Rennradschuhe für Damen: Ein umfassender Test

Wer schnell und effizient auf dem Rennrad unterwegs sein will, kommt an Klickpedalen und den zugehörigen Schuhen nicht vorbei. Aber welche Fahrradschuhe fürs Rennrad gibt es eigentlich? Was kosten die? Und worauf sollte man beim Kauf achten?

Was macht gute Rennradschuhe aus?

Neben den individuellen Anforderungen an den Schuh gibt es auch einige allgemeine Qualitätskriterien an Rennradschuhe:

  • Die Schuhe sollten insgesamt gut verarbeitet sein, sich angenehm belüftet anfühlen und das Verschlusssystem sauber schließen.
  • An Stellen der Kraftübertragung sollte der Oberschuh möglichst fest sein, an empfindlichen Fußbereichen dagegen weich gepolstert.
  • Ob eine steife oder eine weichere Sohle bevorzugt wird, ist Geschmackssache.
  • Mit Schuhen der großen Marken wie Shimano, Giro, Scott oder Fizik machst du in Sachen Qualität nichts falsch.

Ein Rennradschuh sitzt gut, wenn er zwei Dinge erfüllt, sagt Jörg Nielinger. „Zum einen sollte der Fuß im Schuh bequem und sanft eingebettet sein. Zum anderen sollte die Sohle des Schuhs eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale ermöglichen.“ Der Radsportler Jörg Nielinger hat für die Süddeutsche Zeitung Rennradschuhe sechs verschiedener Hersteller getestet.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Egal ob 80 oder 300 Euro - das Wichtigste bei der Entscheidung für einen neuen Schuh ist der Komfort. Drückende oder rutschende Schuhe sind ein No-Go. Deshalb gilt: Wenn möglich, Schuhe anprobieren. Darauf solltest du außerdem achten:

  • Passen die Schuhe zu deinen Pedalen? Bei Radschuhen gibt’s verschiedene Sohlenstandards, die sich in der Anzahl der Löcher in der Schuhsohle unterscheiden. Die Schuhe, die du auswählst, müssen also zum System deiner Pedale passen.
  • Wie soll das Gehverhalten sein? Wenn du die Schuhe fürs sportlich-ambitionierte Fahren mit wenigen Stopps brauchst, sind klassische Rennradschuhe richtig für dich. Steigst du häufiger ab, schaue nach Schuhen, in denen der Cleat tiefer in der Sohle liegt (z.B. Gravel-Schuhe) - damit kannst du normal laufen.
  • Richtige Passform? Bei der Größenauswahl muss man bei Radschuhen anders vorgehen als etwa bei Laufschuhen. Da es keine Abrollbewegung gibt, braucht der Fuß vorne keinen zusätzlichen Platz. Wichtig ist hingegen ein kleiner Puffer in der Breite - da sollte der Schuh auf keinen Fall drücken.

Kann man auch MTB- oder Gravel-Schuhe auf dem Rennrad nutzen?

Das kann man auf jeden Fall. Vor allem deshalb, weil Radschuhe für Mountainbiker nicht zwangsläufig wie derbe Wanderstiefel aussehen müssen. Es gibt auch sehr sportliche Racer-Modelle oder den Kompromiss Gravel-Schuhe. Der Hauptunterschied ist der Aufbau der Sohle. Bei reinen Rennradschuhen sind die Cleats unter der Sohle angebracht. Vorteil: Bessere Kraftübertragung. Nachteil: Man läuft wie ein Pinguin und verschleißt seine Schuhe schneller, je mehr man mit ihnen zu Fuß unterwegs ist.

Bei MTB- oder Gravel-Schuhen sind die Cleats in der Sohle versenkt. Die Laufeigenschaften sind so deutlich komfortabler. Das macht sie zur sinnvollen Alternative für Rennradfahrer, die öfter absteigen.

Wichtig: Immer vorab checken, ob euer Schuh mit dem jeweiligen Klickpedalsystem kompatibel ist.

Preisklassen und was du erwarten kannst

Der Schuh ist die wichtigste Kontaktstelle zwischen Fahrer und Rad. Deshalb raten viele Experten dazu, hier nicht zu sparen. Trotzdem will nicht jeder direkt 300 Euro für ein Paar Schuhe ausgeben. Wir zeigen, was du von den einzelnen Preisklassen erwarten kannst.

