flaschenhalter. Jede dieser Varianten hat klare Vor- und Nachteile, die wir hier einmal zusammengestellt haben:

1) Satteltasche

  • Vorteile:
    • Wichtige Tools immer dabei/am Rad
    • Satteltaschen gibt es in verschiedenen Größen
    • Vergleichsweise leicht zwischen mehreren Rädern zu wechseln
    • Tools wetterfest verstaut
    • Trikottaschen bleiben frei
    • Flaschenhalter bleiben frei
  • Nachteile:
    • In der Regel kein Platz für die Mini-Pumpe, die muss gesondert verstaut werden (bspw. am Rahmen)
    • Cleane Optik des Rahmens wird beeinträchtigt (je größer die Tasche ist, desto stärker)
    • Tool und Schläuche gammeln/korrodieren mitunter monatelang vor sich hin
    • Viele Satteltaschen sind nicht mit Aero-Stützen kompatibel
    • begrenztes Platzangebot

2) Werkzeug in der Trikottasche

  • Vorteile:
    • Cleane Optik am Rahmen
    • Flaschenhalter bleiben frei
    • Tools/Ersatzschlauch nach der Fahrt wieder im Trockenen, jederzeit unter Kontrolle
  • Nachteile:
    • Wenn man nicht alles gebündelt hat, besteht die Gefahr, was zu vergessen
    • Weniger Platz in der Trikottasche für anderes (Windweste, Handy, Schlüssel, Gels/Riegel)
    • Gewicht kann den Sitz des Trikots beeinträchtigen
    • Verletzungsgefahr am Rücken durch harte/scharfkantige Tools/Minipumpen bei Stürzen
    • Tools nicht vor Regen geschützt

3) Werkzeug-Flasche im Flaschenhalter

  • Vorteile:
    • Sehr schnell an jedes Rad gesteckt
    • Immer alles komplett fertig verpackt
    • Inhalt sehr gut vor Regen und Nässe geschützt
    • Flaschen sind in verschiedenen Größen erhältlich, auch Minipumpe findet Platz
  • Nachteile:
    • Ein Flaschenhalter blockiert, also nichts für lange Touren und heiße Sommertage

Für welche Variante Sie sich entscheiden, ist immer eine Frage des Fahrstils und der persönlichen Vorlieben. Wer seinen Renner so clean und aufgeräumt wie möglich haben möchte, verpackt sein Zeug in der Trikottasche oder in der Tool-Flasche. Ein Tipp noch: Auch für die Trikottasche gibt es Organziser, bspw. von Syncros, in denen Reifenheber, Tool, Handy und Minipumpe ihren Platz finden. So bleibt alles zusammen. Besonders bequem für Vergessliche ist es, an jedem Rad eine eigene Satteltasche und eine Minipumpe zu montieren - so kann man nichts wichtiges vergessen.

Und genau wie bei Satteltaschen gibt es auch bei Werkzeugflaschen verschiedene Varianten und Größen, die die zum Teil großen Preisunterschiede erklären. Die einfachsten Modelle sind wenig mehr als normale Trinkflaschen mit vielleicht einer etwas vergrößerten Öffnung - so etwas können Sie sich auch bequem aus einer alten Trinkflasche selbst basteln. Ganz wichtig: Sie sollten dabei den oberen Rand entgraten, sodass Sie sich beim Reingreifen nicht die Finger verletzen.

Die teureren Varianten der Werkzeugflaschen lassen sich mit einem Reißverschluss in Längsrichtung öffnen und sich innen in mehrere Fächer unterteilt, sodass alles seinen Platz finden und nichts unterwegs klappert.

Zusätzliche Tipps für die perfekte Ausrüstung

Man will ja unterwegs nicht seinen kompletten Hausstand dabei haben (und es soll auch nicht so aussehen), deshalb sollte natürlich alles so kompakt und klein wie möglich sein. Besonders klassische Ersatzschläuche nehmen aber extrem viel Platz weg. Eine Alternative sind die neuen Kompaktschläuche von Turbolito oder auch die Aerothan-Schläuche von Schwalbe. Moderne Multitools lassen sich oftmals platzsparend am Rad integrieren.

Neben dem Werkzeug gibt es noch ein paar weitere Dinge, die Sie bei einer längeren Tour nicht vergessen sollten. In unserem Artikel „Packliste für Ihre Radtour“ verraten wir Ihnen, was Sie auf eine Radtour oder Radreise mitnehmen müssen. Unter anderem wichtig: die passende Radbekleidung. Im owayo-Shop können Sie Radtrikots individuell designen und sind für Radtour oder Training gut gerüstet. In unserem Magazin finden Sie Tipps und Ideen für Ihren nächsten Fahrradurlaub in Deutschland oder Radtouren und Radreisen im Winter.

