Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind.
Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Aber überraschenderweise gehören Scheibenbremsen an Disc-Rennrädern nicht zur Gruppe selbst.
Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet. Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst.
Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe. Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist. Die Shimano Tourney-Gruppe ist eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer. Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt.
Shimano Claris: Die erste echte Schaltgruppe für Rennräder
Shimano Claris ist die erste echte Schaltgruppe für Rennräder. Rennräder mit einer Shimano Claris-Schaltgruppe sind sehr gut für Einsteiger geeignet. Die Shimano Claris-Gruppe ist bei den Einsteigerrennrädern häufig zu sehen. Und das macht Sinn.
Es ist eine relativ preiswerte Gruppe, die dennoch sehr langlebig und gut schaltbar ist. Die Shimano Sora-Gruppe ist die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
Die höheren Shimano Schaltgruppen
Mit der Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Du siehst Shimano Tiagra viel auf den teureren Rennrädern des mittleren Segments. Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst.
Die Shimano 105-Gruppe ist die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.
Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt. Das Schalten funktioniert wie es sich gehört, leise und praktisch reibungslos. Hier kannst du auch kein Dreifachschaltwerk mehr nehmen. Natürlich gibt es bei Shimano Ultegra auch eine Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen.
Eine sehr schöne Option ist, dass du dich ab Ultegra für eine Gruppe mit elektronischer Schaltung entscheiden kannst. Dies hat den Vorteil, dass du dich nie wieder mit einer schleifenden Kette rumschlagen musst. Mit einer Ultegra Di2-Gruppe kannst du elektronisch schalten. Das elektronische Schalten mit einer Shimano Ultegra Di2 11-fach-Schaltgruppe ist nicht kabellos. Du musst also immer noch kleine elektronische Kabel durch deinen Fahrradrahmen verlegen. Natürlich benötigst du auch einen Ultegra-Akku, um die ganze Elektronik mit Strom zu versorgen.
Shimano Dura Ace ist die beste Schaltgruppe von Shimano. Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten. Die gesamte Dura Ace-Gruppe ist so optimiert, dass du wirklich jedes bisschen Kraft, das du in sie steckst, in Geschwindigkeit umwandelst. Und natürlich ist die Schaltung sehr präzise und super zuverlässig. Entscheidest du dich für die Version mit hydraulischen Scheibenbremsen? Hole dir dann auch sofort die Dura Ace-Bremsscheiben.
Wenn die normale Dura Ace noch nicht gut genug ist, kannst du dich auch für Shimano Dura Ace Di2 entscheiden. Der Vorteil ist, dass beim Schalten keine Probleme mehr entstehen durch ein ausgeleiertes Kabel. Willst du dich bei Shimano Schaltkomponenten wirklich für das Beste vom Besten entscheiden? Dann solltest du die neuesten und fortschrittlichsten Ergänzungen der Shimano-Gruppen wählen: Die Shimano 12-fach Ultegra R8100 Di2 und die Shimano 12-fach Dura Ace R9200 Di2!
Abgesehen davon, dass es sich bei diesen Schaltgruppen um 12-fach-Gruppen handelt und nicht, wie bei ihren Vorgängern, um 11-fach-Gruppen, wurden die Schaltgeschwindigkeit und die Qualität der Ultegra und Dura Ace Di2 12-fach erheblich verbessert. Daher bieten diese Gruppen ein unvergleichliches Schalterlebnis bei jeder Belastung.
Cube Attain 2020 im Test mit Shimano Claris
Das Cube Attain 2020: Die ersten Eindrücke: Vor mir steht das Cube Attain 2020. Ein Rennrad für EinsteigerInnen, die sich an den wunderbaren Straßenradsport heranwagen möchten. Cube bezeichnet die Farbkombination des Attain 2020 als grey’n’flashyellow. Hier treffen neongelbe Akzente auf ein mattes Dunkelgrau. Insgesamt ein sportliches Design, ohne besonders auffällig zu sein. In Kombination mit den innenverlegten Schalt- und Bremszügen wirkt das Rad absolut hochwertig.