Rennradschuhe um 100 Euro

Den Shimano SH-RC300 gibt es ab einem UVP von 109,95 Euro mit BOA-Drehverschluss und Kunstleder-Obermaterial. Bei den meisten Herstellern fangen die Modelle etwa um 100 Euro an. Das ist auch die Kategorie, in der man solide Schuhe kaufen kann, mit denen man lange Spaß hat. Das macht Rennradschuhe der unteren Preisklasse aus:

Rennradschuhe um 150 Euro

Der Testsieger in der 150-Euro-Kategorie: der Gaerne G.Tornado Lady. Made in Italy mit weichem Leder und steife Sohle. Für etwas mehr Geld bekommt man oft ein Plus an hochwertigen Materialien. Das kann sich positiv auf Langlebigkeit und Komfort auswirken. Das macht Rennradschuhe der Mittelklasse aus:

Rennradschuhe um 250 Euro

Mit dem Testurteil „Sehr gut“ ausgestattete FItzik Tempo Overcure R4 für 219 Euro. In der gehobenen Mittelklasse kannst du bereits Top-Materialien und eine makellose Verarbeitung erwarten. Ein Schuh aus dieser Kategorie sollte dir bei guter Pflege sehr lange die Treue auf dem Rad halten. Das macht Radschuhe um 250 Euro aus:

Rennradschuhe um 300 Euro

Top-Klasse für 359,95 Euro: Der Shimano S-Phyre SH-RC903 wiegt leichte 450 Gramm und hat eine ultrasteife Carbonfaserverbundsohle Top-Schuhe kosten schnell 300 Euro oder mehr. Dafür bekommt man edelstes Material auf Profi-Niveau. Sie richten sich in erster Linie an sportlich Ambitionierte und Profis. Das macht Rennradschuhe der oberen Preisklasse aus:

Details, Materialien und Systeme

Je mehr du für Deine Rennradschuhe ausgibst, desto mehr bekommst du natürlich. Je teurer der Schuh, desto leichter ist der Schuh, weil beispielweise Carbon als Material für die Sohle eingesetzt wird. Der Gewichtsunterschied zwischen Rennradschuhen für Einsteiger und den teuersten Profi-Modellen kann bis zu 350 g oder mehr betragen.

Teure Rennradschuhe verwenden Kohlefasersohlen, also Carbon, um das Gewicht zu reduzieren, was sich auch auf die Steifigkeit des Schuhs auswirkt. Diese Steifheit ist wichtig, um die Kraft möglichst direkt und ohne Verlust durch Verbiegungen oder Verwindungen auf die Pedale zu übertragen. Je steifer der Schuh, desto besser ist dies für die Energieeffizienz.

Das System zur Befestigung des Schuhs am Fuß ist ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Einsteigermodellen für 80€ und Mittelklassemdellen ab 150€. Bei günstigen Rennradschuhen wird man wahrscheinlich eine einfache Anordnung von Klettbändern verwenden, während der Verschluss umso aufwändiger ist, je teurer es wird.

Von Schnallen mit Mikro-Ratschenverschluss über Drehknöpfe mit einem Bänderzugsystem (BOA) bis hin zu einer Kombination aus Schnallen, Ratschen und Klettverschluss hat jede Schuhmarke in den verschiedenen Preisklassen ihren bevorzugten Ansatz.

Die für das Obermaterial verwendeten Materialien werden leichter, atmungsaktiver und geschmeidiger je nach Preiskategorie des Rennradschuhs. Lederschuhe sind in der Regel teuer, während es alle Arten von synthetischen Alternativen gibt. Das Obermaterial kann einen großen Einfluss darauf haben, wie bequem sich deine Schuhe anfühlen.

Bei der Wahl des Obermaterials und der Ausstattung des Schuhs solltest Du auch einkalkulieren, ob Du bei jedem Wetter fährst oder eher ein Schönwetterradfahrer bist. Dann sind teure Schuhe mit GoreTex-Ausstattung nicht unbedingt nötig und Du kannst Dir für den Notfall einfach ein paar Rennrad-Überschuhe einpacken.

Passform bei Rennradschuhen

Es ist absolut wichtig einen bequemen Schuh zu bekommen, der gut passt. Es lohnt sich also, ihn vor dem Kauf in einem gut sortierten Fahrradgeschäft anzuprobieren. Du solltest nicht davon ausgehen, dass alle Marken gleich groß sind. Einige sind schmaler und andere haben eine breitere Passform. Geschmeidigeres Material bietet ebenso deinen Füßen mehr Spielraum.

