Für viele Radfahrer gehört ein Rücklicht längst zur Standardausrüstung, die ganzjährig genutzt wird - nicht nur bei schlechten Lichtverhältnissen. In Deutschland müssen diese Lichter den Vorschriften der StVZO entsprechen. Moderne Fahrradlampen mit Akku sorgen für eine zuverlässige Beleuchtung, um sicher unterwegs zu sein und bieten eine hohe Leuchtleistung. Aktuelle Rücklichter sind leicht, wiegen etwa 30 Gramm, und lassen sich einfach an der Sattelstütze befestigen.
Die dunkle Fahrrad-Jahreszeit und die Notwendigkeit zuverlässiger Rückleuchten
Die dunkle Fahrrad-Jahreszeit beginnt und als Berufspendler ist man auf dem Rad auf zuverlässige Beleuchtung am Rad angewiesen. Man kann tagelang im Netz nach Testberichten von LED-Akku-Rücklichtern durchforsten. Es gibt eine schier unendliche Auswahl an Fahrradleuchten zwischen 5,- bis über 500,- Euro, viele „mit StVZO Zulassung“ durchs Kraftfahrbundesamt geprüft - erkennbar an der eingeprägten „Schlangenlinie mit dem K“ im Kunststoffglas.
Ohne diese Kennzeichnung dürfen übrigens keine Fahrrad-Leuchten in Deutschland im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden. Teilweise aus gutem Grund, denn es gibt z.B. Fahrrad-Scheinwerfer aus China mit einer ultrahohen Lichausbeute, die andere Verkehrsteilnehmer erheblich blenden, nicht wasserdicht sind, deren Akkus beim zehnten Mal aufladen abrauchen usw.
Für mich hat nicht „das hellste Fahrrad-Licht“ Priorität, sondern die zuverlässigste Beleuchtung mit der längsten Brenndauer! Genau an diesem Punkt habe ich in den letzten Jahren schon einige Akku-LED-Rücklichter getestet. Was in den ganzen Produkttests so gut wie nie steht: Wie schlägt sich eine Fahrradleuchte nach zwei Jahren Alltagseinsatz? Oder nach einer Wintersaison mit viel Regen? Was ist mit dem Thema Diebstahlsicherheit? Wie lange hält eine Akkuladung? Und wie gut ist die Halterung?
Worauf beim Kauf achten? Beim Kauf des Fahrrad Rücklichts sollte man auf namhafte Hersteller setzen und darauf achten, dass das Rücklicht StVZO-konform ist. Während man nach vorne sehen und auf Gefahren reagieren kann, bietet ein Rücklicht den besten Schutz gegen Gefahren von hinten.
Auswahl und Test von Akku-LED-Rücklichtern
Meine Auswahl fiel auf die kleine Büchel Micro Lens LED Rückleuchte - und auf das PEARL Velolicht - beide mit Lithium-Ionen-Akku, der über ein USB-Kabel aufgeladen werden kann. Beide Leuchten wurden mit deutscher Anleitung, Micro-USB-Ladekabel und Befestigungsmaterial ausgeliefert. Sie waren vorgeladen und funktionierten sofort nach dem Auspacken. Erstaunt war ich über die winzige Größe (kleiner als ein Autoschlüssel) und dem geschätzten Federgewicht von jeweils 25-30 Gramm.
Büchel Micro Lens LED Rückleuchte
Die Büchel Micro Lens LED Rückleuchte hat einen 300mAh Akku und wird einfach mit einem der beiden beiliegenden Gummiringe an der Sattelstange oder der Hinterradstrebe befestigt. Das Gehäuse und der Druckschalter hinterlassen einen sehr hochwertigen Eindruck. Die drei Osram LED-Leuchten erzeugen einen kräftigen, aber blendfreien Lichtschein, der von anderen Verkehrsteilnehmern aus hunderten von Metern deutlich zu erkennen sein dürfte.
