Rennrad Sonnenbrille Herren Test: Optimale Sicht und Schutz für Radfahrer

Eine Sonnenbrille gehört für die meisten Biker so selbstverständlich zur Ausrüstung wie Fahrradpumpe und Ersatzschlauch. Dabei ist sie für viele mehr als nur reiner Schutz vor Sonne, Fahrtwind oder Flugobjekten. Gerade die aktuell so angesagten Shield-Modelle mit besonders großen Scheiben punkten mit einer zusätzlichen Portion Style.

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Testbericht über Fahrradsonnenbrillen für Herren, insbesondere für Rennradfahrer. Verschiedene Modelle werden hinsichtlich ihrer Passform, Tönung, Belüftung, des UV-Schutzes und weiterer relevanter Eigenschaften verglichen, um eine optimale Kaufentscheidung zu ermöglichen.

Warum eine spezielle Sonnenbrille für Rennradfahrer?

Eine perfekte Sonnenbrille für Rennradfahrer erfüllt gleich mehrere Zwecke. Bei starkem Sonnenschein schützt sie die Augen vor UV-Strahlung und lässt ihren Träger trotz hellem Licht noch klar blicken. Außerdem schützt sie die Augen vor Zugluft und hochfliegenden Steinchen oder herumschwirrenden Insekten. Und am besten soll sie dabei nicht zu schwer sein und auch möglichst nicht drücken. Und wenn sie dann noch gut aussieht, dann ist das Rennradfahrer-Glück vollständig!

Die Radbrille ist für Radler in doppelter Hinsicht wertvoll: Sie ist wichtig als Schutz für die Augen - und als Modeaccessoire unterstreicht sie den persönlichen Stil. Aktuell angesagt sind Brillen mit Scheiben im Panorama-Format. Abgesehen von modischen Aspekten lautet die spannende Frage, ob die XXL-Scheiben auch XXL-Schutz und -Sicht bieten.

UV-Schutz und Sicherheit

Fakt ist: Wer stundenlang bei hellem Sonnenlicht unterwegs ist, sollte unbedingt seine Augen schützen. Zu starkes UV-Licht kann der Grund für diverse Augenerkrankungen sein. Alle Qualitäts-Sport-Sonnenbrillen schützen effektiv vor schädlichen Sonnenstrahlen von bis zu 400 Nanometern Wellenlänge. Sie tragen deswegen oft die Bezeichnung UV400 oder „100 Prozent UV-Schutz“.

Neben dem Schutz vor Sonnenstrahlung hat eine Radbrille auch wichtige und praktische Aufgaben. Darüber hinaus sollten Gläser an Radbrillen entsprechend stark gebogen sein, um einen optimalen Abschluss an Stirn und Wangen zu bieten - ganz ohne Zugluft.

Stürzt man, können Glassplitter ins Auge gelangen. Die Gläser von Radsonnenbrillen sind oftmals aus bruchfestem Polycarbonat, ebenso der Rahmen. Nicht zuletzt wiegen aus leichten Kunststoffen hergestellte Brillen sehr wenig - alle von uns getesteten Modelle gruppierten sich um die 30 Gramm-Marke.

Die richtige Tönung wählen

Für den mitteleuropäischen Sommer empfehlen sich getönte Gläser der Kategorie 3 oder 2. Diese lassen zwischen 10 und 40 Prozent des Sonnenlichts durch und gelten tagsüber als tauglich für den Straßenverkehr. „Die Tönung sollte sich aber auch an der Sehkraft des Radlers orientieren“, rät Jens Heymer, Dozent für Sportoptik aus Bielefeld. Er rät von zu dunkel getönten Gläsern ab, da sie die Sicht in schattigen Wäldern oder schlecht beleuchteten Tunnels gefährlich einschränken können.

Die Tönung hat übrigens keinen Einfluss auf den Schutz vor schädlicher UV-Strahlung, selbst klare Scheiben können UV-Schutz bieten. Häufig verwendetes Material für Brillengläser ist Polycarbonat; es ist robust und lässt sich gut formen.

Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung bzw. der Bewölkung kann eine orange bzw. gelbliche Tönung den besten Kontrast ergeben. Fahrradbrillen mit solch einer Tönung können also ideal bei bewölkten bzw. wechselnd bewölkten Verhältnissen eingesetzt werden.