Neben Testberichten und Erfahrungsberichten zu Rennradschuhen, kann auch eine Beratung von einem Bikefitting-Profi ratsam sein. Dort wird dann Dein Rad für Dich optimal eingestellt inklusive der Wahl eines optimalen Schuhs und der Einstellung der Pedalplatten.

Ausgewählte Rennradschuhe im Test

Hier werden einige ausgewählte Rennradschuhe vorgestellt, die derzeit auf dem Markt sind:

  1. Specialized S-Works 7 Rennradschuhe: Bietet herausragende Leistung mit Komfort, Passform, Fußbeständigkeit und Kraftübertragung.
  2. Giro Trans Boa Rennradschuhe: Steife Carbon-Sohlen und leicht zu optimierender Tragekomfort.
  3. Le Col Pro Carbon Rennradschuhe: Beeindruckend steif mit großartiger Passform und weichem, geschmeidigem Obermaterial.
  4. Fizik Infinito R1 Knit Rennradschuhe: Sehr bequem und cool, ideal für leichte und steife Sommerschuhe.
  5. Shimano RC7 (701) Rennradschuhe: Bequeme, sichere und gut belüftete Option mit großartiger Passform.
  6. Liv Macha Pro Carbon Rennradschuhe für Frauen: Supersteife Sohlen und effektive Boa-Verschlüsse, sehr leicht und passen außergewöhnlich gut.
  7. Lake CX301 Rennradschuhe: Komfortabel, leicht, luftig und schick.
  8. Bont Vaypor S Rennradschuhe: Supersteif und bieten dennoch ein hervorragendes Maß an Komfort.
  9. Van Rysel 500 Rennradschuhe: Konzipiert für normale Straßenfahrer und Einsteiger.
  10. Mavic Comete Ultimate Rennradschuhe: Unglaublich steif und steifer als jeder andere Schuh.
  11. Sidi Wire 2 Carbon Air Rennradschuhe: Besonders bequem und atmungsaktiv.

Die besten Mittelklasse-Rennradschuhe

ROADBIKE wollte wissen: Welche Modelle (Männer, Frauen, Unisex) taugen in diesem Preissegment besonders gut und erfüllen die Anforderungen an einen sportlichen Rennradschuh bei gleichzeitig gutem Komfort zum bezahlbaren Preis? Zwölf Hersteller haben wir eingeladen, mit ihren passenden Modellen für Mann und Frau im Vergleich anzutreten. Testschuhe kamen von Fizik, Gaerne, Giant bzw. Giants Frauenlabel Liv, Giro, Lake, Mavic, Northwave, Scott, Shimano, Sidi, Specialized und Decathlons Eigenmarke Van Rysel. Einige Hersteller bieten im genannten Preissegment nur Unisex-Modelle an, die wir ebenfalls berücksichtigt haben. Diese Schuhe wurden von männlichen und weiblichen Testern gefahren und bewertet. Alle Eindrücke haben wir gesammelt und in einem Testurteil zusammengefasst.

Erkenntnisse aus dem Test

Einig waren sich die Testfahrer bei der Frage: Wie sportlich fahren sich die getesteten Modelle? Den besten Eindruck hinterließen hier Fiziks Vento Omna, Specializeds Torch 2.0 und Van Rysels RCR, die alle dank hervorragender Kraftübertragung und steifer Carbon-Sohle jedes Watt aus den Beinen effizient aufs Pedal brachten. Scotts Damen- und Herrenmodelle reihten sich in puncto Kraftübertragung knapp hinter der Spitze ein, machten das leichte Defizit aber dank ihrer hervorragenden Passform und auch dank zweier Boa-Verschlüsse wieder wett.

Verschlusssysteme im Detail

Egal ob vom Zulieferer oder als Eigenentwicklung: Drehverschluss ist nicht gleich Drehverschluss. Die Details und Funktionsweisen der verschiedenen Systeme im Test.