Einzig der Silikonring deckt ein Stückchen der Seitenbeleuchtung ab - aber wirklich auch nur, weil die Rückleuchte eben so winzig klein ist. Das LED-Wunder ist in Sekunden montiert - und genauso schnell gestohlen. Der einzig sichtbare Nachteil der Büchel- Micro Lens ist die rückwärtige Lage des Micro-USB-Anschluss. Die Leuchte muss bei jedem Ladevorgang demontiert werden.
PEARL Velolicht
Die Anmutung des PEARL Velolichts ist auf den ersten Blick nicht ganz so hochwertig. Der Kunststoff der Rastnasenhalterung macht einen spröden Eindruck. Eine kleinere Halterung für die Seitenmontage an den Sattelstreben fehlt. Der Druckschalter fühlt sich dafür hochwertig an und auch dieses Rücklicht erzeugt mit drei LEDs eine homogene Beleuchtung nach hinten und zur Seite.
Die Lampe kann via USB-Kabel bequem von unten aufgeladen werden, während sie in der Halterung verbleibt. Wird sie nicht gestohlen, kann sie so monatelang am Fahrrad verleiben und geladen werden, ohne den filigran wirkenden Kunststoffmechanismus strapazieren zu müssen.
Gemeinsame Eigenschaften und Testergebnisse
Beide Rückleuchten glänzen im Test mit einer Ladekontrollleuchte, die nach dem vollständigen Aufladen via USB erlischt. Der Ladevorgang dauert jeweils ca. 2-3 Stunden. Das PEARL Velolicht verfügt zusätzlich über eine rote Warnleuchte wenn dem 480mAh-Akku bald der Saft ausgeht. Diese wirklich sinnvolle Funktion habe ich an der Büchel Rückleuchte in Form eines blau leuchtenden Indikators beim ersten Einsatz glatt übersehen.
Ich musste allerdings über die wirklich sehr lange Brenndauer beider Rückleuchten staunen: Das PEARL Velolicht brannte ganze 7,5 Stunden und die Büchel sagenhafte 10 Stunden mit einer einzigen Akkuladung bei 19 Grad C Raumtemperatur.
Für mich stand eigentlich sofort fest, dass die kleinere und schickere Büchel LED-Rückleuchte ans Rennrad kommt. Dadurch brauche ich meine alte Cube-LED Leuchte von 2014 nicht mehr alle zwei Stunden mit frischen AAA-Akku-Zellen zu befüllen, sondern kann mindestens 8-9 Stunden am Stück durch das dunkle Herbstwetter radeln. Die Qualität für das Budget hat samt der fast halbtägigen Brenndauer hat mich voll überzeugt.
Weitere Aspekte bei der Montage und Nutzung
Das Rücklicht muss natürlich noch im Dauereinsatz zeigen, ob es z.B. bei Regen und Kälte gute Dienste leistet. Mit einem USB-Winkelstecker lässt sich das Rücklicht mit etwas Bastelei dauerhaft mit einem Powerpack verbinden, wenn man die Kabel schlau verlegt.
Eigentlich ist dies bei einem 20-Cent-Bauteil unverzeihlich, außer für alle RadlerInnen, die auf jeden Fall eine Sattelstangen-Montage anstreben. Zu bedenken ist bei dieser Montage allerdings die Gefahr der Verdunkelung durch Mäntel, Rucksäcke oder Hüfttaschen - gerade mit Winterkleidung eine oft unterschätzte Gefahr. Um sich davor zu schützen kann am Rucksack ein weiteres LED-Rücklicht befestigt werden.
Alternativen und Ergänzungen
Was mir als Fahrradpendler im Herbst bzw. Winter immer noch wirklich fehlt, ist einfach ein zentraler, leistungsfähiger Akku, der alle Leuchten am Rad gleichzeitig versorgt - eben wie beim E-Bike. Nur diesen will ich zukünftig aufladen, keine nassen Stecker ziehen, keine schmutzigen Gehäuse abmontieren, keine eiskalten Zellen in warme Ladegeräte stopfen müssen. Außerdem träume ich von einem Lenkerschalter für alle Beleuchtungseinrichtungen wie beim Motorrad.