Gut zu wissen: Filterklassen von Sonnenbrillen in der Übersicht

  • Filterkategorie 0: Geeignet für bewölkte Tage und Dämmerung. Blendschutz: Bis 20 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 1: Geeignet für bedeckte Tage. Blendschutz: Bis 57 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 2: Geeignet für Sommertage in unseren Breiten (Mitteleuropa). Blendschutz: Bis 82 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 3: Geeignet für Aufenthalte im Schnee, in den Bergen und am Meer in Südeuropa. Blendschutz: Bis 92 % des Lichts werden absorbiert.
  • Filterkategorie 4: Geeignet für Aufenthalte im Hochgebirge oder auf Gletschern - zum Autofahren ungeeignet! Blendschutz: Bis 97 % des Lichts werden absorbiert.

Selbsttönende Brillen als Alternative

Selbsttönende Brillen passen sich automatisch an die jeweiligen Lichtverhältnisse an und können so den optimalen Kompromiss bieten. Um einen möglichst breiten Einsatzbereich abzudecken, sollte die Anfangstönung der Brille möglichst klar sein. Nur dann sind die Gläser im Übergang zwischen Tag und Nacht ausreichend hell und bieten auch bei Nachtfahrten mit Licht ausreichend Sicht. Die meisten Modelle im Test wechseln ihre Tönung zwischen den Filterklassen zwei und drei. Wirklich nachttaugliche Kandidaten beginnen dabei bei einer kaum wahrnehmbaren Abdunklung von 20 bis 25 Prozent.

Für Fahrten im Auto sind selbsttönende Brillen in der Regel nicht geeignet, da moderne Autoscheiben einen Großteil der UV-Strahlung filtern.

Passform und Komfort

Die Sitz- beziehungsweise die Anpassungsoptionen: Niemand würde auf die Idee kommen, einen Helm auf den Markt zu bringen, der nicht einstell- oder anpassbar ist. Bei Sportbrillen ist dies jedoch teilweise noch der Fall. Manche Modelle lassen sich nicht einstellen - entweder eine Brille passt oder man nimmt eine andere. Bei vielen Brillen dieses Testfelds lassen sich die Nasenstege anpassen. Diese sind entweder formbar, stufenweise einstellbar oder auszuwechseln. Alle drei Varianten funktionieren auf ihre Weise.

Als Faustregel gilt: Stehen Augenbrauen, Wimpern oder Wangenknochen an? Das gibt Punktabzug. Entsprechend fallen die Bewertungen aus, da auf längeren Touren jedes Gramm spürbar werden kann.

Was die Passform angeht, decken die meisten Radsonnenbrillen inzwischen ein sehr breites Spektrum an Gesichtsformen ab. Durch verbiegbare Bügel und Nasenstege lassen sich insbesondere teurere Brillen der eigenen Gesichtsform anpassen. Wenn man trotz Anpassung bereits nach kurzer Zeit Druckgefühle verspürt, hat man womöglich nicht die passende Größe bzw. das richtige Brillenmodell ausgewählt. Daher lohnt es sich auch, die Abmessungen der Brille im Auge zu behalten.

Damit die Brille nicht von der Nase rutschen kann, sollten die Brillenbügel im Idealfall gummiert sein - das gleiche gilt für den Nasensteg.

Belüftung und Beschlagschutz

Großen Wert legten wir im Testverlauf auf das Beantworten der Frage: Wann und wie häufig beschlägt die Brille im Einsatz? Zwar verfügen eigentlich alle Sportbrillen über einen vernünftigen Beschlagschutz, jedoch kann es Situationen geben, in denen eine gut belüftete Brille im Vorteil ist.

Eine Belüftung sollte im Idealfall vorhanden sein. Das Beschlagen der Brille wird durch sie im Idealfall vermieden, ist jedoch eine individuelle Sache. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger. Auch die Brillenform ist dafür verantwortlich, wie schnell die Brillengläser beschlagen.

Pflegehinweise für die Sonnenbrille

Die Scheiben von Sonnenbrillen sind empfindlich - besonders der Antibeschlagschutz innen oder die Verspiegelungen außen. Hier sind einige wichtige Pflegetipps:

  • Leichte Verschmutzungen, wie Fingerabdrücke, entfernt man am besten mit dem mitgelieferten Mikrofasertuch.
  • Dreckspritzer oder getrockneten Schweiß mit Wasser und einem Tropfen Shampoo oder Duschgel kurz einweichen und mit lauwarmem Wasser abspülen.
  • Papiertaschentücher oder Küchenpapier sind für die Reinigung ungeeignet.
  • Keine alkoholgetränkten Brillenputztücher für Kunststoffscheiben verwenden.
  • Keine haushaltsüblichen Spülmittel verwenden!

