Sie sind noch kein Experte mit Funktionskleidung, zumindest nicht im Radsport? Kein Problem! Auch wenn die riesige Auswahl am Anfang verunsichern kann, ist es sehr wichtig, auf Qualität bei ihrer Bekleidung zu achten.
Materialien und ihre Eigenschaften
Wenn Sie Sport treiben, können Sie bei der falschen Bekleidung schnell in einem See aus Schweiß enden. Das ist nicht nur unangenehm, sondern schränkt Ihre Leistungsfähigkeit auch stark ein. Für Sommer und Wintertrikots gelten damit gleichermaßen zwei Anforderungen: Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsableitung.
Das Hauptmaterial besteht meistens aus einem Funktionspolyester. Dieses zeichnet sich durch schnelle Feuchtigkeitsableitung und schnellem Trocknen aus und bietet eine ordentliche Atmungsaktivität. Besonders spannend sind jedoch Alternativen zum Polyester.
Mesh-Einsätze
Neben dem Hauptmaterial und den bereits erwähnten elastischen Bundabschlüssen bieten gute Radtrikots zusätzliche Einsätze an den sogenannten Hotspots - den Körperregionen, die für die Abkühlung zuständig sind. An diesen Stellen kommt eine Variante von Mesh-Material zum Einsatz. Mesh-Funktionsmaterial ist mikroperforiert. Das heißt: Winzige Löcher im Stoff ermöglichen hervorragende Ventilation. Dadurch ist es äußerst atmungsaktiv und unterstützt den Körper bei der Temperatur-Regulierung. Wegen seiner charakteristischen Anfertigung wird es auch als Netzmaterial bezeichnet. Mesh-Material ist ein Klassiker für alle Sportbekleidung. Gerade Sommer-Radtrikots profitieren von Mesh-Einsätzen. In den besonders hochwertigen Trikots werden diese durch zusätzlich ventilierende Spezialverarbeitungen unterstützt.
In unseren Artikelbeschreibungen erklären wir Ihnen deswegen immer detailliert, was für Material verarbeitet ist und welchen konkreten Nutzen dieses dem Fahrer bringt.
Nachhaltigkeit und Recycling
Der letzte wichtige Aspekt des verarbeiteten Materials macht bei der Funktionalität keinen Unterschied, liegt uns aber sehr am Herzen: Recycling und Nachhaltigkeit. Glücklicherweise teilen immer mehr Hersteller unser Umweltbewusstsein. Wo möglich kann pflanzliches Material anstelle von Synthetik verwendet werden, um Umweltbelastungen zu vermeiden. Manche Materialien können leider nur synthetisch produziert werden. Bei diesen ist es wichtig, auf einen hohen Recyclinganteil zu achten.
Nahtlose Verarbeitung und Flachnähte
Beim Kauf eines (Rad-)Trikots gibt es noch zwei weitere Materialbezogene Aspekte: Einerseits die Nähte. Auch von anderer Kleidung dürfte Ihnen bekannt sein, dass grobe Nähte Scheuern oder auftragen können. Hochwertige Radtrikots bieten verschiedene Antworten darauf, mitunter gleichzeitig: Einerseits wird, wo immer möglich, auf Nähte verzichtet - die sogenannte nahtfreie Anfertigung. An den Stellen, an denen auf Nähte einfach nicht verzichtet werden kann, bieten Hersteller verschiedene Flachnaht-Anfertigungen an. Alternativ werden die Materialien nicht per Naht verbunden, sondern mithilfe von Ultraschall verschweißt.
Arten von Radtrikots
Radtrikots gibt es in ärmellos, kurzarm- und langarm Varianten. In Kombination mit einem Baselayer bzw. Für den Sommer empfiehlt sich ein Kurzarmtrikot oder sogar ein Trikot ohne Ärmel. Für Damen kommen auch modische Radtops in Frage. Für das Fahrradfahren im Winter bieten Winter-Radtrikots mehr wärmende Einsätze und sind allermeisten ein Langarmtrikot. Das dürfte niemanden überraschen.