Der Rahmen besteht aus dem rennradspezifischen Aluminium 6061 T6 Superlite. Auch am besser ausgestatteten Cube Attain Race 2020 kommt dieser zum Einsatz. Größentechnisch ist das Cube Attain 2020 in den Größen von 47 cm bis 62 cm erhältlich. Damit kann das Bike von nahezu jeder Körpergröße gefahren werden. Das geringe Gesamtgewicht von 9,6 Kilogramm (ohne Pedale) kann sich ebenfalls sehen lassen.
Um ehrlich zu sein, war ich vorher etwas skeptisch. Ein Rennrad für deutlich weniger als 1.000 Euro? Kann das was? Was taugt die Shimano Claris Schaltgruppe und die Felgenbremse? Direkt vorne weg: Als ambitionierten Rennradler ist man nicht direkt beeindruckt von der Ausstattung. Dabei ist sie mit Blick auf den Preis unverschämt gut. Etwas enttäuschend ist lediglich, dass die verbaute Kassette und die Kette nicht aus der Claris-Gruppe stammen.
Wenn man sich bewusst ist, dass es sich hier um ein Einsteigerbike handelt, dann ist das Cube Attain 2020 ein echtes Highlight. Was mir auf der Proberunde direkt auffällt ist die bequeme Sitzposition, die Cube als Road Comfort Geometry beschreibt. Die Rahmengeometrie ermöglicht eine entspannte Sitzhaltung, ohne dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt das Gefühl hätte auf einem Trekkingrad oder Citybike zu sitzen. Wenn man den Lenker durch das Versetzen der Spacer tiefer montiert, sitzt man sogar ziemlich sportlich.
Die Gabel aus Vollcarbon in Kombination mit dem konischen Steuerrohr wirkt bei Belastungen in Kurven und beim Bremsen ausgesprochen steif. Die schmalen Sitzstreben sorgen nicht nur für eine filigrane Optik. Sie geben mir durch ihre Flexibilität auf unebenen Untergründen auch etwas Komfort.
Cube verzichtet beim Attain 2020 eine Scheibenbremse. Auf meinem privaten Renner bin ich ebenfalls noch mit einer Felgenbremse unterwegs und damit absolut zufrieden. Auch die Tour De France wurde 2019 noch mit einer Felgenbremse gewonnen. Hier muss sich also niemand Gedanken bezüglich einer schlechten Bremsleistung machen. Der große Vorteil ist: Rennräder mit Felgenbremsen wiegen weniger als die Modelle mit Scheibenbremsen. Die Shimano Claris BR-R2000 Felgenbremse liefert jedenfalls eine ideale Performance, ohne dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt eine Scheibenbremse vermissen würde.
Kommen wir zur Schaltgruppe: Die 2×8 Shimano Claris Schaltung bedient auf meiner Testrunde jederzeit mein Verlangen nach einem flüssigen Gangwechsel. Klar, eine Shimano Claris ist keine 105er oder Ultegra, aber die Schaltung ist für die Ansprüche von EinsteigerInnen in den Rennradsport mehr als ausreichend. Hier geht es um Zuverlässigkeit und eine angenehme Bedienung und genau das bietet die Shimano Claris Gruppe allemal.
Fazit zum Cube Attain 2020 mit Shimano Claris
Für EinsteigerInnen, die nicht mehr als nötig für ein Rennrad ausgeben möchten, ist das Attain 2020 das richtige Rad. Das hochwertige Rahmenset, sowie die durchdachten Komponenten sorgen für ein rundes Fahrerlebnis. Die Vollcarbongabel des schick designten Bikes, absorbiert leichte Unebenheiten und schont so die Handgelenke. Außerdem wirkt sie sich positiv auf das Gewicht des Cube Attain aus.
Das Cube Attain 2020 kann nicht nur EinsteigerInnen gefallen, sondern auch ambitionierten RennradfahrerInnen als preisgünstiges Trainingsrad im Winter dienen, wenn die Rennmaschine zu schade ist. Falls das Attain als Alltagsrad bzw. schnelles Urbanbike aufgerüstet werden soll, sind Schmutzfänger für die Sattelstütze und eine Akku Beleuchtung das ideale Zubehör.
