Rennrad Trikot Marken im Vergleich: Was kostet Qualität?

Die Frage nach der Qualität und ihrem Preis beschäftigt viele, besonders nach Jahren hoher Preissprünge. Kurze Radhosen für 280 Euro sind keine Seltenheit mehr. Dieser Test deckt alle Marktbereiche und Preisklassen ab, wobei das günstigste Trikot 75 Euro und die günstigste Hose 90 Euro kostet.

Materialqualität und Verarbeitung

Die Materialqualität und die Verarbeitung fielen den Testern positiv auf. Dies zahlt sich in der Regel durch eine lange Haltbarkeit aus. Bekannte Hersteller wie Gorewear, Bioracer, Gobik oder Straede bedienen bewusst das niedrigere Preissegment.

Passform

Für viele ist die Passform das wichtigste Kaufkriterium. Rennrad-Trikots haben meist eine sportiv-enge, körpernahe Passform, die aerodynamische Vorteile bietet. Eine üblicherweise getragene Konfektionsgröße kann jedoch nicht immer auf Radbekleidung übertragen werden, was die Größenfindung erschwert.

Bei Sommer-Trikots ist die Kombination verschiedener Stoffarten positiv. Vorne wird oft ein luftdurchlässiges, leicht perforiertes Material verwendet, während die Rückenpartie atmungsaktiver ist. Bei manchen Modellen kommen Mesh-Stoffe unter den Ärmeln oder in den Seitenbereichen zum Einsatz.

Komfort bei Radhosen

Bei Radhosen ist der Komfort noch wichtiger als bei Trikots, wobei die Wahl des Sitzpolsters entscheidend ist. Konstruktionsweise und Materialeigenschaften müssen zur Anatomie des Trägers passen. Dabei gilt: Dicker ist nicht immer komfortabler. Manche Test-Bibshorts haben dreizehn, andere nur vier Millimeter dicke Sitzpolster, wobei auch dünnere Modelle herausragenden Dauertragekomfort bieten.

Löffler und Gonso verbauen in ihren Testmodellen ein extrem dünnvolumiges Polster der Ergonomie-Spezialisten von SQlab, mit dem fast alle Testfahrer auch bei sehr langen Fahrten keinerlei Probleme hatten.

Im Beinbereich der Radhosen werben manche Hersteller mit einer Kompressionswirkung, die im besten Fall die Muskelarbeit unterstützt und im schlechtesten Fall keine negativen Effekte hat.

Die Abschlüsse sind immer häufiger nahtlose Laser-Cut-Enden, die optisch „clean“ sind und nicht einschneiden. Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in der Materialqualität und Verarbeitung zwischen den Preisklassen.

Auch die Träger der Bibshorts sind ein wichtiger Komfortfaktor. Straffe, breite und nahtlose Träger aus einem weichen Stoff sind optimal. Die Positionierung der Träger spielt ebenfalls eine Rolle. Die Vernähung am Rücken, ob gekreuzt oder verbunden über einen Mesh-Einsatz, ist inzwischen Standard und verbessert die Passform entscheidend.

Weitere Details

Neben den Parametern Material, Verarbeitung, Atmungsaktivität, Passform, Komfort und Robustheit gibt es auch bei den Trikottaschen Unterschiede. Die Variante drei plus eins - drei Rückentaschen und eine zusätzliche Reißverschlusstasche - ist fast schon Standard, jedoch gibt es Ausnahmen.

Löffler verwendet an seinem Testmodell nur zwei Taschen, auch aus Gewichtsgründen. Diese Hersteller zeigen zudem, dass Lieferketten kurz sein können, da sie innerhalb Europas fertigen. Löffler-Produkte sind bekannt dafür, „made in Austria“ zu sein. Löffler bietet zudem einen 360-Grad-„Second-Life“-Ansatz, bei dem eingesandte Artikel entweder repariert oder durchlaufen einen Upcycling-Prozess.

Auffallend ist, dass einige wenige Test-Produkte etwas günstiger geworden sind, ohne dass dabei an der Qualität gespart wird.

Allwettertrikots

Das Angebot an flexiblen, wärmeren Rennrad-Trikots ohne Membran wächst stetig, die Auswahl für Frauen und Männer ist groß. Die Schnitte sind durchweg rennradtauglich. Unterschiede und Kritik gibt es jedoch bei Preis, Wetterschutz oder der Ausstattung.

Allwettertrikots sind vielseitige Alleskönner, geschnitten wie Rennrad-Trikots, außen wasserabweisend imprägniert und verzichten auf eine Membran, was sie dampfdurchlässiger macht als mehrlagige Produkte.