Die Bedeutung der regelmäßigen Fahrradwartung

Es gibt einige Fahrrad-Pannen, die wahrscheinlich jeder Radler schon einmal erlebt hat. Umso wichtiger ist es, dass Sie das passende Werkzeug parat haben, um zum Beispiel unterwegs die Kette zu reparieren. Pumpen Sie den Schlauch etwas auf und suchen Sie das Loch, aus dem Luft austritt. Alternativ können Sie auch ein Wasserbad (zum Beispiel an einem Fluss) nutzen.

Versuchen Sie das Kettenglied leicht zu bewegen. Lassen Sie etwas Luft aus dem Reifen und schrauben Sie die gebrochene Speiche ab. Dazu können Sie die Zange nutzen. Alternativ können Sie zum Beispiel einen Kulturbeutel zu einer Werkzeugtasche umfunktionieren. Wichtig ist, dass Sie die einzelnen Werkzeuge gut aufteilen und separat sortieren können.

Es kann immer mal passieren, dass Sie bestimmtes Werkzeug nicht eingepackt haben oder Ihr Rad eine größere Panne hat. In diesem Fall kann eine Fahrradwerkstatt helfen.

Fahrradwerkzeug für unterwegs ist gut, Fahrradpannen vermeiden noch besser. Sie wollen zu einer längeren Tour aufbrechen? Dann inspizieren Sie Ihr Fahrrad vorher auf etwaige Schäden. Pflegen Sie Ihr Fahrrad regelmäßig: Ölen Sie zum Beispiel die Kette oder befreien Sie das Rad von Streusalz und Dreck. Schalten Sie richtig. Tipps zum Schalten am Berg und Co. Fahren Sie im Winter besonders vorsichtig und machen Sie Ihr Rad fit für Schnee und Eis.

Überprüfen Sie jetzt, ob Ihr Fahrradwerkzeug für unterwegs vollständig und einsatzbereit ist. Finden Sie eine passende Verpackung und verstauen Sie Multitool und Co. am Rad. So steht Ihrer nächsten Radtour nichts mehr im Weg.

Sind Sie noch auf der Suche nach der passenden Radbekleidung?

Das Multitool: Ein Werkzeug für viele Fälle

Hier steht ein Werkzeug für viele. Meist ersetzt dieses kleine Kombi-Multitalent Innensechskant (Inbus/Torx), Kettennieter, Reifenheber, Schraubendreher, Speichenspanner und Maul- oder Ringschlüssel in verschiedenen Größen. Mit einem Multitool kann man verschiedene mechanische Reparaturen selbst erledigen. Es erfüllt beste Dienste bei gelockerten Schrauben, Feineinstellungen von ergonomischen Teilen und Nachjustierungen.

Ein Kettennieter mit Ersatznieten oder Kettenschloss kann eine gerissene Kette zusammenfügen und somit eine fast schon aussichtslose Panne beheben.

Aber Vorsicht: Die Werkzeuge sind als Helfer in der Not konstruiert. Größer dimensionierte Schrauben bzw. Spezialschrauben lassen sich hiermit häufig nicht lösen oder festziehen.

Reifenreparatur: Flickzeug und Reifenheber

Das Reifenflickset selbst sollte aus Reifenheber, Flickzeug und Luftpumpe bestehen. Zwei oder besser noch drei Reifenheber erleichtern den Wechsel des Reifenmantels erheblich. Mit diesen kleinen Helfern aus Metall oder Kunststoff kann man den Mantel leichter von der Felge hebeln.

Das Flickzeug kann sowohl mit Klebertube als auch mit selbstklebenden Flicken ausgestattet sein. Letztere erleichtern und beschleunigen die Reparatur und verzeihen außerdem den ein oder anderen Fehler in der Anwendung. Unser Tipp: Damit der Klebevorgang gut gelingt, sollte die Klebertube nicht zu alt und im Idealfall ungeöffnet sein. Überprüfen Sie am besten die Konsistenz des Klebers mit händischem Druck auf die Tube. Ist sie hart, ist der Kleber meist eingetrocknet. Ein frischer Kleber sollte den alten dann schnellstmöglich ersetzen.

Der Ersatzschlauch: Die schnellste Lösung bei einer Panne

Die beste Vorbereitung auf eine Reifenpanne ist die Mitnahme eines passenden Ersatzschlauchs. In den meisten Fällen kann damit die Reifenpanne schnell behoben und die Fahrradtour fortgesetzt werden. Zudem empfiehlt sich die Mitnahme von zwei Ersatzschläuchen, denn nicht immer ist das Flicken der Schläuche erfolgreich.