Die nächst-höhere Ausstattungslinie, das Cube Attain Race 2020, bietet neben Scheibenbremsen auch eine 20-Gang Tiagra Schaltung.
Die Shimano Claris ist eine preiswerte Gruppe im modernen Shimano-Design mit acht Ritzeln und wahlweise Zweifach-Kompakt- oder Dreifach-Kurbel. Technisch weitgehend vergleichbar mit der Sora, aber mit einem Ritzel weniger und etwas schwereren Teilen. Es gibt eine große Auswahl an Kassetten mit eng abgestuften Ritzeln von 12-25 Zähnen bis zu weit gespreizten 11-34; letztere benötigt das optional angebote Schaltwerk mit langem Käfig.
Weitere getestete Rennräder mit ähnlicher Ausstattung
Hier ist eine Zusammenfassung weiterer Rennräder, die in ähnlichen Tests berücksichtigt wurden:
- B’TWIN Triban 520: Preiswertes Rad mit Sora-Schaltung, ideal für vielfältige Einsatzzwecke.
- GIANT Contend 3: Komfortorientiertes Rad mit Claris-Schaltung, geeignet für preisbewusste Fahrer.
- SCOTT Speedster 50: Günstiges Modell mit Tourney-Antrieb, das jedoch nicht vollständig überzeugt.
- SERIOUS Valparola Comp: Sportlich abgestimmtes Rad mit Neunfach-Kassette, ideal für ambitionierte Fahrer.
- Specialized Allez: Leichtes Rad mit Claris-Getriebe, bietet jedoch Verbesserungspotenzial bei den Laufrädern.
- Trek Domane AL 2: Sehr günstiges Rad mit Claris-Schaltung, bietet ein fast konkurrenzloses Angebot.
Die Shimano Gruppen im Überblick
Der japanische Hersteller Shimano ist mit großem Abstand weltweit Marktführer bei Schaltungen und Bremsen für Rennräder. An der Spitze in Preis und Qualität steht die Top-Gruppe Dura-Ace als erste Wahl für Profiräder; darunter folgen Ultegra und 105, die bei Hobbyfahrern am weitesten verbreitet sind. Die Tiagra wird an Rennrädern um 1.000 Euro montiert. Für Rennräder, die deutlich weniger als 1.000 Euro kosten, hat Shimano noch drei weitere Schaltungen im Programm - wir erklären, was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt.
| Schaltgruppe/Modell | Ganganzahl | Typ | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Claris | 8-fach | Mechanisch | Einsteigerklasse | Robust, einfach zu bedienen, kostengünstig. |
| Sora | 9-fach | Mechanisch | Freizeit und Fitness | Ideal für längere Touren. Einsteigerklasse, erschwinglich, zuverlässig, für Freizeitfahrer. |
| Tiagra | 10-fach | Mechanisch | Tourenfahrer und Training | Präzisere Schaltvorgänge. Mittelklasse, robust, ideal für Training und Touren. |
| 105 | 11- oder 12-fach | Mechanisch/Elektronisch | Mittelklasse | Mechanisch oder Di2 (12-fach), vielseitig, präzise, ideal für Hobbyfahrer. |
| Ultegra | 12-fach | Mechanisch/Elektronisch | Fortgeschrittene und Rennen | Leicht, präzise, mechanisch oder Di2 verfügbar. |
Abschließende Gedanken
Ob mechanisch oder elektronisch, Shimano oder SRAM - die Wahl der richtigen Rennrad Schaltgruppe ist entscheidend für deine Performance und den Fahrspaß. Rennräder sind mit einer Vielzahl von Schaltgruppen ausgestattet, die auf unterschiedliche Anforderungen abgestimmt sind. Von der soliden Shimano Sora bis zur High-End SRAM Red eTap AXS bieten moderne Rennräder für jeden Fahrstil und jedes Budget die passende Lösung.
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