Rücklichter mit Bremslichtfunktion
Seit 2017 erlaubt die StVZO Fahrrad-Rücklichter mit Bremslichtfunktion, allerdings bedarf es einer Zulassung der einzelnen Geräte. Egal, ob mit oder ohne Bremslichtfunktion: Eine Fahrradlampe muss eine K-Nummer mit vorangestellter Welle tragen, damit sie für den Straßenverkehr zugelassen ist. Hat Ihre Lampe diese Kennzeichnung nicht, drohen bis zu 35 Euro Bußgeld, sofern die Polizei hier genau kontrolliert.
Inzwischen statten die Hersteller von hochwertigen E-Bikes schon ab Werk ihre Modelle mit Rücklichtern samt einer Bremslichtfunktion aus. Wer an seinem E-Bike keines findet, kann aber nachrüsten. Das gilt auch für Fahrräder, denn es gibt Sensor-basierte Rücklichter, die über einen eingebauten Beschleunigungssensor erkennen, wenn Sie in die Eisen steigen - ganz ohne Verbindung zur Bremse.
Funktionsweise eines Bremslichts
Die meisten Akku-betriebenen Rücklichter mit Bremslichtfunktion haben einen eingebauten Beschleunigungssensor, der das Bremslicht aktiviert, wenn die gemessene Geschwindigkeit sich reduziert. Oft reagieren sie aber leider auch auf Erschütterungen und Hindernisse beim Überfahren.
Abseits der Bremslichter mit Sensor gibt es noch zwei weitere Techniken, wie ein Rücklicht mitbekommt, dass gebremst wird: Bei Rücklichtern, die per Dynamo an der Radnabe betrieben werden, können Änderungen in der Spannungsfrequenz erfasst und dazu genutzt werden, das Bremslicht zu aktivieren. Eine eher teure Lösung ist, die Kopplung der Bremslichter an den Bremshebel eines E-Bikes. Hier leuchtet das Rücklicht kurz auf, sobald der Bremshebel betätigt wird.
Empfehlenswerte Rücklichter mit Bremslichtfunktion
- Lupine C14 Mag: Robustes LED-Rücklicht mit Aluminium-Gehäuse, magnetischer Halterung, Bremslichtfunktion und Lichtsensor. Akkulaufzeit bis zu 14,5 Stunden im Dauerlichtmodus.
- Sigma Blaze: Leichtes LED-Rücklicht mit Auto-Sensor, Bremslichtfunktion und einfacher Montage. Akkulaufzeit bis zu sieben Stunden.
- Lezyne Strip Alert: Robustes, wasserfestes LED-Rücklicht mit Bremslichtfunktion und verschiedenen Betriebsmodi.
- BBB Signal Brake BLS-167: Akku-Rücklicht mit Bremslichtfunktion, verschiedenen Modi und automatischen Park- und Standby-Modi (nicht StVZO-konform).
- Büchel Fahrrad Rücklicht LED: Günstiges Rücklicht mit Bremslichtfunktion, Helligkeitssensor und einfacher Montage.
Fahrradbeleuchtung-Test: Analyse der besten Modelle 2025
Dieser Fahrradbeleuchtung-Test hilft dir, die ideale Beleuchtung für dein Fahrrad zu finden.