Details und Ausstattung

  • Ausstattungsdetails wie Spritzschutz, weicher Kragen oder sinnvoll platziertes Reflexmaterial können einen komfortablen Kompromiss darstellen.
  • Radprofis haben die Vorzüge der Allwetter-Rennrad-Trikots für ihre Ansprüche schnell erkannt, da die Bewegungsfreiheit kaum eingeschränkt ist, der Wetterschutz in den meisten Situationen ausreicht und das Material relativ schnell trocknet.
  • Aktuell gibt es ein gutes Dutzend Hersteller dieser Rennrad-Trikots für jedes Wetter, fast alle Modelle werden für Männer und Frauen angeboten, nur wenige in Unisex-Schnitten.
  • Bei den Preisen pendelt sich der Durchschnitt bei etwa 150 Euro ein.

Imprägnierung

Damit der Trikotstoff wasserabweisend wird, muss er chemisch ausgerüstet werden. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren und Produkte zum Einsatz: polyfluorierte Chemikalien (PFC) und PFC-freie Mittel. PFC sind jedoch umstritten und gelten als umweltschädlich. Nur wenige Hersteller informieren umfassend darüber, welche Imprägnier-Methode genau sie verwenden.

Da die chemische Ausrüstung nur drei bis vier Wäschen hält, muss man die Ausrüstung mit geeigneten Imprägniermitteln regelmäßig auffrischen. PFC-frei sind beispielsweise die Imprägniermittel von Fibertec, Nikwax oder Toco.

Bioracer verwendet statt einer chemischen Imprägnierung ein Textilmaterial, das aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften Wassertropfen abperlen lassen soll. Dieses Verfahren ist zwar nachhaltiger, funktioniert jedoch nicht so gut wie beispielsweise die PFC-freie Imprägnierung der POC-Trikots.

Die Allwettertrikots für Rennradfahrer überzeugen mit gutem bis sehr gutem Schnitt für die Rennradhaltung. Differenzen gibt es bei den Größen: Die Isadore-Trikots fallen relativ klein aus, die von POC eher größer. Deutlichere Unterschiede finden sich bei Wetterschutz und Ausstattung.

Bei der Ausstattung sind Alé, Isadore und Q36,5 die Einser-Kandidaten: Beispiele für durchdachte Details sind der Spritzwasserschutz bei Alé, der flauschige Kragen bei Isadore und das großzügige Reflexmaterial bei Q36,5.

Testkriterien für Allwetter-Rennrad-Trikots

Die Gesamtnote der Allwetter-Rennrad-Trikots setzt sich zusammen aus vier Kriterien, die je nach Relevanz gewichtet werden. Alle Messergebnisse wurden selbst ermittelt.

  1. Wetterschutz (30 %): Mit dem Spray-Test (DIN-EN-ISO 4920) wird ermittelt, wie Wassertropfen vom Außenmaterial abperlen.
  2. Tragekomfort (25 %): Tester bewerten das Stoffgefühl auf der Haut.
  3. Handling (25 %): Beim Handling zählt, wie sich die Reißverschlüsse bedienen lassen und wie die Trikottaschen zugänglich sind.
  4. Ausstattung (20 %): Bewertet werden Details wie die Größe und Form von Trikottaschen, Reißverschlusstaschen, Zippergarage, Trikotbund, Kragen und Ärmelbündchen. Viel Reflexmaterial ist besonders wichtig.

Überblick über getestete Allwetter-Rennrad-Trikots

Marke Modell Preis Produktionsland Gesamtnote
Alé K-Idro Jersey 155 Euro Italien 1,8
Bioracer Tempest Light Jacket ab 110 Euro EU 2,5 (Männer) / 2,6 (Frauen)
Castelli Tutto Nano RoS Jersey 150 Euro Bosnien 1,5
Isadore Echelon LS Jersey 190 Euro Slowakei 2,4
Le Col Pro Aqua Zero 195 Euro Italien 1,9
Maap Evade Thermal LS Jersey 200 Euro Litauen 1,5
Poc Radiant Jersey 180 Euro Litauen 2,0
Q36,5 Jersey Long Sleeve WoolF 194 Euro Italien 2,3

Alternative

Als Nachteil könnte man den Allzweck-Rennrad-Trikots ihren fehlenden Windschutz in Form einer Membran auslegen. Eine Alternative sind Rennrad-Trikots wie das Fiandre Light no rain von Sportful mit clever platzierter, winddichter Membran.

Design, Material und Passform

Das Design eines Fahrradtrikots ist Geschmackssache, wobei es für jeden Geschmack das Richtige gibt. Eine Option ist das individuelle Design durch Online-Konfiguration oder Blanko-Vorlagen.

Fahrradtrikots sollten aus atmungsaktivem Material bestehen und eng am Körper anliegen. Der Reißverschluss sollte gut zu greifen und weit zu öffnen sein, und die Taschen sollten genug Stauraum bieten.

Der wichtigste Faktor ist die Passform. Ein Radtrikot darf nicht verrutschen, und der Kragen muss die Kälte aufhalten können. Daher sollte man immer mehrere Modelle und Größen anprobieren, auch in Fahrposition.

Fahrradtrikot im Winter

Im Winter sollte das Langarmtrikot eng am Körper anliegen und eine lang gehaltene Rückenpartie besitzen, um vor Spritzwasser zu schützen. Die Platzierung der Taschen ist komplizierter, und das Trikot muss nicht nur den Körper abkühlen, sondern auch wärmen und isolieren. Hierfür werden oft Frottee, Fleece oder Hohlfasern verwendet.

Fazit

Das richtige Fahrradtrikot zu finden, ist einfach, wenn man sich an diese Ratschläge hält. Dabei sollte die Passform immer die erste Priorität sein.

Beispiele für getestete Trikots

  • Cube Blackline Trikot: Eng anliegend, klebrige Ärmelabschlüsse, enge Trikottaschen.
  • Alé Pragma Turbo: Leicht und luftig, guter Schnitt für Rennradhaltung, tadelloser Reißverschluss, gut nutzbare Rückentaschen.
  • Sportful Peter Sagan Jersey: Fällt klein und kurz aus, Rückentaschen sitzen hoch.
  • Agu Jackalberry: Angenehmes Material, weiter Kragen, komfortable Ärmel, gut erreichbare Trikottaschen.
  • Santini Colore Trikot: Transparent, kurz, lange Ärmel, Taschen setzen hoch am Rücken an.
  • Castelli Climbers 2.0: Sehr leichtes Meshmaterial, luftig, Reißverschluss und Taschen sind prima.
  • Rose Performance Jersey II: Dezentes Trikot, günstiges Frauentrikot mit hohem Tragekomfort und eher legerem Schnitt.
  • Maloja Chivay: Blickdichtes Material, hinten fehlt Spannkraft für den Taschenhalt.
  • Trek Circuit Radtrikot: Vergleichsweise schweres und wärmstes Trikot im Vergleich, kommt kräftigen Radlern entgegen.
  • Gorewear Torrent Breathe: „Atmet“ reichlich Schweiß von der Haut weg, Schnitt ist gut an die Rennradhaltung angepasst, fällt aber eher klein aus.

Individuelles Design

Mit einem schicken Outfit kann auch der normalsterbliche Rennradler Stil beweisen - und sich von der breiten Masse abheben. Zahlreiche Hersteller bieten Sportlern auf ihre Wünsche abgestimmte Produkte an - von der Socke bis zum Kopftuch.

Um das eigene Trikot zu gestalten, bieten sich mehrere Optionen an: Online-Konfiguratoren, Design-Vorlagen der Hersteller oder Blanko-Vorlagen. Ganz gleich für welchen Weg sich der Kunde entscheidet, er kann mit der Unterstützung des Herstellers rechnen.

Bei der Gestaltung sollte man auf klare Linien setzen und die Logos gut erkennbar platzieren. Steht das Design, muss es dem Hersteller übermittelt werden. Bevor die Druckmaschinen anlaufen, müssen noch die richtigen Größen ausgewählt werden. Zum Größenvergleich bieten alle Anbieter einen Mustersatz an.

Qualität der individuellen Trikots

Um die Qualität der einzelnen Anbieter vergleichen zu können, wurde ein aufwendiger Trikot- und Hosensatz gestaltet, um Strahlkraft und Schärfe des Drucks beurteilen zu können. Besonders auffällig: Keiner der 15 Anbieter im Test schaffte es, den von RoadBIKE gewählten Farbton - ein Blaugrün - genau zu treffen.

Um eine möglichst hohe Verbindlichkeit der gewählten Farben zu erreichen, sollten dem Hersteller zusammen mit dem Design genaue Farbwerte, angegeben in sogenannten Pantone-Farbtönen, übermittelt werden.

Weitere wichtige Faktoren

  • Kosten
  • Lieferzeiten
  • Qualität der Produkte
  • Farben

Radbekleidung

Die Auswahl an Fahrradklamotten ist riesig. Besonders als Einsteiger fragt man sich schnell: Was brauche ich wirklich und was ist optional? Und worauf muss ich beim Kauf achten?

Basics sind Wind- bzw. Regenschutz und eine gepolsterte Radhose.

Wind- und Regenjacken

Bei Radjacken ist das Rückenteil meist über das Gesäß hin verlängert und die Ärmel bedecken die Handrücken, sodass der Fahrtwind den Oberkörper nicht auskühlt. Atmungsaktivität, Packmaß und Sichtbarkeit sind wichtige Kriterien beim Kauf von Fahrradjacken.

Radlerhosen

Fahrradhosen sind beim Radsport das Verbindungsstück zwischen Sattel und Fahrer. Die Hose sollte auf keinen Fall scheuern oder drücken. Die meisten Radhosen besitzen ein Sitzpolster, das Beschwerden und Druckstellen während der Radtour vermeiden soll. Es gibt Radlerhosen mit und ohne Träger. Eine Radhose trägt man direkt auf der Haut.

Nützliches Zubehör

  • Handschuhe schützen deine Hände vor Erschütterungen und bieten zusätzlichen Grip am Lenker.
  • Armlinge und Beinlinge sorgen für zusätzliche Wärme.
  • Radmützen und Überschuhe sind nützlich bei Kälte und Nässe.

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