Bereits das Gewicht der Bekleidungsstücke kann auf den idealen Einsatzbereich hinweisen: Sommertrikots sind in der Regel leichter als solche, die einen zusätzlichen Kälteschutz bieten. Bei vielen auf den Radsport bei hohen Temperaturen ausgelegten Trikots ist das Material sehr dünn und teilweise sehr großporig. Oft sind die Abschlüsse an den Ärmeln nicht vernäht. Unterschiedliche Gewebearten werden oft strategisch kombiniert. Glatte feine Stoffe an der Vorderseite und an den Ärmeln sollen teilweise auch der Aerodynamik dienen und einen Luftstrom mit möglichst wenigen Verwirbelungen ermöglichen. Am Rücken werden häufig Stoffe mit einer raueren Struktur verarbeitet. Dies dient vor allem dem Schweißtransport.
Spezielle Designs
Auffällig ist: Das wohl einfachste Mittel für ein besonders „luftiges“ Trikotdesign ist die Gestaltung des Kragens. Viele der Testprodukte verfügen über ein nahezu kragenloses Design. Zugunsten einer möglichst faltenfreien und körpernahen Race-Passform sind sie vorne am Bauch klar kürzer gehalten als an der Rückenpartie. Zudem sind manche der dünnen Sommer-Trikots nicht vollständig blickdicht.
In den meisten Fällen werden die Ärmel im Raglan-Schnitt designt. Dabei sind sie nicht im Schulterbereich an den Stoff des Rumpf-Teils angenäht. Stattdessen ist das Ärmelmaterial über die Schulter hinweg bis zum Hals verlängert.
Passform und Aerodynamik
Zur spezifischen Passform wird häufig auch die Aerodynamik gezählt. Für Rennrad-Touren oder Wettkämpfe empfiehlt sich ein Rennrad-Trikot mit herausragender Aerodynamik: Stoff, welcher unnütz im Wind flattert, verlangsamt bei solchen Strecken nur. Je enger und passgenauer das Trikot sitzt, desto besser - insbesondere, wenn sie auf Zeit fahren!
Das genaue Gegenteil dazu sind MTB-/All Mountain Trikots. Hier ist der Schnitt locker und lässt Platz für Protektoren unter dem Trikot. Der zusätzliche Schutz ist beim Mountainbiking deutlich wichtiger als die Aerodynamik, vor allem da die Geschwindigkeiten geringer sind und somit die Aerodynamik weniger ins Gewicht fällt.
Zusätzliche Features
Ein gutes Radtrikot verfügt außerdem über einen Silikon-Bundabschluss oder etwas Vergleichbares, sowohl an den Ärmelbündchen als auch beim unteren, großen Bund. Bei vorneüber-gebeugten Sitz auf dem Fahrrad ist diese Verlängerung sehr wichtig, damit Ihnen das Trikot nicht hochrutscht und Ihren Nierenbereich entblößen.
Taschen und Reißverschlüsse
Wie lang soll Ihre Tour sein? Was wollen Sie mitnehmen? Dicke Satteltaschen mögen für viele das Mittel der Wahl sein, doch wer richtig loslegen oder auf Zeit fahren will, wird schnell feststellen, wie sehr diese Taschen verlangsamen. Viele Trikots und Jacken verfügen deswegen am Rücken über mehrere Taschen, in denen Sie beispielsweise Energieriegel als schnelle Energielieferanten stauen können. Durch die Platzierung am Rücken ist die Beeinträchtigung der Aerodynamik so gering wie möglich.
Achten Sie dabei auch auf Reisverschluss (RV)-Taschen. Tipp: Eine RV Tasche an der Front kann nicht nur als Stauraum eingesetzt werden, sondern auch, um zusätzlich ihre Belüftung individuell anzupassen.
Wenn wir schon bei dem Thema sind: Radtrikots gibt es ohne Reißverschluss, mit einem HF (Half/Halber Reißverschluss) oder FZ („Full“ bzw. durchgehender Reißverschluss) an der Front. Achten sie aber auch auf Reibungsschutz: Ein RV kann ungeschützt bei mehreren Stunden Aktivität ganz schön scheuern.
Weitere Tipps
- An besonders heißen Tagen sollten Sie nicht nur Sonnencreme auf unbedeckte Hautbereiche auftragen, sondern sogar zu einem Trikot mit Sonnenschutzfaktor greifen.
- Aber auch für die trendige Radsportdisziplin Gravel gibt es passende Trikots - und für vieles mehr! In unseren Radsportwelten finden Sie alles nach Einsatzbereich geordnet.
- Wenn Sie mit dem Radsport erst beginnen und ein unkompliziertes Einstiegstrikot suchen, empfehlen wir Ihnen das Bobteam Kurzarmtrikot Primo.
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