  • SIDI Tecno-3-System: Um drehen zu können, muss man bei Sidi den Hebel nach oben klappen. Einseitiges Betätigen der seitlichen Drücker lockert die Drahtspannung in feiner Rasterung, beidseitiges Drücken öffnet komplett.
  • BOA IP1/Li2, Habu: Die Alleskönner von Boa: Zum Einrasten runterdrücken, zum stufenweisen Festziehen oder Lockern drehen, zum Öffnen nach oben ziehen. In diesem Test ist der Boa IP1 bei Giant montiert, Li2 gibt’s bei Fizik und Specialized. Der Habu-Verschluss am Van Rysel wird ebenfalls von Boa vertrieben und basiert auf demselben Prinzip wie IP1 und Li2.
  • Northwave xDial: Drehen am Rädchen fixiert den Fuß; drückt man von oben auf den Metallhebel, lockert sich die Spannung in definierten Rastschritten. Zum Öffnen des Verschlusssystems zieht man den Metallhebel vom Rädchen weg.

Worauf du bei der Anprobe achten solltest

Natürlich darf der Fuß im Schuh nicht hin und her rutschen, andererseits ist genügend Zehenfreiheit wichtig. Ebenso wie guter Halt an der Ferse, damit der Fuß in der Zugphase nicht herausrutscht. Eine unnachgiebige Fersenschale, die den Fuß fest umschließt, hilft dabei. Wer keine Kraft am Berg oder beim Sprint verlieren möchte, sollte auf eine steife Sohle setzen. Nicht unwichtig: die Belüftung und das Gewicht!

Rennradschuhe im Test: Ergebnisse aus 2023

Aus unserem letzten großen Test der Mittelklasse-Rennradschuhe stammen die folgenden Modelle, die an ihrer Qualität noch nichts eingebüßt haben und weiterhin zu bekommen sind.

  1. Shimano RC702: Ein speziell für ambitionierte Rennradfahrer toller Schuh gelungen. Im Hinblick auf Kraftübertragung und Einstellbarkeit erreicht der Schuh im Test Bestwerte.
  2. Scott Road Team BOA: Wer auf der Suche nach einem fair bepreisten, komfortablen und für viele Fußtypen geeigneten Rennradschuh ist, findet mit dem Scott Road Team BOA einen dankbaren Partner für Rennradaktivitäten aller Art.
  3. Van Rysel RCR: Einen innovativen und optisch ansprechenden Rennradschuh entworfen, der sehr viel bietet - besonders eine tolle Kraftübertragung und einen komfortablen Sitz.
  4. Sidi Ergo 6: Der Sidi Ergo 6 begeistert durch seine wertige, langlebige Verarbeitung und die sehr gutmütige Passform, durch die sich auch Rennradler mit etwas breiteren Füßen wohlfühlen.
  5. Mavic Cosmic BOA: Der Mavic Cosmic BOA bringt so ziemlich alles mit, was Rennradfahrer benötigen: hoher Tragekomfort, Schnellschnürsystem und geradlinige Optik.

Weitere getestete Modelle

Im Test haben wir uns 27 Modelle der verschiedensten Preisklassen angesehen, vom günstigen Einsteigerschuh bis hin zum teuren Luxusmodell.

  • Q36.5 Dottore Clima
  • Specialized Torch 2.0
  • Bontrager Circuit
  • Fizik Vento Omna
  • Shimano SH-RC502
  • Luck Evo

Fahrradschuhe Damen Test & Vergleich

Hier sind einige der besten Damen-Fahrradschuhe im Ranking:

  1. Vaude Women's AM Moab syn.: Bietet sehr guten Grip und vermittelt ein sicheres Fahrgefühl.
  2. Vaude Unisex TVL Asfalt Dualflex Radschuhe: Gute Kombination aus Bikeschuhen und Sneakern.
  3. Vaude Unisex Minaki Mid II STX: Nutzer loben die solide Rutschfestigkeit und die wasserdichte sowie atmungsaktive Beschaffenheit.
  4. O'NEAL Pinned Flat Pedal: Hohe Funktionalität und Komfort, was diese Schuhe für Mountainbike-Enthusiasten sehr attraktiv macht.
  5. Vaude Unisex TVL Pavei STX: Bietet eine breite Größenauswahl und ist kompatibel mit Klick-Pedalen.
  6. Prodkfe Fahrradschuhe: Überzeugen durch ihre herausragende Rutschfestigkeit.
  7. SHIMANO SH-ET700: Bieten einen ungewöhnlichen und praktischen Drehverschluss.
  8. CMP Lothal Wmn: Bieten sowohl im Alltag als auch beim Radfahren einen großen Vorteil.
  9. ARTVEP Fahrradschuhe: Eignen sich für die Verwendung mit Rennrädern, Mountainbikes, Spin-Bikes, Peloton-Bikes sowie für den Einsatz bei Freizeittouren.

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