Neben dem klassischen Butyl-Schlauch aus Kautschuk gibt es mittlerweile sogenannte TPU-Schläuche. TPU-Schläuche aus thermoplastischem Polyurethan sind aufgrund ihrer Flexibilität, Haltbarkeit, chemischen und Temperaturbeständigkeit, ihrem Leichtgewicht und ihrer Vielseitigkeit eine ausgezeichnete Wahl als Ersatzschläuche zur Mitnahme.

Alternativen zum klassischen Schlauch: Offene Schläuche und Tubeless-Systeme

Selbst für den Fall, dass das Rad nicht demontiert werden kann, gibt es eine praktikable Lösung: der sogenannte offene Fahrradschlauch. Das Prinzip: Der defekte Schlauch wird aus dem Mantel des montierten Rads herausgezogen, durchgeschnitten und entfernt. Der offene, also nicht zu einem geschlossenen Ring geformte Ersatzschlauch wird, mit etwas Luft befüllt, in den Mantel eingeschoben. Nach der Montage des Mantels und durch die Erhöhung des Reifendrucks pressen sich die Schlauchenden aneinander, sodass beim Abrollen kein Übergang spürbar ist.

Tubeless-Reifen sind somit Fahrradreifen, die ohne Schlauch auskommen. Die Verbindungsstellen zwischen Reifenmantel und Felge sowie die Reifenmäntel selbst sind selten völlig luftdicht. Deshalb muss die Tubeless-Bereifung mit einem besonderen Dichtmittel gefüllt werden. Diese Emulsion ist als Dichtmilch oder Tubeless-Milch bekannt. Der Clou dieses Mittels ist, dass es bei einer Reifenpanne in der Lage ist, die Schadstelle blitzschnell abzudichten. Ein großer Nachteil von Tubeless-Reifen ist aber, das ein regelmäßiges Auffüllen der Dichtmilch notwendig ist, denn diese trocknet mit der Zeit aus.

Die Luftpumpe: Unverzichtbar für unterwegs

Sie ist seit vielen Jahren der treue Begleiter von Radfahrerinnen und Radfahrern: die Luftpumpe. Bei der klassischen (mechanischen) Fahrradpumpe gilt: Je kleiner sie ist, umso langwieriger und mühsamer stellt sich die Pumparbeit dar. Minipumpen für unterwegs gibt es in den mechanischen Ausführungen als Handpumpe oder Fußpumpe. Ohne Kraftanstrengung gelingt das Befüllen mit einer CO₂-Kartuschenpumpe oder Akkupumpe. Ein Manometer hilft dabei, den korrekten Fülldruck einzustellen. Unser Tipp: Nach dem Einfüllen von CO₂-Gas sollte dieses möglichst bald durch Luft ersetzt werden, da CO₂ ein anderes Temperatur-Druck-Verhalten hat als Luft.

Reifenpannenspray: Eine schnelle Notlösung

Reifenpannensprays sind eine schnelle, aber keine dauerhafte Lösung. Dabei handelt es sich um ein kleines, unter Druck stehendes Fläschchen, ähnlich einer Haarspraydose. Am oberen Ende befindet sich statt eines Sprühkopfs ein Betätigungshebel mit Schlauch. Im Pannenfall kommt der Schlauch mit Ventilaufsatz der Spraydose auf das Schlauch- bzw. Reifenventil. Jetzt wird der gesamte Inhalt des Sprays eingefüllt. Danach sollte der Reifen zügig bewegt werden. Das Dichtmittel verteilt sich im Schlauch und dichtet Löcher bis zu wenigen Millimetern Größe oft zuverlässig ab. Gleichzeitig versorgt es den Reifen mit Füllgas. Somit ist kein Aufpumpen bzw. Nachpumpen nötig. Die Reifendichtsprays sind bereits ab rund 5 Euro erhältlich. Aber: Ähnlich wie der Flickenkleber hat das Reifendichtmittel auch im ungenutzten Fall ein "Verfallsdatum" und sollte somit nach den Hinweisen des Herstellers regelmäßig erneuert werden.

Unser Tipp: Sorgen Sie dafür, dass Sie nach einer Panne den Schlauch zeitnah ersetzen oder klassisch flicken. Geflickte Reifen mit einem Reifenpannenspray sind nur ein Provisorium, und die Schadstelle hält oft nicht dauerhaft dicht.

Der ADAC hilft auch liegen gebliebenen Fahrradfahrenden und macht sie wieder mobil.

Der richtige Platz für das Pannenset

Niemals ohne: Für ein Pannenset sollte immer Platz sein. Aber viel besser ist es, das Pannenset direkt am Rad zu montieren. Klassische Varianten sind Sattel- oder Rahmentaschen. Im optimalen Fall sind diese wasserdicht und lassen sich per Klettverschluss oder verschraubter Stecksysteme unkompliziert am Rad befestigen.