Details & Bewertung: Ergebnisse der 14 Brillen im Test

Im Folgenden werden die getesteten Brillenmodelle mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen aufgeführt:

100% S2

Preis: 149 Euro

Gewicht: 32 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die stylische S2 sitzt sicher und angenehm gummiert auf mittelbreiten Gesichtern. Wegen der fehlenden Verstellung muss sie aber gut passen. Etwas zugig von unten. Anfangs sehr hell und gut für trübe Tage geeignet, reagiert sie schnell auf Lichtwechsel. Guter Kratzschutz, super Sichtfeld, leichter Beschlag auf der Scheibe löst sich schnell wieder auf.

BIKE-Urteil: sehr gut - 51 Punkte

Alpina S-Way QVM+

Preis: 149 Euro

Gewicht: 31 Gramm

Filterfarbe: Blau, verspiegelt

Die kurzen, kantigen Bügel und der raue Nasensteg tragen sich trotz umfangreicher Verstellbarkeit wenig komfortabel. Die S-Way liegt sehr nahe am Gesicht, schützt gut vor Zug, schränkt aber das Sichtfeld etwas ein. Sehr dunkle und etwas unpassend blaue Starttönung. Gute Tönungsgeschwindigkeit, leicht verkratzende Gläser.

BIKE-Urteil: gut - 44 Punkte

BBB Fullview PH

Preis: 119 Euro

Gewicht: 31 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die BBB schlägt sich insgesamt gut, doch dafür muss sie passen. Unbedingt anprobieren. Die Bügel liegen gut an, packen aber nur bei breiten Gesichtern ausreichend zu. Der Nasensteg ist bequem und breit verstellbar, das Sichtfeld ist top. An der Stirn kann die Fullview anstoßen, die Gläser verkratzen relativ schnell. Großer Tönungsbereich.

BIKE-Urteil: sehr gut - 49 Punkte

Bollé Lightshifter

Preis: 199 Euro

Gewicht: 35 Gramm

Filterfarbe: Grau, grün verspiegelt

Die Lightshifter gefällt mit festem, angenehmem Sitz, Bügel und Nasensteg liegen flächig auf. Die Glasform schützt gut vor Zugluft und beschlägt kaum. Ihr breiter Rahmen baut etwas hoch, ihre Gläser verkratzen etwas schnell. Für den Geländeeinsatz dunkelt die Bollé sehr stark ab und braucht extrem lange zum Aufhellen.

BIKE-Urteil: gut - 45 Punkte

Evil Eye Vizor Pro

Preis: 279 Euro

Gewicht: 36 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die Vizor Pro besitzt eine hochwertige, schnell und stark reagierende Scheibe. Zu Beginn ist sie absolut klar. Winkelverstellbare Bügel und Nasen-Pads machen sie für viele passend, ihr abnehmbarer Schweißschutz hält Fahrtwind an der Stirn ab, unten kann es aber ziehen. Kritikpunkt: Die rutschigen Bügel lösen sich leicht von selbst.

BIKE-Urteil: sehr gut - 49 Punkte

Julbo Rush

Preis: 209 Euro

Gewicht: 38 Gramm

Filterfarbe: Rotbraun

Die solide und hochwertige Konstruktion, Sitz und Windschutz der Julbo überzeugen. Eine der wenigen Brillen mit kontraststeigernden Gläsern im Test, wird auch im Wald nicht zu dunkel, reagiert aber sehr zögerlich auf Lichtwechsel. Die schwere Rush sitzt bequem, hält aber hauptsächlich über die Bügel.

BIKE-Urteil: sehr gut - 47 Punkte

Oakley Flight Jacket

Preis: 249 Euro

Gewicht: 35 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Der untere Rahmen sieht speziell aus und stört die sonst sehr gute Sicht. Trotz fehlender Anpassung sitzt die Oakley fest und komfortabel. Das Glas hat die beste Reaktionszeit im Test, beschlägt und verkratzt aber auch leicht. Für bessere Belüftung lässt sich der Nasensteg abklappen. Insgesamt nicht ganz auf dem Niveau anderer Oakley-Modelle.

BIKE-Urteil: sehr gut - 48 Punkte

Rockrider XC Race

Preis: 55 Euro

Gewicht: 39 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die Brille von Decathlon macht einen guten ersten Eindruck. Das Glas ist kratzfest und reagiert passabel auf Lichtwechsel, beschlägt aber schnell. Nasensteg und Bügel sind etwas kantig und drücken bei längerem Tragen. Die Brille knarzt, beim Verdrehen löst sich das Glas aus der Fassung. Leider bietet die Rockrider keinerlei Verstelloption.