| Produkt | Lumen | Lichtmodi | Akku-Laufzeit | Wasserdicht | Wiederaufladbar |
|---|---|---|---|---|---|
| Kryptonite Avenue R-75 | 75 | 6 | 2-10 Std. | Ja | USB |
| Topeak CubiCubi 500 USB Frontlicht | 500 | 6 | 1,5-20 Std. | IPX6 | USB |
| Knog Mid Cobber (Front) | 320 | 11 | 2-8 Std. | IPX5 | USB |
| Bookman Curve LED | 37 | 4 | 3-32 Std. | IPX4 | USB |
| Knog Mid Cobber (hinten) | 170 | 8 | 2-8 Std. | IP67 | USB |
| Sigma Nugget II USB | 50 | 3 | 2-8 Std. | IPX4 | USB |
| Knog Blinder Mini Dot | 20 | 5 | 2.5-11.5 Std. | Ja | USB |
| Sigma Blaze Flash | 50 | 3 | 11-50 Std. | IPX4 | USB |
| Knog Plus Licht-Set | 40 (vorn) / 20 (hinten) | 5 | 4 Std. | IP67 | USB |
Kaufberatung für Fahrrad-Rücklichter mit Bremslichtfunktion
Wenn Sie sich ein neues Fahrrad-Rücklicht mit Bremslicht-Funktion zulegen wollen, sollten Sie vor dem Kauf einige Punkte beachten, die Ihnen Fehlkäufe und möglichen Ärger ersparen:
- StVZO-Zulassung: Fahrrad-Rücklichter mit Bremslicht sind seit 2017 durch die Straßenverkehrs-Zulassung-Ordnung grundsätzlich erlaubt. Aber: Die Geräte brauchen eine eigene Zulassungs-Nummer, die erkennen Sie an einer K-Nummer mit vorangestellter Welle. Nicht zugelassene Rücklichter können in Deutschland zwar verkauft und eingesetzt werden, aber Sie riskieren dann eben 35-Euro-Bußgeld und vor allem bei Unfällen zusätzlichen Ärger.
- Befestigung: Achten Sie darauf, dass Ihr Rücklicht nicht von der Sattelstütze rutscht. Befestigungen aus Silikon oder Gummi bieten meist höchste Flexibilität, verschraubte Befestigungen sitzen jahrelang gut und fest. Befestigungen, die dafür sorgen, dass die Leuchten unkompliziert abgenommen werden können, sind ein sinnvoller Diebstahlschutz.
- Schutzklasse: Wenn Sie kein ausgesprochener Schönwetter-Straßen-Radler sind, sollten Sie beim Kauf eines Rücklichts auf alle Fälle darauf achten, dass das Gerät und vor allem die Ladebuchse gegen Spritzwasser, aber besser noch gegen Strahlwasser und Staub geschützt ist.
- Helligkeits-Modi und Sensorik: Die meisten Rücklichter mit Bremslicht-Funktion sind mit LEDs ausgestattet und strahlen ordentlich hell. Je heller sie allerdings strahlen, desto flotter zieht es den integrierten Akku leer, der aufgrund der Rücklichter-Baugrößen oft nur begrenzte Kapazitäten aufweist. Sinnvollerweise können Sie an Ihrem Rücklicht mehrere Modi einstellen, bestenfalls hat das Rücklicht einen eigenen Helligkeitssensor, der den Lichtstrom passend zum Umgebungslicht regelt und bei Stillstand des Rads in Standby schaltet.
- Akku-Lauf- und Ladezeiten: Werfen Sie hier einen genauen Blick auf die Angaben und suchen Sie im Internet nach Erfahrunsgwerten. Wir raten, im Zweifelsfall zu einem etwas teureren Rücklicht-Modell mit größerem Akku zu greifen, damit sie nicht nach jeder Tour die Lampe wieder aufladen müssen.
- Auto-Sensor: Manche Rücklichter mit Bremslichtfunktion verfügen über zusätzliche Näherungssensoren, die den Befehl zum Aufleuchten erteilen, wenn ein anderes Fahrzeug sich von hinten nähert.
Trotzdem zeigt dieser LED-Rücklicht-Test, dass es für wenig Geld schon recht ausgereifte LED-Lösungen gibt, die uns RadlerInnen helfen, die dunkle Jahreszeit auf dem Rad wesentlich komfortabler und sicherer zu überstehen als zu Zeiten der Dynamotechnik vor ein paar Jahren.
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