Von ausgesprochen kreativem Erfindergeist zeugt die Idee mancher Hersteller, die Miniwerkzeuge in den Hohlräumen der Fahrradrohre zu integrieren. Die Multitools sind so klein, dass sie im Gabelschaftrohr, der Sattelstütze oder den Lenkerenden unterbracht werden können.

Tipps zu den Fahrradpannensets

Fahrradpannensets wird oft wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Im Fall einer Panne sind sie allerdings die Retter in der Not. Je größer die Brandbreite, die sie abdecken, und je einfacher sie in der Anwendung sind, umso erfolgreicher kann man sich selbst bei einer Panne helfen. Das Fahrradpannenset sollte den eigenen Wünschen und der individuellen technischen Ausstattung des Fahrrads angepasst werden (Kettenschlosstyp, Reifenpannenset, Werkzeugset).

Wer in der Transportasche oder im Rucksack Platz hat, sollte einen geschlossenen oder offenen Ersatzschlauch für die nächste Fahrradtour einpacken. Dieser hilft fast jedem liegen gebliebenen Fahrradfahrenden zuverlässig aus der Patsche beziehungsweise der Reifenpanne.

Reifendichtmittel für Tubeless-Reifen und Kleber zum Schlauchflicken haben begrenzte Haltbarkeiten. Sie sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls erneuert werden.

Vergleich von Werkzeugkoffern

Was ist drin, was fehlt? Wir haben den Inhalt von drei Werkzeugkoffern angeschaut und unser Fazit daraus gezogen.

Als Basis: Gedore Bit-Satz 1/4" 40-teilig

Die zentralen Werkzeuge vom klassischen Bit-Satz aus der „Red“-Serie von Gedore sind eine Umschaltknarre mit 1/4-Zoll-Vierkant und ein magnetischer Bit-Schraubendreher mit Sechskantaufnahme plus Adapter. Die kleine Box (230 x 52 x 130 mm) beinhaltet Nüsse von 5,5 bis 13 Millimetern für Sechskantschrauben; insgsamt 29 Bits für Torx-, Innensechskant-, Schlitz- und Kreuzschrauben ergänzen das Set sinnvoll. Eine günstige Basis, sie müsste jedoch fallweise um einige Schlüsselweiten und Spezialwerkzeuge ergänzt werden. Die Materialqualität der „Red“-Serie ist ausreichend, jedoch geringer als der bekannte Gedore-Standard.

  • Fehlende Werkzeuge: Spezialwerkzeug, 10er-Innensechskant, 4er- und 5er-Sechskant-Nuss
  • Zusätzliche Werkzeuge: Torx „TH“, insgesamt 9 PH- und PZ-Bits für Kreuzschlitzschrauben
  • Plus: eine gute Basis für die meisten Schraubfälle
  • Minus: wichtige Innensechskant-Bits fehlen
  • Preis: 45 Euro

Der Günstige: Procraft Werkzeugkoffer Starter

Der Procraft-Koffer ist ein klassisches Einsteiger-Set, wie man es von vielen Herstellern schon für weniger als 100 Euro findet. Dass man hier keine vollständig und hochwertig ausgestattete Fahrradwerkstatt erwarten darf, sollte klar sein. Dennoch enthalten die meisten Starter-Kits die wichtigsten Tools, um gelegentlich die nötigsten Wartungen am Bike durchführen zu können. Gespart wird hier in der Regel an der Materialgüte. Billige Schraubendreher und sehr kleine Innensechskante erschweren die Reparatur. Auf Spezialwerkzeuge wie Bowdenzugschneider oder Kettenschlosszange muss man verzichten.

  • Fehlende Werkzeuge: 1,5er- und 10er-Innensechskant, Kettenschlosszange, Bowdenzugschneider
  • Zusätzliche Werkzeuge: Flach-Ringschlüssel 13/14/15/16, Flickzeug, Schlitzschraubendreher
  • Plus: nahezu vollständige Basis zum günstigen Preis
  • Minus: Handhabung und Qualität der Werkzeuge teilweise nicht überzeugend; hakelige Einsätze im Koffer

Der Teure: Topeak Prepbox

Die Topeak-Werkzeuge lagern gesichert und übersichtlich sortiert im robusten Koffer. Eine magnetische Tasche kann zusätzliche Tools aufnehmen. Alle Werkzeuge sind sauber gefertigt und ohne scharfe Kanten. Sie überzeugen auch an langen Schrauberabenden mit effizienter und sicherer Bedienbarkeit. Die nahezu komplette Basisausstattung wird durch sinnvolle Teile wie den großen Handgriff zum Innenlager- oder Kassetten-Service ergänzt. Die Ausrüstung lässt sich bei Bedarf aus dem Topeak-Sortiment um hochwertige Werkzeuge erweitern.

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