BIKE-Urteil: gut - 41 Punkte

Rose PS 07 Photocromic

Preis: 65 Euro

Gewicht: 30 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Klassisch geschnittene Radbrille mit schmalem Glas und toller Passform. Beim Glas hat der Zulieferer vieles richtig gemacht. Ausgangshelligkeit und Reaktionstempo sind sehr gut. Im Wald bleibt die PS 07 angenehm hell. An den Wangen wird es etwas zugig. Unauffällig funktionale Brille zum unschlagbaren Preis.

BIKE-Urteil: sehr gut - 50 Punkte

Rudy Project Cutline

Preis: 235 Euro

Gewicht: 36 Gramm

Filterfarbe: Rotbraun

Abgesehen von der mäßigen Reaktionszeit, bietet die Cutline das perfekte Glas für wechselnde Lichtverhältnisse: kontrastreiche Tönung und nicht zu dunkel. Anpassbarkeit und Komfort sind top, jedoch nur auf breiten Köpfen. Die Lüftungsschlitze funktionieren sehr gut, der Beschlagschutz ist dennoch mäßig. Gute Option für schmalere Gesichter: die Rudy Project Defender.

BIKE-Urteil: sehr gut - 48 Punkte

Scott Shield LS

Preis: 119 Euro

Gewicht: 36 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Trotz riesiger Scheibe hat man den geteilten Rahmen im Blick. Die Shield steht weit vom Gesicht ab und schützt nur mäßig vor Fahrtwind. Die laschen Bügel halten nur auf breiten Gesichtern gut, schmale Nasen liegen auf dem Rahmen auf. Die Tönungsgeschwindigkeit ist mäßig, die Scheibe verkratzt leicht. Mehr Styler als funktionale Sportbrille.

BIKE-Urteil: gut - 42 Punkte

Smith Attack MAG MTB

Preis: 229 Euro

Gewicht: 35 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die stark gekrümmte Scheibe der Smith bietet perfekte Sicht, top Schutz und lässt sich per Clip-System wechseln. Kratz- und Beschlagschutz sind sehr gut, die Reaktionsgeschwindigkeit noch in Ordnung. Die schmalen Bügelenden können auf Dauer etwas drücken. Anfangs sehr hell, dunkelt die Attack über einen weiten Bereich ab.

BIKE-Urteil: sehr gut - 53 Punkte

Sweet Protection Ronin

Preis: 229 Euro

Gewicht: 32 Gramm

Filterfarbe: Klar zu grau

Die Ronin bietet eine gute Passform für mittelbreite, runde Gesichter und mittlere bis breite Nasen. Sie verfügt über einen Ersatz-Nasensteg sowie eine öl- und wasserabweisende Beschichtung.

BIKE-Urteil: noch nicht verfügbar

Uvex Sportstyle 804 V

Preis: noch nicht verfügbar

Gewicht: noch nicht verfügbar

Filterfarbe: noch nicht verfügbar

Uvex überzeugt mit einem sehr angenehmen Tragegefühl und verdient sich einen Preis-Leistungs-Tipp.

BIKE-Urteil: noch nicht verfügbar

Tabellarische Übersicht der getesteten Modelle

Modell Preis (ca.) Gewicht BIKE-Urteil
100% S2 149 € 32 g Sehr gut (51 Punkte)
Alpina S-Way QVM+ 149 € 31 g Gut (44 Punkte)
BBB Fullview PH 119 € 31 g Sehr gut (49 Punkte)
Bollé Lightshifter 199 € 35 g Gut (45 Punkte)
Evil Eye Vizor Pro 279 € 36 g Sehr gut (49 Punkte)
Julbo Rush 209 € 38 g Sehr gut (47 Punkte)
Oakley Flight Jacket 249 € 35 g Sehr gut (48 Punkte)
Rockrider XC Race 55 € 39 g Gut (41 Punkte)
Rose PS 07 Photocromic 65 € 30 g Sehr gut (50 Punkte)
Rudy Project Cutline 235 € 36 g Sehr gut (48 Punkte)
Scott Shield LS 119 € 36 g Gut (42 Punkte)
Smith Attack MAG MTB 229 € 35 g Sehr gut (53 Punkte)
Sweet Protection Ronin 229 € 32 g -
Uvex Sportstyle 804 